Frau Merkels fulminantes „Yes we can!“

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Unsere zurückhaltende und deshalb von ihren überwiegend männlichen Mitregendenten in aller Öffentlichkeit bereits als führungsschwach verschriene Kanzlerin hat es wieder einmal allen gezeigt.
Mit einem einzigen, unbedeutend anmutenden Satz hat sie gegenüber allen Steueroasen für einen echten Knaller gesorgt.
Sie sprach dem deutschen Steuerzahler direkt (medien- und werbewirksam) aus dem Herzen als sie schlicht und einfach sagte:

„Vom Ziel her sollten wir, wenn diese Daten relevant sind, auch in den Besitz dieser Daten kommen.“

Sie meint damit die Daten-CDs über deutsche Steuersünder, die ihren unversteuerten Reichtum in Höhe von etwa 175 Milliarden vor dem Fiskus und somit vor uns in der Schweiz verstecken, wo bereits 1400 Milliarden ausländischen Kapitals gehortet wird.
Zum Artikel der FAZ 

Das hat nicht nur die Besserwisser in unserem Lande mürrisch werden lassen, sondern auch europaweit – besonders beim Finanzminister der Schweiz Herrn Hans-Rudolf Merz, der nun im eigenen Land als unwählbar gilt (Zum Artikel des Tagesanzeiger/ Schweiz)  für nachdenkliches und  besorgtes Beschwichtigen gesorgt.
Was hat diese immer wieder unterschätzte Staatsfrau noch alles in petto?
Wie schafft sie es die Schar der plappernden Partei-Kerle mit so wenigen Worten von heut auf morgen mundtot zu machen?
Wozu ist die noch alles fähig?
Ist das ein erstes Zeichen an die SPD, dass es – wenn diese wieder eine ernst zu nehmende Volkspartei werden würde – eine Gemeinsamkeit nach der quengelnden FDP geben könnte?

Der schweizerische Tagesanzeiger schreibt in seinem Wirtschaftsteil, dass 4 deutsche Steuerfahnder unterwegs zum CD-Anbieter nach Frankreich wären und die Daten-CD dieses Wochenende den Besitzer wechseln solle.

Weitere Daten-CDs sind im Angebot. Derzeit verhandelt das baden-württenbergische   Finanzministerium mit einem Anbieter über ein neues Angebot.
Der Spiegel will wissen, dass weitere CDs mit Datensätzen für das bayerische Finanzministerium zu haben sind; mit Angaben zu 1000 schweizer und luxemburgischen Geldkunden.

Der Handel kommt urplötzlich in Schwung.

Für die schweizer und luxemburgischen „Bankberater“, die sich in früheren Jahren in unserer BRD ungezwungen tummeln und auf „Beutefang“ gehen konnten, hat sich der Wind gedreht. Sie werden gottlob seit etwa 2 Jahren von unserer Justiz sogar wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung belangt und kräftig an die Eier gepackt – wenn man sie erwischt.
Quelle: Tagesspiegel / Schweiz

Es lohnt sich immer mal wieder die Presse des Nachbarn zu lesen.

Vielleicht hätten unsere Steuerflüchtlinge seinerzeit doch das Angebot des damaligen SPD-Finanzministers Eichel annehmen sollen,  sich gegen folgenlose „Selbstanzeige“ und einer pauschalen Nachversteuerung in Höhe von lediglich 25% aus der Affäre zu ziehen.
In Italien haben etliche Steuersünder das Angebot ihres vermögenden Regenten Silvio Berlusconi angenommen. Binnen dreier Monate wurden 95 Milliarden Euro zur wahrhaft günstigen 5-prozentigen Nachversteuerung angemeldet (Spiegel-Online) und in den italienischen Wirtschaftskreislauf zurückgeführt. Eine italienische Zeitung vermutet, dass 45% der versteckten Italo-Euro in der Schweiz liegen (allein im Südschweizer Kanton etwa 135 Milliarden), 31% in Luxemburg (also etwa 93 Milliarden) und der Rest (sicherlich so um die 102 Milliarden) in kleineren Staaten wie San Marino.

Sind Sie auch an Steueroasen interessiert?
Immer noch? Klicken Sie einmal hier „Steueroasen Blog“ oder beachten Sie einmal die interessante Übersicht vorhandener Möglichkeiten im „Steueroasen-Forum“.

Einen recht detaillierten Überblick gibt Ihnen der Artikel „In diese Steueroasen schaffen Reiche ihr Geld“ der WELT-ONLINE vom 25.02.2008 und die hierin angegebenen, weiterführenden Links.

Ernst (Duderstadt)

3 Gedanken zu „Frau Merkels fulminantes „Yes we can!“

  1. „Sie werden gottlob seit etwa 2 Jahren von unserer Justiz sogar wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung belangt und kräftig an die…“ – du hast hier nen kleinen fehler :)

  2. Ich lese gerade online in der FAZ, dass unser Finanzminister Herr Schäuble jederzeit bereit ist weitere CDs mit Daten über deutsche Steuersünder anzukaufen.
    Link: http://www.faz.net/s/RubA5A53ED802AB47C6AFC5F33A9E1AA71F/Doc~E301FFE96EB33482EAA89522F4DF94444~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell

    Das ist endlich mal ein ganz deutliches Signal an diejenigen Steuersünder, die ihre Straftaten noch immer nicht per Selbstanzeige bereuen.
    „Tja, dann wartet man ruhig ab, dass ist nämlich gerade erst der Beginn eines schwunghaften Datenhandels, der Euch alle drankriegen wird. Denn Eure damaligen Helfer und deren Mittäter sind käuflich wie Huren und werden Euch bei erster sich lohnenden Gelegenheit gegen einen Judaslohn verpetzen!“

    Wieso sich gerade unsere Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) gegen den Ankauf der CDs stemmt ist drollig. Statt sich diebisch darüber zu freuen, dass wir endlich jede Menge Straftäter erwischen und vor den Kadi bringen können. Und das mit deren Mitteln. Und, dass wir es auf diese Weise den Steueroasen und Geldwäschern mal so richtig zeigen ist doch auch einen A….. Uralt wert (Slogan aus der TV-Weinbrandtwerbung der frühen BRD).

    :D Ich fantasiere einmal: Steckt dahinter vielleicht die mütterliche Sorge, dass auch dringend benötigte FDP-Wähler und Partei-Sponsoren ausgerechnet über diese CDs tief in die Sch….. abrutschen könnten? Das wäre dann aber unendlich peinlich. Das hätten solche Parteifreunde sich so dann vor der Wahl dann doch nicht gewünscht, als sie sich womöglich gerade aus diesem Grunde sorgenvoll die SPD und deren Finanzminster Steinbrück zum Teufel wünschten.

    Na ja, manchmal habe ich echt komische Träume. Das muss ich ja zugeben. Aber …. vielleicht siegt ja die Gerechtigkeit doch noch.

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