Dafür gebe ich 100 EURO …

 …und verrechne sie mit der jährlich üblichen Geldsumme für Weihnachtsgeschenke.

Ich sag mal eben meine Meinung

Das Unternehmen „Gnadenhof“, hier bei uns ist es „die Arche“, leidet unter permanenter Finanznot. Das Desaster der Finanz- und Wirtschaftkrise, das uns derzeit nervt und dessen Vernichtungsdrang mit unseren Steuermitteln großzügig bedient wird, ist bei der Arche Tag täglich zu Hause und schaut jeden Morgen herein.

D.h. ich beteilige den regionalen Einzelhandel am Wohlergehen des Gnadenhofs für Pferde „Die Arche“ in Arpke/Lehrte. Wobei unserem Einzelhandel dabei nicht einmal ein Cent verloren geht, denn er wird auf der Stelle Nutznießer meiner Spende. Die fleißige Betreiberin des Gnadenhofs kauft davon Futter für die Tiere und dringend notwendiges Baumaterial für Ställe und neue Unterstände auf dem Gnadenhof, um die Tiere zu versorgen, trocken unterzustellen, die Schulden der tierärztlichen Versorgung zu zahlen und ihnen ohne Hunger über den Winter zu helfen.

Wir sollten etwas Konkretes tun.

Lassen wir die armen Tiere nicht im Regen stehen und retten sie vor dem Hunger- oder Kältetod.

Wir dürfen nicht wegsehen, wenn es zu akuter Not direkt vor unserer Haustür kommt.
Wir müssen nicht einmal selbst Hand anlegen oder etwa den Karren mit eigenen Händen aus dem Dreck ziehen. Wir sollten es aber auch nicht ganz allein der selbstlosen Frau Korroch und den armen Pferden überlassen. Das geht doch nun wirklich gar nicht!

Ich kenne Frau Korroch nicht persönlich (ich kenne sie gar nicht), dennoch spende ich noch heute 100,00 Euro.
Und Sie?
Sie haben ganz bestimmt auch einen Gnadenhof in Ihrer Nähe.
Sie müssen ja dort nicht arbeiten, aber etwas geben sollten Sie schon.
Auch 10,00 Euro würden schon helfen.
Jeder Euro hilft.
Jeder!
Eure Ella

Wir dürfen nicht wegsehen, wenn es zu akuter Not direkt vor unserer Haustür kommt.        

In unserer hiesigen Zeitung (NEUE Woche) steht, dass die selbstlose Hofbetreiberin Marion Korroch unter 0176-20164484 zu erreichen ist.
Die Volksbank Immensen BLZ 25193331 hat ein Spendenkonto mit der Nummer 7701911302 eingerichtet.
Sie können sich dies bei der Volksbank (Tel.: 05175 – 2007) direkt bestätigen lassen. Wenn Sie über http://www.dasoertliche.de/Themen/Volksbank/Lehrte.html  anrufen kostet der Anruf noch nicht einmal Geld. 
   

14.12.2008 – Nachtrag – Der Gnadenhof „Die Arche“ hat jetzt auch eine eigene Website:
http://www.arche-gnadenhof.de/

Josef A. VERZICHTET AUF MILLIONEN. Ist er nicht allerliebst?

Ach, ich muss ihn immer wieder anhimmeln. Jetzt zeigt er rührend, dass er ein wirklicher Gutmensch ist. Er verzichtet großherzig für dieses Jahr auf seine Millionen zugunsten seiner Mitarbeiter. Ich kann gar nicht oft genug mit den Fingern auf ihn zeigen.

Mein Star, mein Traummann, mein Josef.
Mein Josef Ackermann!
Und so grässlich schreibt der FOCUS in der Money-Börse über meinen Star.

Oh gottegotte! Und ich halte mir einfach die Ohren zu, wenn neidische Stimmen auf mich einreden, er würde ja gar nicht auf Geld verzichten, weil ihm doch wegen der Bankenkrise und seiner aktiven Teilnahme ein solches auch gar nicht zustehen würde.
Nein, so ist er nicht. Das würde dieser gutherzige Mensch nicht tun. ER IST DOCH DAS EIGENTLICHE OPFER! Armer Josef! Ihn kostet es doch wohl das meiste Geld, obwohl er alles getan hat, um die Krise von seinem Haus abzuwenden. Sogar mit dem heiligen Florian wollte er sich besprochen.
Noch bevor wir alle die Banken in die Krise stürzen sahen, spürte er es, an der plätschernden Quelle sitzend, wohl im Urin. Und was tat er, unser Mann in Frankfurt? Er sorgte wahrhaft fürsorglich bereits sehr frühzeitig dafür, dass sich weltweit einige tausend seiner Mitarbeiter jetzt nicht mehr um ihre Zukunft bei dieser deutschen Bank sorgen mussten. Er schickte sie weitsichtig wie er nun mal ist bereits vor etlichen Monaten mit z.T. stattlichen Abfindungen nach Hause, übernahm großherzig ihrer schwere Verantwortung, trug diese fortan allein, verkaufte in der knappen Zeit, die dieser Wohltäter noch hatte, schnell noch ein paar riskante Papiere hier und da, meistens da, an den Steuerzahler, über dessen staatliche Banken , strich nebenbei satte Provisionen ein und ging zielstrebig, aufrecht und offenen Auges, immer lächelnd auf die unvermeidbare Katastrophe zu.
Er konnte damals niemandem und schon gar nicht laut sagen, dass er die Krise bereits sah, denn wer hätte ihm die Papiere denn dann noch abgekauft. Er begründete das so, dass er das Eigenkapital der Bank erhöhen wollte. Ein fuchs ist er. Nicht wahr! Dazu mussten die luftleeren Primepapiere umgehend aus den Tresoren und Kellern. Das hat das eigentliche Eigenkapital geschaffen, aber sagen durfte er das nicht. Damals nicht und heute nicht. Alles meckerte über die Entlassungen  und unser Josef handelte im Verborgenen für unserer aller Wohl.
Ein Held ist das. Er wich der Krise nicht aus. Es begrenzte den Schaden seines Hauses und leitete den Brand geschickt um.
„O heiliger Sankt Florian, verschon´ mein Haus, zünd‘ and´re an!“

Ich liebe Männer mit EURO-Zeichen in den Augen. Man weiß doch gleich woran man ist. Kein Drum Herum. Geld regiert die Welt. Einfach so!
Sogar unsere ehemaliger Außenminister József Fischer, wir erinnern uns, das war der Partner des stets mit Rücktritt drohenden Gerhard Schröder, soll gesagt haben, dass es völlig unmöglich wäre, gegen das Großkapital anzuregieren. Deshalb drückte er sich ja auch lieber im Ausland herum.
Recht hatte er. Wenn mein Sohn in unserer basisdemokratisch funktionierenden Familie nicht spurt, kürze ich ihm das Taschengeld. Ich bin für ihn das Großkapital. Was meint ihr wie schnell der einknickt.

Ich ziehe hieraus für mich das Fazit: „Also dann doch lieber mit den Großen, die das Geld haben. Wie unsere Kanzler-Ade. Das hat sichtbar mehr Zukunft. Wie unser Kanzler-Ade oder sein Nachfolger im Geiste, der französische Ministerpräsident.“

Eure Ella
Ich liebe große Männer, die mit Geld um sich werfen, wie mit Peanuts

Unsere BRD und unsere Kanzler

Ich sag mal eben meine Meinung

Ich kann grad nicht so recht schlafen. Muss aber wohl eingenickt sein, denn ich träumte meine deutschen Helden durch:

Konrad Adenauer. Hat, den Magen voller Mayonnaise, mit dem 1. Sekretär des ZK der KPdSU Nikita Sergejewitsch Chruschtschow um die Freilassung der letzten Kriegsgefangenen gesoffen.
Ludwig Erhardt. Hatte die Idee der Marktwirtschaft und erfand die Zigarre als Erkennungs- und Markenzeichen des Industriellen.

Willy Brandt (Herbert Ernst Karl Frahm) hatte mit Erich Mende einen echten und mir unvergesslichen Freund aus der FDP, hatte aber auch Helmut Wehner und die SPD als Halse, die Entspannungspolitik, den Superagenten Guillaume, junge Frauen und die erste Ölkrise.
Helmut Schmidt hatte die Rote Arme Fraktion, die Landshut in Mogadischu, die Idee zum NATO-Doppelbeschluss und zeigte uns was Nerven wie Drahtseile sind (der erste wirklich eiserne Kanzler).
Helmut Kohl durfte die Nation vereinen und sich damit neben Barbarossa eine Strophe im deutschen Heldenepos sichern. Ein Kanzler dem man zunehmendes politisches Gewicht regelrecht ansehen konnte.
Gerhard Schröder versprach viel, hatte es mit den den Medien, ließ Gespräche über seine Haarfarbe untersagen, erfand die Victory-Pose auf den SPD-Parteitagen, versuchte es auch mit der Zigarre, halbierte niemals die Arbeitslosen, fand mit Freund Hartz „HartzIV“, ließ an seinem letzten Arbeitstag unsere BRD noch mal schnell für Russlands Pipeline bürgen, ließ Hedgefonts ins Land, wollte aus unser BRD ein Land der Dienstleister machen und setzte sich beruflich, als er überrascht begriff, dass er von seinem dummen Volke doch nicht mehr als Kanzler gewählt worden war, verschnupft ins Ausland ab.
Angela Merkel kann sich rühmen mit dem amerikanischen Präsidenten in der Uckermark Wildschein gegessen und mit Peer Steinbrück den Finanzplatz Deutschland und die Welt gerettet zu haben.

Eine (fast) kontinuierliche Steigerung unserer Kanzler ist unübersehbar.
Schon der nächste Kanzler könnte sich ums Universum und Gottes Vorgarten kümmern müssen.

Habe ich jemanden vergessen?
Die nächste Kanzlerin ist mir auch erschienen. Ganz deutlich habe ich sie gesehen.
Also wenn es keinen Staatsstreich gibt, dann macht es unser Angelachen. Sie hat doch auch gar keine Konkurrenz zu fürchten, denn so etwas ist ja auch gar nicht in Sicht.
Sie ist unumstritten „Master of Desaster“ und das macht keiner besser als sie.
Wer hätte rein stimmlich schöner, mütterlicher und einfühlsamer die rechtlich wertlose Bürgschaft für die Sparbücher der Bürger im TV rübergebracht? Etwa unser vice-chancellor und Außenminister oder der den  John-Wayne-Gang imitierende Kurz Beck? Etwa Müntefering, der offen zugibt, dass man vor der Wahl etwas anderes verspricht als man hinterher hält? Und wer hätte es effektiver geschafft, dass Sie danach niemand mehr fragt? Wirklich elegant. Sie ist die perfekte Mischung aus allen bisherigen Kanzlern.
Nein! Es gibt nix Besseres! Hinter unserem Angelachen gibt es nuschtnix; nur heiße Luft.
Ella wünscht euch eine gute Nacht!
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Was sagst’e dazu? „Gesetz zur Umsetzung eines Maßnahmenpakets zur Stabilisierung des Finanzmarktes“

Lieber Herr Gesetzgeber! Oder bist Du eine Frau?
Ich finde Du hast heute Erstaunliches geleistet und Dir bis Montag sogar noch weitere Arbeit vorgenommen:

Heute fanden im Bundestag die 2. und 3. Lesung des Entwurfs eines Gesetzes zur Umsetzung eines Maßnahmenpakets zur Stabilisierung des Finanzmarktes (Finanzmarktstabilisierungsgesetz – FMStG) – Drucksache 16/10600 – statt.
So etwas klingt ja auf den ersten Blick eigentlich nicht ungewöhnlich, obwohl 2 Lesungen ein und desselben Gesetzesentwurfs an einem Tag wohl auch noch nicht vorgekommen sind.
Richtig ungewöhnlich ist aber, dass die erste Lesung vorgestern war.
Und erst recht ungewöhnlich ist, dass der vom Bundestag genehmigte Entwurf heute sofort per eMail vorab in den Bundesrat ging und hier von den schon sehnsüchtig wartenden Ministerpräsidenten ebenfalls und noch einmal „gelesen und beraten wurde“. Parallel fuhr ein Kurier den wertvollen Original-Entwurf vom Bundestag (Reichstagsgebäude in Berlin) zur Ratsversammlung ins Preußische Herrenhaus in der Leipziger Straße in Berlin (also quasi um die Ecke), um es dort nach der „einstimmiger“ Genehmigung ebenfalls abzeichnen zu lassen.
Dann wurde eine Kopie des Dokuments wiederum per Mail nach Kreuzberg in die Oranienstraße 91 in die Bundesdruckerei gesendet. Dort war der Drucker bereits warmgelaufen und man hatte bereits amtliches, weißes Büttenpapier in die Papierkassette gelegt. Hierauf wurde das Gesetz inzwischen in eine amtliche Gesetzesform gedruckt.
Danach sind unser Finanzminister Steinbrück und unsere Bossin dran (oder wie nennt man einen weiblichen Boss? Bosseuse?)
Er setzt seinen Peer drunter und sie unterzeichnet mit vollem Namen.
Dann hetzt der Bote mit dem inzwischen geweihten Papier um die nächste Ecke zum Bundespräsidenten.
Wo mag der sich wohl heute aufhalten? Ich denke, dass er angesichts der Wichtigkeit des Gesetzesvorhabens inzwischen im Schloss Bellevue mit Präsidentengattin die schöne Aussicht genießt und sobald der Bote ihn erreicht, in gemessener Ruhe sein präsidiales OK aufs edle Papier schreibt. Damit ist dann aus dem geschöpften Bütten ein echtes Gesetz geworden.
Aber das ist es dann immer noch nicht.
Der Bote wird weitergescheut. Nun muss er noch eine beglaubigte Original-Kopie dieses noch von der Präsidentenhand warmen Gesetzes zur Druckerei des Bundes-Gesetzblattes schaffen. Denn erst wenn es hier schwarz auf weiß drin steht und zudem vor aller Augen an einem Werktag veröffentlicht worden ist, ist es geltendes Recht.

Das muss zu Montag früh passieren.
Denn wenn Montag in unserer BRD die Augen auf- und die Lichter in der Börse angehen, dann soll dieses Gesetz vor aller Augen sichtbar sein.
Eine Meisterleistung, mein lieber Gesetzgeber. Du bist schon ein toller Typ. Würdest Du das für mich auch machen? Ich meine, wenn mein Konto mal so richtig in der Krise ist?
Berliner, Augen auf, wenn da einer prustend durch eure Gegend hechelt. Er ist nicht auf der Flucht! Das ist der Bote des Gesetzes. Macht ihm Platz.

Lieber Gesetzgeber, hoffentlich hast Du dich und deinen Herold damit nicht so verausgabt und übernommen, dass Du in Zukunft wieder mit total ruhiger Hand regieren musst.

Ich habe diesmal sehr wohl mitbekommen, dass es auch schnell gehen kann.
Meine Freunde und ich (also die interessierten Kreise) werden es uns merken.
Für dich gilt für die Zukunft:
YES YOU CAN !!!

Deine Ella
Also Gesetzgeber(in) zu sein, das wär kein Jonb für mich. Zu hetzig!

Liebe Herren Lehmann!

Ich sag mal eben meine Meinung

Hei Ihr brothers! Das habt Ihr wirklich famos hinbekommen.
Endlich kann ich mir Aktien zu Schnäppchenpreisen kaufen und am kommenden Aufschwung der nächsten Jahre als Krisengewinnlerin behaglich teilnehmen. Sogar den Ölmultis habt Ihr’s mal so richtig gegeben. Der Ölpreis befand sich heute im freien Fall. Gerade richtig. Bin nämlich im Moment hereingekommen, ist ziemlich kühl heute und ich kann dank Eures freundlichen Eingreifens in die globale Preisspirale endlich mal wieder aus Herzenslust heizen.

Ihr könnt euch sicherlich denken, dass ich nicht so komfortabel heize wie Ihr. Ich habe eine Ölheizung; Ihr habt ja das Geld der Anleger verbrennen können. Ich beneide Euch. Es übersteigt einfach mein hausfrauliches Vorstellungsvermögen, dass man so viel zuviel Geld hat, dass  man aus reiner Raumnot heraus anfangen muss es zu verbrennen. Wäre nur allzu gern dabei gewesen. Welche Währung hat am besten gebrannt? Nur schade um das viele Kokain, dass sich an den Geldscheinen befinden soll und welches sich dabei auch gleich mit in Rauch aufgelöst hat. Hättet Ihr bei der aktuell depressiven Stimmung in der Wallstreet dort heuer bestimmt jede Menge Kohle mit machen können. Ganz nebenbei und ohne Rechnung. Wäre doch zum Abschluss noch mal was Tolles gewesen oder?

Ich bin wirklich stolz, dass Ihr deutsche Wurzeln habt.
Schon unser letzter Kaiser II, also der Regent, zu dessen Zeiten Eure Vätersväter als Metzger von hier in die Schlachthöfe von Chicago rüber gemacht haben, war nämlich der Meinung, dass am deutsches Wesen die ganze Welt genesen müsse.
Und das tut sie ja nun dank Eurer Unterstützung auch.
Ihr habt höchsten kaiserlichen Willen umgesetzt, was gibt es Größeres und habt aus der „Blase“ die Luft rausgelassen. So, wie es ein Metzger eben tut.
Super Ihr beiden. Ihr habt Euch die ganze Welt zu Füßen gelegt. Willi der Zweite hätte euch lieb.

Eure Ella
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Höhere Geldstrafen für die Liechtenstein-Connection?

@ Gerade gelesen. Vielleicht kommt so wieder etwas Handgeld in die chronisch leere Staatskasse. Sprudelnde Quellen gibt es ja allerorten, man muss nur aufmerksam in alle Winkel hineinleuchten. Und Winkel gibt es jede Menge ……!
Berlin räumt auf. Was so eine Finanzkrise doch alles bewirken kann. Der Reichstag ist förmlich im Gerechtigkeitsrausch und überschlägt sich regelrecht dabei, uns mit Nachrichten zu versorgen, die uns suggerieren sollen, dass die Zeit des Regierens mit eingeschlafenen Händen, jetzt vorbei sei und es nun darum gehe etwas für die Bürger zu tun. Ich bin allertiefst beeindruckt.

Mehr Gerechtigkeit:
Künftig höhere Geldstrafen für Spitzenverdiener

Weiterlesen

Finanzkrise: Tränen hier und Champus dort.

@Ist das die Managerkrankheit?
Sie verstehen meine Frage nicht? 
Hm, na gut, dann will ich mal etwas ausholen:

Alle vergießen Tränen.
Der um seine Altersversorgung und sein Sparbuch bangende Steuerzahler und der von Wertverlusten am Boden zerschlagenen Klein- und Großaktionär sehen vor sich nur zerschlagenes Porzellan und es treibt ihnen das Wasser in die Augen.
Gleichermaßen sehen wir auch in den oberen Etagen der Banker und Anlageberater gerötete und feuchte Augen.
Weinen die etwas auch?

Offenbar nicht, denn die milliardenschweren Rettungspakte sorgen doch dafür, dass die bisherigen Manager-Gewohnheiten nicht abgestraft sondern sogar als unterstützungswürdig angesehen werden können.

Beispiel 1
Wir erinnern uns noch an die ebenfalls milliardenschwere Rettungsaktion der US-Regierung für den vor dem Kollaps stehenden Versicherer AIG, dessen Aktienwert von 67,00 Dollar je Aktie im vergangenen November auf sage und schreibe unter 2 Dollar am 10.10. fiel. Ein beeindruckendes Ergebnis hochdotiertem Managertums, welches den Versicherten und den Aktionären dieser Institution sicherlich auch noch den Schweiß auf die Stirn getrieben haben mag.
Zügig nach der Milliardenspritze atmete natürlich auch das Topmanagement auf. Hatten doch gerade Steuerzahler und Staat gezeigt, wer hier wen zu fürchten hat. Das war auch hier alle Male ein dadurch gerechtfertigter Grund in einem Luxushotel in einem dem Anlass angemessenen Umfange zu feiern. Die Rechnung dieses Vergnügens, gerade vom Steuerzahler verbürgt, belief sich dann auch auf nur zurückhaltende sehr 440.000 Dollar.
Auch hierfür gibt es eine einfache, aber nachvollziehbare Erklärung: „Die Feier war bereits seit Monaten geplant.“
Und wenn Top-Manager etwas zusagen, dann halten sie es auch. Das erwarten die Steuerzahler und Kunden aller Welt doch von ihnen. Schließlich soll jeder Vertrauen zu seiner Versicherung haben.
Das kann jeder einsehen. Das wussten schon unsere Väter: „Wer die Musik bestellt, der bezahlt sie auch!“.

Beispiel 2
Wie „De Morgen“ aus Belgien zu berichten weiß, haben in Monte Carlo 200 Gäste der Dexia-Bank im Hotel de Paris die Eröffnung einer Filiale gefeiert, deren Eröffnung aber wegen der Finanzkrise  gar nicht stattfand und tags drauf hat sich eine ebenfalls zahlreiche Schar Gäste der Fortis-Bank im Nobelrestaurant „Louis XV“ mit  nicht gerade preiswerten Speisen bewirten lassen.
Zu später Stunde, als der Champagner bereits seine volle Kraft entfaltet, sollen sich einige aus der Teilnehmermenge der Dexia-Feier feuchtfröhlich und lauthals mit dem Trinkspruch „Auf alle, die ihr Geld verloren haben“ zugeprostet haben.
Da kann man nur sagen: „Im Wein liegt Wahrheit!“

Ist das die Managerkrankheit?

Ich will auch ein Krisengewinnler sein.

Ich habe mir so überlegt, die Investmentbanker haben für ihre Aktionäre Geld doch auch damit verdient, dass sie Aktien aus ihrem Portfolio teuer in den Markt gebracht haben, diese dann für einen festen Zeitraum gegen einen vielversprechenden Zinssatz wieder in  Verwahrung nahmen und damit fröhlich drauf los spekulierten; sie sogar sofort wieder zu Geld machte und sogar  einfach ein weiteres Mal, diesmal an andere Kunden weiter verkloppten.  Nicht als Zertifikat, sondern als Termingeschäft, wobei die Bank auf fallende Kurse setzt und darauf vertraut, dass der Kurs in spätestens einem Jahr niedriger ist als heute. Das System lautet: „Aus nix Geld machen!“ (Teuer verkaufen, billig wieder einkaufen. Also so, wie ich es bei der Telekom-Aktie erlebt habe).

Na, dachte ich mir gestern, das kannst du doch auch. So schwer kann das doch gar nicht sein.
Die Chancen für den Einstieg in das Aktiengeschäft und einen attraktiven Start sind im Moment ungemein günstig. Top-Anlageadressen zu Schnäppchenpreisen.
Und im Moment fallen mir die Kurst doch geradezu in den Schoß.
Die Steuerzahler aller Länder lassen gerade wie die Verrückten ihr Geld durch ihre Regierungen auf die Straße werfen.  Alles, so scheint es mir,  offenbar nur,  um zu verhindern, dass ich noch preiswerter einkaufe.
Aber die harte Realität ist so, dass die „schwarzen Löcher“, in denen dieses Geld gerade verschwindet, „bodenlos“ sind.
Ich bin aber sicher, Geldgeschäfte machen auf jeden Fall zufrieden. Denn , wenn ich mir den Herrn Josef Ackermann ansehe, der grinst immer so fröhlich in alle Kameras, die Ihr Objektiv auf ihn richten und vor meinem inneren Auge taucht, auf immer mit seinem Gesicht verbunden,  das „Victory-Zeichen“ auf, wenn er mir so vertraut zublinzelt. Ich denke mir, das kommt daher, dass Geld doch glücklich macht.
Ich lockerte also meine Finger und googelte mich in die Geldseiten des Netzes. Was wohl die Bank macht, die für die Fröhlichkeit des Herrn Ackermann Anlass bietet und ihm für sein Vergnügen auch noch 11 Millionen im Jahr hinblättert.
Ich hatte gehört, dass der Kurs vor einigen Wochen bei einem günstigen Stückpreis von 72,00 Euro gelegen haben soll. Gegenüber November 2007 hatte er damit schon ein Kursverlust von etwas mehr als 20,00 Euro vorgelegt und schien mir für mein Vorhaben langsam attraktiv zu werden.
Zumal ich vorgestern wieder Herrn Ackermann im TV sah und er lächelte mir erneut zu. Offenbar schien er sehr zuversichtlich, dass sich der Kurs weiter in meine erhoffte Tendenz entwickeln würde.
Ja, auf ihn ist Verlass. Wie er mich aber auch immer so strahlend anschaut. Er ist wirklich allerliebst, dieser Josef.
Ich dachte, wenn er mich schon ermuntert, schau doch gleich mal nach dem aktuellen Aktienkurs.
Mich rührte der Donner! Er ist auf schlappe 40,00 Euro abgesackt.
Ich muss mich bei JA für sein entzückendes Augenzwinkern bedanken. Ein guter Tipp!!
Aber ich lese auch, dass die Aktie insgesamt als hochriskant eingestuft worden ist und die Kursaussichten auf weitere Verluste hindeuten.
Josef, Josef, das finde ich nun aber gar mehr drollig.
Hochriskant?
Du weißt doch, dass ich nicht spekulieren und am Elend anderer verdienen will (jedenfalls nicht offiziell).
Ich wollte doch immer eine konservative Anlage ohne Risiko (jedenfalls für die Anderen und den Fall, dass es schief geht und ich eine Ausrede brauche). 
Also so eine Anlage, bei der der Gewinn sozusagen 101%ig garantiert ist (so eine, wie ihr Banker sie am liebsten für euch behaltet).
Ich bin doch keine Zockerin (Nein, Zocker nehmen Verluste in Kauf).
Kann ich mich nicht einmal mehr auf deine schönen Augen verlassen?
Bin ich für dich vielleicht auch nur ein „Peanuts“!
Du, du!
Also ich verlass mich auf dich. Wenn du das nächste Mal in eine Kamera schaust (von vorn), dann blinzelst du bitte nur dann 2x mit dem rechten Auge, wenn es noch weiter abwärts geht und du setzt deine „Lächelmaske“ auf, wenn du mir signalisieren willst, dass ich mich auf dich verlassen und jetzt kaufen kann.
OK?
Ich weiß du verstehst mich.
Ich will doch mit meiner Aktienanlage nur etwas Stabilität in den Markt bringen und ein Zeichen des Vertrauens auf danach hemmungslos steigende Kurse setzen.
Das soll ich doch, sagt alle Welt.
Ich soll Vertrauen haben.
Hab ich, Josef, das hab ich!

Deine Ella
Ich warte auf ein Zeichen

ps.: Zu gern würde ich ja sehen, dass die Bank verstaatlicht würde. Dann würde Josef mir ganz gehören.

Junk Bond? Was ist das?

Liebe Frau Merkel, ich fand Ihre außerordentliche Regierungserklärung zur Finanzkrise und Ihre Zusage, mein Sparbuch zu retten, wirklich außerordentlich und sehr mutig.
Ganz etwas anderes als das, was wir vom Basta-Kanzler kennen (Ich denke z.B. mit Grausen an sein rot-grünes Vorhaben unserer BRD zur Dienstleistungsgesellschaft umzubauen und uns damit den Investmentbankern total auszuliefern).
Gestern gab es doch diese TV-Debatte in Nashville/Tennesee zwischen den beiden US-Präsidentenkandiaten.
Haben Sie zugehört? Mir hat’s die Sprache verschlagen.
Da gab der amerikanische Steuerzahler doch große Summen zur Rettung dieses AIG-Versicherungsriesen aus.
Erinnern Sie sich noch an die Artikel von Spiegel Online und Handesblatt? Das war doch wirklich knapp.

Haben Sie gehört, was der Präsidentschaftskandidat Obama da gestern gesagt hat?
Die gerade gerettete AIG hat nichts Eiligeres zu tun, als mit den gerade spendierten Dollars sofort wieder JUNK-BONDS zu kaufen!“

Ich bin wie von der Tarantel gestochen aus dem Sessel gesprungen. Das muss doch etwas ganz Schlimmes sein. Was hat James Bond mit Junk Bond zu tun? Ich habe mich sofort zur Erklärung gegoogelt.

Wer auch nicht weiß was Junk-Bonds sind, der findet bei Wikipedia eine wirklich deutliche Erläuterung. Die kann sogar ich verstehen und, liebe Frau Merkel, lesen Sie das mal durch, Sie verstehen dann auch meine Fassungslosigkeit.

Liebe Frau Merkel, passen Sie bitte auf, dass so etwas hinter Ihrem Rücken bei uns nicht passieren kann.
Ihre Ella

Wer ist 00-Junk Bond?

Red.: Ella hat ein ausgezeichnetes Erinnerungsvermögen.
Hier eine Passage vom 08.06.1999 zum Wandel der Volkswirtschaften in eine Dienstleisungsgesellschaft:

….. Unsere Volkswirtschaften befinden sich im Übergang von der industriellen Produktion zur wissensorientierten Dienstleistungsgesellschaft der Zukunft. Sozialdemokraten müssen die Chance ergreifen, die dieser wirtschaftlicher Umbruch mit sich bringt. Sie bietet Europa die Gelegenheit, zu den Vereinigten Staaten aufzuschließen. Sie eröffnet Millionen Menschen die Chance, neue Arbeitsplätze zu finden, neue Fähigkeiten zu erlernen, neue Berufe zu ergreifen, neue Unternehmen zu gründen und zu erweitern – kurzum, ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu verwirklichen ….Zu finden bei http://www.glasnost.de/pol/schroederblair.html 
 
 

 

Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Merkel zur Lage der Finanzmärkte

  Di, 07.10.2008
Quelle: http://www.bundeskanzlerin.de/Webs/BK/DE/Homepage/home.html
 
Stenografische Mitschrift des Bundestages
Herr Präsident!
Meine Damen und Herren!
 
Die Lage auf den internationalen Finanzmärkten ist ernst. Sie ist in dieser Form noch nie da gewesen. Sie stellt vieles, was als selbstverständlich galt, infrage. Sie bestätigt manches, was mit Gier, verantwortungsloser Spekulation und Missmanagement im Finanzsektor verbunden wird.
 
Heute ist nicht die Stunde, die Lage schwarz zu malen. Aber es ist wahrlich auch nicht die Stunde, die Lage schönzureden. Es ist die Stunde, zweierlei zu schaffen: zum einen sehr kurzfristig zu denken, zu bewerten und dann zu entscheiden, also klassisches Krisenmanagement zu leisten, wie es die Bundesregierung zum Beispiel mit dem Rettungsplan für die Hypo Real Estate gemacht hat und macht und wozu wir auch weiter jederzeit bereit sein müssen. Zum anderen ist es die Stunde, über den Tag hinaus zu denken, zu bewerten und zu entscheiden, das heißt, eine neue Systematik für das Zusammenwirken aller im Finanzsektor Tätigen zu entwickeln, also eine Zukunftsperspektive zu gestalten und präventiv zu handeln.
 
Beides, das klassische Krisenmanagement von Tag zu Tag wie auch die Entwicklung der Zukunftsperspektive über den Tag hinaus, macht die Bundesregierung. Ich möchte mich bei denen im Parlament, die dabei hilfreich sind, für die Unterstützung bedanken und auch für den Geist, in dem wir die Unterrichtung der Fraktionen bisher vorgenommen haben.
 
Meine Damen und Herren, was stand am Anfang?
 
In den USA wurden über Jahre hinweg in unverantwortlicher Weise Immobilienkredite an Bankkunden vergeben, bei denen keine Aussicht auf normale Rückzahlung des Darlehens bestand. Alle Beteiligten verließen sich auf ständig steigende Immobilienpreise und niedrige Zinsen. Die Risiken aus diesen Krediten wurden weiterverkauft, neu verpackt, weltweit gestreut und waren damit der Keim der weltweiten Finanzmarktkrise.
 
Traditionsreiche Investmentbanken mit klangvollen Namen sind in den USA von einem auf den anderen Tag vom Markt verschwunden. Aus der amerikanischen Immobilienkreditkrise ist inzwischen eine globale Finanzmarktkrise geworden. Das Vertrauen – die wichtigste Währung der Finanzmärkte – ist verloren gegangen. Die Banken misstrauen sich gegenseitig und gewähren sich kaum noch Kredite. Angesichts der besonders engen Verflechtung der Akteure im Finanzbereich sind inzwischen auch solide Institute von der Finanzmarktkrise betroffen, und Deutschland ist davon nicht ausgenommen.
 
In dieser Situation ist es von entscheidender Bedeutung, das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte schnell und entschlossen zurückzugewinnen.
Dazu sind kurzfristige Maßnahmen notwendig. Worum geht es bei diesen kurzfristigen Maßnahmen?
 
Erstens ging es in Deutschland darum, die Hypo Real Estate in einer akuten Notlage zu retten. Nichts zu tun, hätte nicht nur für den Pfandbriefmarkt, sondern auch in viel tieferer Weise unabsehbare Schäden gehabt. Alle Fachleute haben uns gesagt, dass dies ein „systemisches Risiko“, wie man das in der Fachsprache nennt, hervorrufen würde. Deshalb haben private Banken und vor allem die Bundesregierung eine Bürgschaft zur Verfügung gestellt. Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit beim Haushaltsausschuss bedanken, der das Ganze sehr gut begleitet hat. Ich will allerdings noch darauf hinweisen, dass wir im Zusammenhang mit dieser Bürgschaft auch darauf Wert gelegt haben, dass dafür ein Entgelt genommen werden kann. Das heißt, dass dieses Institut das Geld nicht einfach umsonst vom Staat bekommt.
 
Es ging also darum, den Liquiditätsbedarf der HRE zu decken. Als am Wochenende noch einmal bislang unbekannte Liquiditätsbedarfe aufgetreten sind, mussten wir Neuverhandlungen beginnen, die allerdings so enden konnten, dass der Bürgschaftsrahmen, der in der vergangenen Woche gegeben wurde, nicht überschritten werden musste. Das ist gelungen, weil die Bundesbank dabei sehr hilfreich war.
 
Meine Damen und Herren,
 
wir haben dann darauf gedrungen – wieder zusammen mit anderen – , dass das Management der HRE ausgewechselt wird. Das ist heute geschehen. Wir glauben, dass das die notwendige Voraussetzung dafür ist, dass wieder Vertrauen in dieses Institut entstehen kann. Wir setzen darauf, dass das auch gelingt.
 
Ich will an dieser Stelle darauf hinweisen: Wir haben heute im Kabinett darüber gesprochen, dass es in Deutschland sehr wohl rechtliche Grundlagen gibt, um Manager und Aufsichtsräte in die Haftung zu nehmen. Wir stellen allerdings fest, dass diese gesetzlichen Regelungen so gut wie nicht genutzt werden. Ich glaube, wir alle sollten darauf schauen, wie wir es dazu bringen können, dass sie besser genutzt werden, oder wie wir Gesetze so ändern, dass sie genutzt werden. Auch das halte ich für absolut zwingend.
 
Wir haben zweitens im akuten Krisenmanagement am Samstag ein Treffen der europäischen Mitglieder der G-8-Gruppe mit dem EZB-Präsidenten und Jean-Claude Juncker gehabt. Wir haben dabei die Übereinstimmung gefunden, dass die Europäische Zentralbank Liquidität in ausreichendem Maße zur Verfügung stellt. Das ist in diesen Zeiten ausgesprochen wichtig.
 
Wir haben uns in Paris drittens darüber geeinigt, dass die Bilanzierungsregeln denen der amerikanischen Standards anzugleichen sind.
 
Das ist eine der wichtigsten Maßnahmen für unsere Bankinstitute gerade auch in Deutschland.
 
Wir haben im Augenblick keinen fairen Wettbewerb zwischen dem amerikanischen Bereich und dem europäischen. Es wird jetzt darum gehen   denn es geht hier um Tage und nicht um Monate  , dass wir nicht über das normale Rechtsetzungsverfahren Richtlinie, Europäisches Parlament, nationale Umsetzung   vorgehen, sondern einen Weg finden, dass die europäischen Staaten dies schnell anwenden können. Ich danke dem Finanzminister, dass er die Bemühungen hierfür bereits begonnen hat.
 
Viertens wissen wir, dass wir in einem europäischen Binnenmarkt agieren. Natürlich stellt sich die Frage, wie nationale Aktionen mit europäischen zu verzahnen sind. Dazu will ich sagen, welche Wege aus meiner Sicht nicht geeignet sind. Nicht geeignet ist der irische Weg, unabgestimmt eigene Bankinstitute unter einen Schirm zu stellen, andere internationale Institute, die auch lange in Irland Steuern gezahlt haben, nicht in diesen Schirm mit einzubeziehen und damit natürlich Wettbewerbsverwerfungen hervorzurufen, die aus meiner Sicht im Binnenmarkt nicht akzeptabel sind.
 
Ein aus deutscher Sicht ebenfalls nicht akzeptabler Weg ist, dass 27 Mitgliedstaaten einen Schirm spannen und alle in einen Fonds einzahlen, um dann mit 27 Staaten das entsprechende Krisenmanagement in den jeweiligen Mitgliedstaaten zu betreiben. Ich glaube, das ist der Fähigkeit zu schnellen Aktionen nicht zuträglich. Deshalb lehnen wir diesen Weg ab.
 
Wir brauchen aber natürlich ein kohärentes, ein gemeinsames Vorgehen. Deshalb war es eine wichtige Botschaft des Ecofin-Rates, dass sich alle Mitgliedstaaten verpflichten, Finanzinstitutionen, die systemische Risiken hervorrufen können, wenn sie in eine Schieflage geraten, im jeweiligen Mitgliedstaat und darüber hinaus zu stützen. Darauf müssen wir uns in Europa verlassen können. Deshalb haben wir das bei der HRE gemacht, deshalb haben Frankreich und Belgien das bei der Dexia gemacht, deshalb haben die Beneluxländer das bei Fortis gemacht; ich könnte auch britische Beispiele aufzählen. Das ist Verlässlichkeit in Europa, die wir natürlich dringend brauchen.
 
Fünftens. Im Zusammenhang mit dem Treffen in Paris hat die Kommission erklärt, dass sie in den Beihilfeverfahren   zum Beispiel, wenn Landesbanken Stützungen erhalten   die Spielräume voll und flexibel ausschöpfen will. Ich glaube, das ist in diesem Zusammenhang ein ganz wichtiges Signal.
 
All diese Maßnahmen dienen nicht etwa der Rettung von Institutionen als Selbstzweck – deshalb gibt es keine Blankoschecks – oder dem Schutz von Managern, die Fehlleistungen erbracht haben. Nein, alle diese Maßnahmen dienen dem Funktionieren unserer Wirtschaft und vor allen Dingen den Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land.
 
Dazu gehört auch die am Sonntag vom Bundesfinanzminister und mir abgegebene Erklärung im Namen der Bundesregierung, dass kein Sparer um seine Einlagen fürchten muss. Ich sage hier noch einmal: Diese Erklärung gilt.
 
Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um das Vertrauen in unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Die soziale Marktwirtschaft – das ist meine feste Überzeugung – ist das beste Wirtschafts- und Sozialmodell, das es gibt.
 
Wie jede Krise bietet auch diese Krise des Finanzsektors eine Chance. Sie bietet die Chance, dass alle innerhalb und außerhalb Deutschlands die internationale Dimension der sozialen Marktwirtschaft erkennen, verstehen lernen und den Anspruch erheben, sie gestalten zu wollen. Dafür haben wir während unserer G-8-Präsidentschaft, konkret beim Gipfel in Heiligendamm, gekämpft. Damals – das muss man im Rückblick sagen – war es vergebens; jetzt erkennt aber eigentlich auch der Letzte, wie nötig es schon damals gewesen wäre, Vorschläge zu unterbreiten und Maßnahmen zu treffen. Deshalb sind die gleichen Vorschläge – natürlich ausgeweitet  – Teil der Langfriststrategie der Bundesregierung für die Gestaltung der sozialen Marktwirtschaft in ihrer internationalen Dimension.
Wir wissen   deshalb können wir hier nicht nur national handeln  , dass dafür ein abgestimmtes europäisches und internationales Handeln erforderlich ist. Dies haben wir immer wieder betont, zum Beispiel bei der Transparenzinitiative, vertreten durch die Finanzminister sowie die Staats- und Regierungschefs.
 
Wir haben im September mit dem französischen Staatspräsidenten in einer gemeinsamen Erklärung Deutschlands und Frankreichs alle europäischen und internationalen Positionen zur Lösung der Probleme festgeklopft und sie dann in einem Treffen mit dem britischen Premierminister und dem italienischen Ministerpräsidenten konkretisiert.
 
Wir haben uns für Maßnahmen im internationalen Bereich eingesetzt. Dabei berufen wir uns in besonderer Weise auf das, was von den Finanzministern mit ausgearbeitet wurde: die Vorschläge, die das Forum für Finanzmarktstabilität im April 2008 den G-7-Finanzministern, die ein wenig an der Ausarbeitung beteiligt waren, vorgelegt hat. Daraus ergeben sich die entsprechenden Ziele.
 
Es geht um die Verbesserung des Liquiditätsmanagements. Es geht um die Behandlung außerbilanzieller Risiken; wir haben bei der IKB schmerzhaft miterlebt, welche Folgen sich daraus ergeben. Es geht um die Bewertung illiquider Vermögensgegenstände. Es geht um Transparenzregeln auf den Finanzmärkten, und es geht um den Umgang mit Ratings.
 
Die G-8-Staats- und Regierungschefs haben im Juli 2008 einen Fortschrittsbericht des Forums entgegengenommen und gebilligt. Allerdings muss ich sagen: Auch im Sommer war der Enthusiasmus über diese Regeln   zumindest auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs   noch nicht so groß, wie er hätte sein müssen.
 
Wir können allerdings feststellen, dass bei der Umsetzung bereits erste und auch wesentliche Fortschritte zu verzeichnen sind. Zahlreiche weitere Vorschläge des Forums sollen bis Ende 2008 verwirklicht werden. Der Bundesfinanzminister wird in den nächsten Tagen nach Amerika reisen und diese Diskussion natürlich fortsetzen. Die Bundesregierung wird also an der Spitze derjenigen stehen, die solche Regelungen fordern.
 
Bis Ende 2008 müssen vergleichbare Arbeiten auf europäischer Ebene abgeschlossen werden. Dazu gehört insbesondere die neue Regulierung von Rating-Agenturen; denn diese haben einen erheblichen Anteil an den falschen Bewertungen, wie wir sie jetzt erleben.
 
Man muss vor allem darauf achten, dass das Finanzsystem selbst die richtigen Anreize setzt. Wir brauchen Finanzmärkte und adäquate Mechanismen, die nicht nur aus Regulierungen, sondern auch aus Anreizen bestehen. Diese Anreize müssen so gesetzt werden, dass eine einseitige Fokussierung der Banken auf kurzfristige Unternehmensstrategien verhindert werden.
 
Eine Ursache der Krise war, dass Kredite vergeben wurden, die erst nach Jahren fällig waren. Die Bonuszahlungen wurden aber bereits nach einem Jahr ausgeschüttet, ohne dass man wusste, ob für dieses Produkt nach seiner Bewährungsprobe überhaupt eine Zahlung eingeht. Das ist ein Unding und darf so nicht sein.
Daraus resultiert, dass für die Vergütung der Manager der langfristige Unternehmenserfolg und nicht die Kurzfriststrategie das entscheidende Kriterium sein sollte.
 
Ich bin zuversichtlich, dass durch die Umsetzung der Empfehlung des Forums, die Vorschläge der Europäischen Union und das Setzen richtiger Anreizstrukturen die Grundlage dafür geschaffen wird, dass eine vergleichbare Krise in Zukunft nicht mehr entstehen kann. Das heißt, dass wir eine Architektur bekommen, in der sich solche Fehler verbieten.
 
Wir müssen in dieser Situation kritisch hinterfragen, ob die Bankenaufsicht ihren Aufgaben gerecht geworden ist.
 
Wir brauchen eine vorausschauende Aufsicht, die sich aufbauende Fehlentwicklungen rechtzeitig erkennt und die dann auch handelt. Dafür müssen Strukturen überprüft und gegebenenfalls verbessert werden.
 
Das gilt für den nationalen Bereich, aber natürlich auch für den europäischen und für den internationalen Bereich.
 
Deshalb wird die Bundesregierung überlegen – in Bezug auf die nationale Ebene -, ob das Zusammenspiel zwischen Bafin und Bundesbank noch effizienter gestaltet werden kann. Es muss auch sichergestellt werden, dass die internen Entscheidungsstrukturen schnelle Reaktionen möglich machen. Wir sollten an dieser Stelle keine Schnellschüsse machen, aber wir sollten konsequent an dieser Frage arbeiten.
 
Meine Damen und Herren, diese Krise bietet die Chance, besser zu verstehen, dass auf der einen Seite Freiheit und auf der anderen Seite Ordnung keine Gegensätze sind, sondern dass sie in der sozialen Marktwirtschaft zusammengehören. Wir wollen die menschliche soziale Marktwirtschaft. Das ist eine Marktwirtschaft, die dem Menschen und dem Einzelnen dient.
 
Es gibt wahrlich nichts zu beschönigen. Dafür bietet die Lage keinen Anlass. Die langfristigen Auswirkungen der Finanzmarktkrise sind heute noch nicht absehbar. Das gilt auch für die Auswirkungen auf unser Wachstum und unser Land.
Wir sind eine exportorientierte Wirtschaft. Wir müssen uns mit gestiegenen Energie- und Nahrungsmittelpreisen auseinandersetzen.
 
Ich sage in dieser schwierigen Stunde aber auch: Deutschland ist stark.
 
Deutschland hat sich in den letzten Jahren sehr gut aufgestellt. Daran haben viele mitgewirkt. Deutschland ist für den globalen Wettbewerb gerüstet. Ich bin der festen Überzeugung, dass uns das helfen wird, die Folgen der Finanzmarktkrise, auch wenn es nicht einfach wird, zu meistern.
 
Der Reformkurs der Bundesregierung war und ist dafür unabdingbar, und er macht sich bezahlt. Das umfasst die Haushaltskonsolidierung, die Senkung der Lohnzusatzkosten, die Reaktionen auf die demografischen Veränderungen unserer Gesellschaft  – ich erinnere an die Rente mit 67 – und die konsequenten Investitionen in Bildung und Innovation. Ich glaube, dass auch die Ergebnisse der Sitzung des Koalitionsausschusses in der letzten Woche ein weiterer Beleg dafür sind.
 
Ich sage ausdrücklich: Gerade in dieser Situation werden wir diesen Weg konsequent fortsetzen. Es wäre das allerfalscheste Signal, jetzt von dem Kurs abzuweichen. Das Ziel ist, Vertrauen zurückzugeben, Vertrauen zu stärken; denn Vertrauen, das ist die Währung, in der gezahlt wird. Ich glaube, dass jeder von uns   wir in diesem Hause, vor allen Dingen aber die Akteure im Lande   einen Beitrag dazu leisten kann, dass Vertrauen wiederhergestellt wird.
 
Die Bundesregierung ist entschlossen, diesen Weg ruhig und besonnen, aber mit aller Entschlusskraft zu gehen.
 
Lassen Sie mich zum Abschluss eines sagen: In diesen Tagen der Krise gibt es viele, die bis an den Rand der Belastbarkeit arbeiten. Ich möchte all denen zum Schluss dieser Regierungserklärung noch einmal ein Dankeschön sagen.
 
Ob es in der Bankenaufsicht, in den Ministerien oder zum Teil auch in den privaten Banken ist   wir brauchen Akteure, die sich für unser Land einsetzen. Es ist gut, dass es sie gibt. Deshalb bin ich auch optimistisch, dass wir diesen Weg weitergehen können.
 
Herzlichen Dank.