Ganz klar! Gastronomie will auch den ermäßigten Mehrwertsteuer-Satz.

Die Gastronome in Mecklenburg-Vorpommern fühlen sich ungerecht behandelt.

Es könne doch wohl nicht sein, dass das Beherbergungsgewerbe und die Hotellerie aus ihren Einnahmen den ermäßigten Mehrwertsteuer-Steuersatz von 7% an die Staatskasse abzuführen hätten, während die Kneipen, Restaurants, Diskotheken, Swingerclubs und Bars den vollen Mehrwertsteuersatz von 19% zu entrichten hätten.

Schließlich stehen nicht nur die Hotels im direkten Konkurrenzkampf mit dem Ausland, auch die Gastronomie sei im einem existenzbedrohenden Wettbewerb. Besonders die Wirte an der Küste sind schon seit Urzeiten hart betroffen. Nicht umsonst hatte irgendwann einmal sogar die Ostsee ein Einsehen und spülte etwas Bernstein an die Küsten, um die Kassen der Nordlichter etwas aufzubessern.

Schließlich – so argumentieren die Gastronome – entscheidet der kostenbewusste Europäer bereits bei seiner Urlaubsplanung wo er es sich gut gehen lassen will. Da wo es billig ist will er hin! Nicht nur die Deutschen verstehen sich auf’s Schnäppchen schnappen. Und dabei spielen in allerhöchstem Ausmaß, mindestens aber ganz besonders,  die Aufwendungen für Speis und Trank eine eher alles entscheidende Rolle.
Der urlaubsplanende West-Sibire fragt sich schon in seiner heimischen Wohnstube, was ihn wohl Germanski-Wodka kosten wird, den er großvolumig am Ostseestrand zu sich zu nehmen gedenkt.
Und wieviel er für seinen harten Rubel dort wohl auf den Teller bekommt, wenn er schon vorübergehend auf seine über alles geliebte Borschtsch verzichten muss.
Ganz bestimmt wägt er insgeheim ab, ob er lieber in Rom eine Pizza für 15 Euro, vor dem Eifelturm für 7 Euro einen Kaffee, in Venedig für schlappe 6 Euro ein kleines Bier oder auf Rügen für 3 Euro ein Brötchen mit geräuchertem Aal verzehren möchte.  Das ist für ihn von aller- allergrößter Wichtigkeit.

Der für die Ostseeregion Mecklenburg-Vorpommern zuständige Landesverband des Deutschen  Hotel- und Gaststättengewerbes (Dehoga) sieht das ebenso und verspricht seiner Klientel, dass er im Interesse der bedauernswerten Wirte, der europäischen Harmonisierung und natürlich auch im Sinne unseres Vorzeige-Sibiren in Berlin mal richtig Druck machen wolle.
Den deutschen Gast hätte ich in der Aufzählung fast vergessen.

Ich bin wirklich mal gespannt, wie das dem deutschen Steuerzahler verkauft werden soll.
So blöd ist der doch nun auch nicht.
Kein Mensch in unserer BRD wird der Gastronomie den Schmarrn abkaufen, dass dadurch die Preise im Stammlokal um 10% sinken würden.  
Nicht einmal Stammkunden, die ihre Eckkneipe über lange Jahre hinweg am Leben gehalten haben, hätten davon einen messbaren Vorteil
.

Aus welchem Grunde noch einmal, sollte eine solche Steuerermäßigung für die Allgemeinheit aller Steuerzahler von Vorteil sein? Welches Gleichheitsprinzip könnte verletzt sein (außer einem eher basis-europäischen)

Ach ja die Konkurrenz aus Griechenland, Italien und Spanien, Albanien, Rumänien, Bulgarien die macht uns in Meck-Pom ntürlich arg zu schaffen. Da gibt es doch tatsächlich Pommeraner und Pommeranzen, die können den mickrigen Lock-Angeboten aus diesen Billigländern einfach nicht widerstehen, die machen doch tatsächlich in Bulgarien Billigurlaub, statt ihre Euros der darbenden örtlichen Gastronomie auszuhändigen.

Den Osteuropäern wird unisono unterstellt, dass die sowieso keine Steuern zahlen, alles schwarz einkassieren (mehr als unsere Wirte),  in einem steuerlichen Schlaraffenland am Rande der Legalität in einer sehr, sehr breiten Grauzone wirtschaften und es sich trotz schlechterer Leistungen und minderer Qualität (wo ist unsere Gammelfleisch geblieben?) mit unseren Euros auf Kosten unserer urlaubenden Mitbürger gut gehen lassen.

Und unsere Qualitäts-Gastronomie hat wie immer das Nachsehen.
So nicht lieber Europäer!
Nicht mit unseren Top-Gastronomen.

Die Forderung ist unüberhörbar: „Steuern runter oder auch sie müssen 10.000de entlassen und als Billiglöhner wieder einstellen.“
Hand drauf und darauf noch ein Prosit.
Die machen ernst.

Die schon heute an der ganzen Ostseeküste sichtbaren Folgen sind:
Bald werden die Mitarbeiter alle nur noch 2,15 die Stunde erhalten. Überstunden werden nicht mehr bezahlt und können auch nicht mehr abgebummelt werden. Trinkgelder gehören dem Wirt. Wer die Gäste nicht pausenlos anlächelt, nicht permanent den Chef ob seiner Großzügigkeit lobt oder wer etwa erkrankt oder murrt,  der kann auf der Stelle gehen.
Die Gäste wollen preiswerten Wellnessurlaub,positive Ausstrahlung – also niedrige Mehrwertsteuersätze (das verlangen die Gäste ganz ausdrücklich immer wieder. spezielle die aus dem Ausland), fröhliches und hingabebereites Personal, tolle Stimmung  und eine unvergessliche Erinnerung an die deutsche Gastronomie.
Das geht aber nur, wenn die Steuern gesenkt werden.
Sonst sieht es nämlich zappenduster aus für den deutschen Humor und die deutsche Gründlichkeit.
Das werden die neuen Herren in Berlin schon sehr bald mitbekommen.
Aber wenn sogar ausländische Staatsgäste unser Hoch-Mehrwertsteuer-Land meiden und ihre Gipfeltreffen lieber im Ausland abhalten ist es zu spät.
Der nächste G20-Gipfel hätte zum Beispiel in Schwerin oder Rostock abgehalten werden können. Aber nein, die deutsche Mehrwertsteuer fürs Bankett war den Eventplanern schlichtweg zu hoch. So hört man inoffiziell hinter vorgehaltenen Catering-Händen. Die Location  „Mc Pom wäre sonst ganz ok!“

Mein Fazit: Wenn die Mehrwertsteuer für die Wirte nicht gesenkt wird, geht die Kundschaft nicht mehr in die Kneipen und Restaurant, Bars und Clubs, Tanzcafés und Diskos. Dem Staat gehen noch mehr Steuern verloren und die Finanzkrise wird zur echten Wirtschaftskrise. 
Also Steuern runter, da haben der auslandserfahrene Herr Westerwelle und sein Wirtschafts-Brüderle schon recht, und sofort steigt die Konsumfreude wieder.

Euer Olaf

Ein Gedanke zu „Ganz klar! Gastronomie will auch den ermäßigten Mehrwertsteuer-Satz.

  1. Ich habe schon die Sensationsmeldung meines Stammwirtes vor Augen:
    Bier, Spirituosen und Speisen werden endlich billiger!
    Endlich!
    Danke Berlin!
    Danke schwarz-gelb !!!!
    Nie wieder will ich über Ungerechtigkeiten klagen.
    Zum Dank will will ich nie wieder Mitarbeiter schwarz beschäftigen.
    Und nie wieder will ich auch nur einen Cent an der Kasse vorbei einnehmen und unversteuert in die Tasche stecken.
    Kommt all ihr Europäer, meine Küchenhilfe und ich warten auf Euch!
    Lecker Essen für wenig Geld!
    Deutsche sind natürlich auch gern gesehen und werden weiterhin ebenfalls bedient.
    DJ Ossi

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