Autozulieferer Stankiewicz jetzt doch an die Wand gefahren?

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:roll: NEUIGKEITEN  VON  DER  HEDGEFRONT
Die Bereitschaft der Retter zu retten und ihr Vertrauen in die Herstellung und die Haltbarkeit eines zusammengeflickten Rettungsschirms ist wohl ziemlich mickrig gewesen.
Wollte sich die zu Rettende wirklich retten lassen?
Oder waren ihr die Bedingungen vielleicht zu heftig?
Tja, wenn der Steuerzahler die Zeche nicht allein übernimmt und zusätzliches Geld reinpumpt, wird es immer eng in der Automobilbranche und bei deren Bankern. Da sind sich die „banker + vehicle construtors“ ziemlich ähnlich.
Das wär’s dann erst einmal für die alte Dame „Stankiewitz“ und bietet womöglich DIE Chance für eine frühlingsfrische, attraktive, schlanke und wohlgeformte NEUE STANKIEWICZ. Ganz im Interesse der zukünftigen Automobilindustrie, die sich die heutige Kaufzurückhaltung der Kunden nicht einfach gefallen lassen und an ihnen mit geeigneten Maßnahmen Vergeltung üben wird.
….Das fängt beim künftigen Zulieferer an. Der muss noch effizienter preiswert arbeiten können. Dazu müssen heute noch einheitlich geführte Unternehmen in von einander rechtlich unabhängige arbeitnehmerfreie Kapital- und Grundbesitzvermögen, onlinebetriebene Produktionsmittel-Leasing-Gesellschaften und unpersönliche Jobvermittlungsbetriebe auf Zeitarbeitsbasis aufgeteilt werden.
Was bietet eine bessere Chance als eine Insolvenz? 

Der Insolvenzverwalter hat auftragsgemäß nur ein Ziel, er muss die in das Insolvenzverfahren einbezogenen Gläubiger befriedigen und sei es unter dem Zwang den unwirtschaftlichen Pleite-Betrieb aufrecht zu erhalten, um alles aus ihm herauszuholen, was drinnen steckt, um dadurch die Verluste der Gläubiger so gering wie möglich zu halten, ohne gegen das Insolvenzrecht zu verstoßen.
Ein Balanceakt für Könner mit Fingerspitzengefühl.

Liebe deutsche Arbeitnehmer macht euch keine großen Illusionen.  Ihr seid in diesem Verfahren beinahe komplett uninteressant und werdet wegen eurer immer unflexiblen Art betriebswirtschaftlich lediglich als ein Teil der leider noch erforderlichen aber bedauerlicherweise teuren Produktionshilfslasten angesehen.
Ohne euch und eure jeden Monat wiederkehrenden starren 1.300 Gehaltsansprüche wäre das ja eigentlich auch gar nicht so passiert.  Ohne euch hätte man elegant und parallel zu den Kunden die Produktion flexibel „runterfahren“ können.

Das aktuelle Gläubigerschutz-Verfahren (Insolvenz) geschieht nicht in eurem Interesse. Nicht einmal 1 Minute ist euer persönliches Schicksal Bestandteil auch nur einer einzigen Entscheidung. Ihr seid nur eine Größe: „Personalkosten“!

Euer Betriebsrat hatte weder früher irgendwelche Lösungen und Kompetenzen und wird auch zukünftig lediglich eine Alibifunktion erfüllen (vielleicht als willkommener Buhmann).

Ihr hättet euch von Anfang an einen professionellen Arbeitnehmervertreter mit Format „von draußen“ wählen sollen. Einen qualifizierten, unabhängigen Fachanwalt für Wirtschaftsrecht z.B. mit voller Sehkraft auf beiden Augen für’s Wesentliche.
Ganz Celle wimmelt nur so von denen.
Euer Arbeitgeber hatte immer mindestens einen davon an seiner Seite. Jetzt im Moment übrigens auch!
Statt dessen habt ihr euch, ganz in der Tradition eurer Väter und im Interesse eurer Firmenherren,  für die preiswerte Lösung entschieden.  Wahrscheinlich habt ihr eine andere Idee gar nicht erst gehabt und wenn, dann hättet ihr sie euch garantiert nicht geleistet (Geiz ist voll geil, sorgt aber gleichzeitig für eine geminderte geistige Fitness und minimiert die Gleichheit der Waffen!).
Dumm gelaufen. Jammert jetzt nicht. Es gibt keine Instanz über euch (gesellschaftlich oder kirchlich), die mehr tut als zuhören, um sich dann wieder um ihre eigenen Probleme zu kümmern *1).

Das Thema der kommenden Tage heißt „Geld“. Richtig viel Geld.
Auf Einzelschicksale  kann dabei keine Rücksicht genommen werden. Egal wie schaurig sie sein mögen.

Lest dazu die Berichte:
Reuters: http://de.reuters.com/article/deEuroRpt/idDELU19703420081230
MDR: http://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/6021651.html
Der STANDARD (Österreich): http://derstandard.at/?url=/?id=1229975186170
NDR-Online: http://www1.ndr.de/wirtschaft/stankiewicz100.html
Handellsblatt: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/nachrichten-trends/insolventer-autozulieferer-soll-weitermachen;2117902
N24: http://www.n24.de/boerse/Nachricht/1591/ROUNDUP-Insolvenzverfahren-bei-Autozulieferer-Stankiewicz-eroeffnet/
NDR1: http://www1.ndr.de/wirtschaft/stankiewicz102.html
Live-PR: http://www.live-pr.com/insolvenzverwalter-sieht-chancen-f-uuml-r-r1048247861.htm
Cellesche Zeitung: http://www.cellesche-zeitung.de/lokales/348903.html
Motor-Zeitung: http://motorzeitung.de/6591/news/stankiewicz-geht-ins-insolvenzverfahren/
unsereBRD vom 12.12.2008:
http://www.unserebrd.de/2008/12/12/autozulieferer-stankiewicz-wendet-insolvenz-ab/

Ich bin politisch keinen Zentimeter „links“ und hoffe trotzdem, dass ich mich täusche.
Ihr könnt ja euren Gewerkschaftsvertreter, der übrigens auch – zusammen mit Frau und Kindern – um seinen Job bangt, mal um handfeste (nicht verbale) gewerkschaftliche Hilfe seiner Genossen bitten.

Oder: Vielleicht geht es euch so wie „Qimonda“ in Sachsen.
Plötzlich und unerwartet taucht kurz vor dem bereits sichtbaren Ende (Firmen-Börsenwert fast NULL) jemand aus einem Billiglohnland (Portugal) auf, den eure Vernichtung noch viel schlimmer in die Sch….  tunken würde als euch; der dann, um sich selbst vor einem solch elenden Untergang zu retten, alle Kohle zusammenrafft, die er bekommen kann und diese ohne Ende in euren Betrieb steckt.
Echt passiert. Kein Märchen vom „Sternthaler“.

*1) Red.Anmerkung: Danke an Lars für seinen Verbesserungsvorschlag, meine Formulierung  an dieser Stelle war wirklich zu kompliziert.
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