Pünktlich zum 1.Juli = Rentenerhöhung. Welch eine Freude?

Morgen dürfen sich unsere 21 Millionen Vollzeit-Rentnerinnen und -Rentner mal wieder so richtig drauf los freuen und laut die Sektkorken knallen lassen.
Der 01.07. gibt sich mal wieder als Rentner-Neujahr.
Wisse: Rentner haben ein vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr. Es tickt ab dem 01.07. bis zum 30.06. des Folgejahrs.
Auf das bislang erreichte Rentenniveau von knapp unter 48 Prozent gibt’s mal wieder so'nen richtig vollen Schluck aus der Pulle. Denn meine, deine, unsere BRD zahlt ihnen doch mal eben wieder das gewohnte Rentenplus zum „Jahreswechsel“.

Dieses Jahr sind es im Westen üppige 1,9 Prozent Erhöhung, im Osten gibt’s den Super-Bonus mit sage und schreibe 3,6 Prozent.

Da kommen dieses Jahr glatt 6,5 Milliarden Euro on the top zusammen – oder wie der Sachbearbeiter der Rentenversicherung sagen würde – „oben drauf“.
Für solche Mehrbeträge musste der Rentner früher streiken.
„Jetzt gibt’s das automatisch!“
Aber nicht allen Rentenempfängern ist danach zumute, den guten alten Finanzminister hoch leben zu lassen. Denn manch Rentenempfänger / -in geraten durch die Erhöhung in eine unerwartete finanzielle Misslage.
Waren Rentnerinnen und Rentner bislang unter'm Strich von Steuerzahlungen verschont geblieben, kann sich das ab morgen ändern. Dann ist aber nicht nur die Erhöhung steuerpflichtig, sondern „krass“ die gesamte Rente wird zur Steuer herangezogen.
So erwischt die kalte Progression auch den ganz normalen Feld-, Wald- und Wiesenrentner.
Diese wird spätestens ab diesem Moment ganz allgemein als ungerecht empfunden. Spätestens jetzt wissen auch die Betroffenen, warum der Finanzminister sich um ein gerechteres Steuersystem und eine Abschaffung dieser Steuerungeheuerlichkeit herumdrückt.
Die vom Staat eben noch gezahlte Rentenerhöhung kommt auf diesem Wege wieder in das Staatssäckel zurück.
Bravourös. Darum lieben wir unseren Staat.
Wetten, dass auch der amtierende Sozialdemokrat Olaf Scholz daran nichts ändern wird!
Wetten?
Er wird darum herumreden, Worthülsen um sich werfen und dem Volk ganze Absätze leeres Gewäsch abliefern. Aber unter'm Strich hilft's dem Rentner nicht. Das Finanzamt hat ihn schon länger im Visier, jetzt aber am Haken.
Fortan ist er dran!

Unproduktives Arbeitskapital muss für die aktuellen Rentenbeitragszahler eben möglichst kostenneutral abgewickelt werden.

Schon so manchem Arbeitnehmer wurde der Wunsch nach mehr Geld wegen der kalten Progression zum Verhängnis. Da reichte 1 Euro zu viel und schon war er geliefert. Darüber haben wir Berichte in allen Medien und bis zum Abwinken erhalten.
Immer schien es ultraweit entfernt.
Kein Rentner zerbrach sich darüber den Kopf. Rentnerinnen vermieden aus Gewohnheit jede Sorgenfalte vermuteten nie und nimmer, dass die Einschläge immer näher kamen. Sorgen konnte sich auch kein Rentenbezieher machen, denn die teilte er bereits „vollumfänglich“ mit seinem Arzt und mehrte sie durch die immer neuen Schreckensmeldungen aus der Rentnerillustrierten, die es kostenlos und stets griffbereit auf dem Tresen der Apotheke gibt.

Wohl an Ihr Glücklichen!
Lasst uns froh und munter sein!

 

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