Horst will es wissen: „Warum ich?“

logo f.Beitrag per MailDiese Onlinebeschwerde des überzeugten Europäers Horst habe ich vor wenigen Minuten erhalten:

Entweder bekomme ich weiterhin mein Taschengeld oder Griechenland muss aus der Eurozone ausscheiden.

Mein Pa hat mir das gesamte Taschengeld für 3 Monate gestrichen.

Der Schaden geht an die 300 Euro.

Er meint, ich irrte mich, das von ihm gesponserte Taschengeld sei eben keine leistungsunabhängige Zulage auf rein privater Basis, hin und wieder hat er es „Investition in die Zukunft genannt. Ich vermute, er meint damit eigentlich seine eigene Zukunft.

Warum er mich so straft?

Ich habe ihn in den vergangenen Monaten mit kreativ gestalteten Schulergebnissen bei Laune gehalten und für gute Noten und Wohlverhalten Prämien kassiert. Wohlverhalten, ein tolles Wort, dafür, dass ich mich so gezeigt habe, wie man mich sehen wollte und ich mich so benommen habe, wir man es von mir erwartete, damit ich mein Taschengeld bekam.

Jetzt ist er dahintergekommen, dass ich geschummelt habe.
Aber, was für eine krasse Überreaktion!
Mir sofort das ganze Taschengeld zu streichen, ohne mir die Möglichkeit zu geben meinen Finanzhaushalt in Ordnung zu bringen, ohne mir, seinem Sohn, Fristen einzuräumen und die Sache gesamtfamiliär zu sehen.
Sein Geld war doch nie weg. Es war bei mir und das war gut so!
Was soll aus ihm werden, wenn ich aufgrund des wirtschaftlichen Mangels in das Beschaffungsmileu abrutsche und später nicht das werden kann, was er sich vorstellt? Was soll aus ihm werden, wenn ich ihn deshalb später, wenn er mich braucht,  nicht unterstützen kann? Was soll aus ihm werden, wennich nicht so nett werde wie er sich das so erträumt, weil ich ihm das nicht vergesse?
Denkt er gar nicht an sein Alter, die Pflege, seine Altersohnmacht?

Ich finde, dass seine Strafe  zu hoch ist und aßerdem ist eine derartige Bestrafung nicht demokratisch und auch nicht menschenwürdig. Von der langfristig anhaltenden negativen Wirkung auf meine familiäre Einstellung und die Bindung zu meinen Eltern will ich gar nicht reden.

In Anbetracht dessen, dass Griechenland kein einziges Versprechen eingehalten hat, dass in Griechenland dieselben Deppen maßgeblich regieren, wie vor der Wahl, dass sich nichts, rein gar nichts geändert hat und die Steuern meines Vaters sinnlos ausgegeben wurden und er dagegen nichts getan hat und immer noch nichts tut, außer meckern, empfinde ich mich direkt als Opfer der Eurokrise.

Ich erwarte, dass meine überregionalen Bedürfnisse und eu-staatlichen Interessen aus Brüssel gefördert werden. Meinetwegen gegen Auflagen.

Ich verlange einen Rettungsschirm für gefährdete Taschengeldzahlungen an Kinder und Jugendliche, die sich nicht gegen Eltern und Poltiker wehren können und beiden und ihren Entscheidungen wehrlos und schutzlos ausgeliefert sind.

Ich wohne in Eschborn, möchte gern in Hamburg studieren, finde aber dort kein bezahlbares Zimmer.
Hier hätte ich gern eine nicht rückzahlbare Subvention der EU. Schließlich will ich später aus dem Hörsaal direkt in den Plenarsaal wechseln. Habe mich schon erkundigt was ein Bundestagsabgeordneter erhält und kann mir ungefähr vorstellen, was er anstellen muss, um nach Brüssel abgeschoben zu werden. Da ich besser englisch spreche als Herr Oettinger, male ich mir große Chancen aus.

Innereuropäisch wäre mir sehr daran gelegen, das ich einen Zweitwohnsitz in Paris gesponsert bekomme. Arlene, meine große Begeisterung für das  europäische Ausland, studiert dort und ich würde gern in meinen Studierpausen dort leben und die unbedingt wichtige deutsch-französische Freundschaft intensivieren können.

Das alles kann aber nur klappen, wenn in der Eurozone noch genug Geld vorhanden ist, um das zu finanzieren. Etwas mit europäischer Zukunft.
Aber was macht die Vereinskasse?
Alles wird ans Mittelmeer gekarrt und für mich bleibt nichts als Strafe.
Dabei habe ich nichts anderes getan als Griechenland.
Ich habe selbst geschaffene Unterlagen über meinen Status abgegeben.

Da mein Vater diese so sehr erhofft hatte, dass er niemals etwas nachfragte, hat er doch eine Teilschuld.
So wie die Verwaltung europäischer Moneten in Brüssel bei dem seinzeit auf übelste Art und Weise erschlichenen Beitritt  der Griechen zu unserere gemeinsamen Europa-Vereinskasse.

Der Schaden geht in die Milliarden.

Und die dadurch bei meinem Vater eingetretene allgemeine Zahlungsmüdigkeit soll ich jetzt ausbaden?
Allein?
Nicht doch! Ich habe den griechischen Weg beschritten und daran soll und muss sich Griechenland jetzt aus urheberrechtlichen Gründen beteiligen.
Nicht, dass die Hunde immer nur den kleinen Mann, mich, beißen.

Euer Horst

Ein Gedanke zu „Horst will es wissen: „Warum ich?“

  1. Pingback: Rekord beim Taschengeld trotz Eurokrise

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

:D :-) :( :o 8O :? 8) :lol: :x :P :oops: :cry: :evil: :twisted: :roll: :wink: :!: :?: :idea: :arrow: :| :mrgreen: