Über seniorbonn

Bonner Bürger

Bonn – Steuer ???

Gibt es eine Steuer, die nur und ausschließlich für die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn erhoben wird ?  Das glauben Sie nicht ?  Aber wenn man beobachtet, welche Mittel aus Steuereinnahmen nach Bonn fließen, dann muss man glauben, Bonn  habe immer noch eine Sonderstellung gegenüber allen anderen deutschen Städten und werde mit besonderen Steuermitteln finanziert.

Die finanzielle Sonderstellung Bonns gegenüber anderen deutschen Städte begann mit der Wiedervereinigung. Um die angeblichen Nachteile von Bonn durch den Umzug von Teilen der Bundesregierung nach Berlin auszugleichen, erhielt Bonn aufgrund der Bonn-Berlin-Ausgleichsvereinbarung fast 3 Milliarden Euro.  Damit wurden in Bonn fast 20.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.  Dennoch arbeiten heute, mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung mehr Beamte und Angestellte in Bundesdiensten in Bonn als in Berlin. Es gibt einen zweiten Dienstsitz des Bundespräsidenten und des Bundeskanzlers in Bonn, daneben zahllose andere Bundesbehörden, Ämter und bundesnahe Institutionen.  Bonn ist trotz  – oder wegen ? –  des Umzuges der Regierung nach Berlin eine der Städte in der Bundesrepublik mit den höchsten wirtschaftlichen Wachstumsraten.  Die Ausgleichsmittel waren bei Lichte betrachtet eine Art von Bestechungsgeld für die Abgeordneten von Nordrhein-Westfalen.  Ohne die Ausgleichsmittel hätten die Abgeordneten von Nordrhein-Westfalen nicht dem Umzug der Regierung nach Berlin zugestimmt. Man kann dies auch als Erpressung betrachten.  Bezahlt hat dies alles der deutsche Steuerzahler. 

Trotz der opulenten wirtschaftlichen Situation ist Bonn eine der höchst verschuldeten Städte in Nordrhein-Westfalen und in der Bundesrepublik.  Der Grund ist einfach.  Bonn lebte und lebt immer noch weit über seine Verhältnisse. Für die sogenannte „Hochkultur“, also Oper, Schauspiel, Ballett und ähnliches, zahlt Bonn die höchsten Subventionen in NRW.  Man verließ sich darauf, dass der Bund, also die deutschen Steuerzahler,  die Schulden bezahlen werde.  Und das taten der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen auch, wenigstens zum Teil.  Die Stadt Bonn wollte zum Beispiel ein neues World Conference Center bauen, die Welt sollte zu Gast in Bonn sein.  Bund und Land NRW zahlten Millionen an Subventionen. Es wurde ein unvorstellbares Desaster.  Ein „Investor“, der anstatt Geld nur über wohllautende Worte und beeindruckende Power-Point-Präsentationen verfügte, kostete Bonn dreistellige Millionen-Beträge.  Von den verantwortlichen Politikern und Beamten wurde bis heute niemand zur Rechenschaft gezogen.  Die Bonner Oberbürgermeisterin (SPD), die stets, wenn eine Kamera in der Nähe war, in der ersten Reihe stand, hatte von NICHTS gewusst. Sie ist heute Präsidentin der „Welthungerhilfe“.  Ach ja, zufälligerweise war  ihr Ehemann Justizminister von Nordrhein-Westfalen und auch die restliche Landesregierung besteht aus Parteifreunden.  Ein kleiner Überblick über das für den deutschen Steuerzahler überaus teure Desaster gibt der  folgende Link, allerdings eine mühselige Lektüre:

http://anstageslicht.de/index.php?UP_ID=1&NAVZU_ID=16&STORY_ID=108&M_STORY_ID=476

Aber das hält Bonn nicht von weiteren finanziellen Abenteuern und den Bund weiteren sinnlosen Subventionen ab.  Bonn ist der Auffassung, dass die Stadt dringendst ein neues Festspielhaus benötige.  Entwürfe von international bekannten Architekten wurden eingeholt. Das Festspielhaus soll so grandios wie etwa die Hamburger Elbphilharmonie werden. Wahrscheinlich auch so teuer.   Der Bund, vertreten durch den Bonner SPD-Bundestagsabgeordneten Ulrich Kelber, sagte ein 39 Millionen-Geschenk des Bundes zu.  Warum eigentlich ?   Hauptsponsor will die Deutsche Post DHL werden.  Dieses Monopol-Unternehmen hat nach der Wiedervereinigung in Bonn einen pompösen Wolkenkratzer als deutschen Firmensitz errichtet, den Posttower.

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bonn_-_Posttower.jpg

Die Manager des Monopol-Unternehmens wollen wahrscheinlich standesgemäß ins Konzert und ins Theater gehen, daher wollen sie auch das neue Festspielhaus finanzieren. Die Kosten werden also letztlich alle Deutschen tragen, die Briefe, Pakete oder Päckchen verschicken.   Da der Hauptaktionär der Deutschen Post DHL der Bund ist, haben auch die Politiker der Finanzierung des Festspielhauses zu Lasten der deutschen Postnutzer, die ja nicht auf ein anderes Unternehmen ausweichen können, gebilligt.  Also eine Art indirekte Steuer.

Es gibt in Deutschland genügend Städte, die unter bitterer Finanznot leiden. Im Ruhrgebiet zum Beispiel, oder in manchen Orten der Neuen Bundesländer, sind Schulen und Kindergärten dringend renovierungsbedürftig.  Aber die notwendigen Renovierungen können nicht durchgeführt werden, weil das Geld fehlt.  Es ist deshalb im höchsten Maße erstaunlich, dass die Bundestagsabgeordneten von Städten und Gemeinden, die dringend Geld für notwendigsten Strukturmaßnahmen benötigen,  nicht gegen die Geldverschwendung für und in Bonn protestieren.  Bürgerinnen und Bürger, deren Städte und Gemeinden unter Geldnot leiden, sollten sich an ihre Bundestagsabgeordnete wenden und verlangen, das diese die gleichen Mittel für ihre Wahlbezirke verlangen wie die Bonner Abgeordneten für Bonn erhalten.

Aber wahrscheinlich  wird dieses erfolglos bleiben weil man, wenn man den Geldfluss nach Bonn betrachtet,  doch zu dem Eindruck kommen kann, Bonn wird durch eine eigens dafür geschaffenen „Bonn-Steuer“ finanziert.

Sterbehilfe – Religion beherrscht deutsche Politik

Hermann Gröhe (CDU), neuer Bundesgesundheitsminister, will die „geschäftsmässige“ Hilfe zur Sterbehilfe verbieten. Mit „geschäftsmässig“ ist nicht nur die gewinnorientierte sondern auch die unentgeltliche Hilfe gemeint. Man muss dazu wissen, Gröhe ist Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands und Mitglied der Synode der EKG. Die Politik soll also wieder als Speerspitze der Verbotsideologie konservativer religiöser Eiferer dienen wie im finstersten Mittelalter. Das Leben ist, so meinen die kirchlichen Fanatiker in den politischen Parteien, von Gott geschenkt, der Mensch darf nicht selbstbestimmt darüber verfügen, er muss duldsam auf sein Ende warten egal, wie dreckig es ihm geht. Wären es nur die Anhänger der Religionen die sich daran halten, wäre nichts dagegen einzuwenden.  Aber die Religionen versuchen seit Jahrhunderten, auch den Nichtgläubigen ihre Auffassungen aufzuzwingen, hier und heute durch Gesetze, die von sich „christlich“ nennenden Parteien allen Bürgern aufdrängt werden.

Es steht zu befürchten, dass sich Hermann Gröhe (CDU) mit seinen Vorstellungen durchsetzen wird. Von keiner sich demokratisch nennenden Partei ist Widerstand zu erwarten. Der eigentlich zuständige Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will zu dem Vorstoß von Herman Gröhe keine Stellung nehmen. Er meint, es handele sich um eine „Gewissenentscheidung“. Eine „Gewissensentscheidung“ die anderen ungläubigen Menschen eine religiös motivierte Entscheidung aufzwingt und dabei das in einer Demokratie eigentlich selbstverständliche menschliche Selbstbestimmungsrecht völlig ignoriert? Auch der frühere Fraktionvorsitzende der SPD, Franz Müntefering, unterstützt Hermann Gröhe.

Neben den religiösen Gründen gibt es übrigens auch finanziellen Gründe für das Verbot der Sterbehilfe.  Die Palliativmedizin, die von Kirchen und ihr nahestehenden Organisationen wie der „Stiftung Patientenschutz“ gefordert wird, ist ein ein Millionengeschäft.  Ein Pflegefall z. B., etwa ein Patient im Wachkoma, ist, brutal ausgedrückt, für eine Klinik oder ein Pflegeheim so gut wie bares Geld.  Schließlich zahlen die Krankenkassen regelmäßig bis zum Tode die nicht unerheblichen Pflegepauschalen. Die Klinik oder das Pflegeheim kann also mit sicheren, im voraus kalkulierbaren Einnahmen rechnen. Das Bestreben, sich durch Sterbehilfe um sichere Einnahmen zu bringen, wird also nicht allzu ausgeprägt sein.
Jeder Mensch muss einmal sterben. Jeder Mensch müsste deshalb wissen: Ohne barmherzige Sterbehilfe kann das Sterben ein scheinbar unendlich langer Prozess sein, gefesselt an eine unmenschliche Maschinerie, nicht mehr in der Lage, einen Willen zu äußern, über Jahre hinweg ausgeliefert an einen gefühllosen Apparat, der nur das Bestreben hat, ein längst nicht mehr lebenswertes Leben durch den Einsatz angeblich fortschrittlicher Technologie ohne jede Rücksicht auf die Menschenwürde formal so lange wie irgend möglich vom erlösenden Tod abzuhalten bis es Gott gefällt, es zu beenden. Der frühere israelische Ministerpräsident Ariel Scharon z. B. lag 8 Jahre lang im Koma, zwangsweise beatmet und ernährt.

Bemerkenswert ist, dass Deutschland in Europa mit seiner religiös bestimmten Ablehnung der Sterbehilfe immer mehr allein steht.  In zahlreichen Nachbarländern, am ausgeprägtesten in Holland, Belgien und der Schweiz,  ist die „aktive Sterbehilfe“ bei Einhaltung sehr strenger, genau kontrollierter Voraussetzungen zulässig.  Ein Mißbrauch, der auch in zahlreichen Argumentationsbeiträgen in Deutschland befürchtet wird, ist dadurch praktisch ausgeschlossen.  Das Verbot in Deutschland führt zu steigendem „Sterbetourismus“ in  demokratische Länder wie die Schweiz, ein absolut unwürdiger Zustand.  Dabei hat selbst ein kirchlich aktiver katholischer Christ wie Hans Küng berichtet, dass er bereits einem Schweizer Verein beigetreten ist, damit er dort bei zunehmend schwerer Erkrankung Hilfe, ein menschenwürdiges Ende geboten bekommt.  Das soll ihm nun durch die Initiative von Hermann Gröhe (CDU) mit stillschweigender Zustimmung der SPD verboten werden.

In Deutschland ist noch trotz aller Demokratisierungsversuche die Meinung vorherrschend, dass dem Bürger wo immer möglich Entscheidungen abgenommen und von einer hohen Obrigkeit vollzogen werden sollen.  Dieses Obrigkeitsdenken herrscht immer noch in den Köpfen zahlreicher deutscher Politiker und Abgeordneten.  Das Selbstbestimmungsrecht des Menschen, ein unabdingbarer Bestandteil der menschlichen Würde auch hinsichtlich seines Todes, wird einfach ignoriert.  Der deutsche Staat bevormundet seine Bürger noch auf dem Sterbebett.

Dabei wäre es doch so einfach:  Statt Verbote zu erlassen, sollte sich der Gesetzgeber ein Beispiel an den bewährten Regelungen für die aktive Sterbehilfe in demokratisch denkenden Ländern wie der Schweiz, den Niederlanden und Belgien nehmen.  Aber das wollen die Kirchen nicht und deshalb wird es nicht kommen.

Vergesst Weihnachten !!!

Weihnachtenvergessen ? Ist das denn überhaupt möglich ? Das bedeutendste Fest des Christentums und des Kapitalismus ? Sich so völlig außerhalb der feiernden „Volksgemeinschaft“ stellen ? Und warum eigentlich ? Für Weihnachtsverweigerer hier kurz drei Gründe, beliebig erweiterbar.

Der erste Grund: Weihnachten ist das Fest von Christi Geburt, also sozusagen die Geburtsstunde des Christentums. Hier soll nicht gegen Christus argumentiert werden. Er war sicherlich nicht der Sohn Gottes, aber er war, wenn man den Aufzeichnungen der Evangelisten trauen darf, ein guter Mensch: „ Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebet eure Feinde; tut denen wohl, die euch hassen; segnet die, so euch verfluchen und bittet für die, so euch beleidigen (Mathäusevangelium, 1. Korinther 4.12)“: so sprach Christus. Eine wirklich beherzigenswerte Aussage. Leider hat gerade das Christentum sie nicht befolgt. Die Geschichte des Christentums ist eine unübersehbare Folge von Kriegen, grauenhaftem Gemetzel, gnadenloser, blutrünstiger Verfolgung von Abtrünnigen, sogenannten Ketzern und solchen, die man dafür hielt. Überall dort, wo das Christentum herrschte, rauchten die Scheiterhaufen. Glücklicherweise hat das Christentum heute nicht mehr die Macht, alle Menschen, die sich ihm nicht bedingungslos unterwerfen, gewaltsam zu verfolgen, zu unterwerfen oder zu töten. Aber auch heute noch versucht das Christentum die Freiheit, sowohl die materielle als auch und besonders die geistige Freiheit der Menschen wo immer möglich einzuschränken oder zu unterdrücken. In westlichen sogenannten „Demokratien“ bedient man sich gerne einer Partei, die zwar die Bezeichnung „christlich“ in ihrem Namen führt sich aber keinesfalls christlich verhält. Nein, man muss nicht die Geburtsstunde einer Ideologie, einer Organisation feiern, die in ihrer fast zweitausendjährigen Geschichte immer eine Blutspur hinter sich hergezogen hat und auch heute noch die Menschenrechte wo und wie immer möglich weitgehend missachtet.

Der zweite Grund: das höchste Fest des Christentums hat sich im Laufe der Zeit zum höchsten Fest des Kapitalismus gewandelt. Für sehr viele Unternehmen ist das „Weihnachtsgeschäft“ der Höhepunkt des Geschäftsjahres, die Spitze in der Umsatzkurve. Erreicht wird das durch ein allgemeines gesellschaftliches Verhalten, für das nur die Bezeichnung „Konsumterror“ passt. Wer nicht seinen Familienangehörigen, Verwandten oder ihm sonst nahestehenden Personen Geschenke darbringt, der gilt als geizig, hartherzig, sozial nicht angepasst, kurzum, er wird missachtet und verachtet. Warum aber muss man den Menschen, die man liebt ausgerechnet zu einem willkürlich festgelegten Termin ein erwartetes Präsent überreichen ? Würde man nicht sehr viel mehr Freude bereiten, wenn man mitten im Jahr, aus irgendeinem Anlass heraus ein unerwartetes Geschenk darbringen würde ? Und was der Konsumrausch zu Weihnachten mit Christus zu tun hat ist sowieso rätselhaft. Christus hat die Händler und Geldwechsler aus dem Tempel gejagt (Markus 11,15). Er war sicherlich kein Freund des hemmungslosen Kommerz. Wenn Christus heute über einen Weihnachtsmarkt gehen oder ein Kaufhaus betreten würde in denen in seinem Namen Geschäfte gemacht würden, er würde zur Geißel greifen und die Händler vertreiben.

Der dritte Grund: Weihnachten stellt sich heute als die ideale Synthese von Christentum und Kapitalismus dar. Prototypisch ist der Weihnachtsmann, eine Werbefigur, die weltweit als Symbol christlich motivierten Schenkens dargestellt und in der Werbung verwendet wird. Erfunden und zur Popularität gebracht hat den Weihnachtsmann die amerikanische Firma Coca-Cola zu Anfang der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts, ganz sicher nicht aus christlichen Motiven. Der Weihnachtsmann soll den Konsum zu Weihnachten steigern. Er
symbolisiert die herrschende Allianz aus Christentum und Kapitalismus.

Wer also weder das Christentum noch den Kapitalismus in seiner heutigen Ausprägung verehrt, der kann ehrlichen Herzens nicht mit der Menge Weihnachten feiern. Er muss Weihnachten vergessen.

Bonn – ein Massengrab für Steuergelder

Die Koalitionsverhandlungen in Berlin haben bisher keine begeisternde Ergebnisse gebracht. Ein Ergebnis allerdings ist für fast alle Deutschen (außer den Bonnern) unfaßbar: Die Sonderstellung der Stadt Bonn, früher bekanntlich Bundeshauptstadt, soll Bestandteil des Koalitionsvertrages werden. Die Begründung liefert der Bonner SPD-Abgeordnete Ulrich Kelber: „Bonn als Standort der Vereinigten Nationen ist unzureichend. Bonn übernimmt als zweites bundespolitisches Zentrum und internationaler Standort Deutschlands eine wichtige nationale Aufgabe. Dies muss politisch abgesichert werden“. Leider sagt Herr Kelber nicht, welche „wichtige nationale Aufgabe“ Bonn übernimmt. Wahrscheinlich ist es die Aufgabe Bonns, sinnlos Steuergelder zu verschwenden. Diese Steuer-Geldverschwendung beruht auf dem Bonn/Berlin-Gesetz. Darin wurde festgelegt, dass Zweitsitze der Bundesregierung (über die Bundesministerien) und des Parlaments (über den Bundesrat) in Bonn verbleiben sollten. Tausende Bundesbeamte arbeiten nach wie vor in Bonn. Auch der Bundespräsident hat noch einen zweiten Dienstsitz in Bonn. Aus welchem Grunde, hat noch niemand erklären können. Darüber hinaus erhielt Bonn Milliarden sogenannter Ausgleichsmittel, um die angeblichen Verluste durch den Wegzug der Bundesregierung auszugleichen. Und dazu den Titel „Bundesstadt“. Dabei galt Bonn vor der Wiedervereinigung immer nur als „provisorische Hauptstadt“. Die Stadt Bonn hat einen Bestandsschutz erfahren, der ihr – verbunden mit den in Bonn angesiedelten Großunternehmen Telekom, Post und der früheren Postbank – eine exzellente Entwicklung in den letzten 20 Jahren beschert hat.
Aber das reicht nicht. Bonn ist wegen einer im höchsten Grade unsoliden Haushaltsführung hoch verschuldet. Trotz – oder wegen ? – der unsoliden Haushaltsführung wird Bonn laufend vom Bund unterstützt. Trotz der Schuldenlast will Bonn z. B. ein „Festspielhaus“ bauen um damit Ludwig von Beethoven (der ist in Bonn geboren, hat aber keines seiner Werke in Bonn geschrieben) gebührend zu feiern. Der bereits erwähnte Bonner Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber (SPD) hat dazu eine Unterstützung durch den Bund in Höhe von 39 Mill. Euro zugesagt. Es gibt keine Stadt in Deutschland, die vom Bund finanziell derart gehätschelt wird wie Bonn. Es gibt viele Städte in Deutschland, z. B. im Ruhrgebiet, die eine finanzielle Unterstützung dringender gebrauchen könnten als Bonn. Aber davon ist keine Rede.
Der Bonn/Berlin-Vertrag wurde vor fast 20 Jahren geschlossen. Wäre es nicht an der Zeit, die Sonderstellung Bonn zu beenden, die Minsterien und den Dienstsitz des Bundespräsidenten in Berlin zu konzentrieren und die absolut unsinnige Steuerverschwendung durch die doppelten Dienstsitze endlich zu beenden ? Muss diese Geldverschwendung noch Bestandteil des Koalitionsvertrages werden ? Warum protestieren keine Bundestagsabgeordnete aus anderen Städten ? Es gibt Städte, die nicht in der Lage sind, ihre Schulen ausreichend zu unterhalten. Scheinbar spielt dies aus Sicht der Bundestagsabgeordneten aller etablierten Parteien keine Rolle, Hauptsache ist, Bonn wird sinnlos und verschwenderisch unterstützt – natürlich zur Freude der Bonner Lokalpolitiker und der Bonner Wirtschaft.

Volksabstimmung in Bayern und im Bund

In Bayern hat die Volksabstimmung, d.h. die Mitbestimmung der Bürgerinnen und Bürger über Angelegenheiten, die sie direkt betreffen, mit der Ablehnung der Olympischen Winterspiele einen Sieg gefeiert. Kann man nun annehmen, dass die Politiker deshalb geneigt sind, dem Volk durch die Möglichkeit von Volksabstimmungen auf Bundesebene eine weitgehende direkte demokratische Mitbestimmung einzuräumen ? Schließlich ist der Wunsch der Bevölkerung nach stärkerer Beteiligung zwischen den Wahlen unverkennbar. Es wäre ja auch nur demokratisch, das Volk direkt zu befragen z. B. bei europapolitischen Entscheidungen von besonderer Tragweite wie der Aufnahme neuer Mitgliedstaaten, der Abwanderung wichtiger nationaler Kompetenzen nach Brüssel oder die finanziellen Leistungen Deutschlands auf EU-Ebene.
Aber es steht zu befürchten, dass die Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger in Bayern die etablierten Politiker nur in ihrer bestehenden Auffasssung bestärken wird, Volksabstimmungen soweit wie nur irgend möglich zu verhindern oder wenigstens zu erschweren. Das bayerische Abstimmungsergebnis hat doch gezeigt, dass viele Betroffene mit den Entscheidungen und Vorhaben ihrer sogenannten „Volksvertreter“ nicht einverstanden sind. Und sollen nun die Entscheidungen und Vorhaben der sogenannten „Volksvertreter“ von simplen Bürgerinnen und Bürgern blockiert oder gar verworfen werden ? Nein, das darf aus der Sicht der Politiker nicht sein – es würde doch ihre Macht reduzieren und das käme aus ihrer Sicht den früheren Strafatbeständen der Majestätsbeleidigung und Gotteslästerung gleich. Also werden die Politiker alles tun was möglich ist, um Volksabstimmungen zu verhindern.
Nun sollen aber doch in den laufenden Koalitionsgesprächen zwischen CDU und SPD Verhandlungen laufen, Volksabstimmungen im Bund in den Koalitionsvertrag aufzunehmen und damit zum Bestandteil des Regierungsprogramms einer großen Koalition zu machen. Besonders die SPD soll sich doch dafür einsetzen, sagen wenigsten SPD-Politiker. Die CDU ist kategorisch dagegen. Die SPD war auch in der früheren großen Koalition 2005 bis 2009 öffentlich für Volksabstimmungen. Aber was hat sie konkret dafür getan ? Einen Antrag der Fraktionen von FDP/Grünen/Linken, die Volksabstimmung einzuführen, hat die SPD zusammen mit der CDU im Bundestag abgelehnt. Begründung: es sein zu keiner Einigung mit dem Koalitionspartner gekommen. Die SPD musste also die CDU befragen, wie sie denn abstimmen solle. Genauso wird es in den Koalitionsverhandlungen laufen. Die SPD wird öffentlich für Volksabstimmungen eintreten und das Thema dann in den Koalitionsverhandlungen fallen lassen. Auch die SPD besteht aus Politikern, die sich nur ungern von der lächerlichen Bevölkerung in ihre Entscheidungen hineinreden lassen. Aber man hat sich nach außen hin als Vertreter einer direktdemokratischen Teilhabe der Bevölkerung eingesetzt und kann immer sagen, die Einführung sei ja nur an der reaktionären CDU gescheitert. Genauso wird es kommen, wenn es denn zu einer großen Koalition kommen sollte. Plebiszite auf Bundesebene wird es nicht geben. Wetten dass ???

Eröffnungshymne auf das neue Bayerische Parlament

sicher hat die Nachricht, dass die CSU im Bayerischen Landtag nach langer Zeit endlich wieder mal die absolute Mehrheit errungen hat viele Mitbürgerinnen und Mitbürger genauso entzückt wie mich. Aber es ist kein neues Ereignis. Bereits 1905 hat sich Gleiches ereignet und den großen bayerischen Dichter und Schriftsteller Ludwig Thoma dazu veranlasst, eine Eröffnungshymne auf das neue Parlament zu schreiben, die auch heute noch topaktuell ist. Passt sie nicht großartig ?

Eröffnungshymne
Was ist schwärzer als die Kohle ?
Als die Tinte ? Als der Ruß ?
Schwärzer noch als Rab und Dohle
Und des Negers Vorderfuß ?
Sag mir doch, wer dieses kennt !
– Bayerns neues Parlament.

Und wo sind die dicksten Köpfe ?
Dicke Köpfe gibt es viel,
Denken wir nur an Geschöpfe
Wie Rhinozeross´ im Nil
Dick´re hat – o Sakrament !
– Bayerns neues Parlament.

Wer ist frömmer als die Taube ?
Als die milchgefüllte Kuh ?
Als der Kapuzinerglaube
Und das fromme Lamm dazu ?
Frömmer ist das Regiment
In dem neuen Parlament.

Und was ist das Allerdümmste ?
Schon noch dümmer als wie dumm ?
Sagt mir gleich das Allerschlimmste,
Aber ratet nicht herum !
Sag´ mir endlich, wer es kennt !
Himmelherrgottsakrament !!

Einwanderung in Deutschland ?

Der Streit um ein neues Asylbewerberheim in Berlin-Hellersdorf geht durch alle Medien. Allzu leicht sind viele Medien dabei, die Anwohner, die gegen das Asylbewerberheim in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft protestieren, als „Rechtradikale“ oder „Nazis“ zu verurteilen. Leider wird in derartigen Artikeln oder in derartigen Diskussionen das eigentliche Hauptproblem nie thematisiert.

Der Zustrom von sogenannten „Asylbewerbern“ nach Deutschland nimmt, das wird sogar von Politikern nicht bestritten, besorgniserregende Größen an. Man rechnet mit weit über 100.000 Asylbewerbern für 2013, Tendenz steigend. Die Menschen kommen aus den unterschiedlichsten Ländern, aus Afghanistan, Syrien, aus afrikanische Länder und aus den ärmsten Ländern Europas, aus Rumänien, Bulgarien, Serbien und Mazedonien. Nur die wenigsten sind Flüchtlinge im engeren, gesetzlichen Sinne, nämlich Menschen, die aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, oder wegen ihrer politischen Überzeugung in einem anderen Land, hier Deutschland, Schutz suchen. Viele sind Bürgerkriegsflüchtlinge, noch mehr Armutsflüchtlinge. Ihre Motive sind verständlich und nachvollziehbar. In einem Land zu leben, in dem seit Jahren ein Bürgerkrieg tobt, wie z. B. Afghanistan oder Syrien, stets den Tod vor Augen, kann jeden Menschen dazu bringen, über die Migration in ein sicheres Land nachzudenken. Wer die Lebensverhältnisse in vielen schwarzafrikanischen Staaten kennt, auch in den Staaten ohne kriegerische häufig stammesbedingte Auseinandersetzungen, weiß, dass ein Leben als Asylant in Deutschland vielen Schwarzafrikanern im Vergleich zu ihrer Heimat wie im Paradies vorkommen muss. Und Einwanderer aus armen europäischen Ländern wie Rumänien oder Bulgarien, wollen der bedrückenden Armut, der Hoffnungslosigkeit in ihrer Heimat entfliehen.

Bei allem menschlichen Verständnis für die Einwanderer bleiben die Fragen offen, wie die zukünftige Entwicklung zu behandeln ist und welche Konsequenzen diese Entwicklung für Deutschland und die Deutschen haben könnten. Soll Deutschland für alle Einwanderer offen bleiben ? Die Fragen werden noch nicht einmal gestellt. Jeder Deutsche, der versucht, die Probleme sachlich zu analysieren und zu thematisieren, läuft Gefahr, in die rechtsradikale Ecke gestellt zu werden.

Dabei sind die Probleme offenkundig. Die weitaus meisten Zuwanderer haben keine für den deutschen Arbeitsmarkt taugliche Berufsausbildung, die meisten sprechen kein Deutsch. Sie sind für lange Zeit auf die deutschen Sozialsysteme angewiesen. Es sieht nicht danach aus, dass die Ursachen, die Menschen aus ihrer Heimat nach Deutschland treiben, in absehbarer Zeit beseitigt oder auch nur reduziert werden. Es muss im Gegenteil damit gerechnet werden, dass die Zahl der Einwanderer in den nächsten Jahren permanent anwachsen wird. Der Einwanderungsdruck auf Deutschland wird ständig steigen. Wie viele Migranten will Deutschland aufnehmen ? Wie viele Migranten kann Deutschland aufnehmen? Gibt es keine Grenze? Welche Kosten wird eine steigende Zuwanderung verursachen ? Welche Probleme wird die steigende Zuwanderung verursachen ? Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund liegt in Deutschland zur Zeit bei fast 20%, auch hier mit steigender Tendenz. Kann der Anteil ohne Begrenzung weiter steigen ? Kann Deutschland alles Unglück, alles Elend dieser Welt als Berechtigung für eine Einwanderung nach Deutschland anerkennen ?

Leider muss man dazu sagen, dass die Politik zu allen Fragen parteiübergreifend schweigt. Allenfalls werden wohllautende leere Worthülsen abgesondert. In Kürze findet die Bundestagswahl statt. In vielen Städten finden Wahlversammlungen statt. Bürgerinnen und Bürger sollten bei dieser Gelegenheit ihre Volksvertreter fragen, wie sie zu diesen Fragen stehen.

Präsident Obama in Deutschland – der Gipfel der Heuchelei

Mit Begeisterung wurde Präsident Obama in Deutschland von nahezu allen führenden deutschen Politikern empfangen. Vor dem Brandenburger Tor hielt Obama eine Rede mit einem Plädoyer für Freiheit und atomare Abrüstung. Die deutsche Politik applaudierte begeistert. Dabei ist, was jeder deutsche Politiker weiß, ein Plädoyer von Obama für Freiheit der Gipfel der Heuchelei. Wie sieht die amerikanische Realität aus ? Hier nur drei Beispiele.

Obama setzt in steigendem Maße sogenannte Drohnen, unbemannte ferngesteuerte Flugzeuge, ein um Menschen zu töten, die vom amerikanischen Geheimdienst für Terroristen gehalten werden. Obama hat bisher sehr viel mehr Raketen aus Drohnen abfeuern lassen als George W. Bush in seiner gesamten Amtszeit. Wieviele vermutete Terroristen bereits getötet worden sind, weiß kein Mensch. Man weiß nur, dass Obama Menschen auf puren Verdacht hin töten läßt, ohne genaue Prüfung, ohne rechtliches Verfahren, ohne gerichtliche Untersuchung. Niemand kontrolliert die CIA-Agenten und die Helfer aus privaten Firmen, die die schmutzige Arbeit ausführen. Neben den vermuteten Terroristen ist eine unbekannte Zahl von Menschen getötet worden, die sich zufällig in der Nähe der angeblichen Terroristen befanden. Die Zahl wird auf mehrere Hundert geschätzt, genau weiß das niemand. Man kann das von Obama gebilligte und angeordnete Verfahren nur als staatlich lizensierten willkürlichen Mord bezeichnen. Und natürlich ist es ein gigantischer Verstoß gegen die grundlegensten Menschenrechte.

Mit Hilfe des PRISM genannten Spähprogramms überwacht der US-Geheimdienst National Security Agenca (NSA) die Datenströme der US-Unternehmen Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, Youtube, Skype, Apple, AOL u.a. Der Dienst hat Zugriff auf E-Mails, Videos, Internettelefonate, Chats, Fotos und alles, was z. B. über das Netzwerk Facebook mitgeteilt wurde. DasBespitzelungsprogramm betrifft nicht nur Amerikaner sondern auch alle Deutsche, die Daten aller Art über das Internet versenden und/oder speichern. Datenschutzrechte und Privatsphäre, auch die europäischer Bürger, werden einfach ignoriert. PRISM erinnert an einen Überwachungsstaat wie ihn George Orwell in seinem berühmten Buch „1984“ beschrieb.

In dem Gefangenenlager in Guatanamo, einer amerikanischen Kolonie auf Kuba, werden seit 2001 166 vermutete Terroristen auf unbestimmte Zeit festgehalten. Konkrete Beweise für Verbrechen fehlen. Die USA haben versucht, durch brutalste Folter, z. B. das sogenannte Waterboarding, Geständnisse zu erpressen, ein Verfahren, das an die Foltermethoden der Inquisition im finstersten Mittelalter erinnern. Rechtlicher Schutz für die Gefangenen existiert nicht.

Betrachtet man diese allgemein bekannten, unbestreitbaren und unbestrittenen Tatsachen so muss man feststellen, dass Amerika weit von den Prinzipien eines Rechtsstaates entfernt ist und dass sein Präsident grundlegende Menschenrechte mißachtet. Eigentlich müsste der Präsident als Angeklagter vor dem Internationalen Strafgerichtshof stehen wegen zahlreicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Aber den Präsidenten der stärksten Militärmacht der Welt kann man nicht anklagen.

Deutschland braucht gute wirtschaftliche Beziehungen zu Amerika. Deshalb wird Obama in Deutschland freundschaftlich empfangen obwohl allen beteiligten Politikern seine Verbrechen bestens bekannt sind. Deshalb werden auch die Verbrechen des Präsidenten von den deutschen Medien nur sehr zurückhaltend behandelt. Und deshalb wird auf den Empfängen ein freundschaftliches Verhältnis demonstriert, das sich bei Lichte betrachtet, als Gipfel der Heuchelei darstellt.

Apple, Politiker und Beamte

Was hat die Firma Apple, weltbekannt für ihre Computer und S,martphones, mit Politikern und Beamten gemeinsam ? Eben Nichts !! Aber gerade das liefert Stoff zum Nachdenken.

Mit seinem ersten eigenen Kartendienst hat Apple ein Debakel erlebt. Im September 2012 hatte Apple zusamen mit dem Start des iPhone 5 und der neuen Version seines Betriebsystems iOS die bisherigen Google-Landkarten durch einen eigenen Kartendienst ersetzt. Es war, wie bereits gesagt, ein Debakel. Die Karten enthielten zahlreiche Fehler und waren hinichtlich Genauigkeit und Detailwiedergabe ein Rückschritt gegenüber der vorhergehenden Version. Es hagelte Kritik von der Presse und den Nutzern.

Was war die Konsequenz bei Apple ? Der direkt für die Karten verantwortliche Manager Richard Williamson wurde umgehend entlassen. Und nicht nur das. Auch der für iOS verantwortliche Manager Scot Forstall, der früher sogar als möglicher Anwärter auf die Firmenspitze galt, wurde gefeuert.

Wie nun verläuft ein ähnliches, sogar sehr viel schlimmeres Debakel bei Politikern und Beamten ? Es gibt genügend Beispiele. Fälle, in denen Politker und Beamte durch eine unsagbare Mischung aus Größenwahn, Inkompetenz und Veranwortungslosigkeit Schäden angerichtet haben, die mit hohen dreistelligen Millionenbeträgen zu beziffern sind.

Nur einige Beispiele: der Großflughafen in Berlin (Kostensteigerung von geplanten 2,8 Milliarden auf voraussichtlich 4,5 Milliarden Euro), die Elbphilharmonie in Hamburg (geplante Kosten: 77 Millionen, wahrscheinliche Kosten: 500 Millionen Euro), der Nurbürgring in Rheinland-Pfalz (geplante Kosten für das Land Rheinland-Pfalz 0,00 Euro durch angebliche Privatfinanzierung, derzeitiger Kostenstand für Rheinland-Pfalz: 330 Millionen Euro) , das World Conference Center in Bonn (geplante Kosten für die Stadt Bonn durch einen angeblichen Investor: 0,00 Euro, derzeitiger Kostenstand für Bonn: ca. 500 Millionen Euro) – das sind Fälle, die dem Zeitungsleser, der die unglaubliche Mischung von Ignoranz. Dummheit und Lügen detailliert zur Kenntnis nimmt, Schauder über den Rücken jagen. So also verhalten sich Männer, die in Deutschland „Verantwortungsträger“ sind.

Und was geschieht, wenn ihre Untaten, ihr völliges Versagen, die Kette von Lügen, Beschönigungen und Vertuschungen allgemein bekannt werden ? Nichts geschieht ! Sie machen alle weiter als ob nichts geschehen wäre. Der Berliner Bürgermeister, Klaus Wowereit, der Ministerprädident von Brandenburg, Mathias Platzek, beide in führender Stellung im Aufsichtsrat verantwortlich für den Bau des Flughafens, beide hohe Funktionäre der SPD, z. B. machen ungerührt weiter, sind nach wie vor in ihren politischen Stellungen. Keine Kritik von ihrer Partei. Genauso ist es auch in allen anderen Fällen. Zur Verantwortung gezogen wird keiner. Weggejagt wird keiner. Politiker und Beamte – sie können den größten Mist machen, es stört niemanden. Den Schaden tragen ja nur die braven Bürgerinnen und Bürger. Und die meckern noch nicht mal.

Wäre es nicht sinnvoll, wenn der Staat, wenn die Bürgerinnen und Bürger sich ein Beipiel nehmen würden an der Firma Apple: Manager., die versagt haben, werden zur Verantwortung gezogen und entlassen ? Wie jeder kleine Angestellte auch. Aber das ist ein Traum, eine Illusion. Politiker und Beamte tragen zwar die Verantwortung aber sie haben keine. Und die Bürgerinnen und Bürger sind damit zufrieden.

Noch mehr Geld für Bonn

Bonn war Bundeshauptstadt. Heute ist Bonn nur noch Bundesstadt. Dieser bisher in Deutschland unbekannte Titel wurde im Bonn/Berlin-Beschluß des Deutschen Bundestages vom 29. Juni 1991 erfunden, wohl als eines der vielen Trostpflaster dafür, dass Bonn nicht mehr Regierungs- und Parlamentssitz sein durfte.

Aber Bonn lebt in der Vorstellung seiner Lokalpolitiker immer noch in der Vergangenheit als Bundeshauptstadt und wird dabei vom Bund in einer manchmal unfassbaren Art unterstützt. Bonn ist völlig überschuldet, schrammt hart am Nothaushalt vorbei aber man fühlt sich als Weltstadt, eben als Bundestadt, deren Gößenwahn von den Bürgerinnen und Bürgern der restlichen Bundesrepublik über Steuergelder finanziert werden muss. Es gibt dafür viele Beispiele, über die noch zu berichten sein wird. Heute soll hier nur von einem aktuellen Beispiel berichtet werden, dem Zuschuss von 3,5 Millionen für einen Erweiterungsbau des Macke-Hauses in Bonn.

Der Maler August Macke, geboren 1987 im Sauerland, gefallen 1914 im Ersten Weltkrieg an der Westfront, zog im Jahre 1900 mit Familie nach Bonn und lebte dort, allerdings unterbrochen von Umzügen (Düsseldorf, Tegernsee) und zahlreichen Reisen (Berlin, Paris, Italien) bis zu seinem Tode. Ende des Jahres 1910 konnte in einem seiner Schwiegermutter gehörenden Haus in Bonn ein Atelier für Macke eingerichtet werden. Die drei Jahre bis zu seinem Tode war Mackes produktivste Zeit. 1991 wurde in diesem Haus das Macke-Museum eingerichtet.

Dagegen ist nichts zu sagen. Warum soll in Bonn nicht ein Museum unterhalten werden, in dem das Leben und die Werke eines bedeutenden Malers gewürdigt werden, der einige Jahre in Bonn gelebt und geschaffen hat ? Aber nach Auffassung der Bonner Stadtväter genügt ein einfaches Museum nicht den Bonner Ansprüchen und der Bonner Weltgeltung. Das Macke Haus soll also um einen hochmodernen Anbau mit einer drei Etagen hohen Glasfront erweitert werden. Aber woher will der hoch verschuldete Stadt Bonn das Geld nehmen ? Hier tritt natürlich der ebenfalls hoch verschuldete Bund ein. Der Bund stellt der Stadt Bonn 3,5 Millionen Euro für den Erweitungsbau des Macke-Hauses zur Verfügung. Die Initiative für den Bonner Geldsegen kam vom Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP), Bonner Bundestagsabgeordneter, der bereits 2010 einen Zuschuss des Bundes in Höhe von 500.000 € für Sanierung und Umbau des Macke-Hauses in die Wege leitete.

Wie bereits gesagt, leidet die Stadt Bonn unter ihrer hohen Verschuldung, zurückzuführen auf eine größenwahnsinnige Finanzpolitik in den letzten 20 Jahren. Man fühlte sich immer noch als Bundeshauptstadt. Aber Geld wurde nur für Prunk-, Pracht- und Protz-Objekte ausgegeben. Die Bonner Schulen sind zum Teil in einem erbarmungswürdigen Zustand. Die Sportvereine sollen Nutzungsgebühren für Turnhallen und Sportplätze zahlen. Schwimmbäder werden geschlossen. Es muss, so heißt es in der Bonner Stadtverwaltung, Geld gespart werden. Aber gespart wird nur bei den Bedürfnissen der kleinen Leuten. Für die sogenannte „Hochkultur“ steht immer genügend Geld zur Verfügung. Und im Bedarfsfalle springt immer der Bund ein. Für eine geplantes Festspielhaus (Gesamtfinanzierung noch völlig unklar) will der Bund nach Aussage des Bonner Bundestagsabgeordneten Ulrich Kelber 39 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Warum ist völlig unklar.

Man muss sich fragen, warum gibt es keine Zuschüsse vom Bund für die Sanierung von Schulen, für Sportstätten, für Kleinkunst sondern nur für die angeblich Hochkultur ? Dabei gibt es noch Städte, Gelsenkirchen sei hier nur als Beispiel genannt, denen es ohne eigenes Verschulden noch viel schlechter geht als Bonn. Aber bekommen die Geld vom Bund ? Nicht einen Cent ! Bürgerinnen und Bürger können sich nur noch wundern und empören. Warum wird Bonn gegenüber anderen Städten vom Bund finanziell in einer auffälligen Weise bevorzugt ? Und warum wird nur Geld zur Verfügung gestellt für Projekte, die an den Bedürfnissen der einfachen Bürgerinnen und Bürger völlig vorbei gehen ? Hat Bonn wirklich – wie die Bonner Stadtväter meinen – einen Anspruch auf eine „Rendite“ für seine Vergangenheit ? Und das zu Lasten der Steuerzahler der ganzen Bundesrepublik ?

Nur die wenigsten Bürgerinnen und Bürger in Deutschland wissen, wieviele Milliarden zu welchen Zwecken wegen des Umzuges nach Berlin nach Bonn geflossen sind und noch fließen. Darüber soll hier in Zukunft berichtet werden.