Während wir uns über Griechenland, die Streikenden in Athen, Naziparolen und zum Sparen unfähige Parlamentarier erregten, kommt jetzt still und heimlich heraus, dass sich hinter unserem Rücken die Regionalfürsten Spaniens so hoch verschuldet haben, dass der iberische Haushalt Schnappatmung bekommen hat.

Ministerpräsident Herr Mariano Rajoy, ein Name den wir in Zukunft sehr viel häufiger hören werden als uns lieb ist, hat gerade ziemlich kleinlaut zugeben müssen, dass die Neuverschuldung in 2011 mehr als 8,5 % betragen habe. Das sind so etwa 2,95 % des spanischen BIP.  Mehr als 6,5% = 1,3% des BIP sollte es eigentlich nicht werden und in diesem Jahr sollte die Neuverschuldung sogar auf nur noch 4,4% weiter herabgesenkt werden.

Wie lautet Herrn Rajoys Erklärung dazu?

Er sagt, die regionalen Fürsten haben sich um bis zu mehr als das Doppelte dessen verschuldet, was maximal geplant und erlaubt war.
Wie konnte das passieren?
Hat das niemand gemerkt?
Passt dort eigentlich niemand auf die spanischen Euros auf?
Haben die konservativen spanischen Granden die EU-Ziele etwa immer noch nicht akzeptiert?

Hört, hört:
„Herr Rajoy findet, dass der Sparzwang der EU jetzt auch die spanische Wirtschaft abwürgt.“

Ich sage dazu:
Die luftblasenartig gewucherte Scheinwirtschaft, die Spanien an der Oberfläche der Finanzwelt hat herumtreiben lassen, kann ruhig in sich zusammenbrechen. Sie war doch sowieso nur „virtuell“, nicht greifbar und kann nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Und wer sich mit ihr bedingungslos eingelassen hatte, der geht mit ihr bedingungslos unter.

Daran ist nichts unlogisch und daran ist nichts unfair.
Sollen die anderen EU- und/ oder EURO-Staaten etwa dafür die Zeche zahlen und die Spanier auch noch  schonen?

Wir anderen haben uns vor Jahren vor aller Augen und zum Gespött unserer europäichen Nachbarn als der sogenannten “kranke Deutsche” gesund schrumpfen müssen.
Ihr habt darüber gelacht und Euch amüsiert. Heute müsst nun Ihr dran glauben.
Aber seid sicher, wenn Ihr so richtig schön preiswert und konkurrenzfähig seid, dann nehmt Ihr uns unseren Export weg.
Wir reagieren darauf mit einer erneute Gesundschrumpfung.
Danach kommt wieder Ihr an die Reihe und haben wir auf diesem Weg endlich das Lohnniveau Chinas erreicht oder sogar unterboten geht es mit Europa wieder bergauf.

Also seid frohen Mutes. Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels.
Wenn es lohnmäßig den chinesischen Wanderarbeitern an den Kragen geht und wir sogar denen die Aufträge wegschnappen, dann haben wir es geschafft und sind da angekommen, wo uns die Banken, die wir immer wieder retten, haben wollen.

Wir, das sind einfach Du, Deine Frau, Deine Familie und ich, meine Familie und unsere Freunde, die wir hier wie dort für Lohn und kleines Geld von früh bis spät arbeiten und unser Geld nicht in Sicherheit bringen können.
So wie die “Wirs” in Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Irland usw.


Vielleicht interessieren Sie noch folgende Artikel:

  1. Jetzt will auch der Bund Millionen von Nokia
  2. Auch unsere BRD kann Griechenland nicht retten. Weder mit Euros – noch mit gutem Willen
  3. Bad Bank. Erst unsere BRD – jetzt auch Irland.
  4. Europa rutscht immer weiter nach rechts. Unsere BRD auch?
  5. Ist Minister Röttgen jetzt auch reif für den Rücktritt?
  6. Jetzt geht’s dem AIDS-Virus an den Kragen
  7. Macht jetzt auch der Autozulieferer Henniges schlapp?
  8. Griechenland ist längst sanierungsfähig
  9. Jetzt steht’s fest: Auch AMD macht’s kurz!
  10. Macht jetzt auch bei der guten alten “Ritz” die Pumpe schlapp?