14.09.2009 – Lehman-Day (Der Tag des Lehmann)


Vor 1 Jahr hat uns der Zusammenbruch der Lehman Brother Inc. aus New York ins Verderben gerissen. Und der gottähnliche Boss in der obersten Etage seines Bankerturms – mit eigenem Aufzug für Unsterbliche – wusste bis kurz vorher reinweg von nichts! Der Grund waren riesige Immobilienkredite für Luftschlösser. Hypotheken, die lediglich zu max. 30% über Grundstückswerte gesichert waren und sonst durch nichts. Grund dafür war die wohl als Wahnsinn zu bezeichnende Maßnahme von Georg W. Bush, der 2002 dafür sorgte, dass Grundstücke uferlos beliehen werden konnten, weil er die Beleihungsgrenzen abschaffte. Grund dafür waren die gierigen Banker, die diese Chance sofort ausnutzten, Kredite an jedermann zu gewähren, weil sie dafür Provisionen und Bonuszahlen kassieren und sich am D-Day schulterzuckend absetzen konnten. Grund dafür waren die cleveren amerikanischen Banker, die diesen Kreditschrott in Kreditpakete verpackte und weltweit an die doofen Banker in anderen Ländern verhökerten, die diese in  leichtfertiger (?) Weise an private Anleger oder ARGLOLSE LANDESBANKEN weiter verscherbelten. Grund war, dass irgendwann jemand an der Wallstreet bemerkte, dass die amerikanischen Hausbesitzer die hohen Hypotheken, in die sie die Banker und Busch hineingelockt hatten, gar nicht zurückzahlen konnten, wodurch plötzlich die Alarmglocken läuteten, die Aktien binnen Stunden in den Keller rutschten und Lehman mit hinabrissen, weil Georg W. Busch sich nicht dafür zuständig fühlte sein Scherbengericht aufzufegen.

Die Welt wurde das Opfer des amerikanischen Traums. Was hat sie gelernt? Finanz- und Wirtschaftswissenschaftler prognostizieren, dass sich das Gleiche in spätestens 40 Jahren wiederholen wird. Lehman verursachte binnen Stunden bei privaten und professionellen Anlegern weltweit einen Schaden von 700 Milliarden Dollar. Die Folgeschäden werden erst in etlichen Jahren ermittelt werden können. Niemand wird dann mehr über die vielen, vielen kleinen Insolvenzen reden, die Lehman in der dritten Reihe verursacht hat und welche die Schadenssumme still und leise noch einmal verdoppelt haben werden. Wenn ich mir vergegenwärtige, wie uneinsichtig der Mensch sich beim Klima- und Artenschutz verhält und wie er mit den Energieressourcen unserer Erde umgeht, wenn ich dabei berücksichtige, dass der Mensch nicht einmal reagiert, wenn die Katastrophe bereits an die Tür klopft,  sondern erst dann, wenn sie das Haus bereits durch die Hintertür wieder verlassen hat und auf ihrem Weg die Einrichtung unwiederbringlich zerstört hat, dann möchte ich voraussagen, der Lehman-Day war erst das Vorzeichen einer viel, viel größeren Katastrophe, die uns noch bevorsteht.

 

Warum? Fast widerstandslos pumpten die Staaten das Geld ihrer Bürger in das Bankensystem oder sogar in andere Staatshaushalte, wie z.B. im Falle von Island. Das haben sich die Finanzzocker, boniversessenen Banker und rücksichtlosen Finanzhaie doch gemerkt. Sie haben auch registriert, dass es nur einigen ganz maßlosen von Ihnen, wie z.B. Madoff, an den Kragen ging. Was soll sie davon abhalten, nach einer kurzen Zeit der Zurückhaltung, die aber bereits wieder dem Ende zugeht, das Zockerkarussell wieder in Gang zu setzen und binnen weniger Monate wieder so richtig Fahrt aufzunehmen. Sie haben das Geld und die Macht dazu. Insbesondere wo sie doch die einmalige Chance haben, dass gerade sie die Staaten bei der Beseitigung der Trümmer und der Schaffung von Schutzmaßnahmen beraten. Das geht so: Die Trümmer haben die betroffenen Opfer selbst wegzuräumen und die neuen Schutzzäune erhalten Tore, durch die man nur mit Kennwort hindurch kann. Diese Kennworte kennen aber nur die, die sie erfunden haben. Die beratenden Banker. Ich wette, dass die nächste Katastrophe keine 40 Jahre auf sich warten läßt. Weil die letzte, um den sogenannten „neuen Markt oder New Economy“  ja auch noch gar nicht so lange her ist. Es war nämlich gerade einmal erst März 2000, als u.a. durch Finanzbetrüger mit Scheinfirmen riesige Vermögen vernichtet wurden. Schon wieder vergessen? Glaubt heutzutage jemand wirklich ernsthaft, dass sich die Automobilindustrie, die Raumfahrt und andere Wissenschaften immer weiterentwickeln und innerhalb immer kürzerer Zeitspannen neuste Innovationen aus dem Hut zaubern, während sich die Bank- und Anlegerbranche dagegen in reumütiger Zurückhaltung übt? Lächerlich!
Die Devise für die Zukunft lautet ganz offen und für jedermann sichtbar:
WEITER SO!
UNGENIERT!
Liebe Deinen Nächsten!
DICH
!

 

 

5 Gedanken zu „14.09.2009 – Lehman-Day (Der Tag des Lehmann)

  1. Guten Tag Lucia, vielen Dank, dass Sie die Erinnerung an diesen SUPERGAU nicht allein den Medien überlassen und rechtzeitig „deine-meine-unsere BRD“ bedacht haben.
    Heute fand ich diesen TAGESSCHAU Hinweis (hier klicken) auf die „AIG“, die damals unmittelbar nach „Lehman“ auf dem Rand der Klippen stand.

    ELLA rief heute an und erinnerte im Zusammenhang mit Ihrem Beitrag an einen Artikel von Larry aus Wintershof vom 28.01.2009 „Einige Amis sind einfach unerträglich gierig“ (hier klicken).

    In „unserer BRD“ ereiferten wir uns seinerzeit beinahe wütend über die ungeheuere Verschwendungssucht dieser Herren. Wir waren schlicht fassungslos. Aber nicht nur wir!
    Leider wird so etwas, durch den Eindruck neuer Ereignisse, immer viel zu schnell vergessen.

    Ich würde mich freuen wenn Sie uns weiter zuschauen. Gern veröffentliche ich Ihre Ansichten über „unsere BRD“ und Ihre Hinweise auch weiterhin.

  2. Vollkommen gerecht wird es auf der Welt nie zugehen, dass gilt auch für die Wirtschaft. Dazu sind die Menschen einfach zu opportunistisch. Darin sehe ich aber keinen Grund, nicht für mehr Gerechtigkeit einzutreten. Vielleicht ist es meine Jugend, die mich antreibt.

    Ich wünsche dir, dass du eine Lösung findest und sich deine Sorgen auflösen. Dazu viel Erfolg von meiner Seite!

  3. Ich finde, Lu hat gar nicht so unrecht. Sicher wäre es besser zuversichtlich in die Zukunft zu schauen, aber wie weit ist diese gerechtere Zukunft noch von uns entfernt. Kommt sie vor der nächsten Krise oder müssen wir noch eine ertragen? Haben wir dann noch das Geld, um auch selbst etwas von einer solchen Zukunft zu haben?
    Lu mag nicht alles berücksichtigt haben was es so gibt. Unsere gewählten Politiker konnten dies ebenso wenig wie deren wissenschaftliche Berater. Unsere Bankmanager schon gar nicht und sie hätten alles nur zu gern unter den Teppich gekehrt.
    Ich gehöre zu der Generation, für die dies allerletze Lebenskrise gewesen sein muss.
    Noch einmal kann ich mir keine Altersversorgung aufbauen, ich beziehe auch keine Diäten und habe auch keine Ansprüche auf Abfindung für einige Monate Arbeit zu erwarten. Warum also soll usgerechnet ich an einer gerechteren Zukunft bauen, wenn mir gerade die Gegenwart ganz gemein ins Gesicht schlägt.
    Ich habe dazu gar keine Kraft und keine Zeit mehr.
    Ich habe ohne Not und mein Zutun schlimme existenielle Sorgen, bin nun in Not und kann mich nicht mit der Theorie befassen, dass sich der Finanzmarkt hoffentlich bändigen lässt.

    Christoph, glauben Sie an einen weltweit gezähmten und auf Gerechtigkeit basierenden Kapitalismus?
    Das wäre dann bestimmt eine weitere Weltreligion, denn nicht einmal der Kommunismus konnte ihm widerstehen. Das werden auch die letzten noch halsstarrigen Vertreter dieser Gesellschaftsordnung noch verstehen müssen.

    Ich lese mit großem Interesse die Artikel von Ella und komme immer mehr zu der Überzeugung, dass auch sie mehr Recht hat, als diejenigen, die mir das Abwarten predigen. Ich habe nie alles auf eine Karte gesetzt. Vielleicht hät ichs mal besser tun sollen.

  4. Ich finde deine Argumentation etwas einseitig. Die Finanzkrise hat zwar ihren Ursprung in den USA, dass die Welt ein Opfer des amerikansichen Traumes wurde, ist aber dann doch etwas überspitzt. Die Gier und Verantwortungslosigkeit hat sich schließlich nicht nur in den USA abgespielt, sondern auf der ganzen Welt. Auch deutsche Banker haben sich an der Zockerei beteiligt, genauso wie deutsche Anleger.

    Ich glaube auch nicht, dass wir eine zweite Finanzkrise in Zukunft zu erwarten haben. Ökonomisch war es auch für die Banken eine Katastrophe, weshalb es eine Wiederholung der Krise wohl so nicht geben wird. Natürlich gibt es noch viele andere Möglichkeiten eine Wirtschaftskrise auszulösen, so dass es irgendwann eine neue Krise geben wird. Der Mensch ist halt einfach nicht perfekt…

    Die staatlichen Eingriffe in den Finanzsektor waren außerdem alternativlos. Ohne die staatlichen Garantien läge die Weltwirtschaft brach und wir hätten vielleicht 20 Mio. Arbeitslose in Deutschland. Statt Schwarzmalerei zu betreiben, sollten wir auf die Suche nach Lösungen gehen! Besseres Risikomanagement, mehr Rücklagen und Sicherheiten, härtere Überwachung und transparentere Corporate Governance braucht das Land!

    Die Devise sollte lauten: Einer für Alle, Alle für Einen!

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