Bonn: Unseriöser Wahlkampf und WCC Baustopp bedrohen OB Kandidat Jürgen Nimptsch (SPD)

Trotz des Investorendesasters beim hochgejubelten „World Conference Center“ und den seit Monaten ausstehenden 32 Millionen Euro, von denen auch SPD Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann nicht weiß, ob sie jemals überwiesen werden , verlief der Wahlkampf bisher eher verhalten. Mit dem Griff des SPD Vorsitzenden in die Schlammtonne, ändert sich in der beschaulichen Rheinprovinzstadt Bonn jedoch plötzlich die Atmosphäre, und bekam „amerikanische Dimensionen“.

Keiner hatte erwartet, dass nach dem eigentlich schon erfolgten Abgang von Bärbel Dieckmann auf den letzten Metern ein heftiges Fingerhakeln einsetzen würde, teilweise mit unsauberen Mitteln, und mit Manieren, die schlechter sind als die, welche die OB im Rat schulmeisterlich gerügt hatte.

Zunehmend entsteht der Eindruck, dass direkt und indirekt erst CDU – OB Kandidat Christian Dürig und nun – als möglicher SPD – Stimmenabsauger – der Politiker Peter Finger (Die Grünen) in die Maschinerie eines unsauber geführten Wahlkampfes geraten, der vor persönlicher Häme und Diffamierung nicht zurückschreckt. In Runde eins waren die Fronten noch klar: plötzlich kam der parteiintern gescheiterte OB Kandidat und Bonner SPD Vorsitzende Ernesto Harder auf die Idee, die Managerqualitäten von Christian Dürig anzuzweifeln, die man als OB Kandidat wohl haben sollte.

Die ehemalige Gymnasiallehrerin Dieckmann war allerdings auch niemals danach gefragt worden und sie gesteht selbst ein, dass ein fehlender männlicher SPD – Kandidat bei ihrer überraschenden Wahl zur OB eine große Rolle gespielt habe. Damals waren die Erfolgsaussichten für SPD einfach zu mies. Auch die jahrelange Kritik, die Verwaltung nicht im Griff zu haben, wurde eher negiert als Ernst genommen, sie kam nämlich hauptsächlich von den Grünen.

„Damit muss ich wohl leben“ erklärte sie dem Bonner Generalanzeiger an Ihrem 60. Geburtstag. „Ein Vorwurf, über den sie sich früher richtig aufgeregt hat. Inzwischen reagiert sie eher gelassen, quasi mit der Weisheit einer fast 60-Jährigen“. Damit ist es jetzt aber vorbei, denn nun ist angesichts der desaströsen Situation beim WCCB nach dem Urteil des Bonner Landgerichts, nicht „weises Aussitzen“,  sondern verantwortliches Handeln gefragt.

Der Schuss des SPD Vorsitzenden Harder ging allerdings, wie kurz danach auch der von „Münte“ nach hinten los. Nach diesem „Mobbing auf hohem Niveau“, so die Einschätzung von Christian Dürig, wurde noch ein bisschen nachgesetzt, dummerweise indirekt von der überparteilichen Lokalpresse selbst. (Der Link an dieser Stelle auf die Kölnische Rundschau, war wohl zu kritisch, geht es doch um Verstöße gegen sauberen Journalismus! Der Link wurde von außen „redirected“ auf einen Artikel des mit dem Wächterpreis“ ausgezeichneten Konkurrenzorgans, des Bonner Generalanzeigers. Entdeckt am 20.12.2010 von Peter Riemann)

Büchsenspanner war ein pensioniertes Konzernbetriebsratsmitglied aus Ostwestfalen, sicher kein CDU – Mann, den der GA telefonisch befragte. Pikante subjektive Einschätzung: Manager ja, aber eben nicht Top! Subtiles Nagen an der Qualifikation des CDU Kandidaten, anstatt Information für den Leser, die man sich aber selbst aus dem „Netz“ fischen kann. Dort steht, was es mit der „kleinen“ Tochter PostCom auf sich hat.

Das Eigentor des SPD Vorsitzenden besteht darin, vergessen zu haben, dass einmal provozierte Denkprozesse womöglich weiterlaufen: die Frage taucht nämlich auf, ob ein Manager eines kleinen Tochterunternehmens eines Global Players nicht besser geeignet ist für die Aufgabe eines Verwaltungschefs einer Großstadt als der Rektor einer Gesamtschule, dessen Qualitäten als Laienschauspieler unbestritten sind,  u.a. als Mephisto oder als Stadtdirektor Hennes Roth, der bei „Cäcilia Wolkenburg„, mit dem Kopf durch die Wand will.

Viele Bonner haben jedoch angesichts der hanebüchenen Ergebnisse beim WCCB und dem fatalen Handling mit dem Haus der Kultur die Nase voll von Tarnen und Täuschen im Stadthaus, man möchte endlich mal was Echtes, was Authentisches, und keine Fleißkärtchen – Dauerberieselung durch den SPD –  Wahlhelfertrupp von Stadtsprecher Friedel Frechen (CDU).

Genosse Jürgen Nimptsch, wird zwar als „Profi für Bonn“ auf den SPD Wahlplakaten gehandelt, allerdings ohne Nachweis, was damit gemeint ist. Was unterschwellig alles noch so mitspielen könnte hat eine Frau gemerkt, die sich dem vermuteten Wahltrend ihrer Geschlechtsgenossinnen in Richtung JürgenNimptsch nach der dimap – Umfrage wohl verweigern wird.

Auch eine straffbusige Brünette, der sich Herr Nimptsch auf den SPD – Wahlplakaten zuwendet, ist kein Beweis für Qualifikation, und passt so gar nicht ins Emanzipationsbild der SPD! Alle anderen Parteien hatten auf solche Mätzchen verzichtet (Man ahnt schon die Erklärung: das Foto wurde selbstverständlich anlässlich der Gender Scheck – Unterzeichnung des SPD – Gymnasiallehrers aufgenommen!)

Im Gegensatz zu Bonn – Berlin Aktionist Jürgen Nimptsch auf dessen Plakaten – tricky, tricky – das SPDLogo genauso fehlt, wie damals bei Bärbel Dieckmann, zeigen die anderen Parteien deutlich ihre Flagge.

Nach dem Harderschen Eigentor verhielt sich die CDU ruhig, machte wenig bis nichts und vertraute auf die Intuition der BonnerInnen. Die darauf folgenden Zuschriften in einer Leserbriefseite des GA gaben ihr Recht. Mit großer Mehrheit wurde der Einfall des SPD – Parteichefs als unkorrekt gewertet und auch die anderen Parteien distanzierten sich von der provinziellen „Schlammschlacht“, wobei vergessen wurde, dass nur eine Partei, nämlich die des SPD – Oberbürgermeisterkandidaten Jürgen Nimptsch mit Lehm geworfen hatte.

Runde zwei gegen Herrn Dürig geriet subtiler: „Der Wahlabend wird spannend“ titelt der Kölner Stadtanzeiger am 19.08.2009 ohne Angabe eines Autors (ddp, VR) und zeigt ein Foto des um einiges verjüngten SPD – Kandidaten.

Unterschrift: „Jürgen Nimptsch tritt für die SPD als OB Kandidat an“. Wesentlich kleiner, werden die OB Kandidaten Hümmrich (FDP), und Finger (Die Grünen) gezeigt, allerdings ohne Namensnennung. Dies könnte eine verspätete Reparaturmaßnahme für die WDR Einschätzung „Jürgen Nimptsch, OB Kandidat ohne Partei ?“ sein und ein „cooler“ Trick Herrn Dürig zumindest visuell unter den Tisch fallen zu lassen: wer nicht präsent ist, kann auch nicht gewählt werden. Dass der Beitrag nicht besonders CDU nah ist, belegen trotz vorgetäuschter Ausgewogenheit des gesamten Artikels, Diktion und Text, in dem man dem OB – Kandidaten der CDU ein „Eigentor“ andichtet.

„Die Bonner CDU hat ihren Kandidaten im benachbarten Meckenheim gefunden. Post – Manager Dürig war in der Endphase der Ära Kohl von 1997 bis 1999 Bundesgeschäftsführer der CDU. Dem 57- jährigen wird ein ausgezeichneter Draht zu Ministerpräsident und CDU-Landeschef Jürgen Rüttgers nachgesagt.

Vor einem klassischen Eigentor im Wahlkampf hat ihn das allerdings nicht bewahrt. So kündigte er an, im Fall seiner Wahl den Dienstsitz vom pittoresken Alten Rathaus in das nur wenige hundert Meter entfernte Stadthaus zu verlegen, wo die kommunale Verwaltung sitzt. Nach seiner Einschätzung bleiben auf dem Weg zwischen beiden Häusern zu viele Informationen auf der Strecke.

Damit machte sich Dürig ungewollt die Argumente derjenigen zu eigen, die einen Komplettumzug der Bundesregierung von Bonn nach Berlin fordern. Denn auch von Ihnen wird der mangelnde Informationsfluss zwischen beiden Dienstsitzen gerügt. In Bonn kam die Forderung Dürigs jedenfalls nicht gut an“.

Gerüchte („kam nicht gut an“) als Tatsachen getarnt, haben in der seriösen Presse nicht zu suchen, und die Analogiebildung mit dem Umzug als „Tertium Comparationis“ ist völlig unlogisch, weil Herr Dürig mehr als deutlich gemacht hat, aus welchem Grund der OB ins Stadthaus gehört: die von Frau Dieckmann behauptete „straffe Verwaltungsführung und harte Arbeit der letzten15 Jahren entpuppt sich nämlich beim jetzt fälligen Kassensturz auf vielen Ebenen als Eigen – PR und SPD – Version komplexer Ereignisse. So haben die OB und ihre SPD die Umstrukturierung Bonns nicht alleine geschaffen und die Veränderung der ehemaligen Hauptstadt und ihrer Bevölkerungsstruktur erfolgte in großen Teilen nicht durch irgendeine Verwaltung oder Partei, sondern durch die Umformung von Ministerien zu Großkonzernen.

Eine ähnlich milde Geschichtsklitterung findet sich häufig bei der Darstellung von Helmut Kohl, dem „Deutschlandvereiniger“, dem eine marode gewordene DDR bei der Schaffung dieses Bildes kräftig zuarbeitete.

Der Umzug vom Altstadtrathaus  – das sowieso gründlichst instandgesetzt werden muss – ins gleichermassen marode Stadthaus am Berliner Platz,  bedeutet den zweifellos bestehenden Mangel an Information beheben zu wollen, die Arbeit zwischen OB und Verwaltung effizienter zu machen und den Pleiten und Pannen der Genossen Referenten und Dezernenten und „hineinregierenden“ Ratsmitgliedern entgegenzuwirken.

Bei den nun anstehenden Haushaltsproblemen ein absolutes MUSS, sonst hat der zukünftige OB plötzlich den RP Peter Lindlar (CDU) als Kommunalaufsicht an seiner Seite, was für den SPD Mann Jürgen Nimptsch ein absolutes Desaster wäre, denn „Bonn gehört uns„, so der unbescheidene Machtanspruch des Gesamtschulleiters.

RP und der CDU – Landrat des Kreises Bonn – Rhein Sieg, Frithjof Kühn, Partner bei der Umstrukturierung der Region, werden hier ohne Not vom „Profi“ angerempelt. „Bonn Beute der Parteien“ fragt deshalb nicht zu Unrecht der Bürger Bund Bonn.

Per offizieller Verlautbarung durch die „Bundesstadtpräsidentin“ Bärbel Dieckmann, die sich am Ende ihrer Dienstzeit angeblich noch schnell mit dem Beethovenfestspielhaus ein Denkmal setzen möchte, wird der BBB daraufhin als undemokratisch gemaßregelt.

Das „Baggern vor Ort“, die harte Verwaltungsarbeit, hatte Bärbel Dieckmann mehr odere weniger der Verwaltung überlassen, und dafüt, völlig unbestritten, für Bonn viel positive PR-  und Überzeigungsarbeit geleistet. Nicht immer jedoch waren die „Ausritte“ der umtriebigen  Oberbürgermeisterin, die u.a. Dauergast auf der MIPIM in Cannes weilte, von Erfolg gekrönt.

Die dringende Notwendigkeit im Stadthaus nach dem Rechten zu sehen, ist leider keine Fiktion und nach 14 Jahren Regentschaft einer Verwaltungschefin, die sich nicht als Lotse, sondern als Kapitän des Bonner Dampfers verstanden hatte, besteht dringendster Handlungsbedarf  Teilen der Verwaltung klar zu machen, dass sie nicht Bundesstadtregierung, sondern Bundesstadtdienstleister sind.

Irgendetwas ist da unter Umständen abgefärbt und in welcher deutsche Großstadt bitte, wird eine Dienstaufsichtsbeschwerde an die Oberbürgermeisterin  a) nicht beantwortet und b) per Anwalt als eine Art Majestätsbeleidigung gerügt?

Auch die Genossen scheinen verlernt zu haben, dass geltendes Recht nicht auf dem Altar falsch verstandener Solidarität geopfert werden darf, gerade wenn es um die Gefährdung von Menschenleben geht.

Bestes Beispiel, der auch im Stadthaus allseits beliebte, egomanisch agierende SPD – „Gebäudemanager“ Friedhelm Naujoks, der als Chef einer eigenbetriebsähnlichen Verwaltungseinheit, nicht nur das „ähnlich“ gerne vergisst und alle Fünfe grade sein lässt, wenn es um die Einhaltung von Vorschriften und Rechtsnormen geht. Baugefährdung, Legionellenprobleme und andere unappetitliche Dinge, werden offenbar aus Parteikalkül negiert und Probleme personalisiert, anstatt der Sache auf den Grund zu gehen.

Unterstützung leistet an wichtiger Stelle der Vorsitzende des SGB Betriebsausschusses, der SPD – Fanktionsvorsitzender Wilfried Klein (Dransdorf), der mit seiner „frohen Osterbotschaft“ auf der „Lokalpage“ den Wert der SPD definiert: „Alles andere (außer rot) sind nur Eier“.

SPD – Ratsmitglied Bodo Buhse,  (Tannenbusch)  wird von ihm auch schon mal „von der Kette“  gelassen, um einem Beschwerdeführer, der Mißstände aufzeigt, per Mail mit einer Strafanzeige zu drohen. Politikgestaltung á la – Bonn Partei vom Feinsten!

Immerhin scheint manchen das schlechte Gewissen zu plagen. Nach den Dauerpleiten und Pannen des SPD – SGB – Betriebsleiters bricht plötzlich kurz vor der Wahl,  eine Flut von Erfolgsmeldungen über die BonnerInnen herein, dass man sich fragen muss, ob es sich um einen Meldungsrückstau oder eher um einen Meldungsüberlauf handelt.

Nicht zuletzt wegen der unendlichen WCCB Story liegt der Artikel des Kölner Stadtanzeigers auch ganz richtig: Noch – OB Bärbel Dieckmann „wird auch nach Ende ihrer kommunalpolitischen Laufbahn in der Öffentlichkeit präsent sein“. Nach den neuesten dramatischen Entwicklungen zum WCCB aber nicht nur als Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe, sondern als Hauptverantwortliche für Bonns zukünftiges Schicksal als defizitäre Kommune. Ihr „Nachlass,“ die ehemalige Chefsache, das World Conference Center Bonn, will  nämlich geregelt werden. Kein Spass für die beiden OB Kandidaten Nimptsch und Dürig, die vermutlich die meisten Stimmen auf sich vereinigen werden, egal on mit oder ohne Top – Managerqualifikation.

Der Fraktionsgeschäftsfüher der Grünen, Tom Schmidt, hat bereits für die nächste Vorwahlwoche „Rabatz“ angekündigt, wenn die pünktlich zum Schulanfang und zur Wahlkampfunterstützung für Jürgen Nimptsch aufgetauchte Oberbürgermeisterin nicht mit hinreichenden Informationen rüberkommt, wie es nun beim WCCB weitergehen soll.

Nicht ganz unerwartet erfreut sich plötzlich auch OB – Kandidat Peter Finger (Die Grünen) einer gewissen Sympathie Andersdenkender.

Da ist zunächst der SPD – MDB Ulrich Kelber, der sich zumindest in der Wortwahl vergriffen hatte, wohl nicht ganz unbewusst. Was sonst vielleicht noch als witzig („Vaterlandsloser Geselle“) durchgehen könnte, dürfte in Zeiten allgemeiner Sensibilisierung mit Vorsicht zu handhaben sein. Semper aliquid haeret!

Rücksicht ist aber nicht jedermanns Sache und mit dem fröhlich technischen Hantieren auf dem Twitter –  Miniblog, während der formell noch nicht abgeschlossenen Wahl des CDU Bundespräsidenten Köhler, wurde Ulrich Kelber bundesweit bekannt. Nicht zuletzt, weil sich der Diplominformatiker rhetorisch vehement verteidigte und uneinsichtig blieb.

Nach dem Geplänkel zwischen Kelber und Finger, der sich ironisch großzügig gab, kommt es aber aus einer anderen Richtung faustdick: im Bonner Generalanzeiger vom 19.08.2009 taucht plötzlich eine Sichtweise auf, („So gesehen“) von einem gewissen Christoph Meurer, seines Zeichens freier Journalist aus Bonn, dem erlaubt wurde, im größten Lokalblatt einen „waschechten Skandal“ aufzudecken, der ausnahmsweise mal nicht im Stadthaus spielt.

„Out of the Blue“ wird mit dem Beitrag „Amtierender OB in Bonn“ der Grünenpolitiker Peter Finger gemobbt, der auf der freien Enzyklopädie „Wikipedia“ nicht als Bürgermeister, sondern als Oberbürgermeister geführt wurde.  Der waschechte Skandal liegt aber bei dem allzu freien Journalisten, der weder fair noch vollständig recherchiert hat.

Erstens kann es sich um einen Irrtum handeln und zweitens hat jeder Zugriff auf diese Enzyklopädie. Unterstellt wird aber, dass Herr Finger sich selbst als „Amtierende OB“ präsentiert, was er auf allen anderen Websites nicht tut.

Dass diese „Veröffentlichung“ zu Wahlkampfzeiten überhaupt bei einem wichtigen Lokalblatt „durchgeht“  ist ein Indiz dafür, dass in der Bundesstadt Bonn informationstechnisch einiges im Argen liegt. Die Berichterstattung zum WCCB lassen grüssen. Im Übrigen: ein klarer Verstoß gegen den Pressekodex des Deutschen Presserates, dem nun automatisch eine Richtigstellung des unabhängigen Bonner Generalanzeigers folgen müsste.

Die unreflektierte Verbalrüpelei und die arrogante Abwertung der neuen Medien durch den Gastschreiber des GA: „Bis dahin erinnern wir uns daran, dass man im Internet so ziemlich alles finden kann: interessante Informationen – und jede Menge Quatsch„, zeugen von wenig Augenmaß und erinnern daran, dass gerade im Zusammenhang mit dem WCCB und beim Dauerbrenner Bahnhofsvorplatz,  auch in anderen Medien viel Meinungssteuerung zu finden ist und auch Desinformatives in Umlauf geriet.

Ganz putzig wird es, wenn man feststellt, dass die gelöschte Seite von Peter Finger folgenden Hinweistext enthält:

„08:11, 19. Aug. 2009, Peter 200 (Diskussion I Beiträge) hat „Peter Finger“ gelöscht (die BK Seite ist nicht erforderlich, da der sog. Politiker Peter Finger lediglich der Kandidat der Grünen für die OB Wahl ist. Warten wir doch die Wahl ab.“

Der Text ähnelt fatal dem des freien GA – Journalisten. Daraus lässt sich zwar keine schlüssige Urheberschaft ableiten, aber eine gemeinsame intolerante Haltung im Löschtext und in Meurers GA – Beitrag wird deutlich: die hehren Argumente von Wahrheit und notwendiger Aufdeckung eines „Skandals“ sind nur vorgeschoben, getroffen und bloßgestellt werden soll der politisch Andersdenkende, zumal im Löschtext eindeutig zu lesen ist: „der sog. Politiker Peter Finger“.

Der freie Journalist Meurer hätte erkennen müssen, dass, wer immer da gelöscht hat, dies nach den strikten Regeln von Wikipedia einen eklatanter Verstoß darstellt und der Gescholtene zwar nicht Oberbürgermeister, aber immerhin Bürgermeister ist.

Auch davon steht nichts im  „Sichtweise“ – Artikel des Bonner Generalanzeigers, ein ziemlicher Lapsus, denn in allen Medien wird Peter Finger als gefährlichster Gegenkandidat von Jürgen Nimptsch gehandelt.

Im Übrigen hätte – wie auf Wikipedia üblich – eine schlichte Korrektur mit Anmerkung ausgereicht. Wikipedia ist dazu da, enzyklopädisches Wissen zu vervollkommnen und nicht um politische Gegner „auszulöschen!“

Meurer leistet sich außerdem, nach den Informationen der MIGRApolis Homepage, ein Eigentor: weder ist eine solche subjektive Stellungnahme für den anerkannten Verein des  engagierten Dr. Hidir Celik produktiv, noch folgt seine „Aufklärung“ den eigenen Regeln von MIGRApolis. Dort heißt es nämlich:

„Unsere Foren bieten eine „virtuelle Versammlungsstätte“ in der Sie unabhängig von Ihrer sozialen und ethnischen Herkunft und Ihrer Religionszugehörigkeit eine offene und demokratische Gesellschaft mitentwickeln und gestalten können“.

Unbestritten ist, dass die benannten unseriösen Strickmuster,  aus welcher Ecke sie auch kommen, dem SPD Mann Jürgen Nimptsch, der nach ersten Umfragen die Nase leicht vorn haben soll, eher schaden als nützen.

Auch die Kampagne des Schulleiters Nimptsch, Informationen an die Eltern als indirekte Wahlkampfhilfe zu benutzen und sich ungefragt als potenter OB Kandidat mit überragenden Qualifikationen anzudienen, ist reichlich fragwürdig.

Unterstützer, wie der SPD Sprecher Martin Schilling, der plötzlich mit Solaranlagen auf Schulgebäuden winkt, für die bereits – huch, geht das in Bonn schnell – eine Baugenehmigung vorliegt, sollten begreifen, dass es Eltern gibt, denen diese zeitgleiche Mixtur aus Schul – und Parteipolitik missfällt.

Mit den Spenden von Solarworld sollten lieber längst überfällige personengefährdende Maßnahmen, wie die immer noch nicht zugelassene Konstruktion der Aula des Konrad – Adenauer – Gymnasiums, in einen bauaufsichtlich eindeutigen Zustand „nach Recht und Gesetz“ gebracht werden, denn dort gibt es bereits eine Solaranlage.

Zum Mitschreiben für die „Desinformationstruppe“ Naujoks, seinen Stellvertreter Lossau und den Grundsatzreferenten der OB, W. van Vorst: das im Grundgesetz verbriefte Recht auf Leib und Leben ist wichtiger als Solarstrom zu erzeugen.

Die Oberbürgermeisterin sollte auch bei Schuleinweihungen (im Beisein von Jürgen Nimptsch)  nicht nur auf der NRW Landesregierung („Machtspielchen“) rumhacken, sondern lieber dem SGB Betriebsausschussvorsitzenden Wilfried Klein (SPD) die KAG – Akten wegnehmen und diese selbst studieren um die Gefahr erkennen, die Jürgen Nimptsch droht: weder Lehrer noch Oberbürgermeister dürfen Parteiinteressen und Parteiräson höher stellen, als das Leben ihrer Schutzbefohlenen, gleich welcher Partei sie angehören.

Diese Selbstverständlichkeit ist offensichtlich in den letzten Jahren in Bonn unter SPD Einfluss verloren gegangen und wird auch nicht durch Schlammwerfen und Postentricksereien der eigenen Parteifreunde besser.

Machtspielchen“ und eine mit Parteiinteressen belastete Verwaltungsarbeit können unter Umständen dazu führen, dass man das „Besondere, das einem anvertraut wurde“ (Zitat Bärbel Dieckmann), verliert und nur in Teilen wieder retten kann. Genau das kann aber keine Partei wollen.

Wenn „Bonn uns gehören soll, so der Anspruch von Jürgen Nimptsch und seiner SPD dann sollten die Verantwortlichen der vergangenen Ära Dieckmann wenigstens verbal die Verantwortung übernehmen für die Altlasten, die sich in 14 Jahren angesammelt haben, wegräumen müssen es sowieso andere.

Der „offene Brief an die Stadtverwaltung“ mit dem sich Jürgen Nimptsch als Alleskünstler und „neuer Chef“ der Behörde andient, verrät bereits wo es langgehen wird: keine Überprüfung und Änderung von unrechtmäßigen Verwaltungsstrukturen, die unter der „Stabführung“ von Frau Dieckmann offenbar gut gediehen. Dafür modellhaft auf der gleichen Seite, aus München, eine neues „Rückmeldeformular“ für die Führungskräfte.

Vermutlich ein Versehen, denn wegen des staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren gegen das SGB (Az.:338 Js 53/09) und das Rechtsamt (Az.:338 Js 45/09) müßte eigentlich ein Abmeldeformular gezeigt werden. Neues SPD – Verwaltungskonzept also? Innovation durch abkupfern, für Lehrer nicht gestattet, setzen, sechs!

Dieses Ausmaß an „Innovation“ wird nicht ausreichen für die völlig anderen Aufgaben welche in Bonn zu bewältigen sein werden. Die nächsten Hiobsbotschaften tauchen schon in der Lokalpresse auf, unter Umständen droht der sog. „Heimfall“ des Projektes.

Davor haben berechtigterweise viele Bonner BürgerInnen Angst, nicht jedoch SPD – Wirtschaftsfachmann Martin Schilling, der noch am 07. August 2009, als bereits Wasser über dem Kiel des WCCB stand, auf rheinraum – online im Kommentar zum Artikel als „Blinder“ auf den „Lahmen“ verwies:

„Auch wenn bei einigen anscheinend die Hoffnung groß ist„, so schrieb er, „dass das Projekt WCCB über die Wupper oder den Rhein geht, besteht dazu kein Anlass. Mißtrauen finde ich okay, aber die Verquickung von Vermutungen, Äußerungen und angeblichen Tatsachen entspricht nicht der Wirklichkeit. Wer z.B. heute die Zusammenfassung von Bernd Leyendecker im General-Anzeiger liest, hat einen guten Überblick über den tatsächlichen Sachstand. Und vertickt hat hier niemand etwas, denn die Stadt hat durchaus mit dem Heimfallrecht eine starke Position.“

Die scheinbar typische Mischung mancher Bonner SPD Spitzen, aus milder Unterstellung („Hoffnung“), von Tatsachenverdrehung und des an der Sache Vorbeischwadronierens verwirrt diejenigen, die hinterher die Suppe auslöffen müssen. Desinformation statt Aufklärung, das neue Grundsatzprogramm einer großen deutschen Volkspartei?

Mit dem nun immer größer gewordenen finanziellen Ballast aus der Ära Dieckmann und den schnell, aber daneben schießenden SPD – Hilfsscheriffs wird das Problem für SPD – OB Kandidat Jürgern Nimptsch immer größer zu erklären, warum Bonn unbedingt zum Wohl der BürgerInnen Kontinuität und Weiterentwicklung und keinen Wechsel braucht.

Obwohl SPD – Kapitän Wilfried Klein für den Bonner WCCB – Dampfer, nach dem prekären Gerichtsentscheid vom 05.08.2009, die Parole „Ruhe bewahren“ ausgab und Stadtsprecher Friedel Frechen nur seinen Job tat und mal wieder den Naiven geben durfte, ist jetzt auch ein teurer Baustopp denkbar.  Das gibt zu der Vermutung Anlass, dass die scheidende Oberbürgermeistein Bärbel Dieckmann bei ihrem Verzicht auf eine weitere Amtsperiode nicht nur den Generationenwechsel im Auge, sondern, mit Insiderwissen bestückt, vielleicht einen guten Riecher hatte:

man sollte das Schiff verlassen, bevor es auf der Brücke extrem zugig wird, oder der Pott ganz untergeht…

 

Friedhelm Naujoks: mangelhafte Immobilienbewertung und Kritik am Baucontrolling – vom SGB zum WCC Bonn

Manche Zeitungsartikel bleiben ewig im „Netz“ hängen, andere verschwinden spurlos, oft sind das aber die interessantesten.

Der Artikel im Bonner Generalanzeiger: „Rat wechselt Wirtschaftsprüfer des Naujoksbetriebes aus“, der am 22.10.2007 erschien, vom GA Lokalredakteur Rolf Kleinfeld, gehört zu den Bonner Highlights, weil hier zum ersten Mal deutlich wurde, dass man sich mit den Erwartungen in punkto Eigenbetrieb mit dem hochgelobten Werkleiter aus Bielefeld vielleicht doch etwas verschätzt hatte.

Dieser ist mittlerweile – mit neuer „Dachmarke“ – vom Werkleiter zum Betriebsleiter zum hochdotierten Bonner „Gebäudemanager“ mutiert (Immobilienwirtschaft – Gebäudewirtschaft – Gebäudemanagement – Gebäudemanager – Baumanager ) und tingelt trotz aller Pleiten , Pech und Pannen und beinharter Rechtsverstöße als selbsternannter „Bauexperte“ durch die deutschen Lande . Vornehmlich ist er „bundesweit als Referent“ tätig für den vhw (nach Linkaktivierung in Maske „Naujoks“ eingeben) , dem er nicht nur seine ausgewiesenen Fähigkeiten zur kommunalpolitischen Steuerung zur Verfügung stellt, sondern auch das „Menschenmaterial“ in Form von nachhaltig motivierten Seminarteilnehmern gleich mitliefert.

Im Bonner Stadthaus pfeifen es nämlich die Spatzen vom Flachdach, dass der Betriebsleiter die eigenen Leuten reihenweise in die vhw – Seminare beordert hatte:  eine Hand wäscht die andere…

Deutschland scheint aber noch nicht so ganz verloren, den inzwischen hat der vhw Einsicht gezeigt: von 5 bereits terminierten  Seminaren im Bundesgebiet mit dem umtriebigen Hansdampf sind nur noch zwei übrig geblieben und zwar das putzige Seminar: „Reden – Verhandeln – Überzeugen“ (angeblich große Nachfrage) und das „Risikomanagememt“  gedacht wohl als Trostpflaster (Stand 30.05.2009).

Wer jetzt noch Lust hatte auf  das Seminar „Bewertung kommunaler Gebäude“ (angesprochen waren: Bau- Planungs- Vermessungs- und Liegenschaftsverwaltungen, Gutachterausschüsse und deren Geschäftsstellen, Sanierungsträger, Baufinanzierungsinstitute und Wohnungsunternehmen)  der wird am 18.06.2009 nicht mehr bei der Abschiedsveranstaltung von  Friedhelm Naujoks in Hofheim am Taunus dabei sein  können um zu hören, wie es zur „Wertsteigerung“  in Bonn beim WCCB kam.

Das letzte „Bewertungsseminare“ von Friedhelm Naujoks ist inzwischen aus dem vhw – Angebotskatalog verschwunden und auf der allgemeinen Suchseite ist er nicht zu finden, damit wird u.U. signalisiert, dass die Message angekommen ist: auch dem Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung droht vermutlich ein Bußgeld für diese „Handwaschaktion“ mit Friedhelm Naujoks, dessen Tendenz  zu korruptionsträchtigen Verhaltensmustern (rigide Machtausübung, großflächige Rechtsbeugung, Egomanie, Selbstpromotion und unrechtmäßigem Verwaltungshandeln)bisher in Bonn keiner so recht wahrhaben wollte.

Wertsteigerungen

Die Rückschau auf diesen archivierten Artikel ist hilfreich, um die egomanischen Mechanismen zu verstehen, welche die Unglücks- und Zufälle produzieren, mit denen der Steuerzahler dann plötzlich konfrontiert wird. Oft geht es dabei nicht um „Peanuts“, wie beim Konrad – Adenauer Gymnasium (im Moment noch ca. 630.000,- Euro), das wegen vorsätzlicher Baugefährdung zum Ermittlungsobjekt der Bonner Staatsanwaltschaft wurde, sondern um 60 Millionen Euro wie beim Bonner Konferenzzentrum WCCB , das natürlich zu Ende gebaut werden muss, auch wenn sich die Bausumme recht plötzlich, auf der nach oben offenen Richterskala, um zunächst 40 Millionen Euro und zwei Tage später geheimnisvoll und unerwartet um weitere 20 Millionen Euro erhöhte.

Immerhin, so heißt es nun, hatte Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann vor ca. einem Jahr mündlich eine zweistellige Kostensteigerung bekannt gegeben, aber irgendwelche schriftliche Unterlagen gibt es nicht in Bonn, Vertrauen ehrt!

Wem diese „Wertsteigerung“ der Immobilie letztlich an – heimfällt ist noch völlig offen, vielleicht wäre es aber klüger gewesen ein renommiertes Ingenieurbüro zu beauftragen, um das Engagement der Sparkasse KölnBonn mit ca. 70 Millionen Euro zu schützen, als ausgerechnet den SGB Betriebsleiter, der lediglich auf ein unveröffentlichtes Manuskript für einen Workshop zur Projektsteuerung hinweisen kann (mit Wilhelm Tucholsky, Hochbauamt Herne 2003) und schon bei kleinen Projekten, wie dem Melbbad in Ippendorf  Kosten und Termine nicht auf die Reihe bekommt.

Friedhelm Naujoks, bei diesem Thema mehr als pingelig, wenn andere betroffen sind,  zeigt menschliche Nähe wenn es um die eigene Haut geht und entschuldigt, dass es noch ziemlich wüst auf der Melbbad – Baustelle aussieht: „Das ist aber ganz normal für jemanden der baut„. Inzwischen haben sich die vollmundigen Sprüche („Terminplan ist auf Kante genäht…die Verwaltung wird alles tun um den Eröffnungstermin zu garantieren„) ins Gegenteil verkehrt. Der Betriebsleiter hat am eigenen Leib erfahren,  dass Bauzeitenpläne von vielen Faktoren und Mitspielern abhängig sind und fast nie „Erzwingungs- sondern Koordinierungsinstrumente“ sind.

Alle Zusicherungen des federführenden Profis nutzten  nichts , denn der Eröffungstermin musste gleich zweimal verschoben werden. Beim zweiten Mal fiel der Start wieder ins Wasser obwohl, peinlich, peinlich die Einladungen schon raus waren (so setzt man die eigenen SGB – Leute unter Druck).

Was als normalerweise als blöde Panne bewertet wird, brachte nun das Becken, nein, das Fass zum Überlaufen. „Im Stadthaus grummelte es“, so der Abspann des Expressartikels: „Möglicher Grund: Naujoks‘ Arbeitsvertrag läuft zwar noch bis zum Jahr 2016. Doch nach den Informationspannen bei den Schulen und nach der Kostenexplosion beim World Conference Center Bonn (WCCB) wird hinter vorgehaltener Hand schon über eine Auflösung seines Vertrages getuschtelt„.

Die Kostenexplosion  von ca. 60 Millionen Euro (oder mehr), fanden die Politiker nicht normal,  und erwarteten dass  das Frau Dieckmann und Herr Naujoks nun erklären müssen.

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