Datenblatt für Bürger unserer BRD

Red@Innenminister Thomas de Maizière (CDU) schlägt vor, dass deutsche Firmen ein „Datenblatt“ bereitstellen, in welchem jeder Bürger nachschauen kann, welche Daten die betreffende Firma über ihn erfasst und gespeichert hat.
Ich halte dies für einen sinnvollen Vorschlag und erachte die Ausrede der sich betroffen fühlenden Firmen und der FDP(!), das würde zuviel kosten,  für fadenscheinig.

Bei der Erfassung der Daten,  ihrer Speicherung, ihrer Auswertung und ihres Weiterverkaufs wird ja auch nicht auf die Kosten geachtet
.
Ein Bericht der Financial Times Deutschland vom 28.02.2010 bringt zusätzliche Informationen.
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3 Gedanken zu „Datenblatt für Bürger unserer BRD

  1. Für Präventionsmaßnahmen ist es nie zu spät! Nur weil es für einige Menschen zu spät ist, kann man doch nicht alle noch kommenden Generationen sich selbst überlassen. Außerdem entstehen ständig neue persönliche Daten, mit denen korrekt umgehen muss. Besser spät als nie die richtige Verwendung lernen!
    Das Löschen von Daten ist im Internet nicht ganz so einfach, schließlich weiß man ja nicht immer wo noch eine Kopie des Datensatzes steckt. Vielleicht haben die Daten schon einen zweiten Besitzer erreicht, egal ob nun legal der illegal. Außerdem stehen die Server vielleicht nicht in Deutschland oder der EU und fallen deshalb nicht unter diese Regelung. Eine weltweite Regelung ist auch ein wenig utopisch, ein Server kann schließlich überall stehen.
    Ich habe mal irgendwo gelesen, dass ins Internet geladene Daten quasi nie wieder komplett entfernt werden können. Die Vervielfachungsrate ist einfach zu hoch. Ich befürchte, dass eine einfache und übersichtliche Lösung, wie die vn Ihnen skizzierte, einfach nicht bei einem Medium wie dem Internet greifen kann. Das zu Grunde liegende Verständnis orientiert sich zu sehr an einem statischem Modell des Internets, wobei das WWW vielemehr ein dynamisches, sich selbst veränderndes System ist. Standardisierungen greifen hier nicht weit genug bzw. ins Leere.
    Wem gehören eigentlich „Meine Daten“, die ich freiwillig einem Unternehmen zur Verfügung gestellt habe? Ich räume ja ein Nutzungsrecht ein und schließlich ist es meine persönliche Entscheidung, „wem“ ich „was“ an Informationen gebe. Eine Löschfunktion ist eine gute Idee, aber wie oben schon geschrieben, ist damit eine komplette Tilgung der Daten aus dem Internet nicht möglich. Lediglich das eine Unternehmen hat dann meine Daten nicht mehr.
    Einen Vergleich zum Urherberrecht sehe ich nicht. Wo ist die schöpferische Leistung? Meine persönlichen Daten sind ein Fakt, der nicht einmal immer individuell ist. Namen, Geburtstage, Krankheiten, Berufe, Adressen sind in verschiedenen Verknüpfungen bei vielen Menschen gleich. Mit Regeln und Verordnungen allein gibt es keinen Schutz vor Daten-Missbrauch. Eine Mischung aus dem richtigen Umgang, gesetzlichen Regelungen und einer Prise Gelassenheit sind hier m. M. nach der beste Schutz.
    Wobei der beste Schutz niemals ein vollkommener Schutz sein kann!

  2. Guten Abend Herr Christoph.- Ich möchte anmerken, dass es für Präventionsmaßnahmen bereits erheblich zu spät sein dürfte. Ebenso der Hinweis, dass Menschen Vorsicht bei der Hergabe ihrer persönlichen Daten lernen müssen.

    Da finde ich die Einführung eines „Datenblattes“, welches z.B. Kundendaten aus einer Datenbanbk ausliest und auf dem Bildschirm anzeigt, einen ganz geringen Aufwand.
    Sehr, sehr viele Internet-Firmen bieten dies bereits als Kunden-Service.

    Ich wäre dafür, dass jede Firma jedem Kunden bzw. Lieferanten ermöglicht, dass er seine Daten online per Mausklick bearbeiten kann.
    Auch dies gibt es bereits vielerorts.
    Firmen könnten verpflichtet werden die erfassten eMail-Adressen zu nutzen, um Zugangsdaten anzubieten und per opt-in zu versenden.

    Sie sagen ja selbst: Wer Daten erfasst muss diese ja bereits heute aucf Anfrage herausgeben.
    Es gibt also eine Auswertung. Diese online auszugeben dürfte wenig kosten.
    Wer diese Kosten nicht aufbringen kann, muss die Daten eben periodisch löschen.

    Darüber hinaus wäre ich dafür, dass wir unsere so erreichbaren Daten, dort wo wir es möchten, vollständig löschen können und über das Löschen eine ausdruckbare Bestätigung erthalten (Beweisbeleg).

    Das würde dann auch alle bereits seit langem vorhandenen Datenbestände betreffen und könnte endlich klarstellen, wem das Eigentum an den „meinen Daten“ zusteht (ähnlich dem Urherrecht).
    Das sollte möglichst weltweit alle Datensammler betreffen und das System der userseitigen Datenabfrage und -verwaltung sollte standardisiert sein.

  3. Eine solche Infoplattform für jeden Bürger wäre schon nicht schlecht, aber würde man sich dieses Datenblatt überhaupt anschauen? Was macht man mit den Informationen des Datenblatts?
    Müssen Unternehmen auf Anfrage nicht schon heute alle persönlichen Informationen preisgeben? Dieses Instrument ist meines Erachtens ausreichend. Mehr Vorschriften und Regelungen kosten nur unnötig viel Geld, was man besser in Präventionsmaßnahmen stecken sollte. Die Menschen müssen lernen ihre Daten nicht freigiebig zu verstreuen, im nachhinein ist es zu spät…

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