+ 5 Euro

Das Bundesverfassungsgericht brachte die HartzIV-Krise nach Berlin.
Es verlangte eine Neuberechnung der HartzIV-Sätze.
Noch in diesem Jahr sollte sie erledigt werden.

Vor Wochen sprach die Ministerin mit den 7 eigenen Kindern davon, dass möglicherweise so etwa, aber nicht ganz, 20 Euro draufgelegt werden könnten. Vorgestern reduzierte sie den Betrag öffentlich auf etwa 10 Euro und heute spendiert ihr Ministerium den HartzIV-Empfängern satte 5 Euro.
Und, dies, so heißt es von höchster Stelle, sei mehr als nur ausgewogen. Gemeint ist damit, dass es sogar mehr als nobel sei, denn eigentlich müssten die HartzIV-Sätze gesenkt werden, wenn man sich strikt nach den statistischen Vorgaben, welche die Regierung herangezogen hat, richten würde.

Das wäre ja dann für alle HartzIV-Empfänger fast nach hinten losgegangen und so gesehen können sie froh sein, dass sie sich eigentlich immer auf das große Herz der Regierung und der Echt-Mutter-Ministerin Frau von der Leyen verlassen können.
Die Letztere hat sich heldenhaft schützend vor die Hartzler gestellt, Schaden von ihnen abgewiesen und dabei noch das maßgebende Lohnabstandsgebot eingehalten. Welches Land hat schon so eine lebendige Jeanne d’Arc der Arbeiter und Hilfebedürftigen?  
Das muss ihr mal jemand nachmachen.

Wann bekommen wir zum LohnABSTANDsgebot das LohnANSTANDsgebot?

Habe ich bereits erwähnt, dass es sich um eine generelle Zulage von 5 Euro für jeden handeln soll?
Die Grundsicherung ginge damit auf  satte 364 Euro  rauf. 
Donnerwetter Herr Westerwelle, werden sie da nicht gelb vor Neid? Das ist aber nun wirkliche eine gut gefederte und gemütliche soziale Hängematte. Und Sie müssen so hart für Ihr Geld arbeiten und sich für uns um die Welt quälen.

300 Millionen Euro zahlt die Schar der solidarischen Steuerzahler dafür über Bundesmittel und die Städte und Gemeinden legen noch einmal 110 bis 120 Millionen drauf. Auch Steuergelder.

Dafür sind die HartzIVler von  Stund an von höchster Stelle darüber informiert, dass Schnaps und Zigaretten nicht mehr zum Grundbedarf eines HartzIV-Empfängers gehören.
Ob der Deutsche Brauereiverband und der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) das einfach so hinnehmen werden?

Ich finde auch, dass sich Arbeit wieder lohnen muss. So handelte unsere Regierung ja auch bei der Hypo-Real-Estate und zahlte an die fleißigen Mitarbeiter 25 Millionen Boni aus. Die haben ja schließlich am Erhalt der Pleitebank, die uns Steuerzahlern gehört, mitgewirkt. Das sollte wirklich belohnt werden.
Vergessen wir nicht, die in der Zukunft zusätzlich für diese wagemutigen Helden noch zu leistenden Pensionen.
Ich finde, das passt in das ausgewogene Konzept unserer Regierung für die systemisch erforderliche Rettung dieser maroden Flowers-Bank und der für die Pleite verantwortlichen Banker. Schließlich hatte man dort ja auch die unglaublich tolle Idee, die mit „toxisch“ umschriebenen „Schittkredite“ in einer Bad Bank, also eine „Schittbank“, verschwinden zu lassen. Schließlich sollen sich unsere Kinder doch auch noch an den Leistungen unserer Leistungsträger erinnern.

Sie wissen, dass diese „Schittbank“ auch uns Bürgern und Steuerzahlern allein gehören wird?
Sie wissen, dass uns ebenfalls auch alle anderen „Schittbanken“, die schon lange angelegt wurden, übergeben werden?

Aber Rettung naht. Die wählerfreundliche SPD kommt langsam auf Touren. Endlich tut sich was. Ihr knuddeliger Vorsitzender dreht sich um 180°, endlich und ohne Hilfe, wendet er sich mit erhobener Solidaritätsfaust gegen die eigene Hartz-Schöpfung und verteufelt diese volles Rohr als unendlich unsozial. Er war ja eigentlich schon immer dagegen. War er doch? Oder …….?
Aber er macht seine Sache gut. Glaubt zumindest er und der restliche Vorstand dieser Partei daran.
Ja, ja, die Jagd nach dringend erforderlichen Wählerstimmen macht die Wende möglich.
Hoffentlich kriegen die roten Socken bei dieser Wenderei nicht Löcher.

Wir werden es erleben, dass die SPD sogar ihre Mitarbeit an einer Mehrwertsteuererhöhung vergessen macht. Wir werden es aber auch erleben, dass die SPD, kommt sie wieder einmal an die Regierung und darf dort sogar etwas sagen, die HartzIV-Empfänger wieder „ins Kreuz tritt“, den Mindestlohn wieder vergisst und …….. ja ihre Wähler natürlich auch.

Jeder, der heute bei Industrie und Handel in Lohn und Brot steht, sich gut ausgebildet wähnt und hofft, dass der erhoffte Arbeitskräftemangel ab 2011 ihn in den kommenden Jahren einfach nach oben spülen muss, wird erkennen, dass die Wirtschaft sich auf diesen Mangel bereits bestens vorbereitet hat und nicht auf  ihn wartet. Das Gerede über dieses Thema ist lediglich ein Hinweis darauf, dass die doofen und ungebildeten Schuldigen für das was jetzt auf uns da zukommt bereits ausgemacht sind.

6 Gedanken zu „+ 5 Euro

  1. Ein Lob an den Autor des Beitrages, ein gelungener Rückblick auf die Widersprüche in den Entscheidungen unserer Regierungen in den letzten Jahren… die mit der letzten Entscheidung zu Hartz IV kein Ende finden.
    Natürlich sind 5 € mehr im Monat besser als nichts, allerdings würde ich dafür keine Dankbarkeit verlangen. Die Bundesregierung scheint aber genau das zu erwarten.
    Warum, wird wohl ein Geheimnis bleiben…

  2. Ich habe gerade die Pressekonferenz mit Frau v.d.Leyen gesehen. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat sie von transparenten Tabellen des Statistischen Bundesamtes gesprochen. Oder sprach sie von einer transparenten Berechnung?

    :?: Weiß jemand wo interessierte Bürger diese fundamentalen Tabellen finden und Einblick nehmen können?

  3. 5 Euro mehr. Toll. Vorher ging es ohne diese 5 Euro lautlos. Jetzt soll es einen Fünfer mehr sein und schon gibt es Krawall.
    Ich kapiere es wirklich nicht. Was soll das eigentlich?
    Klar sind 5 Euro nichts. Aber besser 5 mehr als 5 weniger.
    Geht zur Wahl. Wählt eine Partei, die euch nach der Wahl nicht anschmiert und gut ist.
    :wink: Meine Meinung: Wer gar nicht oder vorsätzlich falsch wählt sollte gefälligst die Klappe halten!

  4. 364 Euro mtl.
    Seehofer findet die Sache sei ausgewogen. Merkel spricht von einem großen Schritt der Regierung und Westerwelle verweist auf die Last schwerer Entscheidungen.
    Dabei steht fest, dass Alleinstehende die weniger als 800 Euro Monatseinkommen erhalten, arm sind.
    Das sind bereits 20.000.000 Menschen (20 Mio).
    Das sind 1/4 unserer Bürger.
    Und ist das gut so?

  5. 364,00 Euro sind eine gerechte Grundsicherung. Sagt G. Westerwelle von der FDP in die Kamera. Der muss es ja wissen.

  6. Gestern hat sich Porsche-Ernst von den Linken bei ARD-Anne Will mal wieder vollmundig für die armen HartzIV-Empfänger eingesetzt.
    Gut, dass es ihn :twisted: gibt.

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