Wir sollen Märklin auf dem Gewissen haben?

Ich lese in der „Frankfurter Rundschau“, dass wir „Nichtkäufer“ womöglich daran mit gedreht und das Traditionsunternehmen Märklin nach 150 Jahren in den Konkurs getrieben hätten.
Der Bericht ist an sich gar nicht mal übel [ hier zu lesen ].
Da mag sich schuldig fühlen wer will, ich habe damit nichts zu tun und fühle mich unschuldig. Nicht, dass ich es nicht schade fände, dass wieder ein deutsches Markenprodukt von Markt verschwindet. Aber sind wir doch mal ehrlich: „Märklin war doch schon lange fällig!“.
Jeder wusste das. Spätestens als die früheren Eigentümer mit dem Laden nichts mehr anzufangen wussten, ihre Anteile zu Geld machten und die Firma an einen Investor versilbert haben.
Wer behauptet, dass er nicht geahnt hätte, dass ein Investor mit seiner Investition nur Geld und nichts als Geld machen wolle, der belügt sich selbst. Jeder kennt das: Ständig machen Anlagebetrüger zigtausende Bürger unserer BRD zu Investoren und locken diese mit hochverzinslichen Geldanlagen. Das ist nichts anderes und es klappt fast immer. Die Gier haust seit jeher in allen Gesellschaftsschichten. Auch in unserer BRD. Sie ist nicht erst eine menschenverachtende Erfindung fieser ausländischer Investoren.
Das Problem ist, die Bürger unserer BRD verstehen in ihrer Mehrheit absolut nichts vom Finanzmarkt und auch nichts von Geldanlagen und sie fallen mit ihren „lukrativen Geldanlagen“ deshalb selbst auch immer wieder auf die Fresse. Nicht viel anders sieht es beim gewerblichen Investor aus. Er versteht in der Regel nichts, rein gar nichts von den Geschäften, in die er seine Gelder gesteckt hat. Er will „Kohle machen“ und hier ist aber der Unterschied zu uns, denn davon versteht er dann doch etwas.
Dieses Geschäft beinhaltet das strenge Gesetz, dass man sein Geld sofort wieder aus einem Geschäft herauszieht, sobald es den Zenit erreicht hat und sich abzeichnet, dass in absehbarer Zukunft nichts mehr damit zu verdienen ist. Ein guter Investor treibt die Gewinne, die er aus seiner Investition herausziehen kann, Jahr für Jahr gnadenlos nach oben und auf der Höhe der sich nur aufwärts bewegenden Gewinnkurve sucht er einen Nachfolger, dem er den „florierenden“ Laden aufs Auge drücken kann.
Und wenn ihm keine Wirtschaftskrise dazwischen funkt gelingt das auch.
Das ahnten oder wussten die Arbeitnehmer bei Märklin nicht?
Doch! Das war ihnen nur allzu gut bekannt. Nur machen konnten sie dagegen nichts.
Genauso wenig wie wir „Nichtkäufer“. Es wäre vollkommen egal, ob wir kaufen würden oder nicht. Der Verlauf wäre absolut derselbe. Der Unterschied wäre lediglich, dass der Investor mehr aus dem Laden herausgezogen und auch beim Verkauf an seinen Nachfolgeinvestor mehr erlöst hätte.
Wir alle konnten nur abwarten, bis zum unausweichlichen Ende und dieses war den Kennern der Szene längst klar, spätestens seit Anfang 2008.
Ein „Warten auf das Ende“. Richtig schlimm muss das sein!
Kann sich jemand so ein mieses Gefühl überhaupt vorstellen?
:!: per Mail von Rodeo-Sven
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2 Gedanken zu „Wir sollen Märklin auf dem Gewissen haben?

  1. Wie ich gehört habe, wurde ein Drittel des Umsatzes an Berater gezahlt und diese haben wie Blutegel die Firma ausgesaugt. Durch die Insolvenz hat sich Märklin dieser Berater entledigt. Die Geschäftsleitung wechselte bisher im Halbjahresrhythmus. Es sind seit Verkauf an eine „Heuschrecke€ nur Manager gewesen und keine Modellbahner mit Herzblut. Von der Tendenz her, sind alle Firmen welche durch diese Finanzkraken übernommen werden, wirtschaftlich nicht besonders erfolgreich oder sind sogar bereits Pleite gegangen. Beispiele dafür sind Auto-Teile-Unger oder dem Armaturenhersteller Grohe.

  2. für märklin ist der zug abgefahren, da kann man den konsumenten keine schuld geben. wer die entwicklung der zeit verpasst, der strandet und wer dann noch um des schnellen geldes willen an einen spekulanten verscherbelt, ist erst recht selber schuld.
    ich würde den laden für 20 jahre total schliessen, den verkauf trockenlegen und danach wieder eröffnen. sammler solch alter modelle würden die übriggebliebenen stücke dannzumal zu liebhaberpreisen aufkaufen.

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