„Rettungspaket für Raffgierige“ von Otto Graf Lambsdorff

Die Entschädigungen für die Kaupthing-Kunden belohnen einige Anleger auf Kosten aller Bürger … Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, der sich durchaus Verdienste bei der jüngsten Krisenbewältigung erworben hat, greift also tief in die Tasche des Steuerzahlers, um Verluste von Privatleuten, denen die solide Sparkasse um die Ecke nicht reichte und die nicht genug Rendite machen konnten, auszugleichen. Die erheblichen finanziellen Verluste, die private Anleger in Kenntnis des Risikos erlitten haben, werden sozialisiert …Graf Lambsdorff schreibt mir im zitierten Artikel – erschienen in der  WELT-ONLINE – aus der Seele.

Wenn das sauer verdiente Steuergeld unserer Steuerzahler nun in den isländischen Einlagensicherungsfont verschoben wird, um dann auf diesem Wege wieder zurück auf einige Kontem in unsere BRD zu gelangen, stellt sich mir dabei die Frage, ob wir mit unserem Geldsegen eigentlich auch die hohen Zinsversprechungen der Geldinstitute gegenüber den glücklichen Kunden erfüllen.
Das wäre nämlich auf dem Wege, dass wir den Kaupthing-Kunden Ihre Einlagen direkt und innerhalb unseres eigenen Landes auszahlten, am wütenden Protest der Steuerzahler endgültig gescheitert und hätte am Finanzminister Blessuren hinterlassen. Nicht nur an ihm.
Ich finde auch, dass ich als Bankkunde, der den verlockenden Zinsversprechen einer ausländischen Bank erliegt, mit offenen Augen die Messerspitze sehen kann und im Falle der Kolpthing-Bank sogar eigene Initiative ergreifen musste, um sie in mich hinein zu stoßen. Das war bei der Mehrzahl der nicht so priviligierten Lehmann-Anleger ganz sicher nicht so deutlich, denn diese wandten in der Regel keine große Eigeninitiative auf und nahmen die spur des Geldes selsbt auf. Sie nahmen lediglich den bereitgehaltenen Kugelschreiben und vertrauten ihrem Banker vor Ort, der sie oft genug sogar angerufen hatte und zu einem Gespräch über Altersvorsorge und Geldanlage einlud. Das ist meinen Elteren nämlich auch oft genug angetragen worden. Sie sind, sehr zur Freude der Familie,  da aber nicht hingegangen.
Nun stehe ich geldanlageunkundiger Laie vor einer kniffeligen Frage: „Womit bzw. wodurch ist es begründet, dass bankgläubige und von deutschen Bankern „fehlberatene“ deutsche Anleger Ihre Totalverluste aus Lehmann-Zertifikaten, anders als hochzinsinteressierte Kolpthing-Kunden,  nicht erstattet bekommen werden?“
Sind die einen besser oder sind die anderen schlechter?

:!: Mario schickte uns diesen Beitrag am 05.12. per Mail

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