Schiesser will sanieren, um sich zu retten

Trotz 20% Umsatzplus geht der Wäschehersteller „Schiesser AG“ am 09.02.2009 in die Insolvenz, um die Firma zu sanieren und auf diesem Wege zu retten.
Red.: Ein wirklich bemerkenswerter Weg, der immer mehr Schule machen wird.

Tagsdrauf verlautbart der vorsitzende Betriebsrat der 2.300 Mitarbeiter, dass er nicht mit Entlassungen rechne. 
Red.: Ja auf welchem Stern lebt dieser Mann denn eigentlich? Oder meint er damit nur die Truppe der Betriebsräte? Ein drolliger Mann!

Wenige Tage später (14.02.2009) kommt der vorläufige Insolvenzverwalter zu dem Schluss, dass die Strategie der Geschäftsausweitung ein Flopp war und außer Spesen nichts gebracht hat. Ganz im Gegenteil.
Red.: Damit hat sich erwiesen, dass der Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaftsrepräsentant wirklich null Ahnung und noch weniger Weitsicht hat. Wie schaffen es solche Ahnungslosen bloß immer in solche Ämter? Warum wählen Arbeitnehmer nicht einen mit Ahnung aus ihrer Mitte und wenn der nicht da ist, dann eben einen, der einen mit Ahnung kennt. Auch einen externen.

Natürlich wird der Insolvenzgrund beseitigt werden müssen. Das kostet erfahrungsgemäß Geld. Dieses muss der Betrieb einsparen. Er muss sich mit seinen Lieferanten und Gläubigern über seine Verbindlichkeiten einigen und schon allein deshalb etlichen seiner Arbeitnehmer Lebewohl sagen.
Tut Schießer dies nicht, gehen eben alle mit Mann und Maus unter. Das widerspricht aber der Arbeit des Insolvenzverwalters. Also werden alle bluten müssen, auch das Lager der weisungsgebundenen Beschäftigten.
Das ist doch aber auch logisch.

Das Schlimme ist, dass jetzt die Furcht in den Produktionsstätten umgeht und jedem Mitarbeiter ins erschrockene Gesicht schaut.

Wir sehen, dass sich nicht nur die Banker verspekulieren können. Das passiert auch kleineren Unternehmen, in guter Absicht , gänzlich ohne Vorsatz und ohne von Heuschrecken geplündert worden zu sein.

Fragt sich, ob es dafür einen Rettungsschirm geht oder ob dieser nur für Katastrophen aufgespannt wird, die durch spekulative Geschäfte und mit dem Anlagevermögen Dritter verursacht wurden.
Der Insolvenzverwalter soll die Ansprüche der Gläubiger schützen. Die Arbeitnehmer gehören nur bedingt dazu. Sie werden unter dem Aspekt nutzbringender Verwendung und gewinngarantierender Flexibilität  gewogen. Die Guten schaffen’s ins Töpfchen, die Schlechten kommen ins Kröpfchen.
Das geht im Zuge der Insolvenz ganz einfach.
Und flugs ist der langjährige Mitarbeiter zum Wohle des Unternehmens in eine Zeitarbeitsfirma ausgegliedert und über diese wieder in die Firma zurückgeführt worden.

Was bei den Banken die Bad Bank für miese Geldanlagen ist, das machen die Arbeitgeber mit ihren Arbeitnehmern schon seit Jahren durch „outsourcing“ in eine abhängige Tochter- oder sogar Beschäftigungsgesellschaft.

Die Vorstufe zur Entsorgung der Unternehmenlasten auf die Gesamtheit der zu allem schweigenden Steuerzahler.

Danach gehen dann die Arbeitnehmer in die Privat-Insolvenz, um auch sich zu sanieren und die Familie vor den nicht mehr zu bezahlenden Schulden aus der Vergangenheit zu bewahren.
Was im Großen vorgeführt wird sollte im Kleinen einfach nachgeäfft werden.
Hoffentlich nicht einfach so aus der Hüfte heraus, sondern mit der gleichen Weitsicht wie die Chefs.

Warum auch nicht, es fehlt ja nicht an Vorbildern mit großem Namen.
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