KTvuz Guttenberg macht endlich Schluss mit den Doktorspielen!

 userlogo gitti Meine Freunde zerbrechen sich seit Tagen den Kopf, ob das Rechtfertigungskonzept des Bundesverteidigungsministers von und zu Guttenberg ausreicht, ob er tatsächlich nur ein simpler Lügner ist und ob er wegen der Doktoraffäre zurücktreten muss.
Das ist unzweifelhaft wichtig und ich denke, dass der Ausgang dieser weiteren Affäre in der Bundesregierung und im Bundestag wesentliche Auswirkungen auf das zukünftige Wahlverhalten unserer Bürger haben wird. Auf meines auf jeden Fall.
Doch was haben die Medien eigentlich für ein Interesse, ausgerechnet gerade jetzt diese Sau immer wieder und wieder, ohne Unterlass durch’s Dorf zu jagen?
Gibt es nicht genug Schweinereien bei den nordafrikanischen Potentaten?  
Wollen sie uns nicht mehr schier pausenlos darüber aufzuklären was rund ums Mittelmeer los ist  und was uns droht?
Ist die islamische Revolte und das Sterben der Aufständischen bereits zum Tageseinerlei herabgestuft worden?
Ist uns das Schicksal des elastischen, pomadigen, sprachgewandten, sympathischen und unglaublich taffen Freiherrn, der an seiner Disseration erfolglos herumgedoktert hat, tatsächlich wichtiger?

Sollen wir nicht ahnen, dass uns womöglich eine Ölkrise droht, deren Ausmaß wir nicht einmal in unseren Albträumen abschätzen können?
Ist es noch nicht an der Zeit zu erfahren, dass wir Europäer – also auch wir Deutsche – jahrzehntelang davon hervorragend profitiert haben, dass die nordafrikanischen Völker durch Armut und Terror unterdrückt wurden, damit wir Geschäfte mit ihren Unterdrückern und diese steinreich machen konnten?

Urplötzlich erkennen wir den Umfang einer seit Menschengedenken noch nie dagewesenen Revolution. Solidarnosc, der Umschwung der UDSSR und ihrer Satellitenstaaten, die Wende in der DDR und jetzt die islamischen Länder.

Auf einmal geht uns ein Licht auf, wir verlangen für die betroffenen Menschen plötzlich Demokratie oder wenigstens demokratische Verhältnisse (dies bitte ich zu unterscheiden). Wir verlangen dies mit halbem Herzen, und wir verlangen dies, um nicht den Anschluss an die Entwicklung zu verlieren, denn in unserem tiefsten Inneren hätten wir hier wie dort eigentlich doch lieber die früheren stabilen, bekannten und für uns bequemen, berechenbaren Verhältnisse.
Alles war gut. Wir bekamen preiswert Öl, Gas, Bodenschätze, Lebensmittel und boten dafür Ahnungslosigkeit, Devisen durch Urlauber, Niedriglohn-Arbeitsplätze vor Ort, zweifelhafte Medikamente, bei uns verbotene Pestizide, Waffen und wenn es nicht reichte noch ein angemessenes Bakschisch für die Herrscherfamilien.

Wir werden den Tag noch herbeisehnen, an dem es nur um die Doktorwürde und das Lächerlichmachen eines jungen Politstars ging und die Zukunft der Mittelmeerstaaten aus dem Focus der Öffentlichkeit zurücktrat.
Guttenberg legte den Vorhang der Bedeutungslosigkeit darüber. Er war uns viel näher und mehr als 70% unserer Bürger lieben und unterstützen ihn.

Ich hätte einen schlichten Vorschlag: „Lasst uns diesen Tollpatsch in die Wüste schicken, zu Lambsdorff, Ypsilanti, Kohl, Leisler-Kiep, Barschel, Manfred Kanther, zu Franz-Josef Strauß, den bayerischen Amigos, Möllemann und, und, und ….. vergessen wir ihn erst einmal. Er ist nicht der einzige, der ohne Doktortitel die Bundeswehr reformieren kann. Lassen Sie uns SEINE Sorgen vergessen. Nicht adelige Bürger unserer BRD mussten wegen 1,33 Euro oder 2 Frikadellen ihren Job aufgeben und ER ist doch FÜR UNS eigentlich gar nicht wichtig.“

Wir hätten dann wieder klare Sicht und unsere ebenfalls titelsüchtigen Medien könnten uns endlich wieder auf die wirklich drückenden Sorgen UNSERES Lebens hinweisen:
Zum Beispiel auf Griechenland und das drohende Desaster, welches uns ereilt, wenn sich bewahrheitet, dass die Helenen ihren Lebensstil nicht abrupt ändern können und nicht einmal ihre geringen Sparmaßnahmen durchhalten werden. Wenn uns klar wird, dass sie ihre tatsächliche Pleite selbst immer noch nicht wahrhaben mögen, sie ignorieren, die Schuld im Ausland suchen und das gesamte Ausmaß der Katastrophe vor sich und uns anderen Europäern zu verstecken gelernt haben.
Wir sollten uns darüber informieren lassen was hierzulande passiert, wenn die Griechen aus dem Kreis der Euroländer aussteigen müssten.
Was dies für Folgen für all die anderen Wirtschaftsschwächlinge haben wird und ob wir am Ende nicht auch dazu zählen werden, denn parallel läuft ja die Mittelmeer-Revolution über immer mehr Grenzen durch alle islamischen Staaten und vernichtet auch dort Volksvermögen in unermesslichem Ausmaß.

Malta, Süditalien, Griechenland und das alte Europa stehen vor einer Boatpeople-Tsunamie wie sie das christliche Abendland und die allerorten auf ein Minimum gekürzten Sozialsysteme seit Einwanderung des Homo sapiens noch nicht wieder gesehen hat.

Die Spekulanten auf den Märkten auf denen Rohstoffe und Grundnahrungsmittel gehandelt werden lachen sich ins Fäustchen. Hoffen doch die Revolutionäre darauf, dass sich ihre Situation durch ihren Aufstand bessert.
Die armen Ahnungslosen.
Während sie sich zu Hause von den Demos und den Straßenkämpfen erholen, schleichen sich hinter ihrem Rücken die behütet und sicher im Ausland lebenden Oppositionellen wieder ins Land, ernennen sich lautstark selbst zum Sprachrohr der vom Ruf nach Freiheit heiseren Einwohner und während die abgekämpften Revoluzzer ausruhen, sitzt die ausgeruhte Auslandsopposition bereits mit dem alten Machthabern an einem Tisch und sorgt in aller Ruhe für neue, klare Verhältnisse.
Ob das alles gut für uns ist?
Mir fällt da immer der Systemwechsel im Iran ein. Der war bestimmt nicht gut für uns.
Mir fällt aber auch der Versuch der Zivilisierung nach amerikanischem Muster im Irak ein. Der war auch nicht gut für uns.
Und in Afghanistan schießen die Soldaten Karseis bereits auf unsere Schutztruppen, die sich ja noch immer nicht in einem ordentlich erklärten Krieg befinden.

Ganz nebenbei und kaum noch wirklich beachtet erhöht Frau von der Leyen die HartzIV-Regelsätze um ganze 8 Euro und stellt sich mit stolz geschwellter Brust als Retterin der Nation vor die Kameras. Wohl wissend, dass nun alles wieder vor dem Verfassungsgericht landen wird.
Aber bis dahin ……

Was will ich damit sagen?
Lassen wir uns von der durch und durch unglücklichen Guttenberg-Dissertation und dem Bayreuther Hin- und Her nicht den Blick auf die wahren Bedürfnisse unserer Existenz vernebeln.
Dieser gute Mann ist Geschichte oder wird es bald sein.
Uns aber wird es immer noch geben und unsere dann noch größer gewordenen Nöte auch.

Kümmern wir uns lieber um uns und beantworten die ganz einfache Frage:
„Womit wollen wir im nächsten Winter heizen?“

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Alles auf einmal, Bildung, EU, Gerechtigkeit, Politik, Welt von Gitti. Permanenter Link des Eintrags.

Über Gitti

Ich bin erwachsen und stehe mit beiden Beinen in unserer BRD, bin "nicht von schlechten Eltern" und fühlte mich bislang recht wohl in meinem Heimatland, bis auf ..... ..... darüber schreibe ich gelegendlich und womöglich immer öfter einen Artikel. Helfen wir mit, unser Land mit unserer Meinung auf Kurs zu halten. Informieren wir andere, die nicht nur bequem sind und vielleicht auch mithelfen mögen. Es ist ja auch ihre BRD.

Ein Gedanke zu „KTvuz Guttenberg macht endlich Schluss mit den Doktorspielen!

  1. Ganz können wir noch nicht auf unseren „guten Freiherren“ verzichten. Er hat zugesagt, dass er sich heute persönlich im Bundestag des deutschen Volkes zur „Aussprache“ mit den niederen Abgeordneten des gewöhnlichen Wählers einfinden wird.
    Dies „Geeiere und Gewinde“ will ich mir nicht entgehen lassen. Schließlich zahlen wir Bürger nicht geringe Steuergelder auch für dieses Theater und wenn ich bislang schon gar nichts Herausragendes von ihm als Verteidigungsminister feststellen konnte, nicht einmal Besonderes, von Familienreisen nach Afghanistan, von EADS-Milliardengeschenken, von Suspendierungen und spontanen Entlassungen einmal abgesehen, will ich wenigstens keinen seiner durchgestylten Auftritte versäumen, mich seiner belehrenden, forschen, frechen, nicht unöligen Redekunst erfreuen und mir das famose Schauspiel des „zerknirschten Doktors“ erfreuen. Ein Adeliger, der in Natura auf Demut macht, ohne, dass eine Waffe auf ihn gerichtet ist, das will ich mir bei einer Tasse Kaffee im Fernsehen ansehen.
    Unbedingt.
    Derartiges wird dem „Souverän“ (mir!) selten geboten und ehe ich mir eine Seifenoper zumute, weide ich mich lieber genüsslich an diesem Anblick.

    Ich war nie Sozialist und kenne auch nicht das Gefühl wenn „Junkerland in Bauernhand“ umgewandelt wird, aber vielleicht bekomme ich heute einen Hauch des Gefühls, welches einmal durch eineige Bereiche unseres Landes zog, als „Schwerter zu Pflugscharen“ umkonstruiert wurden.
    Einige unserer Bundestagsabgeordneten, die wissen was ich meine, dies bestens kennen und davon immer noch träumen, müssen doch heute in unserem hohen Hause regelrecht einen „Abgang“ haben.
    Mindestens einen.
    LUST im Bundestag!
    Auch das will ich sehen.

    Und einen voll besetzten Bundestag will ich auch einmal gesehen haben.

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