Bonn, die Post, Festspielhaus und Mitarbeiterbehandlung

Sie werden, liebe Leserin und lieber Leser, es vielleicht den Medien entnommen haben: bei der Post (Konzernsitz in Bonn) herrschen Streitigkeiten mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Grund: Entlassungen, Herabstufungen oder sogenannte Ausgliederungen in Nebengeselschaften mit verminderten Bezügen sind das Ziel des Management. Die Personalkosten sollen verringert, der Gewinn dadurch erhöht werden. Soziale Gesichtspunkte werden ignoriert. Leidet etwa die Post unter finanziellen Problemen, die das Management zu solchen Massnahmen zwingen ? Davon kann keine Rede sein. Das Unternehmen erzielt kräftige Gewinne und verfügt über ein sattes Kapitalpolster. Verringerung der Ausgaben wird nur bei den Arbeitnehmern angestrebt. Für Zwecke, die dem hohen Management besser gefallen, werden leichten Herzens Millionen ausgegeben. Welche zum Beispiel ?

Nun, die Post residiert in Bonn in einem riesigen, nach der Wiedervereinigung neu gebauten Hochhaus am Rheinufer. Bonn war früher. Bundeshauptstadt, und als solche braucht man, nach Ansicht der Bonner „besseren Kreise“, ein Beethoven-Festspielhaus. Zwar ist Bonn hoch verschuldet aber das spielt keine Rolle. Das Festspielhaus soll der Stadt „geschenkt“ werden, die Bau- und Unterhaltskosten trägt im wesenttlichen die Post. Das Management hat eine zweistellige Millionensumme zugesagt,

             Bonn braucht das Festspielhaus so dringend wie der Bonner Oberbürgermeister(SPD) einen Kropf. Aber aus der Sicht des Managements der Post ist ein Festspielhaus eine wunderbare Gelegenheit zur Repräsentation, bei Festspielen sind die Presse und das Fernsehen mit zahlreichen Fotografen zur Stelle, die Bilder der anwesenden Honoratioren mitsamt der Gattin im neuen Abendkleid werden in allen Medien veröffentlicht, man steht im Blickpunkt. der Öffentlichkeit, diese Repräsentation ist doch die lächerlichen Millionen wert, zumal man die ja bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einsparen kann.

Prosteste hat das Bundesunternehmen Post in Bonn nicht zu befürchten, im Gegenteil, besonders die SPD in Gestalt des SPD-Budestagsabgerdneten Ulrich Kelber unterstützt die Ausbeutung der Arbeitnehmer, nicht nur durch den fehlenden Protest gegen die Massnahmen des Managements der Post sondern auch noch durch die Bereitstellung einer weiteren Millionensumme aus Steuermitteln. Die Regierung des Budeslandes Nordrhein-Westfalen, bestehend aus SPD und den Grünen, will ebenfalls beträchtliche Steuermittel bereit stetllen. Von Protesten nirgendwo eine Spur.

 Wenn man die Maßnahmen und die Unterstützer des geplanten Bonner Festspielhauses, an ihrer Spitze das Management der Post, betrachtet muss man zu dem Ergebnis kommen, dass für die sogenannte Elite unserer Gesellschaft das Freizeitvergnügen einer kleinen Clique von Bestverdienenden in einem pompösen Festspielhaus wichtiger ist als das Wohlergehen von Tausenden kleinen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.