Unsere Leistungsträger speisen mit Frau Bundeskanzlerin

Liebe Frau Merkel,
vor wenigen Tagen hatten Kollegen aus Ihrer Partei noch die Dienstwagenaffäre Ihrer Mitregentin Ulla Schmidt zum Anlass genommen, um sich über eine instinktlose Verschwendung von öffentlichen Mitteln aufzuregen. Mit dem ausgestreckten Zeigefinger haben sie auf die ertappte und unvorbereitete Gesundheitsministerin gezeigt, um sich genüsslich an ihrer Verlegenheit zu weiden .

Hier wurde es dann wieder einmal gesagt, sogar im Fernsehen: „Wer mit dem ausgestreckten Zeigefinder auf jemanden zeigt darf nicht vergessen, dass mindestens 3 Finger auf ihn zurückweisen.“

Das sagte „ganz früher“ unser damals amtierender Bürgermeister  „Niewert“ auch schon zu denen, die immer wieder Boshaftes über andere zu berichten hatten.

Sehr zutreffend und offenbar zeitlos.

Anfang des Jahres 2008 hieß es aus allen vier Himmelsrichtungen noch, Sie regierten mit zu ruhiger Hand.
Gestern hieß es, Sie würden dem Thema OPEL aus dem Weg gehen wie der Teufel dem Weihwasser und in dieser Richtung ebenfalls gar nichts tun, um sich für Ihren Wahlkampf nicht festlegen zu lassen oder nicht in eines der bereitgestellten vielen Fettnäpfchen zu treten.

Ich finde das sehr weise.

Was bleibt Ihren blassen Konkurrenten da noch anderes übrig, als in Ihrem Lebenslauf zu kramen, in alten Zeitschriften zu blättern und sich durch Berge längst vergessener TV-Berichte zu wühlen, um Ihren Lebenswandel noch einmal „kritisch“ unter die Lupe zu nehmen.

Nicht ihr maßlos übertriebenes Versprechen, dass trotz Wirtschaftskrise alle Spareinlagen der Bürger sicher seien, holt Sie ein.
Nicht die Mehrwertsteuerveralberung zu Beginn Ihrer ersten Amtsperiode wird Ihnen vorgeworfen (Sie wollten 2% + die Wahlkampflüge der SPD lautet „mit uns nur 0%“ und  im Ergebnis erbrachte die Regierungsmathematik  der großen Koalition bekanntlich 3%).

Aber das ist es nicht.

Es ist ein einfaches Essen mit Herrn Ackermann.
Dem Herrn Ackermann, der während der gesamten Bankenkrise eigentlich stets das gemacht hat was er auch gesagt hat (keine Staatsknete und wenn doch, dann für alle) und der dadurch Milliarden verdient hat, dass die Börse immer dann reagiert wenn er rülpst.
Ich finde, da liegt ein gemeinsames Essen doch auf der Hand.
Lassen Sie sich den Appetit nicht verderben.

Die unglücklichen Berichte über diese vermaledeite Nahrungsaufnahme erzeugen bei uns heute diesen fiesen, schalen Beigeschmack der Vetternwirtschaft, der Günstlingswirtschaft und einer Vorzugsbehandlung bestimmter Herren mit Samthandschuhen.

Einen wirklich gut gemeinten Ratschlag hätte ich an dieser Stelle daher für Sie und der ist wirklich weder abgedroschen, noch hinterhältig gemeint oder verlogen wie viele andere:

„Machen Sie weiter mit der Bürger-Beköstigung in Ihren Amtsräumen. Aber nehmen Sie sich dazu nicht Leute aus den oberen Zehntausend, die sich so ein Essen allemal selbst leisten können.
Laden Sie sich aus der Mehrheit der Bevölkerung unserer BRD lieber 30 wahrhaft echte Leistungsträger (Helden der Arbeit) ein, die jeden Morgen um vier Uhr aufstehen, Haushalt und Kinder auf Vordermann bringen, zur Arbeiten pesen, 8 Stunden plus x für einen geringen oder gar Hungerlohn arbeiten, auf Urlaubsgeld und Überstundenausgleich verzichten und sich brav ihre Steuern abziehen lassen.“

Was halten Sie davon?

Auch in der Otto-Normal-Gesellschaft  gibt es Mitbürger, die bei Ihnen ihren 60sten feiern könnten und wir Bürger würden es anerkennen, dass man uns überhaupt wahrnimmt, statt uns nur zu regieren.

Wie kommt es, dass sich immer andere zu Leistungsträgern erklären?
Oft ausgerechnet die, die die Karre immer wieder in den Dreck steuern und immer dann, nur dann, geeignete Esel suchen, die sie wieder aus dem Drecke heraus ziehen. Dafür lassen sich die selbsternannten Leistungsträger dann aber auch noch Erfolgsboni in immenser Höhe zahlen und dem Esel geben sie etwas trockenes Heu.

Solche Versager finden Sie in der Otto-Normal-Gesellschaft nicht.

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