DSDA: zu Guttenberg, Sarrazin, Dieckmann – Deutschland sucht den „Aufregerstar“

Wie schön! Deutschland mal wieder im Aufregungsfieber. Es geht um eine Doktorarbeit.  Herkunftsort:  Franken, Uni Bayreuth. Das Werk mit "summa cum laude" bewertet, hatte offensichtlich "Schwachstellen". Das sollte nicht sein. Peinlich für den Verfasser Freiherr zu Guttenberg (CSU) und evtl. für die Uni. Für sonst niemanden, oder doch?

Peinlich auch für die "Aufdecker" die behaupten "hehre" Motive haben. Muss man jetzt gleich wie Epidemiologie Prof. Lauterbach (Dr. med. und Dr. Sc.), gestern bei Anne Will ganze Schüler- und Studentengenerationen – die bereits in "Copy and Paste" geübt sind –  in Gefahr sehen, der Plagiatsseuche zu erliegen? Rettet die Wissenschaft! Freiherren ante Portas?

Und wo ist eigentlich der Beitrag  zur Sarrazin Debatte von Prof. Dr. Fischer – Lescano (auch SPD und Kuratoriumsmitglied ISM = Institut Solidarische Moderne), der den Stein ins Rollen brachte?

Der ist jedoch Fachmann für Völkerrecht und zu Guttenbergs Doktorarbeit, eine Schrift zu Internationalem Recht (Bd. 176) musste ihn naturgemäß mehr interessieren. War es Futterneid gegenüber einem Juristenkollegen, oder nur der Rotwein, der "routinemäßig" den PD, Dr. LLM zum Googlen brachte, was schließlich in handfesten Plagiatsvorwürfen endete?

Nein, nein, assistiert auch gleich Völkerrechtler Dr. Felix Hanschmann angeblich "Plagiats – Experte": es gehe nicht darum, Guttenbergs Ruf zu zerstören: „Wir haben die Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg nicht nach Plagiaten überprüft, weil wir ihm eins auswischen oder ihn politisch beschädigen wollten. Aber wir haben ein Interesse an der Einhaltung wissenschaftlicher Mindeststandards.“

Wer hatte diesen Vorwurf, gegenüber den beiden Herausgebern der Zeitschrift "Kritische Justiz" erhoben, als sie die für sie bereits erwiesenen Plagiatsäußerungen von sich gaben? Ist das alles zu verstehen ohne die Kundusaffäre unberücksichtigt zu lassen, die Fischer – Lescano zum Anlaß nahm, "zu hinterfragen, ob man überhaupt möchte, dass die Bundeswehr zu Kriegseinsätzen weltweit entsandt und die Bundesrepublik damit zur Kriegspartei wird".  Fehlende Fußnoten in einer Doktorarbeit als Minenfeld für einen andersdenkenden Verteidigungsminister, der diese Politik umsetzen muss?

Kein Wunder, es geht um politische Positionen! Folgerichtig wollen SPD und Grüne eine  "Plagiats – Anfrage"  im Bundestag starten. "Die Sicherheit der BRD wird am Hindukusch verteidigt" (Peter Struck, SPD) und die Wissenschaft, die droht abgeschafft zu werden, in Berlin!

Inzwischen hat die dortige Humboldtuniversität  den Missbrauch in einem anderen Werk eines Promovierten nachgewiesen, das Deutschland bewegte.  Und zwar in der Interpretation, bzw. Nichtverwendung von Statistiken, also in einer Kernkompetenz von Dr. Thilo Sarrazin (noch SPD), dem Super – Aufreger der vergangenen Monat. "Zufällig" aber sicher nicht, die beiden Doktores Foroutan und Schäfer der HU sind Fachfrauen auf diesem Gebiet.

Peinlich für Sarrazin und schlecht für Deutschland, das nun auch eine Art "Hassprediger" hat.

Der Schuss mit Linksdrall in Richtung des Veteidigungsministers könnte aber eine unliebsame Wendung nehmen. Er könnte zum Abpraller werden, für die SPD, bzw. für ihr ehemaliges Präsidiumsmitglied und ihre kommunale Vorzeigefrau, die Ex – Gymnasiallehrerin Bärbel Dieckmann, Ehefrau von Jochen Dieckmann, des einstigen NRW – Justiz- und Finanzministers. Bärbel Dieckmann, derzeit Präsidentin der Welthungerhilfe, könnte das nächste Opfer von "Aufregern" werden.

Vermutlich zu Recht, den im Moment bemühen sich die Frauen und Männer der Bonner Staatsanwaltschaft die "richtigen Fragen" zu stellen, um hinter einen der größten kommunalen Bau- Finanz- und Politskandale der BRD zu kommen.

Gegen die Bonner Ex – Oberbürgermeisterin laufen zwei strafrechtliche Ermittlungsverfahren wegen Betrug und Untreue in besonders schwerem Fall und wegen Korruption. Gesichert ist, Frau Dieckmann wollte nach Bekanntwerden der skandalösen Umstände beim World Conference Center Bonn (WCCB) nicht zurücktreten. Obendrein hat sie vor laufender WDR Kamera die Unwahrheit gesagt. Das diente eindeutig als Schützenhilfe um einen Genossen bei den Kommunalwahlen in den Stand des OB – Nachfolgers zu hieven, der dann die unliebsamen Hinterlassenschaften beseitigen sollte.

Wie viele Journalisten außerhalb Bonns regen sich da auf? Wird die Welthungerhilfe aktiv? Lässt Frau Dieckmann Ihr Amt ruhen? Mitnichten: Auftritt der WHH Präsidentin bei Anne Will am 22.August 2010. Fragen hierzu: keine!

Fällt Anne Will der WHH-Präsidentin ins Wort, wenn sie sich grandios aufplustert: "Wir entscheiden täglich zusammen mit den Vereinten Nationen, wo was in Pakistan gemacht wird. Jeder gespendete Euro kommt an."

Die Welthungerhilfe macht es sich einfach:

"Die Vorwürfe, sagt Simone Pott, die Sprecherin, beträfen einfach nicht Dieckmanns neuen Job. Und deshalb gebe es jetzt keinen Grund, sich von ihr zu trennen. Pott fügt aber einen mahnenden Satz hinzu: „Wir erwarten, dass alle Vorwürfe restlos aufgeklärt werden“.

Ähnlich einfach könnten es sich auch das Verteidigungsministerium oder die Koalition unter Frau Merkel machen: die Doktorarbeit mit Fußnotenschwund beträfen einfach nicht zu Guttenbergs neuen Job. Und deshalb gebe es jetzt keinen Grund zurückzutreten!

Damit nicht weiterhin mit zweierlei Maß gemessen wird und Deutschland damit unglaubwürdig wird, werden nun Journalisten, Rechtexperten und Professoren (mit und ohne Promotion) gesucht, die in ihrer Freizeit ganz "zufällig" auf diesen Skandal stoßen, der eine weltweit tätige Hilfsorganisation in Schwierigkeiten bringen könnte.

Um die Sache zu erleichtern, wird hier einfach per "Copy and Paste" ein alter Artikel über den WCCB – Skandal verwendet, der mit folgendem ironischen Titel am 26. Oktober 2009 auf dem Bonner Presseblog erschien:

WHH Präsidentin Bärbel Dieckmann –

wurde sie beim WCCB beschissen?

Wilfried Klein, SPD Fraktionsvorsitzender aus Dransdorf und ehemaliger Vorsitzender des Verwaltungsrates der SPK Köln Bonn (ca. 30.000 Euro „Entgelt“ für Jahrespauschale und Sitzungsgelder) muss es wissen. “Wir sind beschissen worden“, sagte er so laut und deutlich im Rat der Stadt Bonn, dass der Journalist der Kölner Rundschau das notieren konnte (www.rundschau-online.de).

Wilfried Kleins Formulierungskunst in Rudi Völler – Manier überzeugt nicht so recht, wenn man sich den Sachstandsbericht der Bonner Stadtverwaltung ansieht, der inzwischen kassiert worden ist, aber prompt von den GRÜNEN wieder ins Netz gestellt wurde. (gruene-bonn.de)

Beim Aktenstudium wird deutlich, dass der immer noch in Untersuchungshaft befindliche Dr. Thielbeer, als Berater der Stadt mit Billigung der Verwaltung (also auch der OB), die Seiten gewechselt haben muss. Rückblickend eine unfassbare Entscheidung und nur verständlich, wenn man dessen Rolle ahnt: Dr. M. Thielbeer, Hansdampf in allen Gassen, als Garant zur Umsetzung der Vision von Bärbel Dieckmann (SPD). „Beschiss“, i bewahre! Und die Südkoreaner?

Beschissen ist zwar MuliKulti, aber da gibt es diese merkwürdige Vergabe an den Architekten Hong, weil der „Entwurf der Wettbewerbssieger keine Ausführungsqualität hatte“. Aus Akten zitiert wurde das in der denkwürdigen „Entthronisationssitzung“ am 17.09.2009 von Dr. Gilles (CDU), als man die OB aufforderte zurückzutreten, aber keiner der Presseleute berichtete von dieser Merkwürdigkeit.

Herr Hong und Herr Kim hatten zugesagt, die Kosten des Wettbewerbs zu übernehmen und für 500.000 EUR dürfte da eine kleine Gegenleistung der Stadt wohl drin gewesen sein. So wurde das Büro Hong Generalplaner von „UN – City Built by SMI Hyundai“ wie es noch heute auf den Webseiten des Unternehmens heißt. Gegenwert der an Hong Architekten Berlin vergebenen Planungsleistungen, so steht es irgendwo, um die sechs Millionen Euro.

Hat der für die Vergabe verantwortliche „Städtische Leitende Rechtsdirektor“ Martin Krämer da geschlafen, oder nur alle Augen zugedrückt? „Augen zu und durch“ so beschreibt das auch der Bonner Generalanzeiger.

Der Vergabe- und Liegenschaftsamtsleiter hat wohl auch übersehen, dass Hong Architekten lt. Auslobungstext zu diesem Zeitpunkt kein realisiertes Projekt in der Größenordnung von ca. 20 Mio. Euro nachweisen konnten, ebenso wenig wie die Wettbewerbsgewinner, das Büro „Yes Architecture. Cheat? Definitely not! Good collaboration: Yes!

Auch die argumentative Seifenblase mit der angeblichen Baukostensteigerung wegen der „zusätzlichen“ Hotelzimmer ließ Dr. Gilles in der denkwürdigen Ratssitzung platzen. (Bonner Presseblog Meldung)

Im Bauantrag waren es bereits 350 Zimmer!

Auch in der open – PR Ankündigung der Kanzlei des RA Dr. Ha Sung – Chung vom 05. April 2006 ist die gleiche Zimmerzahl angegeben und bereits im Januar 2004 (!) berichtet Bernd Leyendecker im Bonner Generalanzeiger: „Gewünscht wurde ferner ein Vier- bis Fünf-Sterne-Hotel mit maximal 300 Betten auf dem Areal zwischen Görres-, Dahlmann- und Sämischstraße; zusätzliche Bürobauten und/oder Einzelhandelsgeschäfte konnten ebenfalls in die Planung mit aufgenommen werden“ (www.general-anzeiger-bonn.de).

Die gemeinsame Zimmertrickserei durchleuchtet der Bonner GA am 08.09.2009 sehr gründlich, kommt aber zu keinem eindeutigen Ergebnis. Also wieder kein Beschiss? (www.general-anzeiger-bonn.de)

Was die OB und ihr Team dazu bewogen hat, diese dilettantische Argumentationsnummer für eine Baukostensteigerung in Höhe von 60 Mio. Euro zum Besten zu geben, ist unklar, denn wenn bereits im Bauantrag 350 Hotelzimmer festgeschrieben sind, wird das Projekt genauso weiter fortgeschrieben, es sei denn ein gewisser Baucontroller und Pseudo – Gebäudemanager hat weggesehen, oder noch schlimmer: sollte wegsehen.

Vielleicht ist aber alles viel einfacher: eine verantwortungsscheue Verwaltung griff, fern jeglicher Realität, nach dem Rundum – Sorglospaket. Alle Interessenten haben bisher “keinen Cent von uns bekommen” so Arno Hübner stolz im Januar 2004 und offenbart damit ein typisch kontraproduktives Verwaltungsdenken.

Gutachterkosten entfielen durch „Überlassung“ des Dr. Thielbeer an den südkoreanischen „Investor“, dessen Bonität offenbar nicht besonders genau überprüft worden war. Auch das wurde vom finanzpolitischen Sprecher der CDU Dr. Gilles gerügt, wieder nichts davon zu lesen in der Zeitung. Beschiss? I bewahre, Bonner Alltag!

Und die flotte Aufmachung der sympathisch lachenden Oberbürgermeisterin, damals in der Rheinlobby beim Ratsherrn und Bonner Eventmann Martin Schilling, als sie sich beim Kölsch mutig den Asiaten – trotz Adler, Löwen und Tigern – zugesellte, signalisiert zukunftsorientierte Besch – winghtheit, aber keinen Besch – iss!

Man kann davon ausgehen, Frau Dieckmann und die asiatischen „Madenjäger“ (www.general-anzeiger-bonn.de) hatten eine gemeinsame Interessenlage. Man brauchte sich ganz einfach für diese strukturfördernde „Herzensangelegenheit“. Alle anderen Bewerber wurden aussortiert, ein Hauptgrund sicher auch der „Deal“ Investor = Betreiber, so Dr. Chung in einem Telefonat.

Es muss da eine gemeinsame Vision gegeben haben: wir schaffen das, das Geld wird schon noch kommen, wäre ja gelacht. Gemeinsamer Transmissionsriemen: einer „der das gesamte Fachwissen über das Projekt besitzt“, eben jener Dr. Thielbeer.

Nun gibt es aber noch eine andere Theorie warum das alles passieren konnte mit dem „Beschiss“.

Liegenschaftsamtsleiter Martin Krämer fuhr dazu extra nach Frankfurt und der städtische Gebäudeverwalter Friedhelm Naujoks extra nach Berlin (siebenmal) um sich direkt in der Höhle – Pardon, der Latrine – des Löwen umzusehen. Ausgestattet waren sie wohl wie die meisten WCCB Mitspieler im Bonner Stadt- und Rathaus durch eine in der Praxis gewachsene Desensibilisierung in Bezug auf unrechtmäßige Praktiken im Amt.

Anders ausgedrückt, wer selbst bescheißt, verliert die Sensibilität gegenüber dieser Verfahrensweise, besonders dann, wenn der Zweck die Mittel heiligen soll. Auch Geruchssinne stumpfen mit den Jahren ab.

Ende 2006, also bald nach dem „Spatenstich – Beschiss“ rheinraum-online (es gab damals keine Sicherheiten des Investor SMI Hyundai, der doch „das finanzielle Risiko für das IKBB vollständig oder mindestens weitgehend abdecken sollte“, so Hübner in 2004), passierte die Bescheiss….ei auch andernorts:

Mitarbeiter des Städtischen Gebäudemanagements (SGB) „leimten“ ihre Kollegen vom Bauordnungsamt, und produzierten im Rahmen einer Weihnachtsaufführung in einer Schulaula vorsätzliche, von der Staatsanwaltschaft „testierte“ Baugefährdung nach § 319 StGB (laufendes Verfahren Az.: 338 Js 53/09, siehe auch: rheinraum-online.de).

Verantwortlich für diese amtliche Ungeheuerlichkeit Schulkinder in Gefahr bringen um politisch zu glänzen (Termineinhaltung): höchstdotierter SPD Mann Naujoks, „Gebäudemanager“ und „Eigentriebsleiter“ des SGB, der mit seinem Laden schon bald darauf einen kleinen „Bilanzierungsbeschiss“ versuchte (www.generalanzeiger.de).

Auch das Skandälchen mit der Donatusschule im September 2006 zeigt eine korrupte Haltung, wenn es um Steuergelder geht. Der „Gebäudemanager“ wollte nach „Recht und Gesetz“ (O – Ton Naujoks) den unsinnigen Abriss eines Bestandsgebäudes durchziehen. Als die Diskussion ob des amtlichen Schwachsinns losging, zog Naujoks den Schwanz ein. Es sei alles nicht wahr, der GA habe falsch berichtet. War man also von der Journaille beschissen worden?

Der Bonner GA ließ das nicht auf sich sitzen und watschte Naujoks ab. Der Artikel von Wolfgang Wentsch: „Der seltsame Umgang der Stadt Bonn mit der Wahrheit“ (www.general-anzeiger-bonn.de) ist ein bis heute zu wenig beachtetes Indiz für das, was fast zeitgleich mit dem Startschuss für das WCCB geschah und nun den Staatsanwalt beschäftigt.

Weiterer Beweise für dieses „beschei – dene“ Bonner „Verwaltungsklima“ bedarf es eigentlich nicht, aber SGB Chef Naujoks leistete bei der Vertuschung seines Monsterfehlers obendrein ganz Arbeit: zunächst wurde mehrfach der SGB Betriebsausschuss unter dem Vorsitz von Wilfried Klein (SPD) in nichtöffentlicher Sitzung beschissen. Der Schwindel flog aber auf, als mit Hilfe des Datenschutzbeauftragten NRW die Verwaltung nach einigem Hin – und Her die „geheimen“ Drucksachen der nicht öffentlichen Sitzung herausrücken musste.

Zu guter Letzt wurde dann auch noch die Bezirksvertretung Bad Godesberg von Bruno Lossau, Stellvertreter des SGB Betriebsleiters Naujoks und von Wilfried van Vorst, (Referat Grundsatzangelegenheiten) in punkto Brandschutz vor- und grundsätzlich belogen, um ein anderes Verb zu gebrauchen (www2.bonn.de).

Auch die angebliche Genehmigung für die Auladecke durch die amtliche Materiaprüfanstalt war getürkt, genauso wie die Statik (bonner-presseblog.de) des Naujoks Spezi aus Herne, der bald darauf in Bonn eine Tragwerksplaner – Filiale eröffnete auf städtischem Grundbesitz.

Stets mit von der Partie bei solchen „Einseifaktionen“ der Kommunalpolitiker, ein ehemaliger enger Mitarbeiter aus Herne, den der Gebäudemanager im Schlepptau mit nach Bonn verbracht hatte: Detmar Kühl, aufgefallen bei den Instandsetzungsskandalen und stets treuherzig behauptend Kinder seien nie gefährdet gewesen. (www.general-anzeiger-bonn.de).

Um den Aulaskandal im Konrad – Adenauer – Gymnasium mit der nicht zugelassenen Brandschutzdecke abzuwürgen hatte sich „Ausputzer“ Kühl sogar an die Verwaltungsspitze des Global Players, der Fa. Knauf in Iphofen gewandt, um Ruhe zu stiften. Knauf hatte mehrfach schriftlich gerügt, dass die 500 qm große Brandschutzdecke – offensichtlich bis heute – vorschriftswidrig zusammengemurkst ist.

Auch Martin Krämer musste als „Rechtsexperte“ ran. Dem Architekten, der den Bauskandal aufgedeckt hatte, riet er dringend sich gegenüber dem SGB Betriebsausschussvorsitzenden Wilfried Klein zu erklären, dass es ihm „um eine ehrliche Auseinandersetzung“ gehe“?! Herr Krämer war nämlich der Auffassung, dass die Aussage des Architekten zum Verhalten des SGB „Image vor Correctness“ impliziert, Herr Naujoks würde sich nicht korrekt verhalten.

Auch sei es „unüblich“ (O – Ton Krämer) den Staatsanwalt bei solchen Verwaltungsflops zu alarmieren! Offensichtlich auch hier eine Parallele zum WCCB: man glaubt im geschützten Verwaltungsraum agierend sich alles erlauben zu können
a) weil man die Macht hat (das ist aber eine „geliehene“) und
b) weil man für Schlechtleistungen und Beschiss in der Regel nicht haften muss.

Beklemmend auch die parallelen Aussagen des „Noch – WCCB Managers“ Schultze und der Ex – OB: die Kritik am WCCB habe viel kaputt gemacht!

„Kleinere“ Skandale also, vertuscht und weggemogelt, was Wunder, wenn Ex – OB Dieckmann und ihr „Kollaborations – Kreis“ glaubten mit dem großen WCCB Skandal genauso verfahren zu können?

Bekanntermaßen ging das nicht gut und die Grünen beklagten, dass man belogen worden war. Wie zum Beweis behauptete Frau Dieckmann vor laufender WDR Kamera am 24.08.2009 es gäbe gar „keine Bürgschaft“, und das WCCB Projekt sei nicht ihr „Baby“, schon gar „keines ihrer Amtszeit“(!).

(Ergänzung am 21.02.2011: Das ist natürlich reine Geschichtsklitterung: "Die Amtszeit Dieckmanns war geprägt von dem Willen, den historischen Verlust der Hauptstadt-Funktion und den Wegzug der meisten Bundesministerien zu lindern und den Strukturwandel hin zu einer Kongressstadt zu vollenden". Erst als das WCCB – Kind in den Brunnen gefallen war:" die Abkürzung WCCB steht längst als Chiffre für einen der größten Bauskandale", wollte Frau Dieckmann plötzlich ihre eigene Vergangenheit mit absaufen lassen. Zitate aus Welt – online vom 11.10.2009).

Um Himmels Willen, nein, „Ikonen des Strukturwandels“ sind völlig kinderlos und altruistisch! Sie beraten auch nicht andere Bürgermeister in der Welt www.citymayors.com, wie „es“ geht, und lassen sich nicht auf mehrere Ehrenämter zur gleichen Zeit ein (www.demo-online.de), sondern „erfinden für sich und ihre Stadt ihre eigene Zukunft“.

Gespannt darf man sein, was aus dem Ermittlungsverfahren gegen das Rechtsamt der Stadt Bonn (Leiterin Barbara Müller) wegen Strafvereitelung im Amt (§ 285 a StGB) werden wird. Das Rechtsamt hatte nämlich versucht bei den Ermittlungen wegen Baugefährdung gegen die Mitarbeiter des SGB den Staatsanwalt zu besch…, nein, die Sache zu beschönigen. Als der Schwindel aufflog und eine Dienstaufsichtsbeschwerde des Chronisten bei Frau Dieckmann eintrudelte, ließ man über eine Bonner Rechtsanwaltskanzlei (Mitsponsor der Rheinlobby von Schultze/Schilling) ausrichten, die Oberbürgermeisterin möchte nicht belästigt werden. Das fand der Staatsanwalt wiederum nicht so toll und vergab daraufhin ein zweites Aktenzeichen (Az.: 338 Js 45/09).

Dieser Fehler sollte nicht wiederholt werden, so schwor sich der zuständige Verantwortliche im Hintergrund (vermutlich OB – Dezernent Jürgen Braun (SPD) und ehemaliger Fahrradbeauftragter der Stadt Köln (www.baunetz.de). Darauf beschloss OB und Verwaltung „pro domo“ für die Zeugenvernehmungen durch die Staatsanwaltschaft sich der Unterstützung des 37- jährigen Kölner Strafrechtsexperten Dr. Björn Gercke von Gercke & Wollschläger zu versichern.

Die Sache könnte am Ende doch noch spannend werden, denn es geht um eine nicht sachgerechte Amtsführung, eventuell auch um Amtspflichtverletzung oder sogar um Untreue.
Ähnlich wie im Falle Pierer/Siemens könnte durch den angerichteten Schaden beim WCCB (derzeitige Schätzungen liegen in zweistelliger Millionenhöhe) zumindest ein Bußgeld …ach nein, geht ja nicht!

Bisher hatte der Generalanzeiger von einem Dutzend Verwaltungsmenschen gesprochen, die eine Aussagegenehmigung zur Aufklärung dieses einmaligen Bauskandals benötigten.
Die Kölner Rundschau weiß es genauer. Neben Frau Dieckmann sollen es neun Mitarbeiter sein, die Licht in das Dunkel der gemeinsamen „Schlitzaugen- und Schlitzohr – Operation“ bringen sollen.

Nach den bisher zugänglichen Unterlagen zum „Fall“ WCCB dürften es neben dem Projektbeauftragten Arno Hübner und der Projektkoordinatorin Evi Zwiebler folgende Mitwirkende sein, die bereits ab 2006 „auffällig“ geworden waren und nun „beschützt“ werden müssen: Amtsleiter Martin Krämer (Liegenschaften und Vergabe, siehe hierzu: kommunalpolitik.org), SGB Betriebsleiter Friedhelm Naujoks (und zwei seiner Mitarbeiter, vermutlich Detmar Kühl und evtl. Stellvertreter Bruno Lossau) sowie Wilfried van Vorst und Jürgen Braun (Grundsatzangelegenheiten und Dezernat OB) als rechte Hände und „Hintermänner“ der Frau Dieckmann.

Unter Umständen findet man auch hier die Erklärung, für die Rückholaktion des allseits beliebten OB Dezernenten und „kölsche Jong“, Jürgen Braun, den die Stadtwerke nicht akzeptierten. Wer als Verwaltungsmann bei politisch undurchsichtigen Dingen im Hintergrund die Strippen zieht, und dann noch unter dem Schutz eines Strafrechtlers vor dem Staatsanwalt „aussagen“ muss ist gefährlicher und rufschädigender als ein Politiker den man eher bei kleinen und großen „Unsauberkeiten“ überführen kann.

An dieser Stelle darf schnell eingeschoben werden, dass Ratsherr Martin Schilling nach Insiderinformationen mit dem Posten des OB – Dezernenten geliebäugelt haben soll, was sich natürlich nicht mit seinen beruflichen Tätigkeiten als Chef bei Kreativ Konzept vereinbaren lässt.

Auch Prof. Dr. Sander dürfte befragt werden, der als Kämmerer aber eher das „hinten“ zu reparieren hat, was „vorne“ zukunftsbildend beschlossen wird.

Damit fehlen noch zwei „kleine Negerlein“. Vielleicht Barbara Müller (Rechtsamt) und Friedel Frechen (Presseamt) oder Mitarbeiter der Kämmerei. Alles in allem ein Beweis, dass es nicht nur „15 gute Jahre für Bonn“ waren, wie Frau Dieckmann nicht müde wird zu behaupten, sondern teilweise äußerst bedenkliche.

Die Aufarbeitung hat bereits begonnen, jede Menge Stolpersteine werden entdeckt, zum Schluss ein Skandal, und ein misslungener Abgang.

Wilfried Klein hat mit seiner Äußerung also mal wieder als eine Art „Schattenkanzler“ der OB assistiert und unangemessen besch… önigt.

Hier wurde keiner der Verantwortlichen beschissen, schon gar nicht Herr Klein. Vielmehr dürfen sich Rat und Bürger darüber wundern, dass das „System Dieckmann“ (www.pass-weingartz.de) beim WCCB nicht früher seinen Geist aufgegeben hat. Erhellend für die Situation in welche die „Beschissenen“ geraten sind, ist der Vermerk zur großen WCCB – Runde am 06.08.2009.

Unter e) steht dort:“ Herr van Vorst wird mit Herrn Hübner telefonieren, damit dieser mit Herrn Penderok spricht. Herrn Hübner soll ihn bewegen, dass Honua das Geld so rasch wie möglich bezahlt.“ (Nicht anwesend Frau Dieckmann, Herr Hübner, Anm. d. Verf.).

Diesem bewegenden Zeugnis muss nichts weiter hinzugefügt werden, man weiß nun wie und wo Deutschland sein Geld verbrennt.

Damit das aber nicht so auffällt, liest man unter b): „Die Stadt möchte herausstellen, dass sie Herrin des Verfahrens bleibt. Von großer Bedeutung sei die Fertigstellung des Bauvorhabens. Jeder Tag an dem gebaut wird, sei letztlich ein Gewinn für die Stadt“.

Damit sind wir in der Gegenwart angekommen:“ Kongresszentrum wird weitergebaut“ lautet die Promotion – Schlagzeile im Kölner Stadtanzeiger vom 21.10.2009 fälschlicherweise (www.ksta.de) und zum Schluss stellen die Bonner BürgerInnen fest: die anderen (Südkorea) haben Adler, Löwen und Tiger, Bonn hat leider nur einen (geliehenen) fetten Adler, einen steifen alten Löwen, keine Tiger, dafür aber jede Menge Gummibärchen und weiße Mäuse.

Und seit kurzem auch ein Oberbürgermeister, der selbst „im Vorbeigehen“ Kuchen backen kann (www.ksta.de).

Kommunalpolitisch ist die Bonner Situation nun tatsächlich in der großen weiten „Wörld“ angekommen: die WCCB Gelder stammen aus Köln, Seoul, Ramat Gan und Hawai, Verträge werden in der Deutschen Botschaft in Washington geschlossen, und eine zypriotische Filiale klagt vor dem Bonner Landgericht. Wenn das nicht mal alles in „Jamaica“ (wikipedia.org) endet!

Nachwort: inzwischen hat sich beim WCCB wenig bis nichts getan. Die Staatsanwaltschaft Bonn und das Rechnungsprüfungsamt machen Überstunden, der Haushalt der Bundesstadt ist desaströs und wird mit ominösen Bürgerbefragungen künstlich im optimistischen Bereich gehalten. Der Stadt werden durch das WCCB – Desaster Verluste bis zu einer halben Milliarde Euro entstehen. Peinlichstes Detail: großen Teilen der Verwaltung und der damaligen Oberbürgermeistetin Dieckmann (15 Jahre im Amt) wurde bereits monströses Fehlverhalten nachgewiesen. Außerdem besteht auch der Verdacht auf Untreue, Bestechung und Korruption.

Das ist ein wahrer Treppenwitz des Geschichte, denn was konnte man im April 2002 im SPIEGEL Nr. 16 lesen:

"NRW-Politiker werden inzwischen bei Bürgertreffen gefragt, wie sie künftig Korruption verhindern wollen – etwa beim Bau der Hardtbergbahn in Bonn. SPD-Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann meinte vorige Woche, nach allem, was in Bonn passiert sei, könne sie "leider keine Garantien mehr geben". So viel hellseherische Fähigkeit erscheint beachtlich!

Die Hardtbergbahn ist bis heute nicht in Sicht, dafür hängt das WCCB wie ein "Dämon über der Stadt", so die griffigige Formulierung des jetzigen OB, Jürgen Nimptsch (SPD).

Das WCCB, die "gigantische Leiche" (Prof. Simon), die Bärbel Dieckmann im Keller des Stadthauses hinterlassen hat, dürfte ein Zuschussgeschäft auf ewig werden.  Unklar ist, ob nicht eine "taktische Zwangsvollstreckung" winkt. Damit das WorldCCBonn nicht als Skandal – Fußnote in die Geschichte eingeht, wurde es in inzwischen umgetauft in BCC (Bonn Conference Center).

Leider hat mal wieder keiner aufgepasst. Diese Abkürzung steht – eigentlich ganz passend – für Business Crime Control und wird nicht nur  für das Baltimore Convention Center benutzt, sondern auch für einen Copy – Shop in Bonn – Beuel.

Womit wir wieder beim Thema wären: fast alles wurde schon einmal gesagt, oder geschrieben, aufpassen ist also angesagt und das rund um die Uhr

3 Gedanken zu „DSDA: zu Guttenberg, Sarrazin, Dieckmann – Deutschland sucht den „Aufregerstar“

  1. Pingback: Uneingeschränkte Solidarität mit Dr. zu Guttenberg! « bluthilde

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

:D :-) :( :o 8O :? 8) :lol: :x :P :oops: :cry: :evil: :twisted: :roll: :wink: :!: :?: :idea: :arrow: :| :mrgreen: