Macht Dubai auch unsere BRD platt?

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Die Regierung von Dubai ist offenbar immer noch ziemlich klamm. Sie bat die Gläubiger ihrer staatlichen Finanzierungsinstitute (erneut?) um Zahlungsaufschub.

Dubai, das ist weit weg von uns?

Na, nicht viel weiter als der amerikanische Immobilienmarkt und näher als die Börse in Tokio.
Die Globalisierung macht mit dem Refugium der Ölscheichs in Dubai dasselbe wie mit dem Staatsgebilde der Olivenöl-Bauern in Griechenland. Beide sind pleite.
Die Häusl der US-Bürger haben uns bis 2008 doch auch nicht einen Deut interessiert. Oder? Und plötzlich zahlten wir die Zeche für einen vollkommen verrückten Bauboom und Finanzierungsirrsinn des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten.
Man war das teuer.
Und unsere Arbeitgeber sind noch immer nicht fertig mit ihren Sorgen und unsere Arbeitsplätze wackeln noch immer.

Wenn Dubai jetzt einknickt, knicken die anderen Scheichs doch auch mit ein. Die hängen doch auch alle unter- und miteinander in einer ganz, ganz engen finanziellen Verbindung. Purzelt ein Scheich von seinem fliegenden Teppich zurück in die unfruchtbare Wüste, zieht er seinen mitreisenden Scheichkollegen auch mit hinunter.
Dann fallen wahrlich Scheichs vom Himmel.
Aber dann gehen auch hier in Europa in einigen Etagen der einen oder anderen Großbank schlagartig wieder die Lichter aus. Wieder werden die weißen Tücher aus den Fenstern geschwenkt, auf denen steht :“Rettet uns! Wir sind doch systemisch!“

Dann ist Schluss mit lustig!
Spätestens dann werden wir feststellen, dass wir die globale Wirtschafts- und Finanzkrise keineswegs hinter uns haben. Dann lernen wir das Globale an dieser Krise erst so richtig kennen.
RED schreibt von 2 parallel laufenden Krisen – ich stimme ihm zu.

Immobilienspekulanten gibt es überall, nicht nur in den US-Reihenhäusern.
Finanzhaie, die rücksichtslos mit dem Geld anderer zocken, hat es nicht nur bei den Lehman Brothers gegeben.
Leerverkäufe der Banken untereinander sind doch nicht verschwunden.
Geschönte bis gefälschte Bilanzen bei Unternehmern, Provinz- und Landesbanken sowie Staaten sind bekannterweise inzwischen als tägliche Routine enttarnt worden.
Mangelhafte Rating-Agenturen oder gar vollkommen fehlender Sachverstand bei Kontrollbehörden auf der Bundes- und EU-Ebene überraschen uns nicht einmal mehr.
Verlustmeldung im Millionen- oder einstelligen Milliardenbereich lassen uns doch nicht einmal mehr zusammenzucken.
Ob ein Banker nun 1 Million oder ein Vorstand gleich 15 Millionen abzieht, nachdem er seinen Arbeitgeber binnen kürzester Zeit ganz an die Wand gekarrt hat, das nehmen wir kaum noch zur Notiz.

Wir sind inzwischen mit dem Thema Bankenkrise durch, haben uns daran gewöhnt und betrachten heute bereits die Pleiten ganzer Staaten. Derzeit gelten insolvente Staatengebilde mit bis zu 11 Millionen Einwohner noch als beherrschbar.

Wer in Gottes Namen hat eigentlich die dumme Parole in die Welt gesetzt, wir hätten die Talsohle der Krise erreicht?

Die Wirtschaftskrise ist kein Steilhang, sie ist eine endlose Treppe in den Keller und wir fallen von Stufe zu Stufe herunter. Kaum rappeln wir uns nach dem letzten Sturz auf, taumeln wir – noch benommen – bereits über die nächste Stufe weiter nach unten.
WIR, das sind wir Bürger und Steuerzahler. Arm oder reich, gut situierte oder knapp bei Kasse, bis über beide Ohren mit Krediten zugepackt oder endlich schuldenfrei, jung und mit Zukunft oder alt – mit Lebenserfahrung und Demut.
WIR sind es, die da die Treppe immer weiter herunterpurzeln.
Lustig was?

Was meinen Sie, was tun die betroffenen Staaten (bzw. deren Finanzgewaltigen) gegen diese Situation?
Noch einmal – mit Ellas Worten – die ganze Misere in einem Satz:  Das Staatsgeld, die Staatskasse (also eigentlich eher das Geld, was die Bürger ihren Staaten treuhändersich anvertraut haben) ist futsch!
Dafür hatten die Bürger ein bequemes Leben.  Und weil sie nicht drauf geachtet haben was mit ihrem Geld nach Einzahlung bei der Staatskasse durch die Verwalter der Staatskasse passiert, stellen sie überrascht fest, dass sie jetzt jede Menge Schulden haben und diese Schulden auch heute noch von Minute zu Minute ansteigen.
Was tun, wenn die Gläubiger immer lauter nach Geld krähen und sogar noch aus der Staatskrise Profit ziehen, weil sie auf den Untergang der Staatswährung und damit gegen ihren Gläubiger spekulieren?
Was tun, wenn das Vermögen des verschuldeten Staates durch Spekulation immer weniger Wert wird und er dadurch gezwungen ist, immer mehr Schulden zu machen, sein Tafelsilber zu verpfänden und in der Folge immer höhere Tilgungsraten zurückzahlen zu müssen – d.h. die Bürger zu mehr Steuern und Abgaben zu zwingen?
So wurden in archaischen Zeiten die Völker besiegter Länder ausgeplündert.

Was machen die politischen Kassenwarte in einer solchen verfahrenen Situation?
Sie machen das was sie auch früher gemacht haben. Sie verfälschen weiter die volkswirtschaftlichen Bilanzen uund machen noch mehr Schulden. Sie können ja nichts anderes und wirklich richtig zu arbeiten ist ihnen fremd. Aber sie können etwas anderes.
Sie besorgen sich Papier – das können sie, sie gehen damit in die Keller der Regierungsgebäude, machen dort das Licht an, ziehen die Staubschutzhauben von den Maschinen, schalten den Strom ein, legen das Papier bergeweise in den Einzugsschacht (sie alle kennen das vom Kopiergerät), schütten Tinte in den Tank des „Kopierers“, schalten den Maschinenschalter auf EIN und drucken Geld (also Papiergeld). Sie drucken was das Zeug hält. Papier ist ja bekanntlich geduldig.

So macht man Kasse oder so macht man die Kasse der Bürger wieder voll!
Dass dabei die verfügbare Geldmenge immer größer und der einzelne Geldschein immer wertloser wird, letztendlich die Preise steigen und explodieren, das ist schnuppe. Das ist ja nicht die Sorge der Gelddrucker. Das ist dann wieder einmal die Sorge der Bürger, das ist dann nämlich deren Inflation.

So hat es mir mein Großvater in wenigen Worten erklärt. Er musste es ja wissen, er kam arbeitsunfähig mit nur einem Bein und einer Kriegsversehrtenrente aus dem zweiten Weltkrieg zurück und hat einen ruinierten Staat, Mangelwirtschaft, die inflationären Folgen des Gelddruckens, den Wertverfall der Rente am eigenen Leibe erlebt.
Es muss schrecklich gewesen sein.
Wehe uns.

Die letzte größere Inflation war zu Beginn der 90-iger Jahre unserer BRD mit 4,5%. Davor soll sie in den 70-igern sogar über längere Zeit bei 5 bis 7% gelegen haben.
Jeden Tag wird unser Geld weniger wert sein und jeden Tag werden die Preise steigen.

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