Heute hat mich SPIEGEL-ONLINE glatt einen Meter von meinem Monitor zurückprallen lassen. Da schreiben die doch:
Chef der Bank ING tritt zurück – Milliardenverlust !
Also rief ich ganz niedergeschlagen mein tägliches Aktienkontrollinstrument auf:
http://www.finanzen.net/aktien/ING-Aktie
Bei der Ing-Groep verhagelt das Betriebsergebnis des letzten Quartals mit einem Milliardenverlust die Bilanz des gesamten Wirtschaftsjahres 2008, der Vorstand muss seinen Hut nehmen und gehen [ zum Artikel ]

Mir wurde mit einmal ganz komisch.
Langsam wendete ich meinen Blick und schaute nachdenklich mein Sparschein an.
Es grinste überheblich, ja geradezu hämisch zurück.
Ganz ehrlich, in dem Moment spielte ich tatsächlich mit dem Gedanken, ihm mit einem heftigen Schlag meines Haushaltshammers sein Feixen auszutreiben.
Meine innere Stimme riet mir jedoch, erst einmal externe Erkundigungen einzuziehen, ehe ich meine miese Stimmung durch ein Rundumgemetzel abreagiere.
Und….?
Ich rieb mir die Augen und konnte es kaum glauben!
Ist das jetzt „Bankenkrise paradox“?
Der Wert meiner nach der Obama-Vereidigung abgrundtief abgestürzten Ing Groep Aktien war heute gegen etwa 12:00h um 16% gestiegen.
Gestiegen! Unfassbar!
Ich drückte sofort auf die Taste F5, um mich zu vergewissern, dass ich nicht träumte oder mein PC mir einen Streich spielte.
Um etwa 13:50h wiederholte ich ganz vorsichtig die Aktualisierung und die heutige Wertsteigerung war auf 18% geklettert.
Mir als biedere Hausfrau bleibt da die Spucke weg.
Wird mir da gerade das Zocken auf höchsten Niveau vorgeführt oder haben die Börsianer jetzt endgültig den Verstand verloren?

Was für ein Wahnsinn!
Vorhin um 17:30h gings weiter rauf auf rund 21%.

Was ist das denn?
Da bringt Obama, der Hoffnungsträger der Amerikaner, bei seiner Wahl und erneut bei seiner Vereidigung jedes Mal nur durch seine Präsenz den Wert meiner Aktien in den tiefsten Keller, doch kaum steht meine Bank tief in den roten Zahlen, jagt den Chef aus dem Hause und japst mit schwacher Stimme zutiefst demütig und verlegen nach Rettungsschirm und hofft, als Liebling der Nation, auf eine staatliche Konjunkturspritze der Niederlande, also kaum ist der Bank und mir richtig mulmig zumute, da geht der Aktienkurs plötzlich raketenhaft nach oben.
Und so sieht es im Augenblick aus :

Für mich ist das der Inbegriff einer Bankenkrise.
Vielleicht liegt es auch daran, dass die Bank nicht nur den Chef los geworden ist, sondern noch weitere 7.000 Jobs beseitigen will.
Alles Opfer der Bankenkrise, damit der Aktionär wieder zufrieden in die Zukunft blicken kann?
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Klar ist das ein Grund zur echten Freude. Aber verrückt bleibt es dennoch, es sei denn, der aus dem Amt gelobte Chef wäre ein echter Versager und Aktiendrücker gewesen.
Eigentlich erwartet man ja nach solchen Aussagen eine Entwicklung der Aktie nach unten. In diesem Fall war genau der Gegenteil der Fall. Darüber kann man sich doch auch mal freuen.