18 Milliarden Euro in den Garten,
33 Milliarden Euro in die Mülltonne

Red@ Gerade fällt mir eine bemerkenswerte Notiz vom 04. Juli 2012 wieder in die Hände.
Das ZDF brachte die Meldung, dass wir in unserer BRD insgesamt

18 Milliarden Euro

allein für unsere Gärten, erforderliche Gartenwerkzeuge, Hilfsmittel, Pflanzen, Erden, Dünger und unsere Tätigkeiten auf diesem Terrain ausgeben.
Innerhalb der vergangenen 4 Jahre sind unsere  Ausgaben dafür sage und schreibe um 30% angestiegen.


Wichtig ist dabei vielleicht die Erkenntnis, dass es sich bei den Flächen, denen diese Ausgaben zugute kommen, nicht um reine Nutzgärten handelt, denn eine reine Agrarnutzung wird ja sogar in Schrebergärten nicht mehr geduldet. So gut geht es uns bereits wieder, dass auch dort die Satzung von jedem einzelnen der Gemeinschaft der „Schrebernden“ einen bedeutenden Anteil als Erholungsidyll oder „grüne Lunge“ verlangt wird.

Andererseits, was sollte unser Volk da auch anbauen?
Wofür oder für wen?
Wenn wir von unseren Landwirten doch jährlich solche Überschüsse produzieren lassen, dass wir 11 Millionen Tonnen Lebensmittel zum Teil noch in der Originalverpackung der Produzenten direkt aus dem Lebensmittelhandel auf die Müllkippe transportieren müssen, weil sie niemand mehr kauft oder wegen eines erreichten Datums auf gar keinen Fall verzehren will.

Da muss die Schrebergemeinschaft nicht auch noch in die landwirtschaftliche Produktion eintreten.

Es wird anhand erhobener Daten angenommen und geschätzt, dass etwa 2/3 dieser weggeworfenen Lebensmittel aus privaten Haushalten im Gegenwert von vielleicht 22 Milliarden Euro stammen.
Das verbleibende Drittel rührt aus Einzelhandel und gastronomischen Betrieben, sowie Versorgungseinrichtungen unterschiedlichster Art und müsste rechnerisch demnach einen Wert von weiteren 11 Milliarden Euro ergeben.

Unter’m Strich macht das zusammen 33 Milliarden.

Doch nicht genug mit dieser Horrormeldung. Es kommt noch dicker:
Von all dem weggeworfenen Zeugs könnten 2/3 (also noch einmal diese 22 Milliarden Euro) durchaus als noch verwertbar bezeichnet werden.

Kurzum ist festzustellen: Uns geht es offensichtlich richtig gut. Es gibt keinen wirklichen Grund zu klagen, es sein denn das Wetter sei gemeint, und wir leben offenbar wie Maden im Speck in einem von Produkten den täglichen Bedarfs und bequemen Lebens überfießenden Wegwerfparadies.

Nicht möglich?
Dann versuchen Sie einmal einen defekten DV-Player, Fernseher oder ein bei der „3 Min. Zeiteinstellung“ nicht so richtig funktionierendes Mikrowellengerät beim Lieferanten oder besser noch beim Hersteller reparieren zu lassen.
Der Hersteller schickt Ihnen innerhalb der Garantiezeit lieber ein neues Gerät und lässt Sie danach irritiert ausschauend und schulterzuckend im Regen stehen, doch einem Wunsch nach Reparatur kann er nicht nachgehen. Das ist weder personell noch technisch vorgesehen. War es auch nie. Allein der Blick, den Ihnen der Verkäufer eines Technikhauses zuwirft, wenn Sie mit Ihrem Haushaltsgerät unterm Arm und so einem Anliegen bei ihm im Laden auftauchen, zeigt mehr als deutlich, dass er Sie gar nicht versteht und Ihnen innerlich die Lebenstüchtigkeit als Teilnehmer der modernen Konsumentengesellschaft abspricht.
Menschen, die etwas, was zum täglichen Gebrauch gehört, reparieren lassen wollen, outen sich als Geborene einer aussterbenden Generation.

Warum sollte das mit unseren Lebensmitteln anders sein?
Egal, ob diese bei Wind und Wetter irgendwo auf der Welt auf dem Feld, hier oder in Spanien unter einer riesigen Plastikfolie oder in unserer BRD, meinetwegen auch in Bethlehem,  in einem dunklen Stall aufwachsen.
Wir produzieren auf Teufel komm raus.
Was nicht gefressen wird, wird weggeworfen.
Na und?
Sollten wir uns etwa einschränken?

Brächte das etwas oder könnten uns die griechischen Bauern dann nicht vielmehr sogar berechtigt vorwerfen, dass wir sie nun auch noch hängen lassen, weil wir ihre Oliven nicht mehr kaufen und wegwerfen würden?

Das sind Zahlen!
18 Milliarden in die Gärten unserer BRD und 33 Milliarden in unsere Mülltonnen.

Aber wehe, das Porto muss erhöht werden, weil der Briefträger mehr Geld haben will.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

:D :-) :( :o 8O :? 8) :lol: :x :P :oops: :cry: :evil: :twisted: :roll: :wink: :!: :?: :idea: :arrow: :| :mrgreen: