Unsere BRD, Griechenland, EU. Was nun?

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Jeder von uns hat für sich eine wichtige Frage zu klären.

Wollen wir Griechenland mit unserem
schönen Geld aus der Patsche helfen?

Wenn nein, was soll aus Griechenland werden?
Wenn ja, was sind wir bereit dafür zu tun?

Unsere BRD ist seit Anbeginn der Europäischen Union der größte Nettozahler. Wir zahlen Unsummen in ein System ein, in dem unsere Sprache nicht einmal Amtssprache ist und wir Bürger verstehen, wenn wir die amtlichen EU-Seiten aufrufen, nur Bahnhof. So geht das übrigens auch fast allen Bundestagsabgeordneten, die EU-Recht in deutsches Recht umsetzen müssen und Gesetze zulassen, deren Inhalt sie gar nicht verstanden haben.

Nun sitzt Griechenland vor uns und ist pleite.
Herausgekommen ist, dass alle Wirtschaft- und Haushaltsmeldungen aus Athen an die EU-Kommission gefälscht waren. Ich weigere mich vehement jemals wieder das Wort „getürkt“ in den Mund zu nehmen.
Doch, um es bei rechtem Licht zu betrachten: Es steht fest, dass Griechenland schon pleite gewesen ist, als es mit Ach und Krach und „Augen zu“ in den Kreis der EU-Staaten aufgenommen wurde. Viele Stimmen waren dagegen und Viele haben gewarnt.
Ich kann mich an diese Stimmen noch gut erinnern.
Wer hat eigentlich dafür gesorgt, dass diese Stimmen absichtlich überhört wurden?

Können  wir den Griechen die Fälschung ihrer Bilanzen wirklich noch als Betrug an uns vorhalten?
Wir wussten doch auf was wir uns einlassen. Haben wir die Griechen nicht sogar erst zu solchen Schritten animiert?  Haben wir ihnen nicht sogar ganz unverhohlen zu verstehen gegeben, dass sie ihren Haushaltsmurks in Brüssel nur munter drauflos melden sollen, dort würde ja sowieso niemand drauf achten. Ja, haben wir nicht sogar deutlich signalisiert, es gäbe für die EU-Staaten nicht einmal einen einheitlichen Standard, nach denen die Angaben einzureichen wären. Das heißt, es gibt nicht einmal ein Standard-Bilanz-Formular, welches in Brüssel vorzulegen ist. So ein Vordruck ist für die EU-Staaten einheitlich nicht festgelegt. So ein Mangel in einem Bürokratiemonster wie der EU, wo – so sagt man – bereits die Krümmung der Banane oder die der Gurke festgelegt worden sei.
Jeder wird auch ohne buchhalterische Kenntnisse erkennen, dass Fehlerquellen zwangsläufig vorprogrammiert sind und wenn diese nicht korrigiert werden, sind Kreativität  und Manipulation Tür und Tor geöffnet.

Löcher im System zum eigenen Vorteil bis an die Grenzen der Zumutbarkeit auszunutzen liegt bereits genetisch im „egoistischen“ Wesen des Menschen begründet.  Da sind die offiziellen Erfinder der Demokratie nicht anders als wir, die wir ihre Erfindung heute nutzen und sogar in vollen Zügen genießen.

Klar ist es problematisch den Griechen mit unserem vielen Geld zu helfen. Noch einmal: Wir sind die größten Zahler der EU. Wir sehen uns sogar als „Melkkuh“. Vielleicht auch mit Recht. Wir würden den höchsten Beitrag für die Rettung der Griechen zu leisten haben.

Helfen wir Griechenland, müssen wir in den kommenden Monaten auch Portugal helfen. Dort beginnt der Bergrutsch der Wirtschaft bereits erhebliche Fahrt aufzunehmen. Das Rating (die Kreditwürdigkeit) für Portugal wurde von AA ist auf AA- (aa minus) herabgestuft. Dadurch wird sich die Talfahrt noch einmal erheblich beschleunigen. Anleger werden unruhig, der Euro gibt dadurch gegenüber der Leitwährung Dollar ebenfalls herabgestuft.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, selbst Portugiese, setzt sich mit aller Kraft für eine direkte Kredithilfe Griechenlands ein. Fürchtet er, dass eine Weigerung der EU-Staaten auch für sein Heimatland gefährlich würde?

Was tun?
Helfen wir Griechenland nicht, dann dürfen wir auch Portuhgal nicht helfen. Dann müssen wir Spanien mit seinen Problemen allein lassen, zusehen wie Italien in Schwierigkeiten gerät und Irland beim Untergang zuschauen.
Dann aber, spätestens dann, kommen wir auch dran. Das steht fest und das wird wohl jedermann sehen können.

Ich bin der Ansicht, das griechische Problem haben wir uns selbst an den Hals gehängt oder als Mitglied der schweigenden Mehrheit an den Hals hängen lassen – wie übrigens die ganze EU und alle von dort kommenden, uns überwiegend unverständlichen Gesetze und Verordnungen. 
Nun müssen wir durch die aktuelle politische Situation durch. Wir, also alle Europäer entsprechend ihrer Leistungsstärke (so, wie wir es in unserer BRD auch von den vermögenden Deutschen verlangen, um die deutsche Situation zu verbessern).
Aber wir müssen mit den Griechen auch ins Gericht gehen. Umsonst dürfen sie un für den Bilanzbetrug nicht davonkommen. Unsere aller Mitschuld sollte aber in der Waagschale, die die Gerechtigkeit vertreten soll, auch mit eingebracht werden.

Es darf meiner Meinung nach nicht sein, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) Griechenland und somit dem EURO zur Hilfe kommen muss.
Was für eine Schande für den EURO, der weltweit ein ungeheures Ansehen genießt und  der sogar schon einmal auf dem Wege war, den Dollar als Leitwährung abzulösen.

Wenn wir den IWF in die EURO-Zone hereinlassen ist der EURO beschädigt und die Amerikaner, die im IWF an nicht unmaßgeblicher Stelle sitzen, entscheiden mit, was der IWF für die EURO-Zone tut.

Wollen wir uns das wirklich antun?
Erst reißt uns das amerikanische Immobilien- und Bankensystem in die Tiefe und jetzt lassen wir die Amerikaner auch noch an die Schalthebel, um über das Schicksal des Euros mit zu bestimmen?

Haben wir uns dafür wirklich so geängstigt und gequält?
Haben wir dafür unsere Steuergelder eingesetzt, um jetzt auf halbem Wege auch unser Rating zu riskieren und vor der Krise doch noch klein beizugeben?

3 Gedanken zu „Unsere BRD, Griechenland, EU. Was nun?

  1. Liebe Marylin, ich glaube eher daran dass Angela Merkel und Nicolas Sarkozy hier Wahlkampf betreiben. N.S. hat in F. gerade eine blamable Wahlschlappe erlitten und reagiert darauf nervös mit einem Regierungsumbau. A.M. steht vor der wichtigen Wahl in NRW und der Furcht, hier und damit im Bundesrat die Mehrheit zu verlieren.
    Sie versucht demonstrativ Stärke zu zeigen. Was ihr ja auch gelungen ist, denn noch sind wir wer in Europa. Und da es den anderen meist auch ganz mieserabel geht, bal gehen wird oder sie noch viel zu jung zum Unken sind, kann sie im Kreise der EU-Länderchefs die Machtkarte, die sie bei uns nicht benötigt, ausspielen.
    A.M. überlässt nichts dem Zufall. Erst zum Auftakt die gestrige Rede im Bundestag und dann sofort husch, husch nach Brüssel, um dort „Kante“ (Münteferings Lieblingswort) zu zeigen.

  2. Hi, gestern hat unsere Frau Merkel vor den Ministerpräsidenten der EU-Staaten aber erfolgreich genau den gegensätzlichen Kurs durchgesetzt. Ist der nicht besser für uns ?
    Lieber IWF als ein Griff in unseren Geldbeutel? Jetzt soll Griechenland im Fall der Fälle die Hilfe der Welt erhalten. Also auch Chinas, der USA, Brasiliens oder gar des Kosovo. Wir sind natürlich auch ein wenig mit dabei. 4% etwa? Was hätte Frau Merkel uns Bürgern wohl offenbaren müssen, wenn wir Europäer uns allein um die Krise der Mittelmeerländer kümmern würden? Wer hat Frau Merkel beraten und wer hat ihr wohl geraten ausgerechnet diesen Weg vorzuschlagen; ganz gegen die urspüngliche Absicht der anderen EU-Staaten?
    Herr Ackermann, der ansonsten wieder einmal fürchten müsste, dass seine Investitionen und Spekulationen in Gefahr wären? Von allein ist Frau Merkel niemals auf diese Idee gekommen. Sie versteht doch gar nichts von einem derartig komplizierten Thema. Nicht, dass ich sie deshalb als dumm einstufen wolle. Ganz bestimmt nicht. Sie ist ein wirklich helles Köpfchen und wir können froh sein, dass wir sie haben. Ab er das Sach-/Fachgebiet ist wirklich zu speziell. Auch für eine analytische Physikerin.
    Ich wette es war Ackermann. Direkt oder indirekt. Der versteht sein Geschäft. Wir werden dies noch erfahren und auch, was uns dieser Entschluss wieder kosten wird.
    Vielleicht in 1 Jahr.

  3. Unsere BRD ist nicht nur der größte Importeur der EU, sondern wir sind auch der größte Importeur von Waren aus den anderen EU-Ländern.
    Deutsche Unternehmen machen in den europäischen Nachbarländern 500 Milliarden Umsatz und beschäftigen 2,7 Millionen Mitarbeiter.
    Unser Beitrag für die EU ist neben den Nettozahlungen ziemlich bedeutsam.
    Wir sollten Griechenland nicht nur verbal unterstützen, sondern in engem Schulterschluss und dann mit Argusaugen darauf achten, dass aus den Griechen echte Ejuropäer werden. Das Geld, welches die Griechen benötigen darf nicht zu „Wucherzinsen“ gegeben werden.
    Machen wir Griechenland gemeinsam wieder flott, lassen uns unsere Hilfe aber zu fairen Bedingungen vergelten. Wiederholungen der Verstöße gegen die Meldungen an die EURO-Statistiker müssen mit ganz hohen Strafen belegt werden und die EU-Statistiker, die so dusselig versagt haben und zukünftig versagen sollten, gehören aus dem Amt gejagt. Sollen sie besser Parkanlagen reinigen oder die Akropolis putzen. Solche Deppen sind für die EU untragbar.

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