einfach „Klima“

Ein Beitrag von  Magda den sie mir telefonisch diktierte. Und den sie anhand meiner Rückmails dann erneut akribisch per Telefon editiert und durch immer neue Passagen ergänzt hat.
Spannend. Für diesen Blog ist das ein erstmals durchgeführtes Verfahren.
Ich darf verraten, dass Magda rüstige 83 Jahre alt ist und fleißig den PC ihrer Tochter nutzt, mit der sie in Charlottenburg einen gemeinsamen Haushalt führt. Sie freut sich sehr darüber, dass sie das neue Flach-TV-Gerät als großen Monitor verwenden kann, um darüber ihre Sehschwäche auszugleichen und das Internet als Informationsquelle nutzen zu können.
Ich kenne viele, die sich davon eine Scheibe abschneiden können.
Und nicht, dass jemand auf den Gedanken kommt, Magda hätte mich lange gebeten, dass ich für sie schreibe. Das ging zack-zack und ohne langes Federlesen war ich „der junge Mann“ und ihr williger Sekretär.
Daran bestand für Magda nie ein Zweifel.

Ihr Thema:

„Einfach Klima“

Klimaforscher sind nicht nur hinter unseren Autos und Heizungen her, sie sind auch den Aerosolen auf den Fersen. Das sind kleinste Staub- oder Wasserpartikel aus Dieselverbrennungs- und Industrieanlagen, die in der Atomsphäre umhergeweht werden und über der Arktis kondensierungsfähiger Feuchtigkeit  als Haltepunkte dienen.
Kurzum: Daraus entstehen Schneeflocken, bilden sich größere Wassertropfen und die für uns sichtbaren Wetterboten, die Wolken.

Wolken, so sagt die Wissenschaft, halten das Sonnenlicht ab, lassen aber die Wärme der Erdkugel andererseits auch nicht ins Weltall abwandern. Eine Wolkendecke hält also die auf und durch die Erde erzeugte Wärme zurück. Dadurch entsteht die Erderwärmung, die dann nachteilig unser Weltklima beeinflusst.

Das haben wir schon oft sagen hören und auf die Folgen werden wir vorsorglich schon seit Jahrzehnten hingewiesen. Sogar vorbereitet.
Etliche Erzeugnisse der dichten Wolkenbildung sind schon seit Jahrzehnten bekannt und für jeden sichtbar. Der Begriff „saurer Regen“ wurde bereits in den siebziger Jahren überhört, als Helmut Schmidt den Nato-Doppelbeschluss wichtiger ansah, als alles andere und ein Umweltministerium noch nicht einmal geplant war.
Allein Forstwirte, Förster und Waldarbeiter hatten jeden Tag damit zu tun und nur die zeitgleich protestierende grüne Bewegung, damals noch als Spinner abgetan, klagte den Zustand an.
Ich poche auf diese als bekannt und längst überholt bezeichnete Zeit, denn damals begannen Menschen sich den Kopf zu zerbrechen, ob es nicht besser sei, die klimatischen Verhältnisse der Erde anders zu erkunden, als dies bislang lediglich die Meteorologen getan hatten, um vor allem den Landwirten und dem Flugverkehr das Wetter vorherzusagen.

Schon damals war bekannt, dass ein höherer Wasseranteil in den Wolken in bestimmten Gebieten der Erde für mehr Niederschläge sorgt. Wenig Beachtung schenkte man dem Umstand, dass eine Wolkendecke auch Auswirkungen auf das Klima, die Erdoberfläche, die landwirtschaftliche Nutzung und die Zukunft der Lebewesen hat.

In den 80-igern nahm die Vermutung Gestalt an, dass allein der CO2-Ausstoß der Industrie, der Kohlekraftwerke und des Straßenverkehrs am Klima und am saureren Regen Schuld ist.

Wer kennt nicht die weißen Oberhemden mit den schwarzen Hemdkragen aus Wanne-Eickel und Gelsenkirchen oder die feucht-schmierigen Autos, wenn es dort mal nebelig war oder nieselte und der Dreck, der sonst in der Luft war, sich auf alles verteilte was draußen herumstand.
Wer im Ruhrpott Schnupfen hatte, konnte sein schwarz verfärbtes Taschentuch auch gleich in die Tonne werfen.
Das war neben CO2 noch übelster Staub. Nein Dreck war das. Das waren Aerosole, die man beinahe anfassen und sehen konnte.

Wissenschaftler hegen heute die Vermutung, dass Aerosole eine ebenso große Auswirkung auf das Weltklima haben wie das CO2.

Doch hier wie da steckt die Klimaforschung, von ein paar wenigen Ausnahmen abgesehen, grundlegend noch in den frühen Kinderschuhen und kommt oft über das bloße Staunen und das schiere Erkennen nicht hinaus. Ohne auch nur das Geringste zu verstehen und sich über die Ergebnisse eher zu erschrecken als zu freuen.

Die Forscher wissen bis heute immer noch sehr wenig über das tatsächliche Entstehen des Wetters, geschweige denn des Klimas.
Die arktische Atmosphärenphysik ist eine noch zu junge Wissenschaft und es gibt viel zu wenig verlässliche oder fasst gar keine Grundlagen und Vergleichsmöglichkeiten aus früheren Epochen.
In der arktischen Geologie ist man etwas weiter. Aber nicht viel.

Regierungen sind an den Polen an Grenzmarkierungen und die Wirtschaft ist an der Ausbeutung  interessiert.
Das Klima muss warten. Es kommt später dran, wenn alles für den Umweltschutz wieder vom Steuerzahler und freiwilligen Helfern renaturiert wird.

Im Moment nimmt der Süßwasseranteil in den arktischen Gewässern deutlich zu. Eine stichhaltige Erklärung dafür haben die Wissenschaftler noch nicht anzubieten. Sie tappen vollkommen im Dunkel.
Sie wissen aber schon, dass weniger salzhaltiges Wasser das Sonnenlicht weniger reflektiert. Also wärmer wird. Und sich ausdehnt. Wie im Kochtopf in jeder Küche erlebbar.
Auch auf diesem Gebiet forscht man noch auf unterstem Niveau. Man stochert quasi  im Bodensatz und kümmert sich z.B. mit situationsgeschuldeten handgefertigten Geräten um die Erkenntnisgewinnung über elementare Schneereflexion und deren Auswirkung auf die globale Erderwärmung.

Man ist gewiss, dass es Zusammenhänge gibt, aber damit hat es sich auch schon.
Auf Grund physikalischem Basiswissen unterstellt man, dass a) reflektierende Schneeflächen die Sonnenstrahlung zurückweisen und dunkle Flächen, z.B. eisfreie Meere Wärme absorbieren und b) nimmt die reflektierende Oberfläche zugunsten der dunkleren ab. Das verändert das Klima.
Das klingt irgendwie logisch.
Jeder Bub kann die Oberflächenwärme auf unterschiedlich lackierten PKW selbst nachprüfen.
So richtig viel mehr, um von einem Durchbruch der Wissenschaft sprechen zu können, ist aber offenbar noch nicht geschehen.
Mag sein, dass die Forschung bereits weiter fortgeschritten wäre, wenn die Regierungen mehr Geld zur Verfügung gestellt hätten.
Aber irgendwie war ja immer etwas anderes zu erledigen und eine große Katastrophe, durch welche die Forschung zurücktreten musste, ließ nie lange auf sich warten.

Schade, dass wir in der Vergangenheit zu wenig Einsatz  für die Forschung gezeigt haben und uns stattdessen mehr der Produktionssteigerung zugewandt haben. Schade, dass uns immer höheres Wirtschaftswachstum und eine immer schnellere Umverteilung des Geldes wichtiger war.
Eine Ellenbogengesellschaft bedeutete Erfolg. Geduld und Rücksichtnahme wurde mit Versagen gleichgesetzt.
Da mag ja vielleicht sogar etwas dran sein. Aber wohin hat es geführt?

Hoffentlich können wir das ausschließliche Interesse an der Steigerung des Wohlstands irgendwie umleiten und den überall sichtbaren Rückstand an Rücksichtnahme noch rechtzeitig aufholen.

Was mir Sorgen macht, ist weniger, dass wir womöglich nicht verstehen, um was es für uns geht. Ich habe vielmehr die Befürchtung, dass wir versuchen die hochgesteckten Klimaziele durch noch mehr ungehemmtes Wachstum zu erreichen.

Hoffentlich lernt die Generation, die heute an die Schaltstellen unserer Gesellschaft tritt, aus unseren Versäumnissen und unserem Schlendrian und überlässt nicht auch wieder alles ihren Nachfolgern.
Das könnte sich als die letzte große Dummheit erweisen.

Magda Weber, Berlin-Charlottenburg
Im Auftrag getippt von Red.

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