Irgendwie macht(e) Herr Wulff ja als Ministerpräsident in Niedersachsen schon immer auf super sympathisch, verständnisvoll, unglaublich dynamisch, dabei aber sparsam und sooooo ehrlich.
Nicht nur meine Großmutter erinnert sein sonorer Ton an einen Klon von Papa Heuss.
Wenn er nur nicht schon jetzt so gebeugt gehen würde.
Oma sorgt sich. Haben ihn sein Ämter womöglich bereits so zermürbt?
Sein TV-Auftritt am 04.01.2012 vor seinem Volk, ist ganz klar nicht richtig toll rübergekommen.
Cool hat er es während der Übertragung immer wieder mit der Demut versucht. Aber nur mit Worten und Kopfhaltung. Nicht mit den Augen.
Verständnis sollten wir für seine extrem schwierige Lage als Mensch und Präsidentenupdate entwickeln.
Aber mal reell, ist das doch krasser Unsinn?
Und was interessiert mich das geschmuse denn eigentlich?
Mein Bundespräsident macht bei der Finanzierung seiner bürgerlichen Einfamilienbehausung so einen Koks? Was tut der denn, wenn es um ein 2-Familienhaus, eine Brücke oder einen Kindergarten geht?
Gut, das ist heute vielleicht nicht mehr seine konkrete Aufgabe.
Aber wegen einer verklinkerten Bude, auf jeder Seite mit 3 Meter Abstand zum Nachbarn, auf dem Lande schon so viel Getue?
Verdient er so wenig, dass er Hilfe eines väterlichen Freundes und zusätzlich noch der Unterstützung von dessen Ehefrau benötigt, um sich in Burgwedel bei Hannover eine Hütte zu kaufen? Ey, das ist nicht Berlin, München oder Köln. Das ist Burgwedel. Map das mal.
Ich bin nach dem Fernsehauftritt jetzt wieder klar im Kopf und mache fest, das pastorale Präsidentengesülze hat mich eingelullt, aber ganz und gar nicht überzeugt.
Der ältere Bruder meines Freundes will sich gerade ein Haus kaufen.
Legende: Gute Position in der Solarindustrie, verheiratet, Doppelverdiener, null Kids.
Den Zinssatz, den Herr Wulff gekriegt hat, wird er wohl nicht bekommen.
Er wird aber nachfragen. Hat er uns versprochen.
Etwa 400 Fragen wurden meinem Präsidenten gestellt. Mehr nicht? Bei 80 Millionen Einwohnern, 100.000 Bloggern und geschätzt 25.000 Zeitungsschreibern?
Hat er nur ins Facebook und auf sein „mag ich Ergebnis“ geguckt?
Wohin hätte ich meine Frage eigentlich senden sollen?
Was solls aber auch.
Er antwortet doch sowie nicht.
Hat er doch gesagt.
Er lässt antworten. Durch seine Anwälte!
Hat er vielleicht Schiss, dass er sich wieder verplappert?
Mich hat er nicht wieder rumgekriegt.
Meine Freundin stellt klar, dass jemand, der sein eigenes Getue selbst in aller Öffentlichkeit kritisiert, es im selben Satz aber auch sofort erklärt, dann auch gleich noch um Entschuldigung bittet und, jetzt kommt es, ohne Punkt und Komma zu machen, sich selbst entschuldigt, der soll unser Präsident sein?
Dem sollen wir glauben?
Ich stelle mir den Bundespapa, an den ich mich mal gern erinnere, anders vor.
Ach so, und dann sieht er sich sogar noch als Trendsetter in Sachen Ehrlichkeit eines Bundespräsidenten und stellt einfach mal so Grundsätze für all seine Nachfolger auf. Schnaffte.
Die Veröffentlichung der 400 Antworten seiner Anwälte sei ein Meilenstein in Sachen Ehrlichkeit, der andere Politiker und Präsidenten einfach mal folgen sollten.
Echt abgefahren unsere Nummer 1.
Wenn er mir die Chance gibt, ihm während seines Präsidentenjobs noch weitere Fragen zu stellen und wenn er mir bis zum Ende seiner Präsidentschaft binnen 4 Wochen selbst antwortet und nicht durch seine gekauften Anwälte vorgefertigt Textbausteine schicken lässt, dann überlege ich mir das mit ihm vielleicht noch mal.
Es sollten sowieso nur 100 Fragen im Monat kommen. Maximal. Wenn heute nur 400 Fragen angekommen sind, warum soll er dann mehr befürchten müssen. Die wird er doch auch ohne Blutdurck und Sorge um die Family selbst beantworten können.
Hab ich recht?
Glaub aber nicht, dass daraus jemals was wird und deshalb ist dieser Präsident für mich seit heute Geschichte.
Schade ist es aber um die verflixt lebenslange Abfindung, die er für seinen schlaffen Job bekommt.
Eine zweite Chance?
Warum?
Krieg ich die auch?
Da sagt er doch in die Kamera, dass er im Ausland Termine gehabt hätte.
Das nehme ich ihm ab. Stand ja auch in den Zeitungen.
Aber er plaudert da über 10 Termine am Tag.
Wie will er das denn gemacht haben?
Oder mal andersrum gefragt, was ist für einen so gemächlichen Bundespräsidenten eigentlich als Termin anzusehen?
Wie wird man Bundespräsident?
Wyatt aus Texas / Engensen-Burgwedel
Euer Blog ist ganz ok.
Red.: Lieber Wyatt. Danke für Deinen Beitrag. Ich habe einigen wenigen „Formulierungen etwas die Strenge genommen“ und Deinem Präsidenten ein „e“ entfernt und statt dessen ein „ä“ gegeben. Ist das ok?
@ Bürger
Völlig richtig, natürlich ist das nicht gut gelaufen. Aber was läuft überhaupt gut in unserer Bananrepublik?
Wollen wir uns weiter von diesen Medienspielchen ablenken lassen? Herr Wulff hat sicher nicht das Standing von Herrn von Weizäcker u.a. und sein Verhalten ist nicht vorbildhaft.
Aber ist die BILD-Zeitung plötzlich zum Hort der Pressefreiheit avanciert? Haben wir eigentlich keine anderen Probleme?
http://www.unserebrd.de/2012/01/04/unsere-brd-eine-verlogene-republik/
@ Karin Schoone
Sie schießen über das Ziel hinaus mit Ihren emotionalen Vermutungen. Wenn private Annehmlichkeiten und Seilschaften illegale Formen annhmen, dann greifen die entsprechenden Paragraphen, ohne Ansehen von Beruf und Person.
Ihre Beobachtungen („Schau mir in die Augen Kleiner“)
sind richtig. Wullf hat ein schlechtes Gewissen, aber weshalb? Wegen des Mailbox-Flops, oder weil er vor seiner Amtszeit nicht „hinreichend“ über den Privatkredit Bericht erstattet hat. Ist er deshalb ein Straftäter? Wie würden Sie denn schauen, wenn Sie unerwartet durch den „Wulff“ gedreht werden?
Hier noch ein „Special“ zum Spannungsfeld zwischen Rolle und Authentizität:
http://www.in-mediation.eu/rolle-und-authentizitat
Wunderbar, dein Beitrag. Inzwischen gibt es wieder ein neues Türchen.
Er spricht von Transparenz, und will die Mail nicht veröffentlichen. Und muss er das Amt erstmal lernen?????????????????????????????????????????????
Heult da rum, für seine private Situation?
Ich kann nur sagen, wir sind auch in der Industrie tätig und würden wir von Kunden diverse Annehmlichkeiten annehmen, wäre das ein Kündigungsgrund. Bei diesem Amt muss man auf viele private Seilschaften verzichten, das ist der Preis der Öffentlichkeit.
Und du hast die Augen angesprochen, ich bin kein Profi nur ein Mensch mit Lebenserfahrung.
Und verhuscht schaut nur jemand, der nicht offen und ehrlich der Situation begegnet.
Aber, wer soll sein Amt übernehmen?
LG