Kölner U-Bahn. Eine tickende Zeitbombe?

Red@

Kaum ist heraus, dass beim Bau der U-Bahn-Röhren geschlampt wurde (Artikel bei rp-online)  wird von allen Seiten beschwichtigt, abgewiegelt, beruhigt und massenhaft dünnes Zeugs geschwafelt.

Es wird behauptet, es wäre gar nicht so schlimm, dass weniger als 1 Fünftel der Stahlklammern installiert und in die Betonwände eingegossen worden sind. Die Statiker hätten die Verantwortlichen beruhigt.
Die Verantwortlichen beruhigen sich damit untereinander, wollen sich die Finger nicht verbrennen, spähen aber hinter den Kulissen krampfhaft nach geeigneten Schuldigen und versuchen „mit weißer Weste“ den Bürgern nach Kölner Klügel-Manier Sand in die Augen zu streuen.
Das ist einfach unterirdisch!

Die warnenden Fachleute, die davon sprechen, dass ein derartig unterdimensioniertes Stahlgewebe auf gar keinen Fall den berechneten Maximalkräften des Erdreiches standhalten werden wird, werden einfach übertönt und kommen mit ihren unbequemen Nachrichten im Radio lediglich einmal zu Wort.
Im TV erst gar nicht.

Man will um jeden Preis eine Panik vermeiden, denn der Rosenmontagszug des Kölner Karnevals kann auf gar keinen Fall mehr auf sicheres Gebiet umgeleitet werden.
Also wird der betreffende Stadtteil einfach für total sicher erklärt und wenn dann auch wirklich nichts geschieht, können Bürgermeister, Stadtrat und Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) dadurch die Standsicherheit der Baugruben und U-Bahntunnel nachweisen.
So ein Kokolores!

Erst einmal gilt, dass das Grundwasser auf jeden Fall von außen mit aller Macht gegen die Tunnelröhren andrücken wird. Jetzt ist das Oberflächenwasser noch gefroren, aber warten wir einmal die Zeit ab. Es wird auf jeden Fall wärmer und dann macht sich jede fehlende Klammer statisch bemerkbar.
Die Zeitbombe tickt.

Bislang unerwähnt geblieben ist, dass Köln auf der Grenze zwischen Erdbebenzone 1 und Erdbebenzone 2 steht und die kräftige Erdbebenzone 3 lediglich 15 bis 20 km entfernt ist. Übersichtskarte von xella.com

Jetzt würden die berechneten Klammern plötzlich ungeheuer wichtig und die zu mehr als 80% fehlenden Klammern könnten im Falle eines Bebens, wenn Erdschichten und Grundwasser infernalisch zusammenwirken, für die statisch unsichere U-Bahn-Röhren plötzlich den Haiti-Gau bedeuten.

Dann könnte Köln im wahrsten Sinne des Wortes in die Röhre gucken. Vielleicht von oben!

Wollen die Kölner Verantwortlichen die Kölner Bürger wirklich weiter an der Nase herumführen?
Wollen sie den Karnevaltrubel und die dadurch begrenzte Aufmerksamkeit der Bürger nutzen, um die Sache so weit wie nur irgend möglich herunterzureden und unter den Teppich zu kehren?

Nach einem späteren U-Bahn-Desaster, vielleicht in Jahrzehnten,  mag doch kommen was wolle, auch die Sintflut.
Dann sind die heute Verantwortlichen doch sowieso bereits nicht mehr im Amt,  sitzen demenzkrank im Rollstuhl eines Pflegeheims, leben von der „verdienten“ Pension im Ausland oder bestenfalls erinnert sich erst gar niemand sich mehr an sie.

Also wieder eine Last, die wir mit List den Kindern aufbürden können.
Sollen die doch zusehen, wie sie mit dem Schlamassel fertig werden.
Schließlich bekommen sie dafür doch von uns ganz umsonst  Schulen, eine tolle Bildung, Hochschulen und Universitäten, ggf. sogar noch gut bezahlte Jobs, Demokratie und Wahlrecht, das Parteiengesetz und jede Menge gut-, besser- und geringverdienende Steuerzahler, die auch zukünftig wewitgehend unwissend gehalten werden und zahlungsverpflichtet, stillschweigend ihren Obolus zu entrichten haben.

Für diese paradiesischen Zustände können die zukünftigen Generationen  dann doch wohl auch etwas tun.
Oder etwa nicht?

Ob in 20 Jahren bereits die nächste Finanz- und Wirtschaftskrise oder erst einmal die Sanierung der Bad Banken fällig sein wird oder vorher noch die die Kölner U-Bahn-Röhren (wenn sie denn solange halten) zusammengedrückt werden, das kann den heute Verantwortlichen doch eigentlich piepegal sein. Hauptsache sie werden auf ihrer Karriereleiter nicht behindert oder gar aus dem Rennen geworfen. Ob dabei zukünftig, vielleicht ja erst in ferner Zukunft, Fahrgäste und Teilnehmer des darüber stattfindenden Straßenverkehrs, Häuser und deren Bewohner zu Schaden kommen, wenn juckt’s.
Bis dahin fließt noch soviel Schmutz den Rhein hinunter, da kommt es doch auf solche Lapalien nicht an. Und außerdem müssen Ansprüche Dritter ja immer noch bewiesen werden. Da könnte ja sonst jeder daherkommen und wie Staat und Verwaltung einfach Forderungen stellen.

Sollen die Bürger doch erst einmal kommen, Schadenersatzansprüche berechnen, begründen, beweisen, sach- und formgerecht beantragen und dann gerichtsfest über alle Instanzen durchfechten – und unabhängig von einem Erfolg die fälligen Vorschüsse für nicht unerhebliche Gerichtskosten und Anwaltshonorare hinblättern.
Dem einen oder anderen Streithammel geht finanziell bestimmt schon auf der Startlinie die Puste aus.

Dieser wohligen Schutz vor dem nach Schadenersatz gierenden Bürger, lässt die Verantwortlichen ziemlich ruhig in die Zukunft sehen.
Das einzige Problem sind nur der ramponierte Ruf und diese lästigen Wahlen.
Aber auf die Vergesslichkeit der Bürger ist Verlass. Eine Amtsperiode wird ausgesetzt oder im Hintergrund verharrt und alles wird gut! Die Pensionen ist sowie gesichert, es geht nur noch um die regelmäßige Erhöhung der Altersvorsorge für die Entscheider des U-Bahnbaus.
Und wenn die Jobcenter erst einmal ganz in kommunaler Hand sind, wird man lästige Peiniger schon mit gemeinnütziger Arbeit ausreichend (vollumfänglich) mit einem 1-Euro-Job zu beschäften wissen und auf diese Weise zu müde für einen Rechtsstreit machen (mundtot).

Und da glauben die Bürger doch tatsächlich, dass sie ernst genommen würden.
Diese unverbesserlichen Jecken!

Ein Verantwortungsträger muss derzeit genau überlegen, wen er in Pfanne hauen kann, ob er dies tut, was der Betroffene womöglich über den Verantwortungsträger noch alles weiß, welchen Trumpf der eventuell noch im Ärmel haben könnte und wen er dann zu seinem Schutz womöglich selbst als nächsten wieder in die Pfanne hauen würde und was dann der danach Betroffene in seiner Panik und bei seinem Rundumschlag wieder für Erschütterungen auslöst.  Nicht, dass sich alles zu einem Kreis schließt.
Das wäre dann allerdings genauso übel wie ein Grundwassereinbruch wegen eines zu frühen Erdbebens.

2 Gedanken zu „Kölner U-Bahn. Eine tickende Zeitbombe?

  1. Gerade haben die Medien vermeldet, dass für das Gießen der U-Bahn-Röhren nicht einmal die vorgeschriebene Menge Beton verwendet worden ist.

    Wartet es nur ab. Der Kölner-Pfusch-Skandal ist noch lange, lange nicht zu Ende!
    In den nächsten Tagen kommt noch heraus, dass die verwendete Qualität ebenfalls nicht stimmt und zu gegebener Zeit stellen wir betroffen fest, dass die Bau- und Regiekosten durch Schluderigkeiten, hilfloses Wegsehen, Selbstbedienung, Korruption, strafbares Handeln maßlos aus dem Ruder gelaufen sind. :evil:
    Wir werden eine verheerende Kölner-Haushaltskrise erleben.
    Darauf verwette ich meinen Hof!

  2. Genau auf den Punkt. Da schreiben sich einige zu Recht über die Baukorruption WCC in Bonn die Finger wund und zeitgleich läuft parallel dazu die Katastrophe im Kölner U-Bahn-Tunnel ab. Daneben hören wir, dass in den kommenden 10 Jahren der Kopfbahnhof in Stuttgart für irre Summen, die sowie so noch weit überschritten werden, als europäischer Eisenbahnknotenpunkt mit Tunnelsystem umgebaut werden soll, um vielleicht 10 Minuten kürzere Fahrzeit in der Nord-Süd-Trasse herauszuschinden oder sich auch noch nach Osten zu vernetzen. Hammerhart was hier abläuft.
    Tollkollekt und die Maut, Transrapid, die Bankenkrise, Airbus Militärflieger A400M, Schröders Erfindungen: die Expo in Hannover und Agenda 2010 mit HartzIV.
    Und ich Naivling dachte einmal, dass der Schaden, den Kohls Kind, die Treuhand, nach der Wiedervereinigung auf dem Gebiet der ehemaligen DDR zu unser aller Lasten angerichtet hatte, finanziell nicht mehr zu toppen gewesen wäre. Ich dummer Schnösel.

    Das mit den Erdbeben und der Karte ist ein toller Hinweis auf die umfassende Aufklärung und die Wahrheitsliebe der Politiker und verantwortlichen Krawattenträger in Köln.
    Waren das nicht die Typen, die Ihre Kanalisation im Cross-Border-Leasing verhökerten und auf diese Weise auch eine Rheinbrücke oder eine Uferseite einer Rheinbrücke verscherbelt haben?

    Haben die da eigentlich das ganze Jahr Karneval?
    Eine Stadt mit so einem Dom sollte doch in den letzten Jahrhunderten wenigsten einen Strahl dauerhafter Erleuchtung abbekommen haben. Einen einzigen. Tut sich da auch nix? War das stattliche Dom-Gebäude damals auch schon eine Ansammlung aller Arten von Pfusch am Bau? Die Dombaumeister sind doch daran auch schon seit 1000 Jahren am Herumwerkeln, um den christlichen Tempel vor dem sicheren Einsturz zu bewahren. Habe ich so gelesen.
    Traurig, traurig.
    Pfusch mit langer Tradition und dann noch immer auf so niedrigen Niveau.
    Das kriegt man aus dieser Stadtverwaltung 100%ig nie mehr raus.
    Der Kölner Sumpf ist nie und nimmer trocken zu legen.

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