Firmenpleiten 2009

Im Dezember 2008 sagte uns der SPIEGEL online voraus, dass wir in diesem Wirtschaftsjahr in der EU mit rund 200.000 Firmenpleiten zu rechnen hätten und die Pleitewelle überwiegend Großbritannien, Frankreich, Tschechien, Ungarn, Italien und die Niederlande heimsuchen würde.
Für unsere BRD weissagte „Euler Hermes“ pessimistisch eine Zunahme der Insolvenzen um 3% auf dann insgesamt etwa 30.100.


Die netzeitung.de wiederum befragte Anfang
Januar

2009 das Orakel von Creditreform, welches einen Zuwachs von 17% voraussah und insgesamt 35.000 Firmenpleiten und 510.000 verlorene Arbeitsplätze auf unsere BRD zukommen sah.

Das Orakel sagte auch voraus, dass wir mit 145.000 privaten Insolvenzen zu rechnen hätten.

Das wären dann 50% mehr als in 2008 und würde meine Trend-Vermutung bestätigen, dass eine geordnete Insolvenz nun endlich auch in Privathaushalten eine anerkannte Methode der Schuldenverringerung geworden ist. Warum sollen nur gut verdienende Unternehmensführer von dieser befreienden Methode einen Nutzen haben, wenn es doch weltweit bereits zum guten (allerbesten) Ton gehört, mindestens 1 ordentliche Pleite erfolgreich hingelegt zu haben, um im Golfclub als pfiffiger Krisengewinnler und „harter Hund“ angesehen zu sein.
Das haben private Verbraucher sich lange genug angesehen und beherrschen diese Klaviatur inzwischen auch.
Von wegen „die da unten“ wären nicht lernfähig.


Das erste halbe Jahr ist verstrichen.
Was ist für unsere BRD daraus geworden?
Wie sieht die Prognose für das 2. Halbjahr aus?
Gestern meldeten die Nachrichtensprecher über Bild und Ton, die Zahlen für die ersten 4 Monate.

10.700 Firmenpleiten. Das sind 12% mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Und gleichzeitig wurde dabei deutlich, dass es innerhalb dieser 4 Monate eine 30%-igte Zunahme der Konkurse von März auf April 2009 gegeben hat.
Das ist heftig.

Die WELT veröffentlichte am 22. oder 29.06.2009 (ganz sicher ist sie sich da wohl selbst nicht) eine Aufstellung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform über die neun größten bzw. namhaftesten Firmenzusammenbrüche und die Zahl der betroffenen Mitarbeiter.
(Alle anderen Mitteilung im Netz nutzen dieselbe Tabelle von Creditreform und sagen nichts anderes).


Wer sich über einen längeren Zeitraum zurückerinnern kann wird überrascht feststellen, dass auch hier die gute alte Tante Woolworth wieder mit von der Partie ist. Offenbar ist sie nicht tot zu kriegen und es gehört inzwischen schon zum guten Ton, dass sie in jeder „Konkurstabelle“ wieder mit aufgeführt wird.
Ja, es gibt eben doch noch die guten alten Schlachtrosse.


Der Trend der nach oben offenen Insolvenzskala zeigt also deutlich nach oben und eine Hochrechnung lässt vermuten, dass wir die vorausgesagten 30.000 bis 35.000 Firmenpleiten locker schaffen können, zumal knapp nach der Wahl die Hilfe der Regierung für Kurzarbeit ausläuft und in der dann eintretenden Stille der Hilflosigkeit und Betroffenheit, an allen Ecken „das Knacken“ zusammenbrechender Firmenkonstruktionen zu hören sein wird.

Nach dem Abzug gesättigter Heuschrecken stellen wir dann erschrocken fest, dass die Termiten die Firmenhüllen und GmbH-Mäntel bereits vor der Wirtschaftskrise so vollkommen ausgehöhlt und in den Grundfesten ruiniert haben, dass es sofort zum Zusammenbruch kommt, sobald das Bindemittel „Zuschuss aus Steuermitteln“ nicht mehr fließt.

Das nennt sich dann soziale Marktwirtschaft. Wenn der Steuerzahler dem Unternehmer seine Sozialhilfe nicht mehr willenlos auszahlt, kippt der Unternehmer seine Firma kurzer Hand auf den Insolvenz-Haufen. Soll der unvernünftige Steuerzahler doch zusehen, wie er damit klarkommt. Selbst schuld, wenn er nichts mehr zu lesen und anschauen bekommt, weil z.B. der Quellekatalog nicht ausgeliefert wird.
Das hat der selbstlose, uneigennützige Unternehmer nun davon, dass er sich allein im Interesse des Verbrauchers und zu dessen Schutz jahrelang wacker mit der Konkurrenz einen Preiskrieg geliefert und heldenhaft für seine Kunden und deren knappen Kassen gefochten hat.
Undank ist der Welt Lohn.

 

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