Haben die Krisen uns endgültig am Schlafittchen?

Heute sprach „Stefan Müller“ der parlamentarische Geschäftsführer der CSU im Bundestag (ein imponierender Titel!) es ganz unverblümt aus:

„Wir haben eine Staatsschuldenkrise.“

Es geht also immer noch weiter aufwärts mit den Krisen.
Aber seltsam, es regt uns nicht mehr auf.
Merken Sie das auch? Wir sind offensichtlich krisenerfahren. Sogar krisenresistent?
Straßenumfragen der Medienvertreter zeigen, dass unsere Bürger sich das Weihnachtsfest durch das Herbeireden neuer Krisen nicht verderben lassen.
Nicht einmal durch das unübersehbare Heraufziehen einer noch größeren Krise.

Für mich ein Grund, noch einmal über Karriere der Krise nachzudenken:

Offiziell begann es ganz unauffällig in den USA mit der Immobilienkrise, die sich durch die „Lehmann Brüder“ und den US-Finanzminister von Dabbelyou Bush ganz fix zur Finanzkrise entwickelte, in unsere Landesbanken schwappte, sich aber auch hier nur ganz kurz aufhielt, zur Bankenkrise und gleich drauf zur Wirtschaftskrise und weiter zur Weltwirtschaftskrise mutierte.
Als die Märkte sahen, was sie da angerichtet hatten, erschraken sie über sich selbst, erstarrten in einer weltweiten Spekulationskrise, misstrauten sich gegenseitig und litten an einer nachhaltigen Vertrauenskrise, unsere Aktien verfielen dadurch in die Aktienkrise und fielen über Nacht senkrecht  bis auf die Ausgabewerte (teilweise auch noch darunter).

Diesem Schock folgte tags drauf eine Kreditkrise, was die Unternehmer in eine Investitionskrise schickte. Gezwungenermaßen leitete dies am Arbeitsmarkt eine Jobkrise ein. Auch die Arbeitnehmer hielten den Atem an. Die Arbeitslosenzahlen stiegen, die Einkommen sanken. Die Gewerkschaften waren ratlos, verloren immer mehr ihrer zahlenden Schäfchen und es entstand eine Mitglieder- und Beitragszahlerkrise, die die Streikfähigkeit bedrohte.
General Motors und Opel führten uns anschaulich vor, was eine Autokrise ist, die zur Folge hatte, dass den Bundesländern die Einnahmen wegbrachen und sie Haushaltskrisen durchlitten, die man bis heute deutlich am Zustand der Kommunen oder noch besser am Zustand der Straßen erkennen kann.
Trotz aller Versprechungen glaubten die Bürger den Politkern nichts mehr, sie litten an einer  Glaubwürdigkeitskrise.

Die nun folgende Binnenmarktkrise  führt zwangsläufig zu weiteren Arbeitsplatz- und Einkommensverlusten, die sich bereits heute bei den Neurentnern in einer Rentenkrise abzeichnen.

Das Geld ist überall knapp, besonders in den Mittelmeerländern, wie uns die schreckliche  Griechenlandkrise  vor Augen führt.
Durch den Wertverlust der Staatsanleihen und die nimmermüde vor sich orakelnden Ratingagenturen wurde offenkundig, dass die Welt außerhalb der Eurozone ganz offen und unverhohlen gegen unsere Währung spekuliert und uns in eine Eurokrise zwingt.
Immer mehr Eurostaaten decken auf, dass sie gegen die EU-Statuten verstoßen haben und in eine  Schuldenkrise geschlittert sind.
In der Gesamtheit stecken wir mitten in einer handfesten Europakrise.

Das Ende vom Lied könnte eine  Eurostaatenkrise sein, durch die der europäische Bund zerbricht, wieder in die „Kleinstaaterei“ zurückfällt, wo sich unterschiedlich interessierte Nationalisten aller Länder gegenseitig ständig mit täglich variierenden Wechselkursen herumbalgen, unsere Währung zur Freude unserer Konkurrenten womöglich aufgewertet wird,  keiner mehr unsere Waren kaufen kann und wir Bürger unterm Strich kein Geld mehr haben werden, um die zur Energiekrise emporsteigende Ölkrise und damit auch die Herausforderungen der Umweltkrise, einschließlich der bereits an die Tür klopfenden Klimakrise und der in ihrem Schlepptau auftretenden Landwirtschaftskrise, Überbevölkerungskrise, Versorgungskrise, Ernährungskrise  zu meistern.

Wenn wir nur noch ein wenig mehr Pech haben, drehen sich dann im Wattenmeer tausende von subventionierten Windrädern, aber wegen der fehlenden Leitungen bleibt es in der Amtsstube von Herrn Seehofer in München zappenduster und unsere bundesdeutschen Millionäre aber sitzen bei strahlendem Sonnenschein zusammen mit den griechischen am Mittelmeerstrand, lassen sich den Schampus schmecken, lachen sich dumm und dämlich über uns und erfreuen sich ungeniert der unermesslichen Gewinne, die ihnen die Spekulation gegen unser aller Euro eingebracht haben.

Bestimmt führt dies dann den einen oder anderen Bürger, der zu arm zum Auswandern geworden sein dürfte, in eine akute Nervenkrise, die sich wegen fehlender Heilfürsorge zur nachhaltigen Lebenskrise aufblähen wird.

Sollte sich dies bis in meine Familie auswirken, muss ich spätestens mit einer Ehekrise rechnen, was letztendlich dazu führen könnte, dass mich die Wucht des Krisenszenariums zum Single werden lässt.

Dies wäre dann wohl der todsichere Beweis, dass die Krise lebt.

Wer einen Staatenbund so auf den kleinsten gemeinsamen Nenner atomisiert, dass letztlich nur noch der einzelne Bürger übrigbleibt, welcher schutz- und hilflos dasteht, dumm aus der Wäsche schaut und überhaupt nicht versteht, was da gerade alles passiert ist, der kann doch nicht einfach nur unbegreiflich oder unfassbar sein.
Ich behaupte, die Krise muss ein Ding sein.
Ein nicht- oder überirdisches vielleicht?
Irgendeins!

So etwas Erfolgreiches kann doch nicht einfach nur so als finanzmathematische Idee irgendwelcher kreativen Hirne entstanden sein, um sich hieraus in die Welt zu flüchten und sein vernichtendes Unwesen in der Realität zu treiben.

Sind unachtsame Zauberlehrlinge schuld?

Kann das so gewesen sein oder habe ich bereits eine Kopfkrise?

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