Außerordentlicher Parteikonvent der SPD

Red@Am 27. September 2013 beginnt um 18:00 Uhr der außerordentliche Parteikonvent der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Außerordentlich, weil sich niemand in der SPD-Führung vor der Bundestagswahl 20123 vorstellen konnte, dass nach der Wahl Fragen zu einer großen Koalition auftauchen könnten?
Nicht bei Peer Steinbrück als Kandidaten?
 
Versammlungsort ist der Hans-Jochen Vogel Saal im Willy-Brandt-Haus. Eingang Wilhelmstr. 141 in 10963 Berlin.

Themen-Anträge von Mitgliedern werden per eMail an antragskommission@spd.de bis heute –  25. September – Mitternacht angenommen. Wer kein Mail senden möchte kann seinen Antrag auch per Fax an 030-25991 133 senden.

Was passiert da eigentlich? im Willy-Brandt-Haus?
Zuerst wird man sich begrüßen und erklären, dass der Konvent nun eröffnet ist.
Dann das unvermeiblich Übliche. Das Präsidium wird gewählt (also die Vorgeschlagenen werden von den Anwesenden bestätigt. Schon aus Zeitgründen kommt es ganz sicher zu keiner Wahl im Sinne des Wortes. Das Ergebnis der Bundestagswahl ist Mahnung genug.)
Danach wird die Tagesordnung beschlossen. Das ist in der Regel die bereits vorliegende vorläufige Tagessordnung. Möglich, aber eher unwahrscheinlich, dass noch etwas Wegweisendes hinzukommt.
Dann müssen die Geschäftsordnung für den Konvent beschlossen werden und die erforderlichen Kommissonen gewählt werden.
Also auch hier dürften die Vorgeschlagenen sicherlich mehr oder weniger abgenickt werden.

Berücksichtigen wir das Wundenlecken über das Wahlergebnis der Bundestagswahl und das Verlesen der Anträge zum Konvent. Einbeziehen müssen wir die Dankes- und Schlussworte des zu Beginn gewählten Präsidiums auch noch.  
Für den reinen Konvent-Job bleibt da wohl nicht wirklich viel übrig, obwohl es doch für die Partei und ihre Mitglieder um einiges geht.

Die Zeit ist also echt knapp bemessen. Der Konvent soll sage und schreibe nämlich bereits um 21:00 Uhr wieder beendet werden.
Da bleibt nach dem Zeremoniengedöns kaum noch Zeit für etwas wirklich Wesentliches, wofür die geladenen Parteimitglieder jedoch angereist sind.

Na dann mal viel Spaß.
Ob die Ansichten und Meinungen der Parteimitglieder berücksichtigt werden können?
Ob die Zeit so etwas überhaupt zulässt?

Oder ist alles Show und die SPD-Oberen haben bereits vor der Bundestagswahl die Chancen richtig eingestuft und heimlich einen Plan B (die Tagesordnung für den 27.09.) ausgeheckt, der nun nur noch formal abgenickt werden muss, damit er legitimiert ist?

Ist die Politik der SPD den Parteimitgliedern schon wieder weit voraus?
Würde es uns nicht wundern, wenn es anders wäre?

3 Gedanken zu „Außerordentlicher Parteikonvent der SPD

  1. Vielleicht braucht die CDU nur einen glaubhaften Sündenbock für das Scheitern der Koalitionsverhandlungen, um mit diesem Argument in Neuwahlen zu gehen und eine unwillige SPD an die Wand zu spielen.
    Bei einer neuen Wahl würde sogar die FDP wieder auferstehen.
    Das wäre wohl der Untergang für die traditionelle Arbeiterpartei. Die CDU/CSU hat sicherlich gute Regisseure, um so etwas in die Tat umzusetzen..

  2. Ganz richtig. Genau so ist es. Was sagte unser großer Vorsitzender Gabriel nach dem Konvent? Die Partei-Spitze habe den Auftrag angenommen in Verhandlungen zu treten, aber es gäbe keinen Automatismus, dass diese in eine große Koalition führen würden.

    Nee? Wohin denn sonst Ihr ……? Ich darfs nicht sagen. Lieber nicht.
    Schon der vollmundige Gert hatte in seinem berühmten Fernsehauftritt verkündet, dass seine SPD niemals in eine große Koalition mit der CDU eintreten würde.
    Und was war?

    Logisch geht die SPD wieder zur CDU. Nicht wegen der schicken Ämter, die unseren Chefs winken. Nein, deswegen nicht…… aber andererseits, vielleicht doch ein bisschen. So eine Ministerpension schmückt später doch ganz ungemein. Und der rundumdieuhr Personenschutz vor der Haustür. Das macht in der Nachbarschaft schon was her. Das muss man schon sagen. Das Ministerium ist dabei gar nicht mal so wichitg, Da ist ein Politiker flexibel.Irgendeins tut es zur Not auch.

    Der liberale Rösler erhielt als Zahndoktor mal eben das Gesundheitsministerium aufs Auge gedrückt, machte aber als allroundkundiges FDP-Mitglied dann rüber ins Wirtschaftsministerium. Fachfernes Grundwissen ist für einen Minister also nicht zwingend störend.
    Eine Parallele zu bildungsfernen Wählerschichten, die Fehler dadurch vermeiden wollen, dass sie lieber erst gar nicht zur Wahl gehen, statt ihre wertvolle Zeit mit unsinnigem, zwecklosem Kreuzemachen zu vertun?

    Es ist nach einer Bundestagswahl in der Tat nicht leicht, ein besonnener Bürger zu bleiben.
    Wer hat eigentlich den Quark in die Welt gesetzt, dass die Bürger der Bundesrepublik Deutschland gern eine große Koalition sähen?
    Wer war das?
    Ich habe einen richtig riesigen Bekanntenkreis und nur ganz, ganz wenige finden diese Idee wirklich toffte. Eher wird sie als Armutszeugnis und Zeichen von Schwäche angesehen.

    Aber die SPD kann sich eine Neuwahl gar nicht erlauben. Dann ist sie nämlich weg vom Fenster. Weit, weit weg. Sie muss also in eine große Koalition, wenn sie überhaupt noch eine Zukunft haben will. Und sei sie noch so jämmerlich. Es geht gar nicht anders Genossen.
    Aber statt dies zuzugeben, schwafelt man uns redheads von oben her mit dummem Zeugs voll. Es tröpfelt auf mich herab wie Sabber, der mich und wohl auch meine Birne weichmachen soll.
    Ich glaub ich hau nächstes Jahr auch in den Sack. Etliche meiner Freunde ibereits von der Fahne gegangen. Aus dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein von 1869 ausgetreten. Ich habe den Eindruck, sie fühlen sich sogar ganz wohl. Sie ärgern sich nämlich nicht mehr, dass sie für ihr Geld nichts bekommen.
    Wenn das die Gründerväter mitbekommen könnten. Ich glaube, die würden wie von 100.000 Volt getroffen auferstehen und sich grausam dafür rächen, was aus ihrer Idee so gemacht worden ist.

     

  3. Wenn die SPD-Convention (schau nach bei Wikileaks) tatsächlich etwas Überraschendes und über den Konvent hinaus, für das bürgerlich außerparlamentarische Leben,  Brauchbares hervorbringen sollte, dann bin ich bestimmt einer derjenigen, denen vor Überraschung der Unterkiefer bis auf die Knie herunterfällt.

    SPD-GABRIEL will die SPD nicht in einer Koalition mit der CDU/CSU ruinieren, aber exakt das werden die Genossen SPD-Führer letzten Endes tun. Wer einen solch 1xig laienhaften Start  an der  Bundestagswahl vom Stapel laufen lässt, wer dann auch noch den Steinbrück auf den Spitzenplatz schiebt, der sich ursprünglich nicht einmal selbst benennen sondern vom SPD-Volk aus tiefster Not heraus gerufen werden wollte, dem kann man doch gar nicht mehr helfen. Der ist einfach dazu verdammt, den Koalitionskasper zu machen und sich weiter zu demontieren.
    Kanzler Schröder (SPD) hat den Genossen den Weg in die Bedeutungslosigkeit gewiesen und sie laufen seitdem schnurstracks immer weiter, bis Lindner und Kubicki (beide FDP) in naher Zukunft mehr Wählerstimmen hinter sich vereinen, als die SPD zusammenkratzen kann.
    Womöglich hilft ja dann nur noch die Bitte an die älteren Wähler, im Gedenken an frühere Zeiten wenigstens eine Zweitstimme zu spendieren, um die altehrwürdige Arbeiterpartei nicht weit hinter den sich immer mehr  modernisierenden LINKEN elendig verrecken zu lassen.

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