Bier soll wieder billiger werden

@Stellen Sie sich vor, das deutsch-reine Nationalgetränk soll wieder preiswerter werden.
Ostern hat der Gastronomiebranche volle Biergärten und die Erinnerung an gute Zeiten beschert.
Doch noch ist die Periode der „nationalen Dürre“ nicht vorbei, noch muss die Suppe ausgelöffelt werden, welche die Krise der Gastronomie- und Hotel-Branche eingebrockt hat. In schweren Zeiten ist Gemeinschaft angesagt und Gemeinsinn gefragt. Was das heißt werden die Mitarbeiter der Gastronomie noch bitter zu spüren bekommen.
Der Wettbewerb wird in schlechten Zeiten stärker. Mit sinkenden Preisen versucht die Gastronomie- und Hotel-Branche den Kopf so lange wie möglich über Wasser zu halten. Der Gemeinsinn macht es aber trotzdem erforderlich, dass Personal geht, um die Betriebe zu retten. Das ist nicht ungewöhnlich und wären die Betroffenen selbst Chefs würden sie ebenso handeln.
Auf diese Weise könnten lt. Branchenverband bis zu 60.000 (in Worten: sechzigtausend) Arbeitsplätze vorübergehend abgebaut werden.

Red.: Um dann später mit vorerst deutlich ungünstigeren Bedingungen für’s Personal wieder eingestellt zu werden.

Die EU hat beschlossen, dass die Mitgliedsländer die Mehrwertsteuer für das Gastgewerbe auf 7% senken könne.
Natürlich will unser Finanzminister davon nichts wissen.
Warum auch sollte die Branche in der Krise ein Mehrwertsteuer-Konjunkturprogramm erhalten, obwohl sie lediglich „Gleichheit“ mit anderen Ländern herstellen möchte?
Aber diese Branche und ihre Kunden sind anders als die Kfz-Branche für’s Wirtschaftssystem nicht wichtig (nicht systemisch).
Eine Umfrage soll erbracht haben, dass die Branche sogar 22% der Ersparnis einer Mehrwertsteuersenkung an die Kunden weitergeben würde.
Donnerwetter!
Ganze 22% von (19%-7%), also von 11%.
Das  sind doch sage und schreibe …… knapp unter 2,5%.

Das würde den Gast natürlich erheblich motivieren. Ihn regelrecht in die Gastronomie und Hotelbetten hineinsaugen.
Mann oder Frau stelle sich, das Schnitzel kostet nicht mehr 18,50 Euro sondern nur noch 18,05 Euro.  Ein Bier nicht mehr 2,50 Euro sondern nur noch unschlagbare 2,45 Euro.
„Wenn ich also alle 2 Wochen Essen gehen würde, könnte ich alle 2 Jahre einmal öfter.“
Das würde natürlich unglaubliche Umsätze generieren und nicht tausende von Arbeitsplätze retten, sondern 70.000 zusätzlich hinzukommen lassen.
Oder sind die 70.000 nur dann zutreffend, wenn vorher 60.000 entlassen würden?
Das ist mir nicht so ganz klar geworden. Muss wohl doch weniger trinken.

Die Idee der Branchenvertreter ist wirklich etwas für Feinschmecker.

Und wer kann sich diesem unschlagbaren Beweis widersetzen?
Natürlich nur ein Finanzminister.

Red.: Ein Grund für die Mehrwertsteuersenkung wäre vielleicht, dass ein niedrigerer Bierpreis und ein höherer Ausschank positive Auswirkungen auf die Auftragslage der Kfz-Reparatur-Werkstätten hätte und somit nochmals Konjunktur belebend wirken, Arbeitsplätze retten und die Mehrsteuerverluste von hinten herum wieder einspülen würde.
Könnte diese Argumentationskette vielleicht unseren Steuer-Peer in Berlin umstimmen?

Der Boss des Brachenverbandes sieht ja bis zu 70.000 neue Stellen durch die MwSt-Senkung entstehen.
Sagenhaft die gesellschaftliche Kraft, die diese Branche bis in die letzte Eckkneipe versprühen kann. 
Auch sagenhaft der Magnetismus, den 2,5% ausüben.

Prost! Darauf muss ich noch einen heben. Dann sind’s schon 5%. Oder?

Red.: Na, vielleicht ist der hoffnungsvolle Blick des obersten Gastronoms da vielleicht doch etwas getrübt? Womöglich zu  tief ins Glas geguckt statt in die Glaskugel?

Bislang sind solche Vorhersagen in der Realität noch niemals auch nur annähernd eingetreten.
Es ist immer etwas Wahres dran, aber die Zahlen sind wie die Wahlversprechen der Politiker der Opposition anzusehen.
Da sie niemals wahr werden, kann man ruhig behaupten was man will.
Hauptsache man hat sich mal wieder ins Gespräch gebracht.

Das Archiv „Gastroletter“  bringt die Fakten deutlich auf den Tisch und leitet Sie bei Interesse weiter zu einem externen Fachbericht [ hier klicken ].
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