„Griechenland ist pleite“

Endlich hat sich das bis in den IWF herumgesprochen.

Griechenlands Finanzen haben seit dem Zusammenbruch der helenischen Stadtstaaten in frührömischer Zeit zu keiner Zeit wirtschaftlich jemals etwas getaugt, taugen heute immer noch nichts und werden 100-prozentig niemals etwas taugen.
Daran ändert nichts und niemand etwas.
Nicht so ganz neu, muss wohl aber immer wieder einmal laut und deutlich gesagt werden.

Was auch immer zwischen den Verantwortlichen der EURO-Staaten zur Rettung dieses wirtschaftlichen „Zwergstaates“ ausbaldowert wird, jedem Beteiligten und jedem Einwohner der EU-Staaten ist doch wohl klar, dass alles für die Katz ist.
Und das wissen auch alle Griechen. Nicht nur die, die vom Ausland aus auf ihren maroden Halbinselstaat an den Gestaden des Mittelmeeres schauen.

griech.EuroDie Griechen würden gern auf Kosten anderer unter den Rettungsschirm fiskalischer Entwicklungshilfe der EU-Finanzminister schlüpfen, es sich dort behaglich einrichten, weiter so tun, als ob sie nicht wissen worum es eigentlich geht, anderen – möglichst dem Ausland – die Schuld am maroden Zustand ihrer sogar zur Landwirtschaft untauglichen Heimat zuweisen und alle Europäer, voran die Deutschen und die Franzosen, für diese „Schuld“ zahlen lassen, bis diese schwarz werden.
Was möglichst lange dauern mögen soll.
Die Griechen können mich ruhig auf die Liste der in ihrem Land unerwünschten Personen setzen, ich betrete Hellas garantiert nicht mehr und werde dort auf gar keinen Fall auch noch einen einzigen Euro nach Athen tragen.
Nicht einen einzigen.
Mir reicht es vollkommen, dass wir über Europa und unsere Regierung dort jede Menge unserer sauer verdienten Euros gelassen haben und noch lassen werden.
Aus meiner privaten Kasse kommt da nichts mehr zu.

Warum in Gottes Namen drehen wir den Geldhahn nicht einfach ab?
Wer Geld haben will, der muss klipp und klar die Bedingungen des Geldgebers erfüllen und wenn er das nicht kann oder will, dann ist eben Schluss.
Aus und vorbei!

Besser wir beenden dieses griechische Drama unverzüglich, oder wir alimentieren diesen heruntergekommenen Staat bis zum Sankt Nimmerleinstag und gehen selbst daran noch zu Grunde.
Was soll denn noch Schlimmeres als bisher passieren?
Das bereits nach Griechenland geschickte Geld ist weg.
Das haben die Banken als Ersatz dafür kassiert, dass sie dort unsere Spargroschen bereits versenkt hatten.
Sollen wir zur Belohnung für diesen Schwachsinn weitere Gelder nachschieben, damit die „unersättlichen Märkte“ sich die Taschen voll stecken und wir unterm Strich auch in 5 Jahren nicht einen einzigen Cent weiter sind, als heute?
Nur klüger, denn dann wissen auch die letzten Dummies, dass es nur darum gegangen ist, dass Banken, Versicherungen und Hedgefonds das goldene Vlies unter sich aufteilen und dann die Griechen, die europäischen Bürger und deren Regierungen auf dem Scherbenhaufen sitzen lassen.

UND MIR KANN NIEMAND ERZÄHLEN,
DASS DAS NICHT JEDER WEISS.

Das weiß ich, das weiß meine Frau, das weißt du und deine Frau weiß das ebenfalls.
Das weiß dein Nachbar, das wissen alle in eurem Haus, die ganze Straße weiß Bescheid.
Niemand in eurem Dorf oder eurer Stadt wird bestreiten, dass er zutiefst davon überzeugt ist.
Mach eine Umfrage in deinem Bundesland und such dir die heraus, die an der Krise nicht verzweifeln und heute sogar an ihr etwas verdienen. Die restlichen 99% deines Stammes werden dir ebenfalls mitteilen, dass Griechenland für sie ein verlorenes Land ist.
Und wie sieht es in der BRD aus?
Unserer BRD?
Wer glaubt schon, dass irgendjemand anders über die Griechen und ihr Land denkt?

Was machen die Griechen?
Welche Maßnahmen ergreifen sie, um die Lage zu ändern?
Sie streiken, zünden Banken und Autos an, verlangen von Europa Geld und drohen denen, die ihnen helfen sollen.

Was mögen die wohl haben?
Wer kann es mir sagen?
Was mir auf der Zunge liegt, schreibe ich lieber nicht.

Da laufen in Berlin in und um einem gläsernen Bundes-Kuppelbau Leute herum, die davon leben, dass sie diese Situation aufrecht erhalten, verschlimmern, die Tatbestände verschleiern und den Untergang des unvermeidlichen bitteren Endes bis zum geht nicht mehr durch Rettungsschirme, verklausulierte Finanzkonstrukte (schlimmer als die verpönten Leerverkäufe), Verträge, die keine Woche lang gültig sind, und weiteren Unsinn hinauszögern.
Auch das passiert mit unserem Geld. Denn wir zahlen deren Gehälter, Diäten und Bewirtungskosten. Für deren Altersversorgung müssen wir übrigens auch noch aufkommen und das nicht zu knapp.
Auch mit unserem Geld.

Und wie begründen die das alles?
Sie wollen den Euro retten und Europa zusammenhalten.
Und bloß weil die handelnden Regierenden es bislang strikt vermieden haben, für diese Situation ein klares Konzept und einen Kodex zu entwickeln, also in einem rechtsfreien Raum tun und lassen können was sie wollen, wofür sie zudem auch noch Immunität genießen, sollen wir still und den Kopf hinhalten?

Will das hier in unserem Staate niemand verstehen.
Nicht nur Griechenland ist am Ende.
Wir sind es doch auch.

Wir lassen uns willfährig von Leuten regieren, die sich von Finanzhaien und selbsternannten Wirtschaftsfachleuten erst „in die Scheiße reiten“ und dann gegen bevorzugte Behandlung wieder retten.
Klar ist es rechtens wenn wir feststellen müssen, dass wir es nicht besser verdient haben.
Wir wählen die ja auch.
Immer wieder sogar.

Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir nicht Griechenland für Großkonzerne und Banken sanieren, sondern dass wir erst einmal unser eigenes Land vor den gierigen Pfoten der Märkte und der Profilierungs- und Geltungssucht unserer Volksvertreter schützen.

Jede gute Firma wird von einem Vorstand geführt, der für gute Arbeit am Ende einer bestimmten Zeit einen Bonus für nachprüfbare Leitungen bekommt.
Warum suchen wir uns nicht solche Leute, stellen sie an und lassen sie für uns und unser Geld arbeiten?
Sind wir dazu etwa auch zu doof?
Wer nichts kann, klaut und  grobe Schnitzer macht der fliegt, kriegt seinen Restlohn und aus ist es für ihn.
Wir kennen das System doch bestens und brauchen kaum noch etwas dazuzulernen.
Wir zahlen den Jungens Spitzengehälter und verlangen dafür Spitzenleistungen.
Beim Fußball geht es doch auch. In unserer BRD spielen vielleicht 1.000 Leute Spitzenfußball (die Zahl habe ich mal aus der Luft gegriffen, ich weiß nicht wann beim Fußball die Spitze anfängt) und wir haben garantiert mehr als 10 Millionen gutorientierte Trainer, die die Spieler bis zur letzten Muskelfaser kennen und beurteilen können.

Und das soll mit der Geschäftsführung unserer BRD nicht klappen?

Wir brauchen keinen ausrangierten Finanzbeamten an der Spitze des Ministeriums für Finanzen, der das Steuergesetz Jahr für Jahr komplizierter und undurchschaubarer gestaltet.  Da muss ein Mann oder eine Frau hin, der oder die Geld verwalten, Guthaben anlegen und Zinsen verdienen kann.

Ins Wirtschaftsministerium muss jemand, der etwas von Wirtschaft und Unternehmensführung versteht und kein Zahnarzt, der lediglich weiß wie man zahnschonend um sich beißen oder andere wegbeißen kann.

Und ins Umweltministerium schicken wir in Zukunft doch wohl keinen Anwalt mehr. Wozu das denn?
Da gehört ein knallharter Umweltschützer rein. Kein Lobbyist, der am Ende womöglich noch ein Pöstchen in der Industrie abstaubt.

Und so weiter.
Aber es geht erst einmal um dieses lästige, unreparierbare und total pleite Griechenland und das muss insolvent gehen. Ohne Wenn und Aber! Dann bewerten wir das Häufchen Unglück, geben von den gerade beschriebenen Fachleuten auf den Teil des verbliebenen Krempels, der überhaupt etwas wert ist, ein Darlehn – soweit wir Vertrauen in den Kreditnehmer haben können – und das ist es dann aber auch.
Dabei können wir uns ruhig jeden griechischen Kreditnehmer einzeln und in Ruhe anschauen.
Was spricht dagegen, dass wir uns von jedem einzelnen ein Bild machen?
Besser, als wenn wir wie bisher unser Geld an eine staatliche Stelle leiten, in der die alten Versager unverändert und nach dem alten Prinzip alles aus dem Fenster werfen und das Ganze dann frech und unverfroren auch noch Staatshaushalt nennen.

Ist uns unser Geld wirklich so wenig wert,
dass wir es nicht verteidigen?

Und wenn die Griechen mit ihrem vertrockeneten Urlaubsparadies zurück in die Steinzeit verfallen, dann sperren wir den Milliardären, die das Land und die Bürger betrogen haben sollen, auf Antrag griechischer Behörden die Konten und die Parteien können sich dann mit ihrem Vaterland in Muttersprache auseinandersetzen.
Was geht’s uns an?

Wir allerdings müssen unsere Waffenexporte in dieses Land auch beenden. Wenn die nicht zahlen können und arm wie Josef sind, dann werden wir denen schon helfen, falls die Taliban dort einfallen.
Damit kennen sich die Nato und die Vereinigung der Willigen ja aus.
Dann bringen wir den Griechen nach bewährtem Muster endlich die westlich Zivilisation und den Segen der Marktwirtschaft. Wie z.B. dem Irak und Afghanistan. Da haben wir doch auch gezeigt was wir können.

Die Griechen werden womöglich bald erkennen, dass der Segen des Westens und seiner blühenden Landschaften auf  ihrer innerländischen Genze zwischen Orient und Okzident nur funktioniert, wenn man dafür wie im Westen arbeitet. Einige Griechen, die hier Restaurants betrieben und ihr Geld in griechische Immobilien angelegt haben, kennen das bereits.
Wer das dann allerdings auch noch nicht möchte, ja, der kann ja auf der Straße vor den Kaffee-Häusern in der griechischen Sonne sitzen, den Barden eigener Mundart lauschen, sich nachdenklich über den Bart streichen, genüsslich rauchen und munter palavern, während die Kinder in den Höfen vor den halbfertig gemauerten 1-stöckigen Wohnhäusern spielen und die Frauen schwatzend die Wäsche waschen oder in ihren Küchen hantieren
Also auf so etwas wie griechische Folklore machen.
Das ist da schon so?
Ach was!

Gut, dass wir das hier auch mal erfahren.
Das werde ich sofort nach Berlin ins Bundeskanzleramt melden.

 

Hi Oswin, ich habe Ihnen den „Euro“ eingesetzt, Ihren Nachsatz eingefügt, ein paar Buchstabendreher repariert + 3 Kommentare angehängt. Einverstanden?

4 Gedanken zu „„Griechenland ist pleite“

  1. Der einzige der sich freut ist der Chinese.
    Europa gibt es bald zu im Schlußverkauf besonders günstig. :(

  2. Bevor wir Griechenland endgültig an’s Messer liefern, sollten wir uns vielleicht letztmals 10 Minuten Zeit nehmen und uns den Artikel „Griechische Zustände“ vom 09.12.2011 in der deutschen Ausgabe des „Le Monde diplomatique durchlesen, um die Situation des griechische Volkes etwas besser verstehen und deuten zu können.
    Das ist keineswegs der Rat, Griechenland etwa nicht Pleite gehen zu lassen oder nicht vor die europäische Tür zu setzen.
    Nur eine klitzekleine Pause im Lauf der Ereignisse und der Steigerung der Emotionen.
    Nur 10 Minuten.
    Mehr nicht.

    So veraltet ist der Artikel nach 1 Monat sicherlich noch nicht.

  3. Am 01.04.2011 schrieb „ein Grieche in Griechenland“ im Handelsblatt zu einem Artikel über den ELPE-Konzern wortwörtlich folgenden Kommentar:
    „Lasst Griechenland zugrunde gehen! Das ist die beste Leistung die geboten werden kann um die Griechen dazu zu verhelfen sich von Ihrer ausserordentlich privilligierten Oberschicht (Nomenklatur) zu befreien.“

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