Superstars „HSH und Nonnenmacher“

Ich bin total erschüttert und muss mich erst einmal setzen

Die HSH-Nordbank (in Worten: 30% Hansestadt Hamburg, 30% Flächenland Schleswig-Holstein) gibt endlich konkrete Verluste zu. Es kann einem dabei schon schwindelig werden, wenn man bedenkt, dass diese Bank die Idee der „Bad Bank“ durch eine selbst gegründete „banque de miserables(*)“ bereits in die Tat umsetzen wollte, um sich, wie ich vermute, weiterer Leichen zu entledigen, die noch zu Hauf im Keller herumliegen. Wir werden es noch erleben. Da wette ich drauf!

 
Diese deutlich „Verlust“ schreibende Bank wollte für das mit toxischen Anlagen belastete Wirtschaftsjahr 2008 und womöglich als Beruhigungstropfen für ihre schiefgegangenen Anlagestrategien an die Anteilseigner 70 Millionen ausschütten, um diese vom Versagen der professionellen Geldanleger abzulenken und sie für spätere Geschäfte „bei Laune zu halten“.
Da stand der Verlust aber noch nicht öffentlich fest. Da wurde intern noch nachgedacht, hier und da etwas Kosmetik eingesetzt, dort und an anderen Stellen wurden Dellen ausgebügelt und immerfort wurde am Bilanzentwurf gebastelt.
Jetzt ist es raus.  Es sind 2,8 Milliarden Euro!
Was meint der Bürger unserer BRD, was der Chef der Bank tun würde?
Ja, richtig.
Er wird den Anteileigener die 70 Millionen natürlich nicht geben. Aus dieser Website wurde von dieser Entscheidung sogar schon berichtet.
Als verantwortungsbewusster Banker wird er zu epochal neuen Mitteln greifen.
Wird er sein Geschäft besser aufbauen? Wird er neue Anlagestrategien entwickeln, die Erfolge bringen?
Nein! Das wird er nicht tun. Er wird diese moderne und zukunftweisende Bank mit ganz unkonventionellen Mitteln wieder auf Vordermann bringen. Er wird zu traditionellen, bewährten Mitteln greifen und Mitarbeiter entlassen (derzeit wird von vorerst 1.100 Arbeitnehmern gemunkelt). Das ist erste Chefpflicht. „Raus mit diesen Losern, die haben uns nur Verluste eingebracht!“ Und als Zeichen des guten Willens, der Effektivität dieses Bankunternehmens und der Zuversicht, welche die Aktionäre spoüren müssen, wird er den Anteileigentümern jetzt lieber 200 Millionen auszahlen.
Nicht kleckern, klotzen!
Nach dieser Maxime wurde bereits Milliarden Euro in wertlose Papiere gesteckt.
Diesmal macht er es richtig. Er gibt den Aktionären bereits Geld, ehe er es überhaupt verdient hat. Das nenne ich einen klasse Banker. Davon sollte es mehr geben, dann ginge es unserer BRD viel, viel besser.
Wir sollen Zuversicht haben, Geld in die
Hand nehmen, es verjubeln und die Wirtschaft ankurbeln.
Die Aktionäre werden sicherlich jubeln.
Wenn
Herr Nonnenmacher zur Durchsetzung seiner Visionen dafür zu bilanztechnischen Tricks greifen muss ist ihm das allemal egal. Hauptsache er kriegt das hin und verboten ist in unserer BRD allemal nicht. Warum sollte er als Mathematiker nicht den nackten Zahlen verpflichtet sein, wenn doch Banker auch nichts anderes tun? Wenn er dadurch der Bank einen bleibenden Schaden zufügt kann ihm dies schnurz egal. Er setzt, wie die Politiker, auf das nachgewiesen löcherige Gedächtnis der Bürger. Heute zählen allein die Ansprüche der Bankeigentümer. Und wenn er dadurch total das Vertrauen der Bürger und der Politiker verspielt(?). Egal, man ist nur einmal jung! Ausserdem ist die Politik ja auch Aktionär. Und wie sogar!  Also her mit diesem fantastischen Rettungsschirm der Bürger und Bürgerinnen und der Staatsknete aus dem Steuersäckl. Die Hauptversammlung findet in Kürze statt, die Aktionäre aus Politik und Wirtschaft warten schon und er möchte schließlich vom möglichen Vorwurf eines Versagens „entlastet“ werden.
Was schert ihn die Befindlichkeit der Bürger und deren öffentliche Meinung?
Hier geht’s um Größeres oder sogar um richtig Großes. Die Bürger haben die Aufgabe sich als schweigende Mehrheit zu verhalten. Wie immer.
Bankchef Dirk Nonnenmacher findet seine Absichten insgesamt vollkommen logisch und als kühler Mathematiker wundert sich höchstens darüber, dass „die Leute“ aus dem Häuschen sind und sich so aufregen. Wenn ich an meinen Mathelehrer zurückdenke, der war auch nicht mit „bürgerlichen Normalitätsbegriffen“ zu fassen. Menschen, die an Prozentrechnung und Dreisatz verzweifeln, werden von Mathematikern eher als eine frühe Vorstufe der Evolution übersehen.
Ich bin mal gespannt, ob politisch verantwortliche Nichtaktionäre den Mut und die Stimmenanzahl aufbringen und diesem maßlosen Treiben endlich einen Riegel vorschieben.

(*) Ich kann nicht wirklich Französisch aber das  Wortspiel mit „le miserables“ konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen.
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