OPEL, Schaeffler und nun auch noch die Freiberufler

Am laufenden Band steht der Chef von EU-OPEL/Vauxhall in Berlin, klopft an eine Tür und preist das „doch so tolle Unternehmen“ wie Sauerbier an (oder er lässt stehen, lässt klopfen, lässt lobpreisen).
Es ginge um eine deutsche Tradition und um 25.000 direkte und womöglich 50.000 Arbeitsplätze in unmittelbarer Nähe.
Unser junger Wirtschaftsminister Dr. Guttenberg soll sich doch nicht so sperren und einfach mal drauflos „stützen“. Ansonsten scheint sich ja niemand für OPEL wirklich zu interessieren. Oder gibt es da einen Investor, den ich übersehen haben sollte?
Na, da bleibt doch wohl nur die zu allem Unsinn schweigende Mehrheit unserer BRD.
 
Die  bislang wohl mit Recht auf Ihre Firma stolze Frau Schaeffler ist gestrauchelt. Wie verrückt hat sie um die Continental Reifenherstellung gekämpft. Wie es eben nur eine Frau fertig bringt. Auch sie drückt sich immer wieder in den Fluren der Ministerien herum. Auf der Suche nach Barem , um sich nicht die Blöße geben zu müssen Conti wieder zurückzugeben..
Sie argumentiert derzeit, sie wäre z.B. weltweit die einzige Herstellerin von Nadellagern und droht damit, dass ohne dieses Produkt aus den Werkhallen von INA SCHAEFFLER kein neues Auto mehr fahren könne.
Natürlich wirft auch sie so an die 60.000 Arbeitsplätze in die Waagschale und droht zudem mit einem Kollaps in der fränkische Region; aber auch bei den anderen Autozulieferern, die dann ja für die nicht mehr gebauten Autos auch nichts mehr zu liefern hätten und ebenfalls schließen müssten.
Frau Schaeffler will uns vor einer Kettenreaktion bewahren und damit die systemische Wichtigkeit ihrer Firma unterstreichen.
Gestern gaben nun auch die Freiberufler ihre rote Karte ab.
400.000 von 1 Million Architekten, Ingenieure, Ärzte, Steuerberater, Rechtsanwälte, Gutachter seien massiv in ihrer Existenz bedroht. Jede der hierunter fallende Untergruppe betone ihre systemische Relevanz für unsere BRD und Herr
Arno Metzler, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB), zeigt dem Handelsblatt eine ganz, ganz düstere Zukunft für unsere BRD voraus [ hier ], falls es nun auch diese Berufgruppe treffen sollte. Was meinen sie wohl, was Herr Metzler sich zur Rettung vorstellt?
Na ja, das ist ja alles gut und schön. Mich und meine 500.000 bis 1.000.000 bedrohte Kumpels in unserer BRD trifft es ja bereits. Wir schieben zu einem großen Teil auf Kosten der noch Arbeitenden Kurzarbeit. Denen geht langsam aber auch die Luft aus und die Solidarität nimmt spürbar ab.
Ich sehe da für mich eine ganz graue Zukunft.

Das Schlimmste für mich ist aber, dass die Regierung quasi gelähmt ist.
Ausgerechnet im Jahr der meisten Wahltermine – wo kein Politiker mehr richtrig Zeit für seine Arbeit hat – muss das alles passieren.

 

Können wir die vielen Wahlen nicht um 1 Jahr verschieben und unsere Jungs und Mädels in Berlin und den Landeshauptstädten ohne Druck zusammenarbeiten lassen?

Ich habe für 2009 mehr Angst vor diesem Problem, als vor der Weltwirtschaftskrise.

Oder habt Ihr die Rede von SPD-Steinmeier in Rüsselheim vor der OPEL-Belegschaft nicht gehört?
Seid froh. Die lebendige Rat- und Hilflosigkeit blökte da mit leeren Augen, aufgerissenem Mund und großen Worthülsen vom Podium herunter. 
Das war ein Moment großer Trauer. Wenn man offensichtlich merkt, dass jemand nur deshalb aus Berlin gekommen ist, um sich von uns wählen zulassen.

Meinen Kollegen und mir ist es kalt den Rücken runtergelaufen.

Ronny per Mail.
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