Stuttgart 21 – Berlin 68

userlogo ella Auch als Hausfrau erinnere ich mich noch sehr gut an den stürmischen Aufbruch der Generation 68 gegen den Filz und die nicht belehrbaren Regierenden von vorgestern.
Heute schaue ich mit ungläubigen Augen nach Stuttgart und habe wieder diese Gänsehaut.

Einen Bahnhof in den Boden zu versenken und seine unbestimmten, aber in Milliarden zu beziffernden Baukosten ebenfalls, bringt Bürger auf die Straße, die sich bis gestern nicht einmal für einander interessierten.

Wirklich genial, was Politik und Bundesbahn da auf den Weg gebracht haben.

Ein für den Güterverkehr unbedeutender unterirdischer Durchgangsbahnhof, berechnet auf der Basis einer virtuellen Verkehrszunahme.
Einer Verkehrszunahme durch eine zukünftige Schienenverbindung am Rhein. Die Rheinschiene.
Eine Schienentrasse, die überhaupt nicht zu bezahlen ist und die es mit großer Sicherheit schon deshalb nicht geben wird.

Wieder begehren Schüler und Studenten auf.
Aber nicht nur.
Nicht nur die Stuttgarter gehen auf die Straße. Diesmal protestieren auch nicht nur die Bürger eines Bundeslandes.
Diesmal ist das ganze Volk dabei.
Alle. Jeden Alters. Jeden Berufs. Jeder Ausbildung. Jeder Herkunft.

Ich habe eine Meinung:
Verkehrsentwicklungen auf Verkehrswegen einzubeziehen, die weder existieren, noch geplant und nicht einmal wahrscheinlich sind, ist für mich eine Frechheit, die ihresgleichen sucht.

Ich habe auch eine Vision:
Soll später etwa die Existenz des kapazitätsmäßig nicht annähernd ausgelasteten unterirdischen Personenverkehrs-Bahnhofs in Stuttgart den Ausbau dieser Rheintrasse erforderlich machen, wirtschaftlich begründen und weitere Milliarden des deutschen Volkes regelrecht erzwingen?
Vielleicht, damit zukünftigen Aktionären (auch als Shareholder bekannt) der Kauf des deutschen Schienennetzes besser schmeckt?

Ich glaube fest daran.

3 Gedanken zu „Stuttgart 21 – Berlin 68

  1. Es gibt eine Möglichkeit dieses Bahn-Projekt zu verhindern nur würde das ungeahnte Kreise ziehen und Ausmaße annehmen, die ganz Nachkriegs-Europa erschüttern.
    Deshalb wird von der Wirtschafts-Mafia (Merkel und Konsorten sind doch nur die Befehlsempfänger und die Ausführenden) alles getan um von der eigentlichen Sache ansich abzulenken oder hat sich schon mal jemand mit der Entstehung der „DBAG“ und der „Vorgänger in diesem Zusammenhang beschäftigt?
    Wem gehört eigentlich die „Deutsche Bahn AG“? Hier liegt der „Hase im Pfeffer“ begraben.

  2. Ich habe die TV-Übertragung des Treffens der Befürworter und Gegner unter der Leitung von Heiner Geißler teilweise sehen können.
    Täuscht mich etwa der Eindruck, dass die helleren Köpfe bislang auf Seiten der Gegner zu finden sind und sich die Befürworter damit schwertun, verständliche Argumente, nachvollziehbare Zahlen und beweiskräftige Unterlagen vorzulegen?

    Wenn ich höre, dass das zwingende Bedürfniss des Bahnhofneubaus z.B. durch absolut untaugliche Fahrplanberechnungen belegt werden soll, welche erst nach Fertigstellung des unterirdischen Bahnhofs optimiert und in ihrer Wirksamkeit bewiesen werden können und somit heute als Beweis rein gar nichts taugen, dann habe ich wirklich Sorge, ob das Jahrhundertbauwerk Stuttgart 21 tatsächlich notwendig ist.
    Sollen wir von Politik und Wirtschaft vielleicht doch nur an der Nase herumgeführt werden?

    Wir dürfen dem Fortschritt ganz bestimmt nicht mit einem grundsätzlichen NEIN entgegentreten. Ihn aber so dürftig zu belegen, ist gegenüber den Bürgern fahrlässig, die ihn befürworten.

  3. Es ist schon bemerkenswert, wie viele Menschen auf die Straßen gingen, um gegen Stuttgart 21 zu demonstrieren. Leider wurde aber auch der Volksentscheid abgelehnt, sodass garantiert keiner mehr das Projekt verhindern kann.

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