Was soll ich eigentlich mit Wohneigentum?

Ich mal wieder von meiner Mietterrasse vor meiner Mietwohnung in meinem MietgartenWarum leben in unserer BRD so viel mehr Bürger zur Miete als in anderen EU-Ländern? Dort haben mit 60% – glaubt man dem SPIEGEL-ONLINE – wesentlich mehr Menschen ein Eigenheim als unsere 42% Eigenheimbesitzer hierzulande.
In Italien und Spanien soll die Quote jener, die in ihren eigenen 4 Wänden wohnen, sogar die unglaublichen 80% erreichen.

Da fragt sich der Spiegel-Autor, ob die Vorteile der Altersvorsorge durch Immobilien nicht erkannt, sondern eventuell sogar absichtlich verschmäht werden.

Ein lesenwerter, leicht verständlicher und glaubhafter Artikel [ hier klicken ], der damit endet, dass einer der Gründe u.a. darin liegen könne, dass ein eigenes Häuschen dafür sorgt, dass der Eigentümer wohl eher nicht die Stadt wechseln würde, um einem Job hinterher zu reisen.

Wohl war.

Dennoch vermisse ich hierin die durchaus nicht zu vernachlässigende Erwähnung, dass ein Grundstück noch lange keine Altersvorsorge bedeutet.
Nehmen wir die Energiekrise, die zukünftig explodierenden Umbau- und Unterhaltungskosten und – nicht zu vergessen – das drohende Schwert von HartzIV (oder wie auch immer die Armutsfalle der Zukunft heißen wird) und der drohende Notverkauf des mühselig erworbenen Eigentums vor der „Sozialhilfe“.

Das würde mich zum Beispiel strikt vom Thema „Grundbesitz als Altersvorsorge“ abhalten.
Lieber verzichte ich auf eine mir liebe, aber zu teure Wohnung, ziehe hemmungslos – ungebunden um und überlasse es dem jeweils mehr oder weniger „armen“ Eigentümer, sich mit den Problemen der Zukunft wirtschaftlich erfolgreich (oder auch nicht) auseinanderzusetzen.
Ich kann jederzeit „weg“ – er nicht.
Wer ist da wohl besser dran.
Ich kann mir ja dann „im Alter“ von meinem Ersparten zu Vorzugspreisen ein Eigentum meiner Wahl  kaufen und ggf. sogar bar bezahlen.
Besser als etwas im Eigentum zu haben, beruflich nicht bewohnen zu können, es vermieten zu müssen und von dem kläglichen Überschuss nach Abzug der Steuern die außergewöhnlichen Reparaturen zu bezahlen, die die Mieter oder wenn es übel wird, die Mietnomaden hinterlassen haben oder womöglich für mir unbekannte Mieter energetisch, umwelttechnisch investieren zu müssen.
Eigentum verpflichtet nämlich. Lt. Bürgerlichem Gesetzbuch!
Wer nichts hat, kann nichts verlieren, ist frei wie ein Vogel.

Mitarbeiter von Opel, VW, Porsche, Arcandor (Karstadt, Quelle), Hertie, Conti, Scheffler, Märklin, ATU, Hypo-Real-Estate, HSH-Nordbank usw. können mir das bestimmt bestätigen:
„Wenn ich meine Arbeit verlieren kann, bin ich als Mieter besser dran, als ein Häuselbesitzer, der noch Hypotheken-Raten abzudrücken hat und dessen wackeliger Bankkredit von seinem Banker womöglich an eine Immobilien-Heuschrecke verkauft worden ist.

Ich liebe es nahezu, meinen Hauseigentümer anzurufen und ihm mitzuteilen, dass der Griff des Fensters schon wieder locker oder die Spülung des Wasserklosetts immer noch undicht ist, ich den tropfenden Wasserverlust weder stoppen kann, noch über die jährliche Nebenkostenabrechnung bezahlen werde und mich daher an den Mieterverein gewandt habe.

Herrlich diese Machtposition!
Was will er denn auch von mir?
Mich mit Eigenbedarf bedrohen?
Lächerlich! Na und, dann zieh ich eben ohne zu renovieren aus und wenn ich nur etwas Glück habe, übernimmt der Vermieter sogar noch auf die Kosten des Umzugs und des Maklers für die der neuen Wohnung.
Wegen seiner Erleichterung (!) über die Schadensbegrenzung ….. und so.

Was soll ich also mit einem eigenen Häuschen?
Mich über Gemeindeabgaben, Anliegerkosten, Banken und selbstbewußte Mieter ärgern?
Ich wäre ja schön blöd, mein Geld für so ein wirtschaftlich zweifelhaftes Experiment der  Altersvorsorge und Kapitalanlage ohne Not auszugeben und es dann im Alter wegen einer zu mickrigen Rente dann doch weit unter Wert versilbern zu müssen.

Neeeeeeeeeee !

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