60 Milliarden Schulden aber bei jeder Feier mit von der Partie

Berlin – das Hauptstadtwunder
Einwohner rund 3,4 Millionen Einwohner
Arbeitslose rund 240.000 (Mai 09) = 16,5%
Arbeitslosigkeit in unserer BRD = 9,2%
Die Bundeshauptstadt hat 60 Milliarden Schulden (pro Kopf etwa 18.000 Euro).
Das entspricht in etwa dem Bundesdurchschnitt von 19.283 Euro
(gerade heute vom Bund der Steuerzahler e.V. errechnet), ist aber zusätzlich.
# http://www.steuerzahler.de/webcom/show_softlink.php/_c-33/i.html
Rund 20% der bis 65-jährigen erhalten Hartz-IV (beinahe jeder 5. Berliner).

Das Finanzministerium sagt uns durch die Blume, dass unsere BRD quasi pleite ist.
Wir hätten in der Vergangenheit zu sehr auf Export gesetzt,  der nun durch die Wirtschaftskrise nicht mehr existiert.
Hat Berlin vielleicht auch zu sehr auf Export gesetzt?

Oder hat Berlin eine unvergleichlich bessere Zukunft als der Rest der Republik, denn warum findet in dieser finanziell total fertigen Stadt die  12. IAAF Leichtathletik-Weltmeisterschaft  für geschätzte  20 Millionen Euro  statt?
Etwa um für sich und das alles überragende Konzept aus der Diepgen-Aera zu werben?
Die Kosten sind veröffentlichungsgerecht optimistisch geschätzt.
Man kennt das ja. Hinterher fragt doch sowieso niemand mehr. Und außerdem, was sind den schon ein paar Milliönchen mehr oder weniger für eine Stadt dieses Kalibers?
Über eine Weltstadt, die einer Bundesregierung Unterkunft gewährt, sollte man nicht so kleinlich denken.

Sparen?!?!
Ja wofür denn in Gottes Namen?

Schulden!?!?
Das war und ist uns Berlinern doch immer noch vollkommen schnuppe.
Wir wollen die Pro-Kopf-Verschuldung doch auch gar nicht reduzieren.
Wozu denn auch?
Erst haben wir vom Westen gelebt und jetzt leben wir eben auf Pump.
Und das ist gut so!
Der Schuldenberg war immer schon ein guter Schutz – er hat sogar die Russen aus der Stadt herausgehalten.
Und wenn es eng wird, kann der Westen doch wieder die Rosinenbomber losschicken.
Den passenden Flughafen dafür bauen wir gerade in Schönefeld. Auf Pump natürlich,  mit EU-Geldern, überdimensioniert und mit einer extra fürs Volk geschriebenen, positiv optimierten Zukunftsprognose.
Läuft doch!

Diese Stadt darf nicht untergehen!
Nicht wahr Herr Reuter?

Kann sie ja auch gar nicht mehr.
Wer soll denn dann die Zeche zahlen?
Doch nicht etwa die Verursacher ?
Nein. Wohl eher meine zukünftigen Kinder.

Axel.
„Ich bin ein Berliner“.

3 Gedanken zu „60 Milliarden Schulden aber bei jeder Feier mit von der Partie

  1. Ottmar aus Schleswig schreibt per Mail:
    :twisted: Wie wär es mit einer „geordneten Insolvenz“?
    Die Verschwendung wär von heut auf morgen gestoppt, Ihr hättet auf einen Schlag Euer unqualifiziertes, überbezahltes „Personal“ los, könntet für den Senat eine Auffanggesellschaft zur Qualifizierung bilden und diesen bis zur „Reife“ für nützliche Arbeiten einsetzen: Papier im Stadtpark sammeln, Laub harken, etc. Eben jenes, was andere Betroffene schon seit Jahren machen müssen. Später könnten diese „umgeschulten“ Leute dann als LEIHARBEITER bei Bedarf wieder zeitweise LEISTUNG für unsere Hauptstadt zeigen. Man könnte ja als Belohnung mit einer möglichen Vollbeschäftigung für besondere Effizienz winken.

    Gedankenblitz:
    Zur Unterstützung des Vorhabens wäre parallel vielleicht eine Anzeige gegen die „öffentliche, offene Hand“ wegen Insolvenzverschleppung bei ungeminderter Verschwendung zum Schaden aller Berliner und Bürger unserer BRD zu erwägen.
    Wer Gesetze macht, muss diese doch wohl auch einhalten und nicht noch auf Pensionen hoffen, weil man das Volksvermögen doch so erfolgreich verschwendet hat.
    Oder nicht :?:
    Da muss man kein Stänkerer, kein Demokratieverweigerer oder extrem Linker sein. Da muss man nur alle Sinne zusammen haben und ein hausfrauensübliches Haushaltsbuch führen können.

  2. Ich erinnere an das Motto 2006, als wir lebensfrohen Berliner vollkommen überrascht und zu tiefst betroffen erfuhren, dass es zur Beseitigung der verzockten 60 Milliarden doch tatsächlich keinen Zuschuss vom knausrigen Bund für uns gäbe.
    Ein dolles Ding!
    Unsere regierende Spitze bezeichnete uns damals als „arm aber sexy“!
    An den Schulden hat sich nichts geändert. Wir sind immer noch arm und geben immer noch mit vollen Händen das Geld aus, welches wir gar nicht haben.
    Und sexy? Na ja.
    Aber die goldenen 20iger kommen ja bald wieder.
    Ist nicht mehr lange hin.
    Ich seh mich schon im Sekt baden. Im gepumpten Sekt.

  3. Richtig so. Feiern bis der Arzt kommt und der Arsch auf Grundeis geht.
    Dann ist der Bürger wieder des Politkers bester Freund, denn er soll die Karre schließlich auf den Brustwarzen kriechend wieder aus dem Dreck ziehen und sein sinnlos verprasstes Geld auch noch einmal bezahlen.
    Einen Schuldigen wird er niemals finden, denn wenn es drauf ankommt stellt er fest, dass niemand zuständig gewesen ist. Wir sind ein Staat, in dem aller Orten und permanent etwas geschieht. Wenn es gut wird klopfen sich die Polikter so heftig auf Schultern, dass man nichts anderes mehr hören kann. Geht es aber schief, stellen wir fest, dass es so etwas wie politische Selbstläufer gibt, die sich selbstständig in Bewegung setzen, Personen an ihrem Tun beteiligen, Dinge gewegen und dabei vollkommen plan- und führungslos die Gesellschaft schädigen, ohne dass nachher irgendjemand dafür verantwortlich wäre.

    „Ich war das nicht und ich kenne auch niemanden der dafür verantwortlich sein könnte! Wir müssen einmal gemeinsam nachdenken und miteinander reden, wie wir das für die Zukunft vermeiden können.“

    Wenn es niemand war, wird sich niemand für eine verantwortungsbewusste Diskussion finden lassen. Nachdenken ist schon schwer. Gemeinsam nachdenken ist ganz untopisch. Miteinander reden ist etwas was im Berliner Reichstagsgebäude täglich in Form eines „Aneinander-vorbei- redens“ der eigentlich an der Sache gar nicht interessierten Redner praktiziert wird. Vermeidungstrategien entwickeln setzt Fachwissen und Problembewusstsein voraus. Und da hakt es ganz besonders.

    Es ist und bleibt hoffnungslos.
    Also weiter FEIERN!

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