Die Martinsinger kommen wieder

Wer glaubt, dass das Klingeln und Erschrecken an der Tür mit Halloween ein Ende hatte, der irrt gewaltig.
Die nächste Gruppe begeisterter Türklingler bereitet sich vor.
Die „Martinssinger“ stimmen sich ein, um am 11.11. vor Ihrer Tür ein Ständchen zu bringen.
Je nach Örtlichkeit mit Laterne oder ohne.
Aber auf jeden Fall unüberhörbar, stimmgewaltig und mit jedem Auftritt weniger schüchtern und besser koordiniert.
Die Kinder versuchen wie im vergangenen Jahr den Wettbewerb „wer hat die meisten Süßigkeiten ergattert“ zu gewinnen und die Ausbeute noch zu steigern.

Wer sie beobachtet, vor allem die etwas erfahreneren Sangeskinder, der erkennt, dass sie einem in Erwachsenenkreisen nicht unbekannten Leistungsdruck unterliegen und sich als Team durchorganisiert haben. Die Lieder werden verkürzt wiedergegeben, vorzeitig abgebrochen oder nur noch angestimmt, die Hände, in welche die Gaben der Zuhörer möglichst schnell und umfangreich gelegt werden sollen, werden durch geschickt geschmückte Körbchen ersetzt (kleine, aber mit doppelt so großem Fassungsvermögen  wie Kinderhände) und die Ungeduld, in welcher die Sänger ihre Gage einstreichen und weiterziehen möchten, hat etwas Professionelles.
Aber der Konkurrenzdruck ist auch groß.

Je öfter an den Türen geklingelt wird, desto genervter werden die Beglückten, um so kleiner werden erfahrungsgemäß die Gaben und die Auswahl lässt auch immer mehr zu wünschen übrig.
Einige Kinder wollen von sich aus auch grundsätzlich gar keine Süßigkeiten. Die stehen auf harte EUROs. Das sind meist die Größeren, die wohl ahnen, dass sie das letzte Mal dabei sind. Die wollen sich ihre Bedürfnisse lieber selbst erfüllen. Die  größeren und erfahreneren Martinssinger gehen deshalb auch meist als Anführer einer Schar niedlich wirkender kleiner Sänger mit hellen Stimmen auf Streife.
Sie machen dann den Verwalter der Beute. Da gibt es schon klare Strukturen.

Bereiten wir uns vor.  
Die Martinsinger in unserer Gemeinde haben mit den Bastelarbeiten an ihrem Outfit längst begonnen und sie wissen ganz genau was sie wollen.

Warum die Kids das tun?
Wer dieser komplizierte Martin war, der einem armen Bettler gutherzig einen halben Mantel gab, Nachts von Jesus träumte, Christ wurde und voller Ärger ganze Gänsebestände umbringen ließ, weil er nicht Bischhof werden wollte?
Hier klicken und einfach bei „br-online“ nachlesen, dann können wir die singende Rasselbande wenigstens fragen, ob sie wissen warum sie vor unserer Tür stehen und den Umfang und die Art der Geschenke von vernünftigen Antworten abhängig machen.
Wer sich vorbereitet sollte auch belohnt werden.

Ein Gedanke zu „Die Martinsinger kommen wieder

  1. @Loretta: Der Beitrag ist zwar nun fast ein Jahr alt, ich möchte dennoch etwas hinzufügen. St. Martin hat mit Halloween nichts zu tun. Halloween ist ein Fest, das seinen Ursprung in Irland hat und nicht in den USA, wie viele Menschen irrtümlich annehmen. Es wurde den Toten gedacht, keltische Bräuche waren unter anderem, Geister zu vertreiben und das Haus vor ihnen zu schützen, indem Kürbisse mit Fratzen davor gelegt wurden. Ob diese Bräuche aber tatsächlich mit Halloween im Zusammenhang stehen, ist umstritten.
    Es muss beim Bitten um Süßigkeiten an die Eltern appeliert werden, ihre Kinder nicht alleine losziehen zu lassen und ihnen Benimmregeln beizubringen. Wir backen mit unseren Kindern im Vorfeld Plätzchen in Form von Fledermäusen und Kürbissen und verteilen sie an die Leute, als Dankeschön. Dies kam bisher bei allen Leuten gut an und sie gaben unseren Kindern gerne etwas.

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