Leistungsgesellschaft

Was empfinden wohl die ehemaligen Hertianer, wenn sie an die ehemaligen Konkurrenten bei Quelle denken?
Wie denken die Ouelle-Leute über das Schicksal der Opelaner?
Wie viel Mitgefühl haben die ehemaligen und noch tätigen Mitarbeiter von ATU (Unger), Henniges oder Stankiewicz?
Sind die Bediensteten bei Scheffler und Conti in Gedanken auf der Seite der um Job und Existenz kämpfenden Gewerkschaftsgenossen?
Verschwenden die Malocher von Thyssen-Krupp echtes Mitleid an die Opelaner, wenn sie an ihre eigene bevorstehende neue Entlassungswelle  denken?

Begleiten die guten Wünsche der Bandarbeiter von Mercedes, BMW und VW die Schicksale der Bandarbeiter bei GM wirklich?

Gibt des Mitleid, echte Kollegialität und verlässliche, solidarische Hilfe untereinander?
Oder ist das Gerede vom Schulterschluss und gemeinsamem Widerstand nur Parole der Gewerkschaften, die es aber schon lange besser wissen?

Was hat der einzelne, sich um seine Familie, Zukunft und sich selbst sorgende, bei einem Autobauer im Schichtdienst arbeitende Lohnempfänger  eigentlich davon, dass auf der Gewerkschaftsdemo da oben auf dem Podest einer am Pult steht und die immer wiederkehrenden Kampfparolen herunterleiert, die schon den Vätern nicht einen Tag den Job oder einen nicht ständig weiter abnehmenden Vorteil gewerkschaftlicher Mitgliedschaft garantieren konnten.

Wir müssen wohl akzeptieren, dass sich das Modell der Gewerkschaften, des Arbeitnehmers in fester Anstellung  mit Zukunftssperspektive endgültig überlebt hat und wir gerade den Untergang der letzten Generation dieser Ära erleben.

Wie sich das Klima wandelt, wie die Weltwirtschaft in die Binsen geht und sich Altersversorgungen in Luft auflösen, so geht ein Zeitalter der unbeirrbaren Stabilität der Existenz und Berechenbarkeit des Lebenslaufes endgültig und unwiederbringlich zu Ende.
Die richtig großen Gewerkschaften werden das gleiche Ende großer Industrieunternehmen erleben und die enttäuschten Arbeitnehmer werden sich dann wohl wieder an die Arbeiterkampfverbände erinnern und mit vollkommen neuen Vorzeichen von vorn beginnen müssen.

Unternehmen – insbesondere die global tätigen – ändern mal fix ihre Struktur – oder machen wie GM – mal eben eine Sanierungsinsolvenz.

Die Gewerkschaften machen ………. nichts. Sie drohen, lamentieren, aber wenn sie etwas erreichen und es als Sieg verkaufen, arbeitet der Unternehmer während ihrer Siegesfeier daran, dass dies der letzte Sieg dieser Art war.
Und die strategische Ausrichtung gegen die Gewerkschaft ist bereits fertig, ehe die Kumpels ihren Rausch am nächsten Tag ausgeschlafen haben.

Wir alle wollten seit Jahrzehnten multinationale, flexible Unternehmen und haben bislang nicht verstanden, dass unsere Wünsche bereits lange in Erfüllung gegangen sind. Wir haben diese doch schon längst.
Nur anders als wir es vorschwebte.
Warum haben die Unternehmer aber nicht wir unser Ziel erreicht?
…………… nachdenkliche Pause ……………….!

Ich behaupte, kein Arbeitnehmer, der einen Handwerker in seine Wohnung ruft, um sein Bad fliesen zu lassen, würde diesem 40 Stunden bezahlen, wenn er nur 32 Stunden gearbeitet hätte.
Das würde einen richtigen Krach geben.
Warum sollte sein Chef anders denken, wenn er das bei ihm auch so durchsetzen  wollte?

Wenn der Fliesenleger einfach die Arbeit liegen lässt, nicht wiederkommt und seinen Auftraggeber damit unter Druck setzt, weil z.B. die Toilettenschüssel immer noch abgebaut im Keller steht, kommt die Idee auf, diesem Kerl mal richtig zu zeigen wo der Hammer hängt.
Wie wird wohl ein Arbeitgeber reagieren, dem die Gewerkschaft auf dem Kopf herumstanzt, von Mitbestimmung und reduzierter Wochenarbeitszeit schwadroniert, mit Streik droht und gleichzeitig Gehaltserhöhung verlangt?

Was würden Sie tun, wenn Sie dieser Arbeitgeber wären und sich dieses in Ihrer Firma abspielen würde, die Sie aus dem Nichts aufgebaut haben?
…………… nachdenkliche Pause ……………….?

Sie würden auf der anderen Seite sitzen und sich darüber Gedanken machen, wie Sie sich diese Anspruchsteller vom Halse halten könnten und es wäre Ihnen ziemlich wurscht, was die machen, wenn Sie sie nicht mehr für sich arbeiten lassen würden, weil Sie in der Zwischenzeit aus Not oder Zorn in Georgien einen Zweigbetrieb eröffnet hätten und von nun an die Produktion verlagern.

Wenn Sie im Ausland Urlaub machen, sich geneppt fühlen, für Ihr Geld nicht das erhalten was Sie erhofft haben, dann fahren Sie im kommenden Urlaub da einfach nicht mehr hin. Aus die Maus. Sie denken intensiv über Schadenersatz und Reisepreisminderung nach, suchen sich ein anderes Ausland und machen dort Ihren nächsten Urlaub. Sie stimmen ganz einfach, ohne zu zögern und ohne lange Diskussion mit dem Leistungserbringer mit Ihren Füßen ab.
Wenn Sie Ihre Leistung nicht erbringen, zu Schadenersatz oder Preisnachlass nicht bereit sind, macht Ihr Chef das auch.

Hört sich blöd an?

Was hilft es? Ist ja auch blöd.
Aber wahr!

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