GM vermeldet: Yes we can!

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Der Großaktionär bei GM (70% der Aktien gehören dem us-amerikanischen Staat) hatte unsere Kanzlerin Frau Merkel geladen und in allen Ehren vor dem US-Kongress sprechen lassen. Was wurde sie dafür gelobt. Sogar von amerikanischer Seite, obwohl der eine oder andere erst einmal nachsehen musste, wo das Herkunftsland dieser Miss Germany überhaupt zu finden ist.

Kaum hatte Sie das Gebäude verlassen schlug Amerika zu und ließ die Firmenleitung von GM verkünden: „Yes we can!“

OPEL bleibt in US-Eigentum.

Das haut die Opelaner um und lässt auch den neuen FDP-Wirtschaftsminister, unseren sonst sofort-alles-wissenden Herrn Brüderle, nach inhaltsvollen Worten suchen.
Auf Plan B von GM war niemand vorbereitet.
Dieser Minster, der in der freien Wirtschaft nicht einmal einen Nachtwächterposten bekommen würde, schon aus Altersgründen, der vor diesem Tag  sogar schon Dinge besser wusste, die noch gar nicht erfunden waren, auf gar keinen Fall.

Aus den langen Verhandlungen mit GM hat man in Berlin und bei OPEL offenbar nichts gelernt. Hinweise darauf, dass mit GM nicht zu spaßen sei und dass sie deutsche Politiker und Interessen überhaupt nicht interessieren, gab es beinahe täglich. Aber offenbar konnte lediglich „zu Guttenberg“ diese hören. Andere Politiker wollten das Thema vor der Bundestagswahl auf gar keinen Fall „hochkochen lassen“ und möglichst sogar noch bis zur Landtagswahl in NRW unterm Deckel halten.

Anders gesagt: Weder unsere Regierung, noch die OPELANER haben selbst einen Plan B oder eine Idee. Und das ist das eigentliche Fiasko. Trotz aller Vorzeichen, dass mit GM nicht zu spaßen sei und deren Insolvenz in den USA nicht automatisch bedeutet, dass sie von stund an klein beigeben – wie man es hierzulande von insolventen Firmen erwartet – hat man sich hier schulterklopfend zurückgelehnt. Auch die Warnungen zu Magna und deren Firmenentwicklung im Falle einer Übernahme von OPEL, stießen hier auf  Beton.
Dass jemand das Insolvenzverfahren über sein Vermögen abwickelt und trotzdem die Hosen anbehält, dass ist für Deutsche nicht denkbar. Hierzulande ist sojemand „pleite“, hat die Klappe zu halten, sich devot zu benehmen und man rümpft über ihn die Nase. Auf etwas anderes war man hier nicht vorbereitet.
Dumm gelaufen.

Völker hört die Signale!
Alle wussten um den Wert „fester“ GM-Zusagen.
Alle wussten, dass es den US-Amerikanern einzig und allein um die USA und die US-Amerikaner geht.
Alle wussten, dass US-Präsident Obama innenpolitisch bislang nichts erreicht hat und ihm von seinen Leuten ein verlustreicher Verkauf von OPEL wie ein kampflos verlorener Krieg angelastet worden wäre.

Aber keiner der Verantwortlichen und Wortführer hat sich irgendwie darauf eingestellt oder diese Möglichkeit und deren Folgen in sein Planspiel einbezogen. Keiner?
Was sitzt denn da in Berlin eigentlich herum?
Nicht einmal die Warnungen der EU wurden ernst genommen.

Wie eine Bombe traf die Nachricht „Yes we can!“ die deutsche Öffentlichkeit.
Sofort verlangen deutsche Politikredner hilflos gestikulierend die gewährten Überbrückungskredite zurück.
Sofort springt der Betriebsrat im Viereck, rennt entnervt ins Kanzleramt, hängt sich an den Rockzipfel von Madam Germany  und kündigt ohne groß nachzudenken, vorlaut die GM gegebene Zusagen auf Unterstützung durch die Belegschaft auf.
Sofort stürzt der neue Wirtschaftsminister ans Mikrophon und gibt hilflos der SPD daran die Schuld, denn er, diese Lichtgestalt des Liberalismus, hat überhaupt gar keinen Plan was er statt dessen zu tun hätte. Schade. Aber das kommt davon, wenn jemand zu lange nur heiße Luft und Sprechblasen dürftigen Inhalts von sich gegeben hat und zudem Arbeitnehmerschicksale niemals zu den Dingen gehörten, die ihn wirklich interessiert haben.

Auf jeden Fall wird seit gestern wieder viel inhaltsloser Unsinn gemacht und geredet, dass mir nur schwindelig werden kann.
Ratlos wollen die Betriebsräte europaweit im Schulterschluss Entlassungen und Werksschließungen verhindern.

Hei, merkt ihr es noch?

Jedes Werk hofft, dass es das andere erwischt. Jeder Opelaner wird alles, wirklich alles tun, damit nicht er, sondern sein Kollege entlassen wird.
Da wird auf Solidarität geschi…….!
Ihr werdet noch an meine Worte denken.
Denn wenn es um die eigene Haut geht, ist jeder Mitarbeiter genauso nur an sich selbst interessiert, wie es die GM-Zentrale jetzt in eigener Sache seit Monaten vormacht.
Und darum ging es doch die ganze Zeit bis heute.
Es ging immer nur um die eigene Haut zu Lasten eines anderen.
Um nichts anderes.
Alle wissen und wussten es. Aber keiner hat es laut ausgesprochen.
Jetzt geht das Hauen und Stechen richtig los.
Und die prestigehungigen Poliker werden sich schnellstens verdünnisieren.

Wieder einmal haben Politiker den Mund zu weit aufgerissen,
lautstark Hilfe und Unterstützung angemahnt (sich dabei aber ausgenommen),
jede Menge heiße Luft produziert,
vertuscht, dass sie rein gar nichts können, außer Reden zu schwingen,
wieder einmal müssen wir erkennen, dass schwächelnde Firmen, die das Interesse der Politiker medienwirksam auf sich ziehen, von diesen nicht gerettet werden können. Im Gegenteil. Es scheint, dass Firmen, denen Politiker zu Hilfe eilen, von genau diesem Moment an rettungslos verloren sind.
Holtzmann, NOKIA, Quelle, OPEL.
Dort, wo sie sich rausgehalten haben z.B. Scheffler und Conti scheint es weitaus besser auszusehen. Hoffentlich entdecken die Politiker diese armen Firmen nicht auch noch. Ich würde es den Arbeitnehmern wünschen.

Lutz (
Tiefenbacherallee, Eisenach)

Ein Gedanke zu „GM vermeldet: Yes we can!

  1. Exakt: Dein Feind sitzt nicht Detroit. Dein Feind arbeitet neben Dir in derselben Werkhalle, womöglich am selben Band. Er ist 10 Jahre jünger, verheiratet, hat 1-2 Kinder, ein Eigenheim, Schulden bis über beide Ohren, will unbedingt seinen Job behalten, ist bereit dafür jeden Lohn zu akzeptieren – weil er muss und er würde Dich ohne zu zögern ausbooten. Er würde nicht eine Sekunde zögern Eure Freundschaft zu vergessen.

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