Ich halte nicht länger meinen Mund !!!!!

Ich sag mal eben meine Meinung

Neue Verpackungsverordnung zum 01.04.2009 und Wegfall der bisher vertrauten festen Verpackungsgrößen.
Ob sich das wohl miteinander verträgt und uns nun nachhaltiger vor Mogelpackungen, verstecktem Preisanstieg (bis 20% durch gleiche Packungsgröße mit weniger Inhalt) und gleichzeitig vor einem Mehr an Müll schützt?

Ich habe meine Zweifel.
Grund für die Freigabe derVerpackungsgrößen soll die bessere Versorgung des Singlehaushalte sein.

Wann hätten sich die Regierung unserer BRD (also unsere Leute in Berlin) oder die Herrschaften, die wir nach Brüssel entsenden, schon jemals um „Singlehaushalte“ gekümmert, wenn sie doch bereits in der Familienpolitik so kläglich versagen?

Ich empfinde es als eine bodenlose Frechheit, dass weder für die Bildung junger Leute etwas von europäischer Tragweite unternommen wird; aber für den (finanziell interessanten) „Singlehaushalt“, da hatte man urplötzlich Handlungsbedarf erkannt und flugs wurde der auch in die Tat umgesetzt.

Ist doch nachvollziehbar, dass die Singles unbedingt neue Verpackungsgrößen benötigen. Schließlich droht den Herstellern bei weiteren Preissteigerungen, dass der Verbraucher sich die teuren Lebensmittel nicht mehr leistet. Da muss doch gegensteuern und die Packungsinhalte verringern, um wenigstens den Preis beibehalten zu können.

Ich kenne oder habe gehört von: Elterninitiativen und Aufrufen bedeutender Wissenschaftler, die für eine Verbesserung der Bildungschancen eintreten und dafür auf die Straße gehen. Gleiches ist mir über die Generation ab 50 zu Ohren gekommen, die sich um Rentenverfall und Altersarmut sorgt.

Hat irgendjemand einmal etwas von einer Bürgerinitiuative gehört, in welcher sich Singles dafür eingesetzt hätten, dass sich die Verpackungsgrößen für Milch und Schokolade ändern?

Ich bin der festen Ansicht, dass sich die Entwicklung zur Veralberung der Bevölkerung durch die Industrie mit Hilfe einiger Politiker immer weiter fortsetzt und insbesondere bildungsarme und finanziell nicht so gut bestückte Familien sowie Rentnerhaushalte darunter zu leiden haben.
Uns wird das als ein Stück Freiheit des „mündigen Bürgers und Verbrauchers“ verkauft, was hier vollkommen unnötiger Weise mit Hilfe der Hersteller aus der  Lebensmittelindustrie und für diese geschaffen worden ist.

Wenn der Bürger wissen möchte, wieviel Fett in seinem Essen ist, aus welchen Bestandteilen sein Schinken in die Form gepresst wurde, ob der Schmelzkäse auf seiner Pizza wirklich Käsebestandteile enthält oder woraus Cola besteht, geht weder in Berlin noch in Brüssel irgend jemand aus der regierenden Partei ans Podium und legt ein gutes Wort für uns ein.
Das ist das traditionelle Betätigungsfeld for wählervertretende Oppositionsarbeit und wird es immer bleiben. Stellt einmal die frühere Opposition die aktuelle Regierung wird davon  nichts mitgenommen. Es bleibt dann Kernthema der neuen Opposition.

Verbraucher haben auch keine wirklich wirksame Lobby.
Industrie und Handel haben erkannt, dass man mit „Geld“ eine wirksame Lobbyarbeit leisten kann.
Verbraucher sind bekannterweise zu geizig, um auch nur einen EURO monatlich für ihre Rechte „springen zu lassen“ (dies weiß man in Berlin, Brüssel und Straßburg). Bürger wollen alles immer nur von anderen machen lassen und fertig gemacht vorgesetzt erhalten, selbst möchten sie möglichst nichts tun oder mit irgend etwas zu tun haben. Das würde knappe Freizeit kosten, vom Feierabend abgehen und Übernahme von Verantwortung bedeuten.

Die Mehrheit der Bürger meckert, meckert und meckert. Bei den Frühnachrichten am Frühstückstisch, bei der Lektüre der Morgenzeitung, zusammen mit dem Sitznachbarn in der Stadtbahn, im Kreis der Arbeitskollegen, Schulter an Schulter am Stammtisch, Abends vorm TV. Bürger meckern immer , Bürger tun nichts, Bürger vergessen schnell worüber sie gestern gemeckert haben, wenn sich ihnen heute ein neues Thema geboten wird.

Das weiß man in den regionalen, überregionalen, globalen „Schalt- und Entscheidungsstellen“ nur zu gut. So werden ja schon seit Jahrzehnten Wähler vor den Wahlen verbal betäubt, vor die Urnen gelockt und danach durch die immer alles wieder relativierenden Zwänge von Koalitionsverhandlungen wieder abgefrühstückt.
Bürger schlucken das.
Bürger wissen, dass Sie nach der Wahl angeschmiert werden, Bürger akzeptieren dies auch. Wer ihnen vor der Wahl brutal die Wahrheit ins Gesicht sagt , der wird einfach nicht gewählt. Wahrheit und Redlichkeit haben in der Politik einfach nichts zu suchen.

Auch diesmal wird der Bürger sich den neusten Unsinn als „persönlichen Vorteil und Stärkung des Individualismus“ andrehen lassen, ohne dafür an anderer Stelle etwas Positives bei anderen Anliegen (Fettgehalt, Zutatenkennzeichnung) zu erhalten.
Warum auch?
Er schlickt das schon.
Spätestens in 4 Wochen ist alles vergessen und nur noch einige Spezialisten stehen wie einsame Rufer im Wald und werden auch von den Bürgern binnen kurzer Zeit als berufsmäßige Nörgler abgetan.

Die Bezeichnung des zuständigen Ministeriums wurde in aller Öffentlichkeit und vor aller Augen von „Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft“ aktualisiert auf:
„Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz“.
Da war vorher einfach zuviel Verbraucherschutz drin und deshalb erhielt dieser den Platz, die ihm zusteht.
Schließlich ist von der Logik her ein Verbraucher ja auch wirklich das Allerletzte in der Nahrungsmittelkette und das soll er auch bleiben und deutlich vor Augen geführt bekommen.

Politik und Wirtschaft entscheiden nach wie vor was gut für uns ist (z.B. im Rahmen der eigenverantwortlichen Altersvorsorge durch Rürup- oder Riesterrente, die ja die frei entscheidende Mehrheit der Bürger gefordert hat) und die Bürger gehen alle 4 bis 5 Jahre zur Wahl, bedanken sich artig dafür. Meist wählen sie dankbar gerade denjenigen, über  den sie sich eine ganze Wahlperode lang heftigst aufgeregt haben und wählen damit exakt wieder die Personen, die sich für die Verringerung ihre freiheitlichen Rechte so vehement eingesetzt haben und dies zum kollektiven Ärger der Mehrheit der Wähler nach der Wahl auch wieder tun werden.
So ist die Erwartung der Bürger in vollem Umfange hergestellt.

Was unsere Politiker und deren Worte wert sind und was wir ihnen wert sind haben wir ja in Hessen bestens erleben können.
Schon vergessen?

Ich rate sehr, dass wir unsere Augen einmal intensiv auf Herrn Verheugen in Brüssel richten.

Demnächst – noch vor der kommenden Europawahl – soll der Pharmaindustrie im Zuge des Bürokratieabbaus die Werbung für ihre rezeptpflichtigen Medikamente in Zeitung und TV erlaubt werden.
Achtern wir einmal darauf, was der europäische Verbraucherfreund und Bürokratieabbauer Verheugen nach der kommenden Europawahl für einen Posten in der Wirtschaft erhält.  Er hörst dann in der Politik auf, geht garantiert als Berater und zukünftiger Lobbyist in die Wirtschaft (Pharma würde ich mal schätzen) und seine Frau erwartet schließlich auch noch Hingabe auf seine alte Tage von ihm. Ehe er sich ganz für uns verbraucht hat. Der Arme.

Wetten, dass Ihnen da noch die Augen übergehen werden, wenn Sie sehen wen wir da mit unseren Steuergeld jahrzehntelang an unserem Busen genährt haben und wie er es uns dankt? Sie werden ihn bestimmt bei Anne Will sitzend vorfinden. Das gibt ja auch etwas Kohle für die mickerige Pensionärskasse.
Warten Sie es ab- es dauert nicht mehr lange!

Alles im Interesse des geschützten und umsorgten mal mündigen Verbrauchers, mal unmündigen Bürgers.
Wären wir doch in dieser Weise vor den Bankberatern geschützt worden.
Oder sind die schützenden Gesetze  auch dem Radierstift des Bürokratieabbauers in Brüssel zum Opfer gefallen?
Denkbar wäre es.

Aber jetzt geht es erst einmal um unsere 0,85 Liter Milch und 90 Gramm Schokolade, unsere 800 Gramm Vollwaschmittel + 40% zeitlich begrenzte Volumenzulage zum günstigen Schnäppchenpreis.
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