Was sagen die Parteien zum Mindestlohn ?

Eine interessante Lektüre ist das amtliche Protokoll der

200. Sitzung des Deutschen Bundestages
am Donnerstag, dem 22. Januar 2009

zum Tagesordnungspunkt 12a und 12b.
Auszug:

„Es gibt heute eine neue Statistik, mit der Sie sich noch nicht beschäftigt haben. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat festgestellt, dass die Ungleichheit in unserer Gesellschaft weiter gestiegen ist. Die reicheren 10 Prozent der Bevölkerung besitzen inzwischen über 61 Prozent des Vermögens; das reichste 1 Prozent der Bevölkerung besitzt 23 Prozent des Vermögens in Deutschland. Das sind 1,5 Billionen Euro oder 1 500 Milliarden Euro. 27 Prozent der Bevölkerung besitzen nichts; auch diese Zahl ist gestiegen. Das war unter Schröder so, und das ist unter Merkel so. Es gibt keinen Grund, auf irgendetwas stolz zu sein, wenn die Ungleichheit in unserer Gesellschaft permanent zunimmt…….“

Die Vertreter aller Parteien geben ihr Bestes, um sich gegenseitig darüber zu informieren, welche Ansichten sie zur Frage des Mindestlohns haben, warum sie wie abstimmen werden und warum sie dieses für gut und richtig halten.
Trotzdem sollten wir unsere besondere Aufmerksamkeit vielleicht einmal auf das amtliche Zahlenmaterial  des – einer unfairen und ungerechten Parteinahme sicherlich unverdächtigen  – Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung richten.

Merkwürdigerweise  bezog sich allein Herr Dr. Gregor Gysi von den Linken hierauf.

Kannten die anderen Redner diese Zahlen vor der Plenarsitzung und der Abstimmung etwa noch nicht?
War sie ihnen keine Erwähnung wert?
Stehen sie womöglich im Widerspruch zu den anvisierten Zielen?

Obwohl jeder Bürger meiner-deiner-unserer BRD sich damit einmal befassen sollte, haben diese neusten Kennzahlen weder in der allgemeinen Tagespresse, noch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen eine Erwähnung gefunden.
Merkwürdig.

Ich meine, sie sind einfach zu wichtig, um sie vom Tisch zu wischen und unter den Teppich zu kehren.
Und bloß weil sie zuerst oder überhaupt nur von einem prominenten Repräsentanten der Linken zitiert wurden müssen sie ja dadurch nicht automatisch falsch sein.

Ich bin nicht links und wähle auch nicht so, doch ich lasse alle zu Wort kommen (auch unsere Politiker) und höre zu.

Das gesamte Protokoll der 200. Plenarsitzung können Sie lesen, wenn Sie [ hier klicken ].
:!: Timo aus Weixdorf
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Ein Gedanke zu „Was sagen die Parteien zum Mindestlohn ?

  1. Tja, so ist es eben…
    Um falsche Vorstellungen zu vermeiden: Ich mag die Linke nicht sonderlich, und Gysi schon gar nicht!
    Aber das ist es, was ich unter „links“ verstehe: Die Realität kritisch aufgreifen und keinen Deckmantel des Schweigens darüber ausbreiten.
    Und diese Ungleichheit existiert – ob es in irgendwelche politischen Konzepte passt oder nicht! Aber wozu einen Mindestlohn? Geht es nicht allen gut? Wo ist denn die Revolte? Also geht es ja wohl noch…

    PS: Auch wenn der Kommentar anders wirkt – ich bin als Taxifahrer in meinem Job ohne Mindestlohn sehr zufrieden. Aber ich habe auch zum Beispiel keine Familie…

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