Das Gezerre unserer gestandenen Bundes- und Europapolitiker mit den Jungstars der griechischen Linkspolitik, um eine eurogenehme Lösung der griechischen Schuldenkrise, ist uns allen hinlänglich bekannt.
Die gegenseitigen Vorhaltungen, Unterstellungen, Beleidigungen, Missachtungen und die deutliche Vorführung der zum Zeitpunkt des Beitritts zum Europakt jedem Fachmann sichtbaren Lügen, die Verschleierungen einerseits und die unvorstellbare Blind- und Blödheit anderseits wurden uns langatmig erklärt.
Trotz erheblicher Bedenken hatte ich die Hoffnung, dass klarer Verstand und der Auftrag im Sinne der Wähler zu regieren, dazu führen müssten, dass nun, wo alle Minuspunkte dieses Paktes bereits aufgezählt und ans Licht gezerrt wurden, eine von Vernunft bestimmte Lösung gefunden würde. Eine Lösung, die den Griechen schmerzhaft vor Augen führt, dass die laxe Vergangenheit für alle Zeit vorüber ist. Eine Lösung, die dem griechischen Volk Hoffnung gibt, dass Europa die richtige Heimat ist.
Und für alle EURO-Bürger die Hoffnung, dass nun das gegenseitige Über-den-Tisch-ziehen ein Ende hat.
Was muss ich vorgestern und gestern in der Presse lesen?
Die Journalie unterstellt, unser Finanzminister habe den bösen Buben gespielt und schlimmste Forderungen gestellt, damit unsere Kanzlerin als strenge aber verständige EURO-Mutter dagegen als die gütige Fee auftreten und den griechischen Sozialisten Tzipras zu einer Vertragsunterschrift veranlassen konnte.
Heute regt sich die Presse auf, dass der geschlagene griechische Premierminister Alexis Tzipras sich zu Hause hinstellt und der hellenischen Öffentlichkeit erklärt, dass er nach wie vor nicht hinter dem geschlossenen Vertrag stünde, dass er aber nicht anders gekonnt habe als zu unterzeichnen, um größeren Schaden von seinem Heimatland abzuwenden.
Wenn das wahr ist, dass Verträge der EURO-Zone mit Tricksereien, Druck und Drohungen gegen Schwächere durchgesetzt werden, dann gute Nacht Marie.
Wen wundert es, dass die Zahl der EURO-Skeptiker steigt und sich immer mehr Bürger von der EU und ihren tatsächlichen Zielen übelst verraten fühlen.
Euer Martin Thonkau