Ist mein Lebensversicherer jetzt auch am Ende?

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Das habe ich in diesem Ausmaß wirklich nicht für möglich gehalten.

30 Jahre lang haben meine Frau und ich bis heute in unsere LV eingezahlt und nun lesen wir, dass viele Lebensversicherungs-Konzerne eigentlich insolvent ist.
Weil sie nun gemäß einer EU-Richtlinie 25% Eigenkapitalquote ansparen müssen.

 

Da machen etliche Versicherungen nun tatsächlich ihren Laden einfach zu.
Nase voll. Finito!
Neue Kunden werden nicht mehr aufgenommen. Die „Vertreter“ werden entlassen. Bereits versicherte Bestandskunden erhalten Post, dass jetzt Schluss wäre und die jährliche Zusatz-Steigerung der Versicherungssumme durch erwirtschaftete Zinsen zukünftig magerer ausfallen dürfte.

So einfach für die. So unglaublich niederdrückend für uns!
Die Forderung nach 25% Eigenkapital lässt ganze Kartenhäuser zusammenstürzen.

Ich denke, diese bedrohlichen 25% beziehen sich auf das Geschäftsvolumen, welches die Versicherer mit dem Geld von uns Versicherten machen.
Also auf das Geld, welches nach Abzug der Kosten für den Vertreter, seinem vorgesetzten Gruppenleiter, dem Filialleiter, dessen vorgesetzten Regionalleiter, dem darüber angesiedelten Strukturleiter des Bundeslandes, dessen Chefs für die Sparte Kapitalversicherung der Regionen Nord, Süd, West oder Ost, dem Geschäftsführer des Bereichs Kapital-Lebensversicherung für die alten Bundesländer, dem Vorstand dieses Teilbereichs für die gesamte BRD, all die Immobilien und deren Verwaltungs- und Instandhaltungskosten, all die übrigen Betriebskosten des Konzerns (Personalkosten für Sekretärinnen, Hausmeister usw., Dienstwagen, Werbung, Strom, Porto, Büromaterial, ……………………………..)  noch übriggeblieben ist.

Wie gesagt, bezieht sich die Eigenkapitalquote, nach meiner laienhaften Sicht der Dinge, auf den danach noch für die Schaffung einer Rentabilkität verbliebenden Geldbetrag, der dafür da ist, um ihn für uns Versicherten gewinnbringend anzulegen. Um mit mehr oder weniger Risikoscheu damit in unserem Interesse zu spekulieren und auf diesem Wege damit die Zinsen zu verdienen, die wir treuen Versicherungsnehmer dann als Wertzuwachs unserer Geldanlage ausgezahlt erhalten.  Aus diesem Gewinn heraus werden dann auch noch die Verwaltungskosten bedient, die durch die eingehenden Versichertenprämien nicht gedeckt werden können. Vielleicht weil sie einfach zu hoch sind oder die Beiträge zu niedrig?

Die Zinsen für uns Bestandskunden sollen in Zukunft wohl nur noch 3,5% auf die eingezahlten Jahresbeträge betragen. Für Monatszahler soll es ja bekanntlich bei einigen ganz knauserigen Versicherern sogar noch Zinsabschläge geben, weil monatliche Beitragszahlung nur Arbeit macht.

Was mich befremdet, ist, dass mehr als 2/3 der Versicherungsunternehmen in unserer BRD auf einmal Probleme mit dieser 25% Regelung haben.

Dass sich nicht nur Kleinanleger, versierte Banker, die vor sich hin schlafenden Landesbankler, sondern sogar einige unserer treuhänderischen Versicherer mit hochriskanten Anlagen – wir kennen deren Namen Zertifikate, Derivate, Swaps, Leerverkäufe, toxische Aktien, ausländische Staatsanleihen – verhoben haben ist uns bekannt.
Dass es aber so schlimm ist, dass nicht einmal mehr genug Eigenkapital vorhanden ist und 25% Eigenkapital bereits existenzbedrohlich sind, dass haben wir wohl doch nicht geahnt.

Das Fatale an der Geschichte ist, dass langjährige Anleger jetzt, wo sich aus ihren kontinuierlichen Monatsbeiträgen eine ansehnliche Summe gebildet hat und sich der Zins zu lohnen bzw. zu rentieren begonnen hat, dass diese Anleger jetzt mit einem geringen Garantiezins vorgeführt werden und ihnen signalisiert wird, dass es auch nicht mehr höhere Zinsen geben wird.

Die betroffenen Versicherungsunternehmen werden verkauft, die gekauften Kunden werden aber nicht dem Bestand des erwerebenden Unternehmens zugerechnet, sondern sie bleiben versicherungstechnisches „Sondervermögen“, welches mit niedrigerem zins belohnt werden kann, als die eigenen und vor allen die neu angeworbenen Verträge.

So machen die Versicherer erneut ein Geschäft zu Lasten der Versicherten.
Erst leben und arbeiten unsere Versicherer auf hohem Niveau von unseren Beiträgen, dann verspekulieren sie mit ganz wenig Verstand unser Erspartes, so dass nicht einmal mehr 25% Eigenkapital vorhanden ist.  

Das ist Ungeheuerlich!
Das Geld ist weg!
Vermögenswerte hat man dafür nicht gekauft!
Es ist einfach verbrannt!

Und nun bieten sie úns auf dem silbernen Tablett einem ehemaligen Konkurrenten an und verscherbeln – nicht versilbern – das Restvermögen und das durch die bestehenden Verträge noch zu erwartende Vermögen auf niedrigstem Level.

Ich kann nur sagen:  „Hut ab!“
So wird bereits vernichtetes Sparvermögen und die Hoffnung der Versicherten auf ein gutes Ende über die Runden, in eine noch ungewissere Zukunft gerettet. Wir werden an langer Leine bei der Stange gehalten, denn unsere Hoffnung stirbt zuletzt.

Meine aktuelle Überlegung ist, dass ich ganz genau auszurechne, ob es nicht sinnvoller ist, die Versicherung beitragsfrei zu stellen (nicht zu kündigen), den Risikoanteil zur Absicherung der Familie weiter zu entrichten und statt dessen die monatlichen Beiträge in eine andere Geldanlage unterbringe.

Machen Sie das auch?
Fragen wir bloß nicht unseren Bankberater nach einer vorteilhaften Anlage oder gehen wir keinem der Heilsversprecher aus dem Internet auf den Leim, die uns Wahnsinnsgewinne und riesige Renditen versprechen.

Ich habe soeben erstmals den Suchbegriff „Kleinaktionäre“ in die Suchmaschine meines Internetanbieters eingeben. Mir werden etwa 65.500 Beiträge zu diesem Thema vorgeschlagen.
Es ist alle Male besser, dass sich jeder selbst um sein eigenes Geld kümmert, als Geld und Denken irgendwelchen Fachleuten“ und „Renditepropheten“ zu überlassen. Schließlich haben wir ja auch dafür geschuftet und nicht der uns vollkommen unbekannte „Anlageberater“, der uns vorgaukelt, dass es sich bei dem Beratungsgespräch doch tatsächlich irgendwann einmal um uns dreht und der uns am Ende sogar noch ein Protokoll über dieses Gespräch unter die Nase hält, damit wir unterzeichnen, dass er mit uns zusammengesessen und uns „neutral beraten“ hat.
Wir werden dabei beruhigt lesen können, dass wir risikoscheue Anleger und auf Sicherheit bedacht sind. Wir könnten aber vollkommen übersehen, dass irgendwo ein Hinweis markiert ist, dass wir heiß auf Kohle sind und deshalb voll ins Risiko gehen wollen.
Und das wäre dann ziemlich fatal für uns.

Die Verbraucherschutzzentralen drücken es deshalb so aus:
„Wir müssen das Beratungsgespräch gar nicht unterschreiben!“
Der meist freiberufliche oder von Verkaufsprovisionen lebende Bankberater ist verpflichtet ein solches „Protokoll“ zu führen.
Es gibt kein Gesetz, keine Verordnung wodurch wir Bankkunden verpflichtet wären ein solches Dokument ebenfalls zu unterzeichnen.
Warum denn auch?
Der Bankberater soll dokumentieren, dass er uns verstanden und uns keinen Unsinn erzählt hat. Wir müssen nicht quittieren, dass wir seinen mit fachlichem Vokabular unterlegten, vor gleißenden Renditeaussichten strotzenden und mit unkaputtbarer Sicherheit  fundamentierten Vortrag angehört und alles irgendwie doch missverstanden haben.

Wenn Sie einem Anlageberater gegenüber sitzen und sich mit ihm ÜBER IHR GELD UNTERHALTEN: Finger weg vom Kugelschreiber!

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