Heute 100 Milliarden und morgen ist Spanien bereits wieder pleite!
Wetten?

Red@Aus aktuellem Anlass möchte ich heute auf 2 Artikel unserer Autoren hinweisen, die im Januar und im Februar dieses Jahres 2012 veröffentlicht wurden und welche die spanische Krise zum Thema hatten:

1. Bereits am 03. Januar 2012 prognostizierte Tronje aus NRW, dass auch die Spanier kreative Bilanzen erstellt hätten und schrieb besorgt und kritisch zum Thema :arrow: „Spanien meldet bereits zum Jahresbeginn 2012, dass die Lage miserabler ist, als bisher zugegeben“.

2. Am 27. Februar 2012 veröffentlichte Pedro den Beitrag  :arrow: „Und jetzt hat auch Spanien den griechischen Virus  oder  Spaniens Schuldenkurve rast durch die Decke! “,  in welchem er auf den Umstand aufmerksam machte, dass die spanischen Regionalfürsten hinter unser aller Rücken rücksichtslos Schulden machten und das spanische Sparziel ad absurdum führten.

Wieso komme ich auf diese beiden Artikel zurück?

 

Nun, vorgestern hat unser Bundestag mit großer Mehrheit die Beteiligung unserer BRD am 100 Milliarden Rettungspaket für Spanien als alternativlos „durchgewunken“.
Gestern machte die EURO-Gruppe dasselbe.

Kaum haben die Abgeordneten ihre zustimmenden Finger nach der Zählung der JA-Sager wieder heruntergenommen, kaum steht fest: „Die Euro-Europäer“ werden Spanien unterstützen“, da meldet auch schon die erste spanische Region, dass sie vor der Katastrophe steht und dringend etwas von diesen zugesagten EUROs braucht.

Der spanischen Regierung steht das Wasser bis zur Oberkante Unterlippe und sie erhoffte sich aus der EURO-Zusage sicherlich etwas Ruhe an der Finanzfront.
Doch plötzlich, beinahe unerwartet stellt die Region Valencia von heute auf morgen fest, dass sie pleite ist.

Was meinen Sie, was machen jetzt die anderen spanischen Regionsfürsten der Windmühlenrepublik ?
Helfen sie der Regierung?
Werden sie Valencia helfen?
Tun sie etwas für ihre Bevölkerung?

Oder werden sie etwa rücksichtlich und egoistisch versuchen so viel wie irgend möglich aus dem 100 Milliardentopf für sich und ihre Freunde bei den Banken zu requirieren, um ihre ploitische und private Zukunft vor allen anderen zu retten?

Es ist erst wenige Tage her, da kochte Spanien Volksseele vor Stolz über ein gewonnenes Fußballspiel über und der Bär steppte durch Madrid.
Die behaarten spanischen Männerbrüste schwollen an bis auf Körbchengröße 95F und die Welt gehörte eine ganze Nacht lang nur ihnen. Also denen, die nicht mitgespielt hatten.

Was ist von der grandiosen sportlichen Überlegenheit für das täglichen Leben der spanischen Nation geblieben?
Hat jetzt einer der jubelnden Fans 1 Euro mehr in der Tasche?
Hunderttausende Spanier gehen gerade auf die Straßen, demonstrieren, randalieren, toben in höchstem Maße unsportlich und verlangen lauthals, dass auf keinen Fall in Spanien gespart wird und schon gar nicht auf ihre Kosten.

Ist das spanische Elend etwa die späte Rache der Inka, Azteken und Maya, die für dieses Jahr den Weltuntergang prohezeit haben sollen?
Es sieht so aus, als ob dieser zumindest für Spanien eintreten würde.
Da hätte der alte Cortez dann aber seinerzeit tatsächlich echten Bockmist gebaut.

Sollen wir, die Unterlegenen der letzten EM, jetzt untertänigst als Siegprämie an die Spanische Nation und als Ehrung des spanischen Nationalstolzes deren zusammengekochte,unappetitliche Suppe aus lauter Blasen der fehlsichtigen Banker, gescheiterten Spekulanten, erfolgreichen Steuerhinterzieher, Immobilienhaie, Finanzshasadeure, Staatschulden-Aufbläher und Subventionsbezieher (incl. der uneffizienten königlichen Familie und der am Tropf hängenden Fußballclubs) auslöffeln und das Ganze womöglich auch noch sportlich sehen?

Ganz ehrlich: „Ich finde, wer sein Geld gedankenlos für Fußballmillionäre ausgibt, mit Trinkwasserressourcen nicht umgehen kann, wer seine Landwirtschaft regelrecht verdursten lässt, aus lauter Doofheit die afrikanische Wüste über’s Meer zu sich holt, sich darüber hinaus ein komplett unnützes Königshaus leistet und dann als Volkssport noch Stiere zum Spaß tötet, der kann ruhig mal eins auf die Zwölf oder zwischen die Hörner bekommen!
Meinetwegen auch beides.“

Der Spanier an sich und schlechthin tut mir irgendwie leid.
Ungefähr so leid, wie wir ihm taten, als wir qualvoll die Agenda 2010 erlitten und zum kranken Mann Europas erklärt wurden.
Wo war da die Hilfe Spaniens?
Gab es überhaupt eine Hilfe Spaniens?
War da Mitleid unter den Spaniern oder Spott und Hohn?

Wer kann sich daran erinnern oder davon etwas berichten?
Zeitungsarchive können unserer Erinnerung weiterhelfen.

Unsere aktuelle 100 Milliarden-Hilfe an Spanien ist an strenge Auflagen geknüpft.
Wenn sich der Wind wieder dreht und uns erneut eisig ins Gesicht weht, wird sich niemand in Spanien an unsere Hilfe erinnern. Wohl aber an die unerhörten Auflagen zu sparen und sich am Riemen zu reißen.
Das wird man uns dann, wenn uns deswegen die Hilfe versagt wird, vorhalten.

Es sei denn die Bundeskanzlerin hätte bis dahin kapituliert und offiziell zugegeben, dass wir die Eurobands brauchen, ja eigentlich schon haben und längst mit ihnen leben.

Die Zeit wird kommen.

Wer mich als kleinkariert, engstirnig, uneuropäisch und geizig betitelt, dem antworte ich: „Stimmt!“
Möge er sein Geld nehmen und damit den Euro, die Banken, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und Spanien retten. Und mag er „was weiß ich“  noch außerdem alles retten und bezahlen.
Es ist ja sein Geld.

Ich für meinen Teil will mein Geld in meiner Nähe haben, es eigenverantwortlich, sinnvoll verwalten und möglichst so lange es geht behalten.
Egal, ob es sich um Euro oder nur um Moneten handelt.
Was ist daran egoistisch?

 

Nachtrag – 22.07.2012:
Die spanische Region „Murcia“ meldet PLEITE auf ganzer Linie und will Geld aus dem Rettungspaket haben.
Da wird in murcianischen Finanzkreisen leise über ein Kassenmanko in Höhe von etwa 300 Millionen Euro gemunkelt; ich glaube, dass es mindestens 1/2 Milliarde sein wird.
Und das ist erst der spröde Anfang des spanischen „Coming out“, das wirklich dicke Ende lauert noch im Verborgenen und kommt erst noch.
Wenn Sie  [ :arrow: hier klicken ]   bekommen Sie bei red2000 eine Übersicht über die für weitere Überraschungen noch zur Verfügung stehenden spanischen Regionen.

Nachtrag – 24.07.2012:
Jetzt wird bereits die ditte spanische Region „Katalonien“,  ehedem die reichste Region Spaniens genannt, als bedürftig eingestuft. Die Regionalverwaltung erwägt einen Antrag auf Finanzhilfe zu stellen.

5 Gedanken zu „Heute 100 Milliarden und morgen ist Spanien bereits wieder pleite!
Wetten?

  1. Guter Artikel. Trifft genau.
    Heute wollen die autonomen Katalanen unter den Rettungsschirm.
    Große Fresse und nix dahinter.
    Die nächste Katastrophe bahnt sich an und alle politischen Verantwortungsträger wissen dies seit Monaten. Die bringen ihre EURO-Guthaben in Sicherheit und uns lassen sie mal wieder voll hängen. Jede Wette.

  2. Lest mal im Handelsblatt. Gerade wird in der Onlineausgabe berichtet, dass die Industrieproduktion schon wieder zurückgegangen ist. Interessant ist der erste emotionale und offenbar schnell getippte Kommentar zu diesem Bericht, der verlangt, dass wir unser Augenmerk stärker auf Deutschland richten sollten und kurzfristig ein bis mindestens 2013 wirkendes Konkunktur-Überbrückungs-Programm ins Leben rufen sollten.
    Ich glaube, dass ist ein sehr weiser Rat.

  3. Viva Espana
    Spanien hat fast 1 Billion Staatsschulden und muss dafür verdammt hohe Zinsen zahlen.
    Von diesen 100 Milliarden geht 1/3 für fällige Schulden drauf und der Rest wird im laufenden Staatshaushalt verwendet.
    Aber ausreichen wird das nie und nimmer.
    Die spanische Bevölkerung ahnt dies längst, will die Wahrheit aber lieber nicht wissen und stellt sich gegenüber der Realität blind und taub.

  4. Red@Guten Tag „Anonymus“, gut aufgepasst. Danke, dass Sie unsere Anregung des kolorierten Hintergrunds beim Kommentieren anwenden.
    Eine gelungene Idee, die eigene Meinung hervorzuheben.

  5. Schon gehört, dass sich Katalonien vom spanischen Fiskus freikämpfen und ein eigenes Steuerrecht mit selbstständiger Steuererhebung einführen möchte? (V)Andalusien, ebenfalls mit Touristen gesegnet, will das auch.
    Erinnert mich irgendwie an Bayern und Baden-Württemberg, die sich unserem innerdeutschen Finanzausgleich zwischen armen BRD-Ländern und reicheren ebenfalls entziehen wollen.
    Kommt Euch das nicht spanisch vor :?:

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