Flut + Wut 2013

Die Elbe ist auf 1 km Breite angeschwollen und sogar aus der internationalen ISS-Raumstation zu sehen.

Die Anwohner der zum bersten angeschwollenen Flüsse kämpfen gegen das Hochwasser und jeder, der erfolgreich damit fertig wird, schickt durch seinen individuellen Erfolg das drückende Wasser weiter und macht damit automatisch den stromabwärts Wohnenden alle Vorsorge zunichte, denn er sorgt durch seine Maßnahmen dafür, dass viel mehr Wasser als bisher und viel schneller als jemals zuvor Richtung Mündung strömt.

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3100 Euro für Ersatzpflege

Die  SBK (Siemens-Betriebskrankenkasse)  hat festgestellt, dass sich Pflegende nicht die „Auszeiten“ nehmen, die ihnen gesetzlich zustehen.
1,55 Milliarden Euro hätten im Jahr 2010 für Leistungen im Bereich Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege bereitgestanden. Gerade einmal 740 Millionen haben die Pflegebedürftigen davon angefordert, um ihre privaten Pflegeleistenden zu entlasten.

Jetzt fordert die SBK, dass die Leistungen für diese beiden Ersatzpflegebereiche zusammengefasst werden, da beide dafür eingerichtet worden sind, dass der zu Hause Pflegende von der täglichen Versorgung des Pflegebedürftigen einmal ausspannen oder Besorgungen erledigen kann. Oder er kann in aller Ruhe gesund werden, wenn er selbst einmal erkrankt. Letzteres ist etwas woran niemand recht denkt. In der Öffentlichkeit  dreht sich alles um den, Pflegebedürftigen der zu pflegen ist, kaum jemand redet von denen, die an den täglichen physischen und psychischen Belastungen der Pflege regelrecht „verrecken“.

Mein Apotheker sagt mir, dass er immer häufiger feststellt, dass die Pflegepatienten, die ja täglich im Rollstuhl in sein Geschäft geschoben werden, regelmäßig in guter bis bester Verfassung sind. Dass aber derjenige, der diese Person pflegt, meist ein naher Angehöriger, regelrecht wie ein „Wischlappen“ aussieht und oftmals umgehend ärztlicher Hilfe bedarf. Dringender, als der offiziell Pflegebedürftige.
Broterwerb, Haushalt und bis zu mehr als 40 Stunden Pflegetätigkeit je Woche, das ganze Jahr über, ununterbrochen, rund um die Uhr auf den ganzen Tag verteilt, über Jahre hinweg, ohne Urlaub.
Jede Gewerkschaft der Welt würde im Fünfeck springen, wenn ihren Mitgliedern so ein Job abgeboten würde.
Die alleinerziehende Mutter ist da schon öfter im Blickfeld.
Deren Kind wird jedoch immer selbstständiger und kann irgendwann vielleicht sogar ganz „auf eigenen Beinen stehen“.
In der Pflege läuft das anders herum.

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Verhinderungspflege (2) Entgelt für Ersatzpflege

Red. hat mir mitgeteilt, dass die häufigsten Anfragen zur Verhinderungspflege den Lohn, das Entgelt betreffen.

Dazu kann ich mitteilen, ich pflege meine Mutter, muss hin und wieder aber Erledigungen machen, die eine Pflegetätigkeit schwierig oder unmöglich machen.
Dann benötige ich für die zu pflegende Person(*) eine Ersatzpflege (**). Bei mir wird diese Hilfe immer nur für einige Stunden an unterschiedlichen Tagen benötigt. Ich könnte sie aber auch ganze Tage erhalten, auch zusammenhängend über mehrere Tage bis hin zu 28 Tage am Stück.

(*) meine Mutter
(**) Ersatzpflege ist nur ein anderer Ausdruck für Verhinderungspflege

Dies erledigt dann eine Nachbarin für mich.
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Verhinderungspflege (1) praktisch

Ersatzpflege, Verhinderungspflege, Pflegeperson, pflegebedürftig, Pflegehaushalt, gewerbsmäßige Pflege im Sinne der Unfallversicherung.
Was ist das?
Und wie funktioniert das eigentlich mit der Unfallversicherung bei der Pflege?

Vorweg diese Bemerkung:
Bitte helfen Sie, die Verhinderungspflege aus der Praxis heraus zu beschreiben und möglichst ausführlich mit Beispielen aus der Praxis zu schildern.
Ich z.B. pflege meine demenzkranke Mutter inzwischen seit mehr als 15 Jahren.
Seit knapp 2 Jahren nehme ich die Hilfe einer Verhinderungspflege in Anspruch.
Jede Hilfe ist „Gold wert“.

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Gesetzliche Krankenversicherung auf alle Einkünfte (Reform der GKV)

logo f.Beitrag per Mail

Für das vergangene Jahr meldeten die gesetzlichen Krankenkassen unerwartet Milliarden Überschüsse aus den Pflichtbeiträgen der Versicherten, die keine Wahl haben ob sie versichert sind.
Ein Wahlrecht haben gesetzlich Krankenversicherte wenn ihre Krankenkasse die Beiträge erhöht oder Zusatzbeiträge verlangt. Dann können sie in eine andere Kasse wechseln und dort auf deren Beitragsänderungen warten.

Ich erachte folgende Änderungen grundsätzlich für erforderlich:

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Krank und arm durch Wintersport

userlogo christaIn jedem Jahr erleiden etwa 40.000 Wintersportler auf den verschneiten Pisten unserer BRD Skiunfälle. Davon müssen rund 6.000 Unfallopfer zur Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Und als wäre der „dumme Unfall“ nicht bereits Schaden genug, geht das Drama da oft erst richtig los.
Unglaublich, wie unbedarft und unvorbereitet die Urlauber in den Skiurlaub fahren. Als würden sie ans Meer verreisen und sich an den Strand legen.
Wenig sportliche Vorbereitung und die  Ausrüstung wird nach dem Aussehen und der Aussenwirkung gekauft, der praktische Wert ist eher nebensächlich.
Aber es kommt noch schlimmer. Unerhört viele zum Sportler mutierten Städter überschätzen ihre Künste und verzichten auf einen der Gefahr angemessenen Versicherungsschutz.

Oft sind verunglückte Saisonsportler nach dem Unfall nicht nur gesundheitlich angeschlagen. Das Unglück zieht nicht selten auch kastastrophale finanzielle Folgen nach sich. Manchen hat der Ausflug in die Berge wirtschaftlich regelrecht ruiniert. Und seine Familie dann gleich mit.

Nicht nur Fachleute der Verbraucherzentralen raten wenigstens den minimalsten Versicherungsschutz zu beachten. Auch der gesunde Menschenverstand rät zur Wachsamkeit. Dazu gehört eine Haftpflichtversicherung und bei einem Auslandsaufenthalt auch die dazu passende Krankenversicherung.
Eine Unfallversicherung könnte sinnvoll sein, um nach einem Unfall die Transportkosten nach Hause zu übernehmen.
Und fragen Sie Ihre Versicherung vor dem Urlaub, ob die Folgen eines Skiunfalls in Ihren Versicherungen überhaupt enthalten und nicht als besonderes Risiko ausgeschlossen sind.
Nachlässigkeit und falscher Geiz könnten tragische Folgen nach sich ziehen.

Ich verkaufe keine Versicherungen und preise sie auch nicht an. Aber ich stehe dafür ein, dass es nahezu eine bürgerliche Pflicht ist, sich korrekt zu versichern bevor man sich in Gefahr begibt und sich nicht  darauf verlässt, dass die Gesellschaft einen schon auffängt.

Neue Lebensversicherungen ab 2012

Red@Für  neue Lebensversicherungsverträge  gilt eine  garantierte Verzinsung von 1,75%  pro Jahr. Bis dato waren es noch 2,25%, die einem Versicherten mindestens zustanden.

ABER:  Wer lässt sich schon auf eine Geldanlage ein, die nicht bereit ist mehr zu zahlen?
Sie werden also stets und von jedem Institut erfahren, dass Ihnen deutlich bessere Konditionen unterbreitet werden.

DOCH:  Es gilt nur das was schwarz auf weiß vereinbart wurde. Das, was ein provisionsabhängig tätiger „Vermögensberater/ Versicherungsberater“ (früher hieß er schlicht und einfach „Versicherungsvertreter“) oder ein Berater Ihrer Hausbank Ihnen – den baldigen Vertragsabschluss vor Augen – Ihnen vorschwärmt, ist ledig Schall und Rauch.
Halten Sie also Ihre Sinne beisammen wenn es um Ihr Geld geht und sollten Sie eine Police abschließen, machen Sie keine Mätzchen bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen. Das kann sogar noch nach vielen Jahren gnadenlos nach hinten losgehen und erwischt Sie womöglich kalt, wenn Sie’s nicht erwarten und am wenigsten gebrauchen können.

Und bedenken Sie was heute gilt: Später, wenn Sie mindestens ganze 12 Jahre (also 120 Monate) eingezahlt und mindestens das 62. Lebensjahr erreicht haben, soll das Geld aus Ihrer Lebensversicherung zur Hälfte steuerpflichtig sein.

Die Leistungen der Pflegeversicherung ab 01.01.2012

userlogo christa

Leistungen der Pflegekasse bis 31.12.2011 ab 1.1.2012 mehr EURO mehr %
Pflegesachleistung
Pflegestufe I 440,00 450,00 10,00 2,27
Pflegestufe II 1.040,00 1.100,00 60,00 5,45
Pflegestufe III 1.510,00 1.550,00 40,00 2,65
Pflegestufe III Härtefall 1.918,00 1.918,00 0,00 0
Pflegegeld
Pflegestufe I 225,00 235,00 10,00 4,44
Pflegestufe II 430,00 440,00 10,00 2,33
Pflegestufe III 685,00 700,00 15,00 2,19
Verhinderungspflege
für alle Pflegestufen 1.510,00 1.550,00 40,00 2,65
Tages-/Nachtpflege
Pflegestufe I 440,00 450,00 10,00 2,27
Pflegestufe II 1.040,00 1.100,00 60,00 5,77
Pflegestufe III 1.510,00 1.550,00 40,00 2,65
Kurzzeitpflege
alle Pflegestufen 1.510,00 1.550,00 0
Vollstationäre Pflege
Pflegestufe I 1.023,00 1.023,00 0,00 0
Pflegestufe II 1.279,00 1.279,00 0,00 0
Pflegestufe III 1.510,00 1.550,00 40,00 2,65
Pflegestufe III Härtefall 1.918,00 1.918,00 0,00 0

Quelle Barmer GEK

Red.: Liebe Christa, ich habe Dir die „Tabellenumrandung“ gesetzt. OK so?

 

Hurra. Statistisch werde ich knapp 80 Jahre alt.

Ich bin gerade 60 geworden, habe immer im Westen gelebt und lese erfreut, dass ich statistisch, durchschnittlich  79,2 Jahre alt werde, wenn ich nicht vor einen Bus laufe oder einer Pandemie zum Opfer falle.
Da hat es sich doch sehr gelohnt, dass unsere Nachkriegsgenerationen nach 1945 friedlich geblieben sind, nebenbei den kalten Krieg überlebt und durch Verständigungspolitik die Militärblöcke überwunden haben. 

Ab 2016 kann ich meine Rente lt. Rentenbeginn-Rechner voraussichtlich noch 14,2 Jahre beziehen. Statistisch zumindest.

Im Vergleich zu vielen anderen Ländern liegen wir als Bundesrepublikaner damit ziemlich weit oben in der Lebenserwartung.  Auch die älteren Bewohner unserer BRD kommen darin gut weg.
Wikipedia veröffentlicht dazu eine Übersichtskarte

Heute Geborene haben eine Lebenserwartung von sage und schreibe von fast 90 Jahren. Schreibt RP-Online am 03.08.2010.

Verhinderungspflege – Ein Tatsachenbericht (Teil 2)

 

…. so, heute kann ich weiterschreiben.

Mein nächster Gedanke war, ich müsste unbedingt abklären, ob meine Nachbarin auch unfallversichert ist.
Ich kürze die  Telefonate zur Beantwortung dieser Frage ab.
Die „Allgemeine Unfallversicherung“ verwies mich an die „Berufsgenossenschaft Bahn See“, wo ich erst die Auskunft erhielt, dass ein Minijob vorläge. Später als ich in einem Folgetelefonat nach Details fragte, erhielt ich von einer anderen Mitarbeiterin die Auskunft, es läge doch gar kein  Minijob vor. Die Unfallversicherung würde für alle Pflegenden von der Pflegekasse beitragsfrei übernommen – auch für die Verhinderungspflege. Damit entfiele das Kriterium der Versicherungspflicht über eine BG und somit auch die Möglichkeit des Minijobs.
(Nachtrag: Siehe aber Verhinderungspflege – Teil 4)

Ich also wieder ans Telefon und erneut bei der Pflegekasse angerufen.
In gekürzter Form auch hier das Ergebnis:
Die Übernahme der Unfallversicherung durch die Pflegekasse wurde mir bestätigt.
Also war auch ich bereits seit Jahren, als der hauptamtliche Pfleger, unfallversichert.
Das wird man mir ganz bestimmt zu Beginn der Pflege auch mitgeteilt haben und ich werde es wieder vergessen haben.
Ein Auffrischung meiner Kenntnisse, auch in eigener Sache, kann ja nie schaden.

Meine Frage, ob ich eine Interpretation der Info, dass die Leistungen der Pflegekasse steuerfrei wären, bekomme könnte, wurde so beantwortet:

Die Leistungen der Pflegekasse sind steuerfrei. So steht es im Gesetz. Allerdings könne die Pflegekasse keine Auskunft über steuerliche Angelegenheiten erteilen. Da müsse ich schon jemanden fragen, der sich damit auskennt. Womöglich das Finanzamt fragen.

Nun – ich glaube, da kann mir jeder zustimmen – wer klopft schon gerne beim Finanzamt an und offenbart durch ungeschickte Fragen seine konkreten Vorhaben. So ganz traut man dieser übermächtigen Institution unserer BRD doch nicht und man stellt sich gleich vor, dass man durch Unvorsichtigkeit fix in eine missliche Situation gerät.
Also so sind und waren zumindest meine Besorgnisse.

Wie ein Wink des Himmels kam es mir vor, als mir einfiel, dass wir Mitglied im SoVD sind. Flugs die Nummer herausgesucht und den Plastikausweis (wegen der Mitglieds-ID) ebenfalls.
Erleichtert trug ich gleich der ersten freundlichen Mitarbeiterin mein Anliegen vor.
Die Auskunft, die ich dann erhielt, kam mir seltsam bekannt vor.
Man könne mir keine Informationen über steuerliche Angelegenheit erteilen.
Wer hätte das gedacht?

Also doch zum Finanzamt.
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