Wer / was ist eigentlich schlimmer?

Red@

Margot Käßmann, die schwer angetrunkene Bischöfin, die sehr fix und in schlichter Würde zurückgetreten ist?
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Oder Patrick Döring, frisch erkorener Generalsekretär der FDP, mit einem ebenfalls bewiesenen Makel – der wirtschaftlich schädigenden Fahrerflucht – von dem er so gar nichts mitbekommen haben will, für den er inzwischen aber 200 Euro als Schadenersatz berappt haben soll?
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Frau Käsmanns Vergehen war eine Straftat.
Lesen Sie nach bei 123recht.net

Das Handeln des Herrn Patrick Döring ist ebenfalls eine Straftat?
Lesen Sie nach bei 123recht.net

Wer ist besser dran?
Bei wem von den beiden sollte ein Auge zugedrückt werden?
Oder, anders gefragt, weil bei K.M. ein Zudrücken eines Auges nicht mehr hilft, sollte P.D. besser wegkommen als M.K.?

Weil: Wichtiger Mann, Politiker, Unternehmer, FDP, Zukunft der BRD, der EU, der Welt, der Märkte und ….. na ja auch das Netto der Bürger nätürlich nicht zu vergessen.
Und ER wird ja schließlich noch dringend gebraucht, um   eine Karre (oder Karriere?) aus dem Dreck zu ziehen.

Und außerdem sind Kirche und Religion reine Glaubenssache und der Beruf von M.K. basiert letztendlich schlicht auf einer ziemlich vagen, unbewiesenen Geschichte.

Ganz anders sieht es dagegen hoffentlich bei P.D., seiner Berufung und seinem dringlichen, noch gar nicht begonnenen, nicht abgearbeiteten Auftrag „Ab jetzt wird geliefert, auf Teufel komm raus, sonst sind wir geliefert!“ aus.

Vielleicht sollte man ihn unter diesem Aspekt dann doch etwas weniger gerecht, als VIP behandeln und in Ruhe weiter politisieren lassen?!
Er kann ja – anders als M.K. – schließlich keinen bleibenden Schaden anrichten.
Und M.K. ist ja auch freiwillig zurückgetreten. Aus Gewissensgründen.

Gewissensgründe? Wegen 200 Euro Schaden? Einem Lapsus im Vergleich zu den wartenden Aufgaben.
Muss man eine oder wenigstens diese Fahrerflucht denn nicht anders betrachten?
Da muss es doch noch ein gerechtes Maß für einen Generalsekretär geben.
So eine Art Bonussystem.
Es geht schließlich nicht um Flugmeilen, missbrauchte oder sogar geklaute Dienstwagen, Zusagen für eine berufliche Zukunft nach dem Bundestag, verdächtige Nähe zu Größen aus der Wirtschaft, minderjährige Geliebte, wertlose Ehrenworte, fragwürdige Doktortitel oder um Darlehn an Politiker aus privater Quelle.
Es geht lediglich um einen lächerlichen Außenspiegel eines wahrscheinlich sowieso billigen Autos eines vielleicht prekären Bürgers, das einem very teuren Fahrzeug eines very importend Machers auf dem Weg von einem Business zu einem anderen im Wege stand. Was hatte dieses Auto da auch zu suchen? Gerade da – mitten im Wege des Zukunftsstars der FDP. Die Straße war offenbar eng und es konnte auch hier sicherlich nur einen geben. Also Augen zu und durch? Freie Fahrt für freie Bürger? Das Leben ist hart und nur wer etwas wagt, der gewinnt.
Und das sei allen heute schon mal gesagt, ein systemimmanenter FDP-ler bringt schon was auf die Waagschale, der ist schon was und nicht nur irgendwas.

Bedenken wir, um was es wirklich geht.
Vor unseren Augen entsteht im Augenmblick der einzig ersthafte Gegner der Piraten:
Die „FDP 3.0“
„Peter Pan gegen Käptn Hook!“
Es geht mal wieder um nichts weniger, als um alles!
Wenn man also die Werte und Freiheit der liberalen Welt retten muss, dann ist so ein lächerlicher Außenspiegel doch lediglich eine Lapalie.
Zu dumm nur, dass ein freier (freilaufender?) Bürger das beobachtet hat und über (s)eine, dem Fall unangemessene Indiskretion die Staatsanwaltschaft davon Wind bekam.

Alles hätte so gut sein können.
Alles hätte so schön unter’m Teppich bleiben können, wenn dieser Christian Lindner sein Amt nicht so früh hingeworfen hätte.
Der trägt nämlich die Schuld.
Unverzeihlich.

Red.: Man stelle sich einmal folgendes Theater vor, die Fahrerflucht wäre in Folge einer Alkoholfahrt geschehen.
Unvorstellbar! Die Chancen damit ungeschoren davonzukommen lägen dann prozentual sicher unter der Quote, mit der die Partei des Herrn Döring derzeit im Bürger-Ranking bewertet wird.

Ein Gedanke zu „Wer / was ist eigentlich schlimmer?

  1. Kommentar per Mail:
    „Glaubst du wirklich, dass der Schatzmeister der FDP wegen einer derartigen Kleinigkeit zurücktreten muss und nicht Generalsekretär werden soll? Das ist doch vollkommen unrealistisch. Dann dürfte niemand mehr ein öffentliches Amt ausüben. Außerdem haben wir uns doch daran gewöhnt weitaus üblere Gesellen in der Politik zu haben und sogar immer wieder zu wählen.
    Das sind keine Heiligen.
    Nicht einmal die Priester, die sich an Kindern und Jugendlichen vergangen haben, sorgten für eine Austrittswelle aus den Kirchen.
    Wir müssen mit diesen Menschen leben.
    In guten wie in schlechten Tagen.“
    Geli, Steinau an der Straße

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