Ellas Depot – 3. Quartal 2009

userlogo ellaIch war in den letzten Wochen ziemlich viel unterwegs und habe daher wenig Zeit gehabt, mich um mein Aktiendepot und das Versprechen kümmern können, immer alles zu veröffentlichen.
Keine Sorge, niemand muss neidisch sein, ich bin in den letzten Tagen nicht steinreich geworden. Der kurze, hoffnungsfrohe Aufwärtstrend meiner Aktien von der Royal Bank of Scotland hat sich inzwischen doch tatsächlich ins genaue Gegenteil verkehrt.  Die Herren Banker haben trotz besserer Umsätze tatsächlich noch immer einen Bilanzverlust in Höhe von 1,85 Milliarden Britische Pfund (GBP) vorzuweisen.
Da muss der Kurs ja schwach werden.

Ich schreibe hier einmal auf, was ich inzwischen gelesen und gelernt habe, um das zu verstehen:

Der letzte Bilanzbericht der Royal Bank of Scotland für das 3. Quartal 2009  gibt an, dass das operative Ergebnis einen Gewinn in Höhe von 1,75 Milliarden Britische Pfund (GBP) ausweist. Dann hat der Vorstand etliche Wertpapiere mit korrekten Wertansätzen lt. Bilanzrecht für Großbanken angeben müssen. Diese aktuellen Werte waren so deutlich geringer, dass aus dem Gewinn nach dieser „Operation“ ein Verlust in Höhe von 1,53 Milliarden britische Pfund (GBP) wurde.
Donnerwetter.

Hätte ich mein in diese Aktien angelegtes Geld statt dessen z.B. bei der Big Bank (kenn ich nicht – steht aber im Internet) als Festgeld für 5 Jahre angelegt, bekäme ich 3,5% Zinsen pro Jahr (so steht es zumindest im Internet). Aber ich will mein Geld ja ausdrücklich nicht einem Banker „meines Vertrauens“ anvertrauen. Lieber verjubele ich es selbst. Deshalb nehme ich mir vorsorglich nicht die von ihm angebotenen Chancen wahr, sondern ich kaufe mir lieber die Aktien der Bank, in der er arbeitet. Ich halte das für den erfolgreicheren Weg, auch wenn es dabei mehr als spannend und immer wieder auf und ab geht.

Unter dem Eindruck der aktuellen Ereignisse und dem Umstand, dass „die Royal Bank of Scotland “ ihr Aktienkapital aufstocken will, um die britische Regierung als Aktionär herauszudrängen und dass andererseits die britische Regierung der EU-Auflage folgt und Großbanken (auch die RBS) auseinandernehmen will, sieht mein Depot heute so aus:

    Aktien
Kauf
  Aktien
Wert
    Vergleich
Festgeld 3%
Datum   18.08.2009   07.11.2009      
Tage       81     81
Stück   36.563,00   36.563,00      
Stückwert   0,55   0,42      
Depotwert   19.999,96   15.356,46      
Kosten   -50,00   -38,39      
Endbetrag   19.949,96   15.318,07     19.949,96
               
plus/minus   in Euro   -4.631,89   Zinsen 134,66
plus/minus   in %   -23,22      
               
Abgeltung 25%   in Euro   0,00      
Ertrag +/-   in Euro   -4.631,89      
Ertrag +/-   in %   -23,22      
               
Umrechnungen:              
auf 1 Tag (360)   in Euro   -57,18     1,66
auf 1 Monat    in Euro   -1.715,52     49,87
auf 1 Jahr   in Euro   -20.586,19     598,50
Jahreszinssatz   in %   -103,19     3


Das heißt, ich hätte mit einem 3%- Festgeld in den letzten 81 Tagen einen Zinsgewinn von 134,66 Euro machen können. Statt dessen haben meine Versuche am Aktienmarkt auf die Schnelle Millionen zu scheffeln, mir einen Verlust von
4.631,89 Euro beschert. Oder anders ausgedrückt, meine Aktien haben um 23,22% an Wert verloren.

Was sagt man dazu?
In meinen hoffnungsvollen Augen besteht allerdings kein Grund zur Panik, denn im 2. Quartal 2009 konnte die Royal Bank of Scotland einen vergleichbar operativen Gewinn von 1,13 Milliarden GBP vermelden, was durch die obligatorischen Wertberichtungen zu einem Verlust von 3,59 Milliarden GBP führte.

Also hat sich der Gewinn der Bank vor Zinsen und Steuern binnen 3er Monate vom 2. Quartal auf das 3. Quartal um etwa 2 Milliarden verbessert (oder anders ausgedrückt hat sich der Verlust nach der Wertberichtigungsprozedur um 2 Milliarden GBP reduziert).

Hört sich klug an was ich da ausgetüftelt habe. Nicht wahr?
Ich wusste bis vor 30 Minuten nicht einmal dass es im Bilanzrecht tatsächlich so etwas wie Operationen gibt. Obwohl ich es mir eigentlich hätte denken müssen, dass diese vor ihrer Veröffentlichung einem Schönheitschirurgen vorgelegt werden.

Um zu verstehen worum es geht habe ich nachgeschaut und diese für mich schlüssige Erklärung gefunden:
Das operative Ergebnis (auch Ebit genannt) ist der Gewinn/ Verlust einer Firma eines bestimmten Zeitraums bevor die individuell gezahlten Zinsen und Steuern hiervon abgezogen wurden.
Das verstehe ich so, dass die Vermögensberichte zwischen verschiedenen Firmen nur auf diese Weise vergleichbar sind, weil jede Firma andere Schulden aufweist, andere Zinszahlungen und unterschiedlich hohe Steuern zu bezahlen hat. Also vergleicht man verschiedene Firmen weltweit mit einem Standardwert und der ist das operative Ergebnis.

Wertberichtungen stelle ich mir so vor:
Die Bank hat z.B. ein Grundstück für 1 Million erworben, dieses ist am Bilanz-Stichtag,  also an dem Tag, zu welchem die Bilanz erstellt wird,  nur noch 750.000  wert. Dann wäre eine Wertberichtigung in Höhe von 250.000 erforderlich.

Ich glaub ich hab’s. Wenigstens einigermaßen.
Am besten lernt man noch dadurch, dass man es selbst macht.
Das kribbelt mehr, als nur zuzugucken.

Mal sehen, ob das Weihnachtsgeschäft das Jahresergebnis der momentanen Bank meines Herzens noch einmal besser dastehen lässt. Vielleicht noch einmal um 2 Milliarden besser? Ich wünsch es mir zu Weihnachten. Sie mir auch?

Alles Gute
Ella

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