Parchim – Kuhbier und Grafenwöhr

Ich sag mal eben meine Meinung

Am 29.04. feierte ich mit allein meinen Freunden aus der „schweigenden Mehrheit“ in Parchim ganz in der Nähe der Kreuzung B191 und B321 den internationalen Tag gegen den Lärm. Es war unerträglich.
Dass man den Bürgern einer Stadt so eine lärmende Kreuzung zumutet ist mir vollkommen unerklärlich.

Am 30.04. war ich dann in Brandenburg und konnte mir einen Abstecher nach Kuhbier (Prignitz / Brandenburg) nicht verkneifen. Mir wurde vorher gesagt, dass ich so etwas, was ich da sehen oder besser hören würde, wohl noch nicht erlebt hätte.
Das kann ich wohl bestätigen!

Ich würde gern alle uneinsichtigen Ruhestörer für 48 Stunden in einem der an der B189 gelegenen Wohnhäuser einsperren (bei geschlossenen Fenstern) und ihnen bei weiteren Missetaten eine Wiederholung androhen. Ich versichere, dass keiner dieser lärmenden Banausen jemals wieder Krach schlagen würde.

Andererseits bin ich mir aber sicher, das wäre gegen die Menschrechte und könnte einem Missetäter aus humanitären Gründen nicht zugemutet werden. Das versteht man doch. Nicht wahr?

Für einige Bürgern unserer BRD gilt dieser Schutz offenbar aber nicht.
Ich würde wetten, dass es gesetzliche Regeln gibt, die es untersagen in Parchim in der Nähe der besagten Kreuzung oder in Kuhbier an der genannten Bundesstraße wegen des unzumutbaren Lärms eine Justizvollzugsanstalt zu errichten.

Einfache Bürger unserer BRD, die an solchen Orten leben, müssen womöglich  erst etwas ausfressen, um Gerechtigkeit zu erfahren.

Für die Hauseigentümer in derart betroffenen Ortslagen gibt es nicht einmal die Alternative eines Hausverkaufs.
Wer in Gottes Namen würde ihnen eine Immobilie an einer solchen Straße denn auch abkaufen?
Neben der Lärmbelästigung und der Beeinträchtigung der Gesundheit im Verborgenen gibt es nämlich noch die unglaubliche Vernichtung wirtschaftlichen Eigentums und der Altersvorsorge durch diejenigen Bürger, die es für ihr gutes Recht halten, diesen Lärm zu verursachen.

Lärm ist aber nicht auf die neuen Bundesländer und speziell auf Parchim und Kuhbier beschränkt.
Gesundheitsgefährdenden Radau gibt es auch in den alten Bundesländern.
Fahren Sie doch spaßeshalber einmal nach Grafenwöhr.

Was Ihnen da und in der Umgebung geboten wird, dass spottet jeder Beschreibung  und stellt den Truppenübungsplatz Munster in der Lüneburger Heide (ich denke gerade an unseren Mitstreiter Major Tom),  den Ostseeschießplatz Putlos (Puttlos?) vollends in den Schatten. Auch die Wohngebiete  in den Einflugsschneisen der Flughäfen, in welchen gerade die Schubumkehr eingeschaltet wird, kommen da nicht mit.

Grafenwöhr ist das Wort für „Dauerbombardement und ohrenbetäubenden Lärm“ schlechthin.
Wer sich über ein echtes „Bombodrom“ informieren möchte, der möge hier doch einmal Urlaub machen und Umweltstudien betreiben.

Ich habe dazu im Netz sogar ein „Lärmprotokoll“ gefunden, welches ich hier mit Genehmigung des Verfassers in voller Länge veröffentlichen möchte:
Truppenübungsplatz Grafenwöhr – Schießlärm Auerbach – Nitzlbuch –

Datum: Beschwerde:  
     
27.07.07 Seit Montag, 23.07.07, wird auf der Schießbahn 213 bei Nitzlbuch bis in die frühen Morgenstunden hinein geschossen. Die letzte Nacht war demzufolge die dritte Nacht in Folge.Es wird zur Zeit auf jeden Fall über 20 mm Kaliber geschossen (auch tagsüber) zusätzlich zum Maschinengewehr-Geballer und das in den Nächten 24./25. Juli und 25./26. Juli bis 01.48 Uhr (da habe ich das letzte mal auf die Uhr geschaut)!  
27.07.07 Schlaflose Nächte wegen Nutzung der Schießbahn 213 bis in die frühen Morgenstunden mehrere Nächte in Folge  
27.07.07 Zur Zeit fühlen wir uns wieder mal wie in einem Kriegsgebiet. Während ich diese Zeilen schreibe, kracht es im Minutentakt. Auf der Schießbahn 213 wird geübt bis in die frühen Morgenstunden. Es wird sogar mit großem Kaliber gefeuert. Meiner Frau, meinen 2 Kindern, 3 und 1 ½ Jahre und mir wird der kostbare Schlaf geraubt. Erklären Sie mal einem kleinen schreienden Kind, was das für ein Lärm mitten in der Nacht ist. Man kann auch kein Fenster öffnen. Was durch die Zitze wiederum zu Schlafstörungen führt. Ich bin 3-Schichtarbeiter und extrem auf meinen Schlaf angewiesen.  
29.07.07 Beschwerde über die selbe Problematik, zusätzlich noch über die Kürzung des schießlärmfreien Wochenendes (Samstag jetzt bis 20 Uhr), Wochtentags sogar bis 02.00 Uhr Schießerlaubnis  
31.07.07 Schießlärm überschreitet zulässige Dezibel-Grenze deutlich (sowohl tags als auch nachts). Gesundheitliche Beeinträchtigungen könnten eine Folge sein  
31.07.07 Protestschreiben an Colonel Brian T. Boyle, Kommandant des Stützpunktes Grafenwöhr:Mit diesem Schreiben möchte ich gegen die Lärmbelästigung seit dem 19.07.07, ausgehend von der Schießbahn 213 protestieren. Die Anwohner werden mit einer seit Jahren nicht da gewesenen Dimension von Maschinengewehrsalven und Kanonendonner belästigt. Seit dem Umbau der Range habe ich eine solche Schallimmission nicht mehr erlebt. Im Hinblick, dass bereits um 6 Uhr morgens Panzermotoren zu hören sind, der Schießlärm teilweise schon um 9 Uhr beginnt und bis um 2 Uhr nachts andauert, ist dies absolut nicht hinnehmbar. Am 30.07. ging sogar die Schießzeit „erst“ um ca. 23 Uhr an und dauerte bis 2 Uhr morgens, also zu einer Zeit, wo die Anwohner schlafen wollen. In dem kompletten Zeitraum sind 100 – 120 Schüsse pro Stunde die Regel, wobei die Werte von über 65 dB(A) tags und 45 dB (A) nachts bei weitem überschritten werden! Diesen Lärm kann man als „psychischen Terror“ bezeichnen.  
02.08.07 Hier ist momentan die „Hölle“ ausgebrochen! Dieser „Psychoterror“ geht nun schon die zweite Woche, momentan schießen sie tags etwas weniger, aber dafür nachts bis 2 Uhr, gestern z.B. fingen sie nach einer Pause um 21.30 Uhr wieder an. Die Nerven der Anwohner sind wirklich angespannt! Am meisten leiden die Kinder darunter, da ich selber zwei 3-jährige habe, weiß ich, von was ich rede.  
06.08.07 Nach zuletzt derartigen Lärmpegeln bis tief in die Nacht und der immensen psychischen Belastung der Anwohner von der Range 213, stellt sich uns allerdings die Frage, welche Ausnahmen wollen Sie noch genehmigen? Die Schießzeiten waren in den letzten 2 Wochen, mit kleineren Unterbrechungen von 9 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts. Der Fluglärm von den Düsenjägern bis nach 24 Uhr kommt ganz aktuell noch dazu.  
08.08.07 Warnung vor weiteren Ausnahmegenehmigungen zur Ausweitung der Schießdauer, Staatskanzlei wiegelt ab  
19.09.07 Neue Problematik: Fluglärm bis nach 23 Uhr. Nach heftigen Wochen im August durch Belastungen mit Schießlärm und den wirklich letzten ruhigen Wochen ohne Schießlärm hatten wir alle hier die Hoffnung, dass der psychische Stress durch Lärmimmissionen vorübergehend vorbei wäre. Aber nun kommt eine neue Situation, die genauso belastend ist und früher nie da war, Fluglärm über mehrere Stunden und das noch nachts.….Letzte Wochen gab es zwar keinen Schießlärm, jedoch nun US-Jets in der Nacht  
21.09.07 NT 21.09.07: An Arroganz nicht zu überbieten. Bürgermeister Helmut Ott äußert seinen Unmut wegen Belästigungen durch Fluglärm.Auerbach. Erst Schießlärm, jetzt Fluglärm: Bürgermeister Helmut Ott platzt allmählich der Kragen. Jedenfalls nahm er bei der jüngsten Stadtratssitzung kein Blatt mehr vor den Mund: „Wir werden überhaupt nicht ernst genommen.“ Seine Einschätzung entnahm der Bürgermeister vor allem dem Umstand, das die, so Ott, „großkotzig angekündigten“ Telefonnummern bei der Wehrbereichsverwaltung Süd, bei denen man seine Beschwerden losbekommen soll, die überwiegende Zeit nicht besetzt sind. Nachdem man sich wegen des derzeitigen Fluglärms beim Luftfahrtbundesamt in Köln beschweren wollte, habe man dort die Auskunft erhalten, dass man dort nur Anrufe von Privatpersonen entgegen nehme. „Das ist an Arroganz nicht mehr zu überbieten.“  
08.10.07 Präzisierung des Problems: Niedrigflug lässt Lärm massiv ansteigen  
08.10.07 In den letzten Wochen hatten wir zwar keinen Schießlärm, aber statt dessen eine neue Dimension der Lärmbelästigung, nämlich Fluglärm durch Düsenjäger und das Tag und Nacht im Zeitraum vom 17.09.07 bis 21.09.07.… Außerdem, wie wird mit einem Protestbrief von uns an die Militärführung in Grafenwöhr/Vilseck zwecks Lärmbelästigung umgegangen? Er wird einfach nicht beantwortet! Ignorieren, verharmlosen oder gar verschweigen, in dieser Art und Weise wird hier mit der Zivilbevölkerung umgegangen.  
11.10.07 Seit Montag müssen wir schon wieder Fluglärm durch Hubschrauber und Düsenjäger ertragen. Seit heute früh kommt auch noch Kanonendonner dazu. Aus gesundheitlichen Gründen bleibt da für mich nur noch die Flucht …  
23.10.07 Fast durchgehendes Artilleriefeuer  
24.10.07 Dass die Belästigung oder gar Bedrohung für uns in Auerbach nicht weniger, sondern eher stärker wird, hat das fast durchgehende Artilleriefeuer vom Dienstag gezeigt – man bekommt eine Ahnung, was die Zivilbevölkerung in Bagdad oder Sarajevo in den dortigen Kriegen mitgemacht hat.  
25.10.07 Seit einer Woche herrscht in unserer unmittelbaren Nähe wieder Krieg – man kann es auch als Lärmterror bezeichnen. Dröhnender Geschützdonner, Maschinengewehrknattern, Hubschrauberlärm fast ohne Unterbrechung von Tagesbeginn bis Mitternacht. Man fühlt sich an eine stark umkämpfte Kriegsfront versetzt. In der Wohnung hat man das Empfinden, als würde mit der Abrissbirne gegen unsere Hauswand geschlagen. Lärmbelästigung ein für allemal abstellen!

Reinhold Strobl, MdL – Bürgerbüro – Birkenweg 33 – 92253 Schnaittenbach – Telefon: 09622-703636 – Fax: 09622-703635 – www.reinhold-strobl.de E-mail: reinhold.strobl@bayernspd-landtag.de

Möchten Sie dort vielleicht wohnen oder gar leben müssen?
Ist das nicht unvorstellbar?
Haben Sie Mitleid!

Und da gibt es dann wie zum Spott diesen putzigen internationalen Tag gegen den Lärm.

Warum sind in unserer BRD die Interessen derjenigen, die laut sind, Krach schlagen und Lärm machen, wichtiger als die unserer normalen Bürger(innen) – also uns, der ansonsten ungefragten und deshalb schweigenden Mehrheit?

Sind wir, die wortlose Mehrheit, wirklich nur zu Wahlzwecken willkürlich erkenn- und brauchbar, wenn sich z.B. Männer wie Roland Koch in Hessen in Wahlkampfzeiten vehement aber ungefragt zu unseren Vertretern erklären?

Wann endlich legt die „lautlose Mehrheit“ ihre Sprachlosigkeit ab, reißt den „Mund“ auf und äußert sich mit eigenen Worten zu den wirklichen Bürgeranliegen?

Hier noch ein Link, der dem Thema gerecht wird und mein Anliegen unterstreicht:
http://www.tag-gegen-laerm.de/startseite_1.php?kastro_de=adff4ed9dc743449e56d0011590be702

Würde um den „internationalen Tag gegen den Lärm“  doch ebenso ein Tamtam gemacht wie um den „Muttertag!“

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