Unser armer Ex

Red@

Hausdurchsuchung zum Abendessen bei Familie Wulff in Großburgwedel

Wen es noch interessiert, was aus unserem ehemaligen Bundespräsidenten, der während seiner Praktikantenzeit aus dem Amt entweichen musste, geworden ist, der kann gerade vernehmen, dass bei ihm der Staatsanwalt angeklopft und gefragt hat, ob’s gerade recht sei, bei einem gemeinsamen. lecker Abendessen gleich mal eine Hausbegehung mit Aktendurchsicht zu erledigen.

Offenkundig müssen noch einige Details mit Dokumenten oder Dateien unterlegt werden und die eine oder andere Frage, die bei den 400 öffentlich gewordenen Antworten nicht so klar abgehandelt wurde, kann parallel zur gleichzeitigen Durchsuchung der Schrankwäsche gleich mal so, von Jurist zu Jurist, bei einer Scheibe Brot mit deftiger Salami gestellt werden und Herr Wulff kann taktisch lückenlos, wie es seine Art ist, eine öffentliche und im Internet nachlesbare Antwort seiner Anwälte ankündigen. Wenn diese sich von allen Betroffenen von ihrem Schweigegelübte haben entbinden lassen.

Was gibt es sonst noch oder was schreibt die Presse so?

Frau Bettina Wulff hatte während der Zeit der Heimsuchung das Haus verlassen.
Ob mit oder ohne Festplatte, das schreiben die Zeitungen nicht.
Vielleicht hat sie dort einen Spaziergang gemacht, wo sie in früherer Zeit (der guten, alten Zeit) so „vollkommen unerwartet“ von der Presse im Walde aufgespürt worden war.

Die Nachbarn von Familie Wulff tun so, als ob sie nichts mitbekommen oder sich von der Presse genervt fühlen.
Das versteht man ja, ein gestrauchelter Bundespräsident macht aus dem Wohnviertel nun nicht gerade eine VIP-Gegend und hebt auch nicht zwingend die Grundstückspreise an. Und ewig sind die Häuser der Nachbarn in der Zeitung abgebildet. Gegen Google-Street-View kann man sich ja wehren, gegen die Pressefotografen scheint kein Kraut gewachsen.

Der Italiener „um die Ecke“, bei dem sich Herrn Wulff in besseren Zeiten öfter aufgehalten haben soll, bedauert das Schicksal der „so unerwartet“ ins Licht der Öffentlichkeit gezerrten Familie Bundespräsident a.D. und ein Kellner vergleicht deutsche und italienische Presse am Beispiel von Berlusconi.
Na ja, das hat Herr Wulff nun aber nicht verdient. Von Bunga Bunga im Schloss Bellevue war nie die Rede.
Irgendwie kann ich ihn mir dabei auch gar nicht so recht vorstellen.

Mehr gab es nicht.
Bei den Wulffs ist, sicherlich auch zum Bedauern der Ehefrau, der niedersächsische Alltag eingezogen. Niemand von den alten Freunden lädt zum Erholungsurlaub in einer Finka oder in ein Hotel an der Küste ein. Offenbar will niemand mehr Hotelkosten übernehmen und auch die Autohäuser halten sich mit den Vorabversionen kommender Karrosseriemodelle deutlich zurück.
Das Kochen mit Freunden fällt wohl auch eher ins Wasser und wenn auch der italienische Gastronom „um die Ecke“ lange nix von den Wulffs gesehen hat, dann löffeln die Wulffs ihre Suppe im Moment wohl eher allein aus.

Alles stinknormal also.

Bleibt lediglich noch die Frage des Ehrensoldes.
Der hat jetzt allerdings an jedem Stammtisch unserer BRD die Lufthoheit und viele unterbezahlte Angestellte, dazu gehören momentan sicherlich auch die Schleckeraner, betrachten ihre lächerlichen Gehälter inzwischen auch mehr als einen Ehrensold, denn als gerechte Bezahlung für geleistete Arbeit.
Ist es nicht putzig, wie parallel die Schicksale deutscher Bürger doch verlaufen können?

Die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ist es dann aber doch etwas anders.
Denn man unterscheidet, ob es sich um Lieschen Müller oder Christian Wulff handelt.
Das merkt man aber spätestens, wenn man beide Namen einmal ausgesprochen hat und deren Abgang und Nachgeschmack auf der Zunge gespürt hat.
Der eine oder andere kann eine gewisse „Bitterkeit“ hinten auf der Zunge spüren.
Ich hab’s da mehr mit den Müllers, das würgt bei mir nicht so.
Aber das ist eben reine Geschmackssache.

Wollen wir Familie Wulff etwa Ehrensold und Wohnung nehmen?
Ohne Ehrensold – ich nenne es lieber Schmerzensgeld der Bürger an ihren geliebten, volksnahen Bundespräsidenten von nebenan – ohne Einkünfte also, muss er womöglich sein schmuckes Häuschen auf dem Lande verlassen und mit Frau und Kindern irgendwo ganz unstandesgemäß oder wie wir so sagen „eben bürgerlich“ zur Miete wohnen.
Nicht gut.
Klar war das Anwesen mit einer halben Million deutlich zu teuer bezahlt.
Aber vielleicht hatte man ja auch bei Schwiegermutter etwas für schlechte Zeiten und unvorhergesehene Gelegenheiten hinterlegt, in denen man fix mal Bares benötigt.
Wer kennt diese Situationen nicht?
Und der gute alte „Sparstrumpf“ ist nämlich nicht in jeder Familie vollkommen aus der Mode gekommen.

Deswegen suchen Einbrecher und Kriminalbeamte bei Ausübung Ihrer Tätigkeiten ja auch so intensiv in der Wäsche herum.
Das hat schon seinen Sinn.
Besonders konservative Politiker sollen ja sehr mit Traditionen verhaftet sein und wenn man dazu dann auch kein Alphatier ist, dann liegt die Vermutung nahe, dass der Betroffene auch bei der Wahl von Verstecken womöglich nicht unbedingt zu den Kreativsten gehört und es den Suchenden damit einfach macht.
Was dann bei ungebetenem Besuch auch leicht mal ganz dumm ablaufen kann.

Tja sonst gibt es eigentlich tatsächlich nicht mehr Ungewöhnliches zu melden als früher auch.
Die Rollos wurden während des „Staatsbesuchs“ heruntergelassen, das erste OG blieb dunkel und drei Stunden nach Beginn der Untersuchung sollen die Kirchturmglocken geschlagen haben.
Schreibt der Focus online.
Was mich zu der Frage veranlasst, was haben die Glocken in den Stunden davor getan?
War die Kirche da erst wieder im Dorf?
Hatte jemand ihr stündliches Schlagen verhindert und warum?
Sollte vielleicht jemandes Stündlein geschlagen haben?

Burgwedel, der unheimlichste Ort unserer BRD?
Ich höre förmlich wie nachts der Ruf der Eule durch die Burgwedeler Wälder hallt.
Es riecht irgendwie so komisch, so nach weiteren, ganz tiefgründigen Ermittlungen und ich fürchte, dass es bei der Emotionalität unserer Bürger und ihrer Anteilnahme am Schicksal anderer, leicht noch in den Exorzismus führen kann.
Warum auch nicht.
Das hatte Burgwedel ja auch noch nicht.

Ob der Staatsanwalt auch etwas von dem Toilettenpapier hat mitgehen lassen ist noch nicht bekannt, dürfte aktuell aber überhaupt die topp-spannendste Frage sein und wird ggf. auf einer der kommenden Pressekonferenzen zu erfragensein.

A, um zu untersuchen, ob Herr Wulff sich hierauf die geheimen Notizen gemacht hat, die sich die Ermittler erhoffen und
B, wäre nämlich auch die Feststellung des Alters dieser Papierrolle von großem, wenn nicht sogar staatstragendem Interesse.

So ganz aus dem Verborgenen stellt sich nämlich die Frage in den Raum:
„Hat Familie Wulff womöglich von dem früheren Arbeitgeber der Ehefrau während der Zeit als Bundespräsidenten-Ehepaar kostenlos Klopapier bezogen und damit, speziell im Intimen, eine unangemessene Beziehung zu einem namhaften Unternehmer gehabt und diese womöglich kackfrech verschwiegen?“

Wenn das nun auch mit JA beantwortet werden müsste.
Das wäre dann wirklich voll anrüchig und könnte ja auch nach hinten losgehen.
Und über eine Sache, die so „hintenrum“ gemacht worden wäre, könnte dann auch ich nicht mehr „so nonchalanche“ hinwegsehen.

Ansonsten gibt es aus Burgwedel und Niedersachsen vorerst keine Neuigkeiten zu vermelden und bald lachen im Land der größten Hähnchenmastbetriebe der BRD die Hühner über die Wulff-Affäre.

Spätestens nach den Wahlen in Griechenland, Frankreich, dem Saarland und Mecklenburg-Vorpommern, spätestens wenn zugegeben werden muss, dass der Euro-Rettungsschirm schon lange hinter dem Rücken der Bürger die Grenze von 1 Billion Euro überschritten hat. Spätestens dann werden die Verhältnisse wieder gerade gerückt und die Affäre Wulff wird zu dem was sie eigentlich ist, Kleinkram aus der Pförtnerloge des Schlosses Bellevue.
Eines Sarkozy und eines Berlusconi als Stolperstein nicht würdig.
Nicht ein einziger Grieche würde von seinem Staatspräsidenten verlangen, dass dieser kostenlose Ferien-Angebote ausschlägt.
Im Gegenteil, bei der heutigen Wirtschaftslage würde er sein Amt gerade dann verlieren, wenn er eine solch günstige Gelegenheit ausschlagen würde.

Wir haben erreicht, dass unser Bundespräsident geht, wir haben es geschafft, ihn wieder zu einem ganz normalen Herrn Wulff zurück zu stutzen und nun sollten wir unsere Spitzfindigkeiten einstellen und vor allen Dingen das Nachtreten auf einen bereits am Boden liegenden Gegner unterlassen.
Das ist nämlich unsportlich und gehört nicht einmal in die U-Bahnen und Bahnhöfe unserer Republik.
Lasst uns fair bleiben.
Auch wenn es schwerfällt, weil das eigene Konto so leer verdammt ist.
Das war es doch bei Familie Wulff auch, sonst hätte Schwiegermutter ja nicht in den Sparstrumpf greifen und aus der Patsche helfen müssen.

Herr Wulff hatte offenbar ein überzogenes Girokonto. Schwiegermutter musste helfen, um einen nicht genehmigten Überziehungskredit mit hohen Zinsen und ggf. unangenehme Hilfeangebote der kontoführenden Bank zu vermeiden.
Wenn das nicht bürgerliche Nähe ist, dann weiß ich aber auch nicht mehr weiter.

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