Geld wie Heu verdienen!?

Red@Beinahe jeden Tag erhalte ich Mails aus Afrika, in denen mir angeboten wird, Millionär zu werden. Ich brauche nur ein Geschäftskonto einzurichten, Vollmachten nach Afrika zu erteilen und schon quillt das Konto über durch die Millionen US-Dollar verstorbenen Kontoinhaber oder in Ungnade geratener Politiker, die das Land eines afrikanischen Staates mit ihren vom Volke unterschlagenen Entwicklungshilfebeträgen verlassen müssen.
In den letzten Wochen versuchen verstärkt Mailversender aus dem fernen Südafrika hier in unserer BRD die Dummen zu finden, die ihnen weltmeisterlich auf den Leim kriechen sollen.

Doch auch hierzulande können wir noch echte Überraschungen erleben.
Auch hier gibt es jede Menge Investmentspezialisten, Aktienjongleure, Devisenhändler, Vermögensberater.

Sie schießen doch tatsächlich wie Pilze aus der Erde.
Täglich kommen neue hinzu.
Sie sagen, sie wüssten wie sie für uns ungeheure Gewinne einfahren können.
Sie versprechen, sie verstünden den Puls des Geldmarktes.
Sie sagen, Sie hätten studiert (als ob ausgerechnet dies eine Garantie dafür wäre, dass Sie etwas können würden oder etwas darüber aussagt, ob sie ein begonnenes Studium jemals beendet haben).
Sie verweisen auf  kapitale Gewinnmargen (haben sie diese auch tatsächlich schon einmal selbst mit voller Absicht erwirtschaftet;  berichten sie über unerwartetes Glück oder nur über verpasste Chancen der Vergangenheit?).
Sie rufen in uns Bilder eines sorgenlosen Lebens wach, wenn wir ihnen doch nur vertrauensvoll folgen würden und täten was sie vorschlagen.

Gerade eben lese ich ein Angebot über 27 lange Bildschirmseiten durch.
http://www.trading.gevestor.de/index.php?id=3751

Schließlich möchte auch ich einmal zu einer Stange Geld kommen.
Möglichst ohne Arbeit.
Riesige rote Lettern springen mir ins Auge (es beginnt mit „Wahnsinn!„), gewaltige blaue Gewinn-Margen (blau vom Himmel herunter?) nennen kaum fassbare Erfolge am Devisenmarkt und am Ende stelle ich fest, dass der Anbieter mir lediglich ein Abo seiner unermesslichen Weisheiten für 28,80 Euro wöchentlich andrehen möchte.

Da bin ich aber platt. Wirklich. Das ist die einzige greifbare Erkenntnis, die ich aus diesen 27 grellen Seiten herauslese.
Und die ganze Zeit warte ich drauf, dass er schreibt, ich solle ihm mein Geld überweisen.
Nein!
Er will mein Geld nicht. Jedenfalls nicht alles oder noch nicht jetzt.
Das eienzige Resultat dieser 27 Bildschirmseiten ist: „Er möchte lediglich pro Woche diese 28,80 Euro!“
Zwar jede Woche, aber gegen seine Gewinnbeispiele ist dies in seinen Augen offenbar ein wahrhaft lächerlicher Betrag.

Stellen Sie sich das einmal vor!
Der Finanzstratege macht seitenlange Onlineangebote, stellt mir pausenlos atemberaubende Gewinnmöglichkeiten vor und das Ende vom Lied ist:
ER, ja es ist unglaublich, ER selbst muss bei mir, bei Ihnen, bei uns um lächerliche 28,80 Euro nachfragen, um mich, um Sie, um uns mit seinen unglaublich „heißen“ Finanztipps zu versorgen, durch die WIR (nicht etwa er) riesige Vermögen anhäufen können sollen.
WIR sind die Nutznießer seines kompakten Wissens, ja seiner geballten Finanzpower!
Ist das nicht unsagbar uneigennützig?

Warum nimmt dieser kluge, gebildete und ehrbare, offenbar 100%-soziale Broker nicht einfach sein eigenes Gehalt (ein Monatslohn dürfte reichen, auch eines seiner Frau wäre ausreichend) und macht für sich und seine Familie, seine Eltern oder ganz einfach seine Firma ein gigantisches Vermögen?

Er könnte andererseits mit seinem ungeheuren Sachverstand und seinen Fähigkeiten auch nach Griechenland, Italien, Spanien oder Portugal gehen – sogar nach Irland oder noch viel besser, gleich nach Island – und dort direkt an Ort und Stelle helfen, mit seinen wahrhaft magischen Fähigkeiten dem Staat den Puls zu messen und die Staatskrisen zu beheben.
Die Griechen z.B. würden ihn für alle Zeiten bis in den Olymp heben und neben Zeus setzen.

Oder die EZB würde ihn mit Geld regelrecht zuschütten, würde er für sie arbeiten.

Oder möge er die USA – das Land allen Unglücks und der Lehman Brothers – beglücken, zum Versicherungskonzern AIG in den Vereinigten Amerikanischen Staaten schippern und ihn vor der Schmach weiterer Staatsknete schützen. Oder er kann den aktuell notleidenden und vom Konkurs bedrohten 750 US-Bankinstituten sein Wissen vorstellen.
Ich würde, wäre ich so ungeheuer klug wie er, Finanzminister in Dubai werden wollen.

Doch er ist bescheiden. Er will nichts davon für sich. Nur diese lächerlichen 28,80 Euro.

Von wegen es gäbe keine Märchen mehr.
Es gibt sogar noch echte Wunder!

Montag werde ich meinen Banker einmal fragen, warum ER so etwas nicht für mich tut.
Warum er dies noch nie getan hat.
Warum muss ich so etwas aus dem Internet erfahren?

Mein Banker weiß doch, dass ich auch gern Millionär wäre und gerade jetzt mein sauer verdientes Geld lieber heute als morgen für mich arbeiten lassen würde, statt immer weiter selbst zu schwitzen.
Schließlich werde ich auch älter und die Arbeitslosigkeit ab 55, die Altersarmut, die desolate Pflegeversicherung, die mickerige Rente kommen in immer größeren Schritten auf mich zu. Der Lebensabend legt in wenigen Jahren seine Hand auch auf  meine Schultern. Und dann kommt da noch ein unendlich langes Leiden durch die verlängerte Lebenserwartung auf mich zu. Alles mit viel zu wenig Geld.

Das alles weiß mein Banker.
Warum tut der denn nichts für mich?
Oder geht es nicht?
Weil er es nicht kann oder weil es für mich einfach nicht funktioniert?
Oder weil er immer nur an sich denkt?

3 Gedanken zu „Geld wie Heu verdienen!?

  1. Hier ein Beispiel der fast täglichen Post aus Südafrika.
    Wieder sucht Frau Lumba Yengeni einen Kontoinhaber für 15 Millionen US-Dollar.
    Ein tapferes Mädel. Ihr sacxheint das Geld einfach nbicht ausgehen zu wollen.
    Eines scheint mir aber ganz besonders auffällig. In Südafrika (aber auch in Nigeria) müssten jetzt langsam alle Millionäre ausgestorben und alle Bankkonten geplündert worden sein.
    Wo geht’s als nächstes hin?

    Hier das Schreiben der verzweifelt um Hilfe Schreibenden:

    Betr.: I NEED YOUR CO-OPERATION
    Dear Friend
    I am Mrs.Lumka E. Yengeni. from south African a Parliamentarian Wife i contacted you to be my project partner and stand as my Husband foreign partner for transfer of US$15 million into your account for investment in your country

    You maybe familiar with the news about my husband legal position with the government of my country.
    Please endeavor to read the website :
    Thanks,
    Mrs.Lumka E. Yengeni.
    =
    Heute hat sie sich einmal kurz gefasst.
    Es gab schon längere und ausschweifendere Schreiben.
    Wer dieser Frau helfen, sich um Geld und Schlaf und mit einem unfreundlich gesonnenen Staatsanwalt an einen Tisch zusammenbringen bringen möchte, der kann dies gerne tun.
    Die eM.-Adr. lautet: lumkas@att.net
    Frau Lumka leckt sich bestimmt schon die Lippen und wartet wie eine Spinne auf den ersten Volldeppen, der ihr schreibt und ihr ins Netz geht.

  2. Wer auf diesen schlecht aufgezogenen Schwindel reinfällt, ist selber Schuld. Hier wird einzig die Gier angesprochen, das Verlangen nach Reichtum ohne Anstrengung, die Lust auf einen Lottogewinn.
    Dieses Angebot hat nur eines verdient, einen kurzen Hinweis: Finger weg!!!

  3. EINE RICHTIG GUTE MASCHE. 52x KNAPP 30 EURO/WÖCHENTLICH. MACHT GUTE 1.500 EURO IM JAHR. FINDET ER AUF DIESEM WEGE AUCH NUR 100 LEUTE, DIE SEINE INFO-POST BESTELLEN, MACHT ER RICHTIG KASSE.
    SEINE LESER MÜSSEN SICH ABER ANSTRENGEN, UM DIE KOSTEN SEINER WÖCHENTLICHEN BRIEFE DURCH KURSGEWINNE WIEDER HEREINZUBEKOMMEN.
    VIEL SPASS WÜNSCHE ICH ALLEN ANLEGERN, BEIM LESEN UND BEFOLGEN DER ANLAGESTRATEGIEN, DIE DA JEDE WOCHE NEU HEREINFLATTERN.
    HABEN DIE DEUTSCHEN KLEINANLEGER NOCH IMMER NICHT GENUG ERLEBT?

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